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Netflix hat mit «Unser Planet» ein beeindruckendes Plädoyer für den Schutz der Erde geschaffen. bild: netflix

Diese 5 Szenen aus «Unser Planet» musst du unbedingt gesehen haben

Publiziert: 03.05.19, 15:35 Aktualisiert: 04.05.19, 15:11

Eine Natur-Dokumentation zieht das Netflix-Publikum in den Bann. In der achtteiligen Serie «Unser Planet» wird der Zuschauer an die atemberaubendsten, entlegensten aber auch bedrohtesten Orte des Planeten geführt.

Vier Jahre lang fing eine Crew von über 600 Mitarbeitern spektakuläre Bilder ein, welche im April dieses Jahres veröffentlicht wurden. Entstanden ist ein Meisterwerk, nicht zuletzt dank der Stimme von Sir David Attenborough, der mit viel Feingefühl durch Dschungel, Eis und Tiefsee führt. (Auch der deutsche Erzähler ist übrigens sehr gut.)

«Unser Planet» zeigt auf eindrückliche Weise, welche Auswirkungen das Handeln des Menschen auf die Flora und Fauna hat. Wenn Staudämme gebaut, Wälder gerodet oder Flüsse verschmutzt werden, hat dies oft verheerende Konsequenzen für das ökologische Gleichgewicht, das sich während Millionen von Jahren eingependelt hat.

Die Serie verzichtet jedoch darauf, lediglich Horrorszenarien zu verbreiten. Bewusst wird auch aufgezeigt, dass vieles möglich ist, wenn Massnahmen ergriffen werden und die Natur geschützt wird.

Grundsätzlich legen wir es dir ans Herz, alle acht Episoden anzuschauen, jede Sekunde ist sehenswert. Dementsprechend schwer fällt es, fünf Highlights herauszupicken. Versucht haben wir es trotzdem. Die gewählten Szenen sollen einen groben Umriss zeichnen, um was es in der Serie geht.

Vogel-Gang tanzt um Braut

In einem grossen Teil von «Unser Planet» werden Aufnahmen von Tieren und Landschaften gezeigt, die der durchschnittliche Netflix-Konsument so wohl noch nie zu Gesicht bekommen hat. Wunder der Natur, die es sich zu schützen lohnt, so Attenborough.

Ein Theaterspektakel vom Feinsten bietet etwa der Blaubrustpipra. Um ein Weibchen zu erobern, bietet der Vogel drei männliche Kollegen auf, die sie mit einem Tanz beeindrucken sollen. Dabei wird jeder Flügelschlag perfekt einstudiert, die «Wingboys» trainieren ihren Auftritt tagelang.

Ist der Anführer zufrieden und nähert sich ein Weibchen, geht die Vorstellung los. Die Vögel rutschen auf einem Ast nach vorne, bis zum Weibchen, heben dann ab und fliegen wieder auf den hintersten Platz zurück.

Am Ende gibt der Anführer ein Signal, worauf die Männergruppe auf die Antwort des Weibchens wartet. Ist sie zufrieden mit der Performance, darf sich der Chef mit ihr paaren. Das nennt sich Teamwork!

Flamingo mit versalzten Beinen

Machen wir einen Sprung in Afrikas Salzwüsten. Normalerweise staubtrocken und lebensfeindlich wie eine Mondlandschaft. Doch wenn es mal regnet, entstehen temporäre Seen und locken aus tausenden Kilometern Flamingos an.

Die Vögel nutzen das Gewässer, um zu brüten. Da der Salzgehalt derart hoch ist, trauen sich keine Jäger heran. Die Bedingungen sind allerdings nur alle zehn Jahre ideal – und wegen des Klimawandels wird das Zeitmanagement für die Vögel noch schwieriger. Denn der Regen wird unregelmässiger.

Für die Flamingos ist das ein Problem: Ist der See etwa zu schnell ausgetrocknet, müssen die jungen Tiere kilometerweit marschieren, um wieder Wasser zu erreichen.

«Unser Planet» zeigt ein Kücken, das aus der Gruppe gefallen ist. Um seine Beine hat sich eine dicke Salzkruste gebildet, er versucht zunächst zwar noch Schritt zu halten, fällt am Ende aber erschöpft hin.

Nicht nur für Tierliebhaber eine herzzerreissende Szene, die offenbar viele Zuschauer zu Tränen gerührt hat.

Ein Flamingo-Kücken verliert den Kampf gegen den ausgetrockneten See. Video: YouTube/Earliest Info

Netflix sah sich ob der zahlreichen Reaktionen auf Social Media dazu gezwungen, einen Tweet abzusetzen, worin vor besonders aufwühlenden Szenen gewarnt wird.

