Schweiz
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ZUM 75 JAHRE JUBILAEUM DER REKA FERIENDOERFER STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES NEUE BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- Maedchen auf der Schaukel im Stall des Reka Ferien-Dorf in Urnaesch am Freitag 4. Juli 2014. Die Reka (Schweizerische Reisekasse) ist eine Nonprofit Organisation, welche einer groesstmoeglichen Zahl von Familien in der Schweiz Ferien und Freizeit ermoeglichen moechte. Reka feiert im Jahr 2014 ihr 75-jaehriges Bestehen. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Bild: KEYSTONE

Die Tessiner haben 10 Wochen Sommerferien – eine Aargauer Gemeinde nicht mal halb so lang

Die Tessiner Schulkinder haben zehn Wochen Sommerferien, jene in Lenzburg nur vier. Neben der unterschiedlich langen Dauer gibt es im Vergleich der Schweizer Schulferien einige Drolligkeiten. Oder hast du schon von Pflotschferien gehört?



13 Wochen Ferien im Jahr! Gib es zu: Auch du bist manchmal auf die Schulkinder neidisch. Vor allem im Hochsommer, während der Sommerferien. Nicht in allen Kantonen können die Schulkinder gleich lang ausspannen.

So lange dauern die Sommerferien

Schulferien Schweiz Infografik: Länge Ferien

Die Kantone haben unterschiedlich lange Sommerferien. Grafik: watson

Zehn Wochen und somit am längsten Sommerferien haben die Schulkinder im Südkanton. Dicht gefolgt vom Kanton Genf mit acht Wochen. Diese Zahlen müssen für Kinder und Jugendliche aus Kantonen wie Aargau, Solothurn und Bern deprimierend wirken. Sie haben nur fünf Wochen Ferien.

Neben den langen Sommerferien kommen die Schüler in den Genuss von Herbst-, Weihnachts- und Frühlingsferien. So weit, so normal. Jetzt gibt es aber Schweizer Schulen, die haben noch ganz andere, eher aussergewöhnliche Schulferien. 

Die Karte der ungewöhnlichen Schulferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Aussergewöhnliche Schulferien (mit Sparferien)

Kunstferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Icons gross

Das beschauliche Trubschachen liegt im Emmental. Alle vier Jahre ist es aber mit der Ruhe im Dorf vorbei, dann wenn der Kunsttrubel für drei Wochen Einzug hält. In diesem Jahr war es wieder so weit. Zwischen dem 1. und 23. Juli pilgerten 43'000 Kunstliebhaber ins Emmental und bestaunten Werke von grossen Schweizer Malern wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti. Für die Schüler von Trubschachen hiess dies vor allem eines: eine Woche früher Sommerferien!

Die Kunstferien in Trubschachen sind vom Kanton Bern abgesegnet und erfreuen alle vier Jahre die Kinderherzen. Dabei hat es vor allem organisatorische Gründe: «Durch die Sonderbewilligung kann die Kunstausstellung jeweils bereits eine Woche vor den offiziellen Schulferien öffnen», sagt Walter Guggisberg, Schulleiter von Trubschachen.

In diesen drei Wochen hängen in den Klassenzimmern statt den Zeichnungen der Kinder Gemälde von grossen Schweizer Künstlern. Und statt Schulkindern laufen Kunstliebhaber durch die Gänge und Zimmer der beiden Schulhäuser in Trubschachen. 

Die eine Woche früher Ferien biete den Schülern auch die Gelegenheit, selber die Ausstellung zu besuchen, sagt der Schulleiter, der betont, dass die Schüler in Jahren mit der Kunstausstellung nicht weniger lernen als sonst.

Geschenkt wird den Schülern diese zusätzliche Ferienwoche nicht. Sie müssen sie vorholen, indem sie eine Woche ihrer Herbstferien dafür hergeben.

Sparferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Icons gross

Wenn es ums Sparen geht, gehört Luzern zu den kreativen Kantonen. 2016 verdonnerten die Kantonsräte die Schüler kurzerhand zu einer zusätzlichen Woche Herbstferien. Dies galt aber nur für die Schüler der Gymnasien, Mittel- und Berufsschulen.

