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Kongeniales Duo gegen Atlético Madrid: Cristiano Ronaldo und Federico Bernardeschi. Bild: EPA/ANSA

Ronaldo lässt die Fussball-Welt jubeln, doch ein anderer ist der heimliche Juve-Held

Es war wieder einmal eine magische Ronaldo-Nacht in der Champions League. Dank drei Toren von «CR7» gegen Atlético Madrid steht Juventus im Viertelfinal. Doch Federico Bernardeschi hat genau so viel Lob verdient.

Publiziert: 13.03.19, 11:40 Aktualisiert: 13.03.19, 12:26

Einmal mehr standen wir nach einem Champions-League-Spieltag auf und dachten: Was für ein Fussball-Abend! Juventus Turin hat das scheinbar Unmögliche geschafft und hat dem defensiven Bollwerk von Atlético Madrid, das zuletzt in der Königsklasse über 300 Minuten ohne Gegentor blieb, drei Tore eingeschenkt.

«Dafür hat mich Juve geholt.»

Cristiano Ronaldo

Oder besser gesagt: Ronaldo hat «Atléti» drei Tore eingeschenkt und Juve so in den Viertelfinal geschossen. Der 34-jährige Portugiese dominiert nach seinem Hattrick alle Schlagzeilen. «Cristiano Ronaldo eliminiert Altético Madrid ein weiteres Mal», schreibt die «Marca». «Cristiano verschlingt Atlético», titelt die «AS». «Ronaldo zur Rettung!», ruft die britische «Daily Mail» und «ein gewaltiger Ronaldo zieht das grosse Juve in die Viertelfinals», attestiert die italienische «La Repubblica».

Ronaldos Penalty lässt das Stadion erzittern. (Achtung laut!) Video: YouTube/Mondo Juve VB Channel

CR7 ist zweimal mit dem Kopf zur Stelle. Beim 3:0 beweist er Nervenstärke und versenkt in der 86. Minute einen Penalty eiskalt. Für den Superstar selbst ist das offenbar keine riesige Sache: «Dafür hat mich Juve geholt», sagt er nach dem Spiel. Dann fügt er doch noch an: «Es musste ein ganz besonderer Abend werden – und der ist es auch geworden. Wir haben die Mentalität eines Champions. Diese Nacht macht mich stolz, zu dieser Truppe zu gehören.»

Doch das gestrige Spiel war nicht der Alleingang, den uns die Schlagzeilen glauben machen wollen. Die ganze Mannschaft von Juventus zeigte einen starken Auftritt. Neben Ronaldo stach Federico Bernardeschi deutlich aus dem Kollektiv heraus.

Trainer Massimiliano Allegri pokerte, indem er den Argentinier Paulo Dybala auf der Bank liess und dafür den 25-jährigen Italiener brachte. Das Risiko lohnte sich. War Bernardeschi vor dem Spiel einfach ein weiterer talentierter Spieler im Juve-Ensemble, so durfte man ihn nach dem Spiel als einen der Antreiber im bislang wichtigsten Saisonspiel bezeichnen.

Er war in der ersten Halbzeit der auffälligste Mann auf dem Platz. Beinahe jeder Angriff lief über den rechten Flügel, der als Anspielstation zwischen den zwei Madrider Reihen fungierte. Er alleine gab in 45 Minuten gleich viele Schüsse ab, wie das gesamte Team von Atlético.

Sein Selbstvertrauen war nach wenigen Spielminuten derart gross, dass er Ronaldo sogar einen Freistoss absprach, diesen allerdings knapp am Tor vorbei zirkelte und sich später an einem Fallrückzieher versuchte. In der 27. Minute belohnte Bernardeschi seine starke Leistung erstmals. Er schlug eine wunderbare Flanke, direkt auf den Kopf von Ronaldo, der ohne Mühe einköpfte.

Bernardeschis Fallrückzieher landet neben dem Tor. Video: streamja

Bernardeschi bedient Ronaldo: 1:0. Video: streamja

Bernardeschi, der im Sommer 2017 für 40 Millionen Euro aus Florenz kam, bewies auch Biss und gewann fünf Zweikämpfe. Zudem hatte er drei erfolgreiche Dribblings zu verzeichnen, die zweitmeisten des Abends hinter Ronaldo. In der zweiten Halbzeit nahm der Einfluss des Italieners etwas ab. Dennoch stand er am Ursprung der entscheidenden Szene des Spiels: Wie ein Ferrari an einem Trabbi zog Bernardeschi in der 84. Minute an Angel Correa vorbei.