Robben stürzen Fels hinunter

Nichts für schwache Nerven ist auch die nächste Sequenz. Im Norden Russlands hat die Filmcrew Walrösser gefilmt, die wegen des Klimawandels immer näher zusammenrücken müssen. Wo früher eine grosszügige Eisfläche war, sind heute vielfach nur noch Felsen vorzufinden. Der Platz ist gefährlich knapp geworden.

In «Unser Planet» sind tausende Tiere zu sehen, die sich auf engstem Raum die Plätze streitig machen. Die Walrösser verletzen sich dabei teils lebensgefährlich.

Einige der Raubtiere weichen aus der Not auf höher gelegene Felsen aus. Dabei klettern sie bis zu 80 Meter in die Höhe, auch wenn das nicht in ihrer Natur liegt.

Um sich zu ernähren, müssen die Walrösser wieder zurück ins Meer. Jedoch sind zahlreiche Tiere nicht in der Lage, unbeschadet aus der Höhe herunterzusteigen. Oftmals fallen sie vom Felsen meterweit in die Tiefe und ziehen sich dabei fatale Verletzungen zu.

Dieser Anblick war so schwer zu ertragen, dass selbst der Filmcrew die Tränen kamen. Wenn du es dir trotzdem antun möchtest, bitte sehr:

Blick hinter die Kulissen: So erlebte die Crew die Walross-Szene. Video: YouTube/Netflix

Orang-Utans auf Sumatra

Szenenwechsel: Dschungel von Sumatra, Indonesien. «Unser Planet» hat dort eine Orang-Utan Familie begleitet. Die intimen Aufnahmen zeigen, wie nahe uns diese Affen sind und wie aufwendig die Erziehung eines Jungtiers ist.

Der kleine «Eden» und sein Cousin Louis müssen von den Eltern lernen, wie man richtig klettert und Nahrung findet. Es dauert zehn Jahre, bis sie komplett selbstständig sind.

Von Sekunde zu Sekunde schliesst der Zuschauer die Orang-Utan-Familie mehr ins Herz, ehe die Regie einen brutalen Schwenker macht und eine riesige Palmölplantage am Rande des Regenwalds zeigt.

«Louis und Edens Generation könnte die letzte in freier Wildbahn sein», mahnt der Sprecher. Denn der Wald der Orang-Utans sei in den vergangenen 40 Jahren um 75 Prozent geschrumpft.

Besonders stark war der Rückgang des tropischen Regenwaldes auch auf der Insel Borneo. Der Mensch vernichtete durch den Anbau von Monokulturen in den vergangenen 50 Jahren über 50 Prozent des Waldes. Mit dramatischen Folgen für unsere nächsten Verwandten: Alleine in den vergangenen 16 Jahren sind auf der Insel 100'000 Orang-Utans verschwunden.

Der Rückgang des Regenwaldes auf Borneo in den vergangenen 50 Jahren. gif: our planet

Tschernobyl

Doch wie bereits eingangs erwähnt, ist die Serie nicht per se schwarzmalerisch. Immer wieder werden Gegenden gezeigt, wo Massnahmen ergriffen wurden und sich die Natur erholt hat. Vor allem bei Fischerei-Stopps konnten lokal massive Erfolge gefeiert werden.

Ganz zum Schluss entführt «Unser Planet» den Zuschauer nach Tschernobyl. Im Jahr 1986 ereignete sich dort eine Nuklearkatastrophe, welche die Gegend weiträumig unbewohnbar machte. Der Mensch verschwand – und siehe da, die Natur eroberte sich das Gebiet zurück.

Nach nur zehn Jahren war der Wald wieder da. In der Folge kamen auch die Tiere wieder. Heute leben in der Geisterstadt Hasen, Vögel, Rehe, Pferde und sogar Wölfe.

Pferde wandern durch die Ruinen Tschernobyls. sceenshot: netflix

Studien zufolge leben in der Sperrzone derzeit sieben Mal mehr Wölfe als ausserhalb. In nur 30 Jahren wurde Tschernobyl wieder von der Natur in Besitz genommen.

Zu guter Letzt meint Attenborough deshalb:

«Geben wir doch den Wäldern Zeit und Raum, sich zu erholen. Vermutlich würden sie unserer Erde viel von der Tier- und Pflanzenwelt zurückgeben, derer wir sie in jüngster Zeit beraubt haben. Eine Zukunft mit mehr Wäldern ist der Schlüssel zu einem widerstandsfähigen Planeten.»

