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Dreamcast: Zeitloses Design aus Japan. bild: pixabay.com

Segas letzte Konsole: Warum der Dreamcast einen besonderen Stellenwert in Gamer-Herzen hat

Vor 20 Jahren kam eine Spielkonsole auf den Markt, die noch heute eine grosse Fanbasis besitzt. Trotz kurzer Lebensdauer hat sie wundervolle Spielperlen und magische Spielmomente hervorgebracht.

Publiziert: 29.11.18, 19:36 Aktualisiert: 30.11.18, 13:12

Dreamcast. Alleine bei diesem Namen flackern ganz viele Erinnerungen auf. Wie die Zeit vergeht. Jetzt feiert diese wunderschöne Spielkonsole bereits ihren 20. Geburtstag. Richtig erfolgreich war sie leider nie, aber dafür gab es ganz viele unvergessliche Momente mit Segas letzter Konsole …

Eine Wahnsinnstechnik

Gegen Ende 1998 kam der Dreamcast in Japan auf den Markt und machte besonders die Technikfreunde glücklich. Das Ding war onlinefähig, hatte den neusten 3D-Chip unter der Haube und verfügte über ein neumodisches GD-Laufwerk. Man fühlte sich im Gamer-Himmel, als man die ersten Testberichte in den damaligen Magazinen las. Dieses edle Stück Technik musste einfach gekauft werden.

Dann war da noch diese kleine VMU (Visual Memory Unit), auf der man Spielstände speichern und direkt in den Controller schieben konnte. Das Ding sah wie ein kleiner Game Boy aus und hatte sogar Minispiele versteckt. Verspielter ging es kaum.

Technisch war der Dreamcast dem Konkurrenten Playstation 2 überlegen. Aber wie wir alle wissen, kommt es in der Gameindustrie nicht immer auf die inneren Werte drauf an …

Ein sexy Design

Aber auch die äusseren Werte überzeugten. Der Dreamcast sah einfach nur wunderschön aus. Eine glatte, weissliche Oberfläche paarte sich mit diesem schlichten, schnörkellosen Design, wie es nur die Japaner draufhatten. Die 128-Bit-Kiste war einfach verdammt sexy!

Da störte es auch nicht, dass beim Controller das Kabel vorne herauskam, statt wie üblich nach hinten hinauszugehen. Diese klitzekleine fehlerhafte Designentscheidung verzieh man sehr schnell, als man sich den ersten Spielen widmete ...

Verspielte Spiele

Der Dreamcast hatte diese perfekte Mixtur zwischen Hightech und Verspieltheit, die zum damaligen Zeitpunkt die japanische Spielkultur perfekt wiedergab.

Das Musikspiel «Space Channel 5» war genauso abgefahren und kurios wie «Samba De Amigo» oder die Skater-Gaudi «Jet Set Radio» im eigenwilligen Cel-Shading-Look.

Aber es ging noch kurioser: In «Seaman» musste man irgendwie Dinge tun, die man sein Leben lang nicht mehr aus dem Kopf bekam. Manche Spiele möchte man halt auch einfach nur vergessen ...

Der absolute Wahnsinn war damals «Sega Bass Fishing» mit dem Angel-Controller. Das war zu diesem Zeitpunkt schlicht revolutionär und verdeutlichte, wie die Japaner es verstanden, abgefahrene Ideen umzusetzen.

Auch wenn grosse Dritthersteller der Konsole den Rücken zukehrten, musste der Dreamcast eigentlich unter keiner allzu grossen Durststrecke leiden. «Crazy Taxi» oder «Virtua Tennis» und sein Nachfolger waren grosse Spassgranaten, die vor allem mit einer sehr guten Steuerung von sich überzeugten. Noch bis heute ist die Tennisversoftung bei vielen zuoberst in der Favoritenliste anzutreffen.