Bernardeschi zieht an Correa vorbei und holt den Penalty heraus. Video: streamja

Der offensive Mittelfeldspieler Atléticos liess sich zu einem dummen Schubser im Strafraum hinreissen. Bernardeschi fiel und holte so den Penalty heraus, den Ronaldo zur Viertelfinal-Qualifikation verwandelte.

«Bernardeschi hat einen Schritt vorwärts gemacht.»

Massimiliano Allegri

Auch Trainer Allegri war höchst zufrieden mit seiner Wahl: «Bernardeschi hat heute einen Schritt vorwärts gemacht. Wir brauchten eine grossartige Vorstellung, um weiterzukommen und die hat er geliefert.»

Bernardeschi hat gestern der Welt gezeigt, wie gut er sein kann. Bild: AP/AP

Und was sagt der Spieler selbst? «Das 0:2 im Hinspiel war ein Schlag ins Gesicht. Natürlich wäre es ohne dieses Defizit einfacher gewesen. Aber wir haben hart gearbeitet und der Glaube an die Mannschaft ist innerhalb des Teams gewachsen.»

Federico Bernardeschi ist das beste Beispiel dafür.

Diese Klubs haben den Henkelpott gewonnen

1 Titel: Borussia Dortmund (1997) – 3:1 gegen Juventus Turin. ullstein bild / ullstein bild
1 Titel: Olympique Marseille (1993) – 1:0 gegen AC Milan.
1 Titel: Roter Stern Belgrad (1991) – 5:3 n. P. gegen Olympique Marseille.
1 Titel: PSV Eindhoven (1988) – 6:5 n. P. gegen Benfica Lissabon. Bongarts / Bongarts
1 Titel: Steaua Bukarest (1986) – 2:0 n. P. gegen Barcelona.
1 Titel: Hamburger SV (1983) – 1:0 gegen Juventus Turin.
1 Titel: Aston Villa (1982) – 1:0 gegen Bayern München.
1 Titel: Feyenoord Rotterdam (1970) – 2:1 n. V. gegen Celtic Glasgow.
1 Titel: Celtic Glasgow (1967) – 2:1 gegen Inter Mailand.
2 Titel: FC Chelsea – 2012 (4:3 n. P. gegen Bayern München) und 2021 (1:0 gegen Manchester City) EPA / TOBIAS HASE
2 Titel: FC Porto – 2004 (3:0 gegen AS Monaco) und 1987 (2:1 gegen Bayern München). EPA DPA / ACHIM SCHEIDEMANN
2 Titel: Juventus Turin – 1996 (4:2 n. P. gegen Ajax Amsterdam) und 1985 (1:0 gegen den FC Liverpool).
2 Titel: Nottingham Forest – 1980 (1:0 gegen den Hamburger SV) und 1979 (1:0 gegen Malmö FF).
2 Titel: Benfica Lissabon – 1962 (5:3 gegen Real Madrid) und 1961 (3:2 gegen Barcelona).
3 Titel: Manchester United – 2008 (6:5 n. P. gegen Chelsea), 1999 (2:1 gegen Bayern München) und 1968 (4:1 n. V. gegen Benfica Lissabon). EPA / ANDREU DALMAU
3 Titel: Inter Mailand – 2010 (2:0 gegen Bayern München), 1965 (1:0 gegen Benfica Lissabon) und 1964 (3:1 gegen Real Madrid). AP / MATTHIAS SCHRADER
4 Titel: Ajax Amsterdam – 1971, 1972, 1973 und 1995. 02 ALLSPORT UK / CLIVE, BRUNSKILL
5 Titel: FC Barcelona – 1992, 2006, 2009, 2011 und 2015. AP / MARTIN MEISSNER
6 Titel: Bayern München – 1974, 1975, 1976, 2001, 2013 und 2020. keystone / Matthew Childs
6 Titel: FC Liverpool – 1997, 1978, 1981, 1984, 2005 und 2019. EPA/EFE / Emilio Naranjo
7 Titel: AC Milan – 1963, 1969, 1989, 1990, 1994, 2003 und 2007. EPA / GEORGI LICOVSKI
13 Titel: Real Madrid – 1956, 1957, 1958, 1959, 1960, 1966, 1998, 2000, 2002, 2014, 2016, 2017 und 2018. EPA/EPA / ARMANDO BABANI

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