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An der Talstation Gornergratbahn geht nichts mehr adrian bürgler

13'000 Personen sitzen in Zermatt fest ++ Bahnstrecke soll freigesprengt werden

09.01.18, 08:36 09.01.18, 22:05

Das Oberwallis versinkt im Schnee. Die Ferienorte Zermatt und Saas-Fee bleiben bis mindestens (morgen) Mittwoch wegen drohender Lawinen von der Aussenwelt abgeschnitten.

Kontrollierte Lawinensprengungen sollen den abgeschnittenen Schweizer Urlaubsort Zermatt wieder zugänglich machen. Zumindest für den Zugverkehr. Das sagte ein Mitarbeiter der zurzeit unterbrochenen Matterhorn-Gotthard-Bahn.

Rund 13'000 Urlauber sitzen derzeit in dem Skiort fest, weil instabile Schneemassen auf die Zufahrtswege des berühmten Bergdorfs herabzustürzen drohen.

Am Dienstag seien Erkundungsflüge durchgeführt worden, um die Lawinenhänge zu identifizieren, die zur Sicherung der Bahnstrecke gesprengt werden müssen. Anschliessend müssen Arbeiter dann die Gleise vom Schnee befreien, hiess es bei der Bahngesellschaft. Bis Mittwochabend sollen die Züge der Schmalspurbahn dann wieder rollen.

In der Region Simplon fielen innerhalb von 24 Stunden zwei Meter Schnee. Zahlreiche Verkehrswege im Oberwallis wurden wegen heftiger Schneefälle und wegen der Lawinengefahr unterbrochen.

Mehrere Dörfer waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Dies galt in erster Linie für Zermatt, Saas-Fee und Saas-Almagell, aber auch für Gondo, Simplon-Dorf und Arolla sowie für mehrere Weiler im Val d'Anniviers, des Val d'Hérens (Eringertal) und des Val d'Entremont.

Die Feuerwehr Visp pumpt das Wasser auf der gefluteten Kantonsstrasse und der darüberliegenden Ortsstrasse ab. Bild: KEYSTONE

Schlamm und Baumstaemme liegen im Rueckhaltebecken im Eyholzer Chy im Gebiet Rohrbergweg in der Ortschaft Eyholz, Visp Bild: KEYSTONE

Bis am Abend wurden auf 2000 Metern weitere rund 50 Zentimeter Neuschnee erwartet. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor Wanderungen ausserhalb der abgegrenzten Zonen.

Lawinengefahr auf Stufe 4

Zurückgegangen ist nach Angaben des SLF die Lawinengefahr. Das Institut hatte für Teile des Oberwallis am Montagabend und auch am Dienstagmorgen vor «sehr grosser» Gefahr gewarnt - das entspricht der höchsten der fünf Warnstufen. Am Dienstagabend sprach das SLF von grosser Gefahr - der zweithöchsten Warnstufe.

Video: kaltura.com

Die Situation sollte sich laut den Krisenstäben im Verlauf des Abends verbessern. Trotzdem könne es zu vereinzelten Erd- und Schneerutschen kommen. Eine solche Situation habe das Wallis seit neun Jahren nicht mehr erlebt, sagte Pascal Stoebner, Chef der Sektion Naturgefahren, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Am Mittwochvormittag um 10 Uhr wollten die Krisenstäbe in den Skiorten Zermatt und auch in Saas-Fee die Situation neu beurteilen, wie es auf Anfrage hiess. In Zermatt verbringen derzeit rund 13'000 Touristen ihre Ferien, im Saas-Tal knapp 2000.

adrian bürgler

Luftbrücke eingerichtet

Die Strasse ins Saastal bleibt nach Auskunft der Behörden bis mindestens Mittwoch geschlossen. Von und nach Zermatt waren sowohl Strasse als auch Schiene unterbrochen. Am Dienstag verkehrten aber immerhin wieder Ersatzbusse bis Täsch. Die Gemeinde richtete am Dienstagnachmittag zwischen 15 und 17 Uhr zudem eine Luftbrücke für Touristen ein, die ab- oder anreisen wollten oder mussten.

Laut der Gemeindepräsidentin von Zermatt, Romy Biner-Hauser, reagieren die Dorfbevölkerung und die Touristen aber gelassen auf die Situation. Dies, obwohl es am Dienstagmorgen zu einem rund zweistündigen Stromunterbruch gekommen sei. Ausserdem sind alle Winterwanderwege gesperrt und alle Skigebiete geschlossen.

Evakuierungen aufgehoben

Wegen des Föhns fiel unterhalb der Schneefallgrenze von 1200 bis 1600 Metern auch viel Regen in der Nacht auf Dienstag. Zwei Rückhaltebecken im Dorfteil Eyholz von Visp wurden innert kurzer Zeit gefüllt. Dies führte dazu, dass sich eine 20 bis 50 Zentimeter hohe Schlammlawine Richtung Wohngebiet bewegte.

Der Krisenstab entschloss sich darauf, die gefährdeten Häuser zu evakuieren. 20 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden teilweise privat oder in einer Zivilschutzunterkunft untergebracht. Die Kantonsstrasse musste gesperrt werden.

Am Nachmittag entschied der Gemeindeführungsstab, die Evakuation im wieder aufzuheben, da keine Gefährdung der Wohngebiete in Eyholz mehr bestand. Das Gebiet oberhalb von Eyholz wird von den Einsatzkräften in den nächsten zwölf Stunden aber weiterhin noch beobachtet.