Ziel der Übung: Die Löhne der Lehrer sparen, die in dieser zusätzlichen Schulferienwoche nicht bezahlt wurden. Insgesamt konnte der Kanton Luzern damit vier Millionen Franken auf die Seite legen, wie das Bildungs- und Kulturdepartement auf Anfrage mitteilt. 

Trotz des sehr willkommenen zusätzlichen Geldes in der Kasse: Die ungewöhnliche Sparübung bleibt eine einmalige Sache. Diesen Herbst gibt es wieder nur zwei Wochen Ferien. Zum Missfallen einiger Schüler, zur Freude aller Lehrer.

Heuferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Icons gross

Früher war auf dem Lande klar: Die Arbeit auf dem eigenen Hof geht der Schule vor. So war es üblich, dass Ende Mai, Anfang Juni die Kinder und Jugendlichen für einige Tage schulfrei hatten, um auf dem elterlichen Hof beim Heuen zu helfen. Diese Ferien konnten die Lehrer dann auch ganz spontan ansetzen – je nach Wetter.

Die Spontanität ist längst verflogen, die Ferien sind heute schon Jahre im Voraus geplant. Doch in einigen Gemeinden gibt es sie noch immer, die Heuferien. In erster Linie in den Kantonen Bern, Thurgau und Zürich. In letzterem kennen noch über 15 Schulen Heuferien, obwohl die NZZ bereits 1981 diese Freitage als passé abschrieb: «Allerdings sind nicht mehr allzu viele Schulkinder tatsächlich beim Heuet anzutreffen.»

Tatsächlich greift heute höchstwahrscheinlich nur noch eine Handvoll Schüler tatsächlich zur Heugabel. Der Zweck der Heuferien ist mittlerweile ein ganz anderer. Sie sind eine gute Gelegenheit, um ausserhalb der Hauptsaison in die Ferien zu fahren. Zum Schnäppchenpreis.

Wie beliebt Heuferien sind, zeigt das Beispiel aus dem zürcherischen Fischenthal. Als die Schulpflege 2007 beschloss die Heuferien abzuschaffen, stiess sie auf heftigen Widerstand, wie der «Tages-Anzeiger» damals berichtete. 406 Personen unterschrieben eine Petition, die sich gegen die Abschaffung der Heuferien wehrte, und in einem Leserbrief schrieben sechs Autoren von einem Lehrstück in Sachen Missachtung des Volkswillens.

Es waren nicht Bauern, die sich wehrten. Der Tenor: Man wolle nicht gleichzeitig mit allen anderen in die Ferien fahren.

Der Protest blieb erfolglos.

Pflotschferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Icons gross

Herbstunterbruch – so heissen offiziell die einwöchigen Schulferien Ende November in der Berner Gemeinde Trachselwald. Der inoffizielle Namen ist viel charmanter: Pflotschferien. Er ist dem garstigen Wetter gewidmet, das zu der Jahreszeit meistens vorherrscht – dann wenn irgendetwas zwischen Regen und Schnee vom Himmel fällt.

In den Genuss von Pflotschferien kommen nur die jüngeren Kinder in Trachselwald – jene, die noch den Kindergarten oder die Primarschule besuchen. Und für die freie Zeit im November müssen sie nicht einmal eine andere Ferienwoche hergeben. Zu verdanken haben sie dies einer Regel im Kanton Bern. Wenn die Kinder eine Schullektion mehr pro Woche besuchen als vorgegeben, gibt es dafür eine Woche mehr Ferien.

Viele Schulen im Kanton Bern machen von dieser Regel Gebrauch. Die meisten hängen die zusätzliche Ferienwoche aber einfach an eine bestehende. Es gibt aber neben Trachselwald noch weitere Berner Gemeinden, die auf Pflotschferien setzen. Zum Beispiel Sumiswald oder Heimiswil.

Und wiederum andere nennen sie einfach anders. So in Bowil: Hier gibt es zur gleichen Zeit Laubferien. Und diese heissen auch offiziell so.

Kurzferien

Schulferien Schweiz Infografiken: Icons gross

Fies! Niemand hat so kurze Sommerferien wie die Schüler der Schule Lenzburg. Zumindest in der Schweiz, aber mit grösster Wahrscheinlichkeit in ganz Europa. Nur jeweils vier Wochen können die Kinder und Jugendliche entspannen, bevor sie schon wieder zurück in die Schule müssen. Eine Woche weniger lang als alle anderen Schüler im Kanton Aargau. Oder anders ausgedrückt: Ihre Sommerferien sind schon vorbei, wenn die Tessiner Kinder noch nicht mal in der Hälfte sind (siehe Grafik unten). 