Und dann war da auch dieses «Phantasy Star Online», das man online spielen durfte. Online! Das konnte man damals wirklich kaum glauben, aber es funktionierte. Na ja, nicht immer. Aber wenn man dann mal in der Onlinewelt ankam, war dieses erhabene Gefühl unbezahlbar.

Selbstverständlich bekam auch das Sega-Maskottchen Sonic ein ordentliches 3D-Spiel spendiert. Auch wenn er erst Wochen nach dem Launch herumrennen durfte, war «Sonic Adventure» für damalige Verhältnisse ein optisches und vor allem schnelles Highlight.

Auch in Sachen knackiger Action wurde so einiges geboten: Das Prügelspiel «Soul Calibur» wurde zu einem der beliebtesten Dreamcast-Titel. «Headhunter» bot ein verdammt spannendes Abenteuer mit taktischen Schiessereien. Und wer auf ganz intensive Daueraction stand, holte sich den Vertikal-Shooter «Ikaruga» ins Jugendzimmer, der so richtig schön für Schweissausbrüche sorgte.

Überraschenderweise bekam der Dreamcast auch zu Beginn ein exklusives «Resident Evil»-Abenteuer spendiert. «Resident Evil Code: Veronica» war ein unglaublich spannender Horror-Trip, der mit einer klugen Geschichte, überraschenden Wendungen und toll inszenierten Action- und Zwischensequenzen der Konkurrenz den Mittelfinger zeigte. Und dieses Intro ...

Und dann war da noch dieses famose «Shenmue», das uns zu jenem Zeitpunkt gezeigt hatte, zu was Videospiele jenseits von Baller- und Hüpfspielen sonst noch in der Lage waren. Damals haben wir uns stundenlang vor dem flimmernden Röhrenfernseher versammelt und machten die Nächte durch. «Shenmue» war nicht nur ein Videospiel, sondern eine Offenbarung.

Happy Birthday!

Ja, der Dreamcast war technisch stärker als die Konkurrenz, doch er verkaufte sich zu schlecht, bekam zu wenig Unterstützung durch Dritthersteller, die lieber die Konkurrenz bedienten, und Sega musste schliesslich den Produktionsstecker ziehen und verabschiedete sich 2001 komplett vom Hardware-Markt.

Aber bei fast keiner anderen Spielkonsole erschienen in so kurzer Zeit so viele gute Spiele, die vor allem gezeigt haben, zu was die Designerinnen und Designer in Japan fähig sind, wenn sie volle Unterstützung bekommen und sich auf einer digitalen Spielwiese so richtig austoben dürfen.

Wir werden den Dreamcast nie vergessen. Happy Birthday!

Welche Spiele habt ihr geliebt und welche Erinnerungen flackern jetzt gerade in diesem Moment bei euch auf? Teilt sie mit uns mittels Kommentarfunktion!

GAME OVER! Spiessrutenlauf Büro – wie lange überlebst du?