Die Aufräumarbeiten würden ebenfalls intensiv fortgesetzt, hiess es. Sobald die Räumungsarbeiten beendet sind, soll auch die Kantonsstrasse für den gesamten Verkehr wieder freigegeben werden. Die Primarschule Eyholz sollte ihren Betrieb am Mittwoch ebenfalls wieder wie gewohnt aufnehmen. (sda)

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Video: watson

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Brikne, 20.7.2017
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16
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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Luchs 09.01.2018 19:14
    Highlight Luftbrücke füt Turisten die müssen=voll okey, Luftbrücke für welche die wollen= voll dekatent.
    Ich finde es sehr gut das die Verantwortlichen die lage so gut im Griff haben. Schammlawinen sind echt widerlich. Ansonsten hat es endlich mal so richtig geschneit. Die Bergbevölkerung kann sehr gut damit umgehen. Die Medien haben mitten im Winter Sauregurkenzeit und machen Panik.
    1 0 Melden
  • w'ever 09.01.2018 18:04
    Highlight wieso fliegt man touristen in ein???
    1 0 Melden
  • Olmabrotwurst 09.01.2018 15:59
    Highlight Zeit für Kata Hi Bat
    7 8 Melden
    • 7immi 09.01.2018 21:56
      Highlight Sobald der kanton einen antrag stellt wird dieses aufgeboten, wie vergangene woche in adelboden. über solche einsätze liest man leider nichts in den medien...
      2 0 Melden
  • StevieG 09.01.2018 14:38
    Highlight Grundsätzlich finde ich es cool, gibt es in diesen Gebieten genügend Schnee während das Flachland "verschont" bleibt. Klar wäre etwas weniger auch genug, sodass keine (Schlamm-)Lawinen drohen würden, aber hey: "Laut der Gemeindepräsidentin von Zermatt, Romy Biner-Hauser, reagiert die Bevölkerung gelassen auf die Situation."

    So wie ich das erlebe ist das von der Aussenwelt abgeschnitten sein vor allem für all jene eine grosse Sache, welche nicht abgeschnitten sind... :)
    40 2 Melden
  • Siro97 09.01.2018 11:46
    Highlight Ich schätze in Zukunft wird es mehr solche Unwetterlagen geben, da durch das immer wärmere Mittelmeer ( Ursache Klimawandel) mehr Feuchtiggkeit aufgenommen werden kann und so sich dann an den Italienischen/Schweizer Alpen entlädt. Nicht unbedingt von der Anzahl der Wetterlagen, sondern der Heftigkeit.
    80 14 Melden
    • Thinktank 09.01.2018 12:45
      Highlight Viel Schnee -> Klimaerwärmung. Kein Schnee -> Klimaerwärmung.
      Bei jeder Wetterlage muss man nicht lange auf einen Sektenblogger warten.
      21 129 Melden
    • Siro97 09.01.2018 14:34
      Highlight @Thinktank
      Ich sehe schon du denkst nicht weiter. Und übrigens ich bin kein Sektenblogger, sondern ich zeige nur die Fakten auf
      51 12 Melden
    • Kii 09.01.2018 18:14
      Highlight Bis 1600m fiel Regen, ist doch völlig normal im Januar🤦‍♂️

      Auf fast 1000m 14,3 °C und dies an eimem Januar abend.

      Quelle meteocentrale.ch


      10 0 Melden
    • Luzi Fair 09.01.2018 19:17
      Highlight Fakten aufzeigen, fängt nicht mit "ich schätze" an.

      wenn alles so einfach wäre...
      deine Kausalkette ist offensichtlich zu kurz (wenn auch nicht ganz falsch)
      5 3 Melden
    • undduso 09.01.2018 19:29
      Highlight @Siro
      Wenn dein Beitrag mit "Ich schätze..." beginnt, hat das nichts mit Fakten zu tun. Fakt ist, dass im Wallis in diesem Winter bisher keine Schneehöhenrekorde verzeichnet wurden.
      Die Zukunft wird zeigen was kommt.
      3 0 Melden
    • Zap Brannigan 09.01.2018 19:45
      Highlight Scheint den Zermattern aber egal zu sein. Es sei denn das Einfliegen von Üsserschwizern per Helikopter um Hotels und Skigebiete trotz gesperrter Strassen zu füllen läuft unter Klimaschutz.
      3 3 Melden
    • riqqo 09.01.2018 19:55
      Highlight Klimaveränderung*
      3 0 Melden
    • Idrisi 09.01.2018 20:02
      Highlight @Thinktank
      Das, was du beschreibst nennt man zunehmende Variabilität des Wetters und es gibt wenig Wissenschaftler die das nicht für ein Ergebnis der globalen Erwärmung in mittlere Breiten halten.

      Das hat mir vor 20 Jahren mein atheistischer Meteoprofessor erklärt.

      Zugegeben strapazieren nichtlinare Vorgänge die Vorstellungskraft aber die Natur ist manchmal gemein.
      15 0 Melden
    • Es ist Nachgerichtet 09.01.2018 20:18
      Highlight Dann ist ja gut nutzt man jetzt umweltfreundliche Bio-Helikopter um weiter mit Touristen Geld zu machen und trägt nicht noch mehr zur vermeintlichen Ursache bei....
      0 0 Melden
    • Luzi Fair 10.01.2018 07:47
      Highlight @undso
      Das mit den schneehöhenrekorde stimmt so nicht.
      bspw. lag die messstation trubelboden am 5. Januar 2 cm über dem bisherigen rekord
      0 0 Melden

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