Schuld ist das Jugendfest in Lenzburg, beziehungsweise jenes in Aarau. Der Maienzug in der Kantonshauptstadt findet immer am ersten Freitag im Juli statt. Da das Jugendfest in Lenzburg nicht mit diesem konkurrenzieren soll, ist dieses um eine Woche nach hinten verschoben. Somit sind die Ferien der Schüler eine Woche kürzer.

«Wir wollen unsere Schüler nicht schikanieren», sagte Emil Klaus, Schulleiter der Bezirksschule Lenzburg, einst zur Zeitung «20 Minuten». «Was sie im Sommer weniger haben, kriegen sie dafür im Herbst dazu.»

Schulferien Schweiz Infografik: Sommerferien im Vergleich

 

Wegen diesen 9 Typen gehst du lieber alleine in die Ferien

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Video: watson

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 26.07.2017 15:17
    Highlight Highlight Die Aargauer müssen halt wieder mal nachsitzen...
    • Mafi 26.07.2017 17:44
      Highlight Highlight Ist wohl eher die fleissige Grundeinstellung als die fehlende Intelligenz... ;)
    • Felix Walter S. 29.07.2017 16:32
      Highlight Highlight Nützt ja allem Anschein nach trotzdem nichts...
    • Felix Walter S. 29.07.2017 16:34
      Highlight Highlight war nur ein Schmäh, liebe Aargauer
  • B-Arche 26.07.2017 14:34
    Highlight Highlight "Sparferien" - aus lauter Angst die durch Steuerdumping hergelockten Firmenhauptsitze und ausländische Vermögen würden sofort wieder verschwinden bei der kleinsten Steuererhöhung schickt man lieber Kinder und Lehrer in Zwangsferien um Löhne für die Lehrer zu sparen.

    So abhängig ist die Schweiz mittlerweile von ausländischem Kapital dass sie im Ernstfall immer für dieses votieren würde und deswegen Leistungen für Inländer immer mehr zusammenstreichen, Hauptsache Tiefststeuerkanton bleibt bestehen.