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

Die watson-User haben gewählt: Das sind die 20 besten Spielkonsolen aller Zeiten

Platz 20: Gerade noch für die Top-20 hat es dem Sega Master System II gereicht. Damit bleibt der Wii U (Platz 21) eine Top-Platzierung haarscharf verwehrt.
Platz 19: Gleich nochmal Sega. Als die Japaner noch im Konsolen-Geschäft tätig waren, gehörte der Sega Saturn zwar zu den besseren Produkten, wurde aber vom Nintendo 64 verdrängt.
Platz 18: Der Atari 5200 sollte den erfolgreichen Atari 2600 ablösen, scheiterte aber unter anderem mangels Abwärtskompatibilität.
Platz 17: Schon wieder Sega. Der erste Mega Drive hatte zwar Mühe sich gegen den NES und den Super Nintendo durchzusetzen, aber besonders in Europa erfreute sich die Konsole grosser Beliebtheit.
Platz 16: 2001 stieg Microsoft ins Konsolengeschäft ein. Was damals völlig skurill wirkte, erstaunt heute keinen mehr. In Erinnerung blieb auch der erste Controller, der liebevoll Fatty genannt wurde.
Platz 15: Sega zum vierten. Der Mega Drive II war die verbesserte Version des ersten Mega Drive, die weniger kostete. Mit dem Mega Drive II wurden 6-Tasten-Controller zum Standard.
Platz 14: Microsofts dritte Konsole erschien hierzulande offiziell erst im September. Aber nicht nur in der Playstation-Bastion Schweiz tut sich die Xbox One schwer. Vielleicht bringt ja das neue «Halo 5» die erhoffte Wendung.
Platz 13: Der Atari 7800 sollte die Fehler des Atari 5200 ausbügeln und war abwärtskompatibel zum Atari 2600 und erschwinglich. Aber auch der 7800er litt unter der Softwareflaute nach dem Videospielcrash von 1983. Adam.Jenkins
Platz 12: Die für viele kultigste Konsole überhaupt. Der Atari 2600 verkaufte sich rund 30 Millionen mal.
Platz 11: Ganz knapp hat es der Xbox 360 nicht für die Top-10 gereicht. Mit über 80 Millionen verkauften Exemplaren gehört Microsofts-Konsole zu den erfolgreichsten.
Platz 10: Ein fulminanter Marktstart, grossartige Spiele und am Ende musste Sega doch den Hut nehmen. Der Dreamcast ist ein besonderes Stück Konsolengeschichte und war das Ende von Sega als Konsolenhersteller.
Platz 9: Die Wii erschien 2006 und schlug ein wie eine Bombe. Niemand ausser Nintendo hätte wohl erwartet, dass die Fuchtelsteuerung derart beliebt sein würde. 100 Millionen verkaufte Konsolen sprechen jedoch eine klare Sprache.
Platz 8: Der Nintendo Gamecube hatte nur mässigen Erfolg. Mitschuld daran war sicherlich die harte Konkurrenz durch die technisch moderneren Dreamcast und Xbox.
Platz 7: 13,5 Millionen verkaufte PS4 in einem Jahr. Da soll noch einer sagen, Konsolen seien tot. Die PS4 erfreut sich grösster Beliebtheit und konnte viele Fehler der letzten Generation wieder gut machen.
Platz 6: Der gute alte Nintendo 64. Die meisten werden sich mit Freude an Klassiker wie «Goldeneye 007» und «Super Mario 64» erinnern. Wegweisend waren auch der Analog-Stick sowie das vibrierende Rumble Pak.
Platz 5: Nach einer verpatzten Zusammenarbeit mit Nintendo entwickelt Sony kurzerhand eine eigene Konsole. Die Playstation 1 wischt im ersten Versuch mit der Konkurrenz den Boden auf. Über 100 Millionen PS 1 gingen über den Ladentisch.
Platz 4: Die PS2 nutzte das Momentum der PS1 und dominierte für Jahre die Gamewelt. Über 150 Millionen Mal verkaufte sich die Spielkonsole. Damit ist sie die erfolgreichste Konsole aller Zeiten.
Platz 3: Mit einer riesigen Bibliothek aus Klassikern ist der NES ein Retro-Liebling. «Super Mario Bros.», «Zelda» und viele mehr sorgten dafür, dass sich die Gamebranche nach dem grossen Crash wieder erholte.
Platz 2: Die PS3 lieferte sich ein hartes Duell mit der Xbox 360. Während sich in den USA letztere durchsetzen konnte, bevorzugten viele Europäer und besonders Schweizer die PS3. Wohl nicht zuletzt dank Exklusivtiteln wie «Uncharted» und «Gran Turismo».
Platz 1: Der Sieger in unserem Duell ist der Super Nintendo. 50 Millionen mal verkauft und von noch mehr innig geliebt. Im April 1992 erschien das 16-Bit-Spielgerät in europäischen Geschäften. «Super Mario World», «Street Fighter II», «Super Mario Kart» und natürlich «Zelda: A Link to the past» zogen Millionen in ihren Bann.

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