    Die USA haben exakt das so gemacht und sind nun infrastrukturtechnisch kaputt.
    • 7immi 27.07.2017 08:48
      Highlight Highlight mit den richtigen prioritäten geht es auch ohne steuererhöhung... in winterthur wurden vor einigen jahren die klassenlager gestrichen, gleichzeitig kaufte die stadt einen zaun - ein kunstobjekt - für 500'000 franken. ein normaler zaun hätte knapp 40'000 gekostet. man könnte also auch sparen ohne komfortverlust... solche beispiele gibt es viele.
  • dommen 26.07.2017 12:51
    Highlight Highlight Ja ja, dolce far niente und immer mehr Finanzausgleich 😄
  • Darth Unicorn #Häschtäg 26.07.2017 12:08
    Highlight Highlight "Das Maienfest in der Kantonshauptstadt"
    Das heisst Maienzug, so verärgert ihr uns aarauer nur 😒 korrekt wäre Der Maienzug in der Kantonshauptstadt.. http://😒
    • Marius Egger 26.07.2017 12:27
      Highlight Highlight @Darth Unicorn: Danke für den Hinweis! Der Redaktor war wohl zu lange am Maienzug-Vorabend. Ist natürlich absolut korrekt, wir habens korrigiert.
    • Darth Unicorn #Häschtäg 26.07.2017 12:35
      Highlight Highlight Dankeschön 😊
    • ujay 26.07.2017 14:41
      Highlight Highlight Wer sich ueber solchen Pupskram aergert, dem ist nicht zu helfen. Trauriger als Kantoenligeist🙄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Donald 26.07.2017 11:55
    Highlight Highlight Schulstunden und Ferientage pro Jahr bitte.
    Ich hatte leider auch nur 5 im Sommer...
  • TY94 26.07.2017 11:29
    Highlight Highlight Weiss jemand wieviele Wochen Ferien die Kinder im Kanton Tessin haben bzw. wie die Ferien aufgeteilt sind?
    • Lea Senn 26.07.2017 12:33
      Highlight Highlight Im Tessin gibt's 1 Woche Sportferien, 1 Woche Frühlingsferien, 10 Wochen Sommerferien, 1 Woche Herbstferien und 2 Wochen Weihnachtsferien; also total 15 Wochen.
  • LubiM 26.07.2017 11:26
    Highlight Highlight Man redet immer von Schulferien - aber wieviele Lektionen Schule die Kinder pro Woche haben wird nie erwähnt, da gibt es einige Kantone die Durchschnittlich Ferientage haben und Überdurchschnittliche Schulstunden...
    • Mafi 26.07.2017 17:45
      Highlight Highlight nunja das Tessin hat zusätzlich noch eine sehr grosse Anzahl religiöser Feiertage 😂
    • LubiM 27.07.2017 05:45
      Highlight Highlight Eben, aber haben sie dafür mehr Lektionen pro Woche als der Rest?
      Wenn nein, sind sie dadurch "dümmer", da sie ja theoretisch weniger in der Schule sind? Oder hat dies keinen Einfluss? Aus welchem Grund müssen dann andere mehr in die Schule?
      Wäre noch interessant ...
  • Passierschein A38 26.07.2017 10:37
    Highlight Highlight Im Aargau hatten die Bezlehrpersonen vor kurzem eine Lohnkürzung von 4%... da wäre eine Woche unbezahlte Ferien mit rund 2% Kürzung, wie in Luzern die nettere Alternative gewesen, zumal dann auch wirklich Ferien (quasi Arbeitsverbot) wären...
  • subreena 26.07.2017 10:26
    Highlight Highlight Das Jugendfest in Aarau heisst Maienzug, nicht Maienfest. Legendär ist jeweils der Maienzugvorabend :)
  • unicornlove 26.07.2017 10:20
    Highlight Highlight Ich bin im Kanton St.Gallen aufgewachsen und hatte insgesamt nur 12 Wochen Schulferien. Meines Wissens ist das heute auch noch so.
    • koalabear 26.07.2017 10:36
      Highlight Highlight Nein, es sind mittlerweile 13 Wochen. Die Weihnachtsferien wurden angepasst, sie dauern nun immer 2 Wochen.
    • unicornlove 26.07.2017 11:17
      Highlight Highlight Sind es aber nicht 5 Wochen Sommerferien, 3 Wochen Herbstferien, 2 Wochen Sportferien und 2 Wochen Frühlingsferien? Hatte zu meiner Zeit auch schon 2 Wochen Sportferien.
      Das wären ja dann immer noch 12 Wochen.
    • unicornlove 26.07.2017 11:20
      Highlight Highlight Sehe meinen Fehler.
      Hab die Weihnachtsferien (1 Woche) zu den Sportferien (1 Woche) dazugerechnet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ivolution 26.07.2017 09:53
    Highlight Highlight Interessant wäre doch noch der Vergleich zwischen den Kantonen wie viele Wochen Schulferien in einem ganzen Jahr anstehen. Wenn die Tessiner schon 10 Wochen Sommerferien haben, haben sie sicher nicht nur 13 Wochen Schulferien pro Jahr.
    • hueberstoebler 26.07.2017 11:31
      Highlight Highlight Wäre gut möglich, 1 sport, 1 herbst, 1 weihnachten, 10 sommer.
  • mostindianer 26.07.2017 09:49
    Highlight Highlight Als Thurgauer muss ich leider anmerken, dass die Sommerferien in unserem Kanton nur 5 Wochen dauern.
    • Leo Helfenberger 26.07.2017 10:23
      Highlight Highlight Wird angepasst, merci für den Input!
    • e4rlybird 26.07.2017 13:38
      Highlight Highlight Und ich hatte immer 8-9 Wochen Sommerferien in Graubünden
  • Alle haben bessere Namen als ich. 26.07.2017 09:42
    Highlight Highlight Alles schön und gut hätte ich nicht gewusst, aber wie war nochmal das Kürzel für ObWalden?
    • Leo Helfenberger 26.07.2017 10:09
      Highlight Highlight @Alle haben bessere Namen als ich.: Wird sofort angepasst, merci!
    • Luisigs Totämuggerli 26.07.2017 11:16
      Highlight Highlight du meinst Tschiffi? ;)

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