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43 Vorher-nachher-Bilder, die zeigen, wie krass sich die Erde verändert hat

Zwischen den beiden Aufnahmen vom Matterhorn liegen fast auf den Tag genau 45 Jahre. In diesem Zeitraum ist dramatisch viel Eis weggeschmolzen.
Urbanisierung auf Philippinisch: Die Hauptstadt Manila ist eine der dichtest besiedelten Städte der Welt. Zwischen Januar 1989 (links) und dem Jahr 2012 ist das Wachstum förmlich explodiert. Der Fluss Pasig, der mitten durch die Stadt fliesst, ist einer der verschmutztesten der Welt.
Vom Carroll-Gletscher in Alaska ist nicht mehr viel übrig geblieben. Links im August 1906. Rechts eine Aufnahme vom Juni 2004.
Schilf und Gräser waren jahrhundertelang das Erkennungszeichen der Küstenstreifen südöstlich von Peking. In den Neunzigern siedelte sich Industrie in Binhai an, sie nutzte die günstige Lage: Dort hat sie Anbindung an Flüsse und eine geschützte Meeresbucht. Der Vergleich der Satellitenbilder von 1992 und 2012 dokumentiert den Wandel.
Der Mau Forest war Kenias wichtigste Sammelstelle für Regenwasser – der von Bäumen und Büschen dicht bewachsene Boden speicherte Unmengen Wasser. Seit 1973 (linkes Foto) wurde aber ein Viertel des Waldes gerodet. Das rechte Bild von 2009 dokumentiert den Kahlschlag.
Das Great Barrier Reef hat 2016 besonders unter der Korallenbleiche gelitten, wie dieses Vorher-nachher-Foto einer Koralle vor Lizard Island zeigt. (XL Catlin Seaview Survey)
In der ägyptischen Wüste breiten sich Ackerflächen aus. Ingenieure haben Bewässerungsrohre von der Al-Farafra-Oase aus in die unwirtliche Umgebung verlegt. Das Satellitenbild von 2012 (rechts) zeigt das Ergebnis: Nutzpflanzen gedeihen mitten in der Wüste. Noch 1987 war die Landschaft karg.
Der See Mar Chiquita in Argentinien ist ein Notfall. Seine Lebensader wurde verletzt, jetzt liegt er im Sterben. Seit Landwirte, Unternehmer und Privatleute den Zufluss des Sees abzapfen, schrumpft er. Der See ist im September 2011 nur noch halb so gross wie 1998 (Bild links), dicke Salzkrusten bedecken seinen ehemaligen Grund.
Der Balbina-Stausee wurde mitten in Brasiliens tropischen Regenwald gebaut. Das Wasserkraftwerk dient der Stromversorgung von Manaus – doch für viele ist das Bauwerk eine grosse Umweltkatastrophe: Indios wurden umgesiedelt, die Ausbreitung von Krankheiten wird angeblich begünstigt und der Kohlendioxid-Ausstoss soll um ein Vielfaches grösser sein als bei einem Kraftwerk mit gleicher Leistung.
Die Goldmine Omai in Guyana gehört zu den grössten der Welt (Bild links von 1977, rechts von 2005). Bei einem Dammbruch 1995 flossen Millionen Kubikmeter verseuchten Wassers in den Fluss Omai. Auf einer Länge von 80 Kilometer musste der Fluss zur Sperrzone erklärt werden.
In der Wüste Saudi-Arabiens wird durch Grundwasserentnahme landwirtschaftlicher Anbau möglich (Bilder von links nach rechts im Jahr 1987, 2000 und 2012). Experten schätzen, dass die Wasserbestände nur noch 50 Jahre reichen.
Der Yacyretá-Staudamm an der Grenze zwischen Uruguay und Argentinien wurde 1992 fertiggestellt und hat die Landschaft nachhaltig verändert (Bild links: Januar 1988, Bild rechts: April 2008).
Der Lyell-Gletscher im Yosemite National Park in Kalifornien hat von 1883 bis 2015 fast 80 Prozent seiner Eiszunge verloren – zehn Prozent davon alleine in den letzten vier Jahren.
Gletscherschmelze in Alaska: Der Muir-Gletscher auf einer Aufnahme 1882 (links) und im August 2005 (am genau gleichen Ort).
Die Welt verändert sich nicht nur zum Schlechten: Diese Aufnahmen zeigen die Luftverschmutzung an der Nordostküste der USA im Jahr 2005 (links) und 2011. In dieser Region ist der Anteil von Stickstoffdioxid stark gesunken (Denver −22, New York City −32 Prozent).
Links der Lake Powell im US-Bundesstaat Utah im Jahr 1999. Nach Jahren der Dürre und stetiger Wasserentnahme hat er im Jahr 2014 noch 42 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität.
Der Gelbe Fluss (Huang He) in China transportiert jährlich Millionen Tonnen an Sedimenten. Das führte dazu, dass sich das Flussdelta von 1985 (Aufnahme links) bis 2014 markant verändert hat.
Ein Sturm brachte am 8. April 2002 viel Sand über die chinesische Region von Liaoning. Links eine Aufnahme vom 23. März desselben Jahres.
Das Ausmass der Atomkatastrophe von Tschernobyl zeigt sich auch 25 Jahre später noch. Die Aufnahme links zeigt die Gegend kurz vor dem verheerenden Unfall: bebaute Felder (helle Farben), Städte (blau und lila) und alte Wälder (dunkelgrün). 2011: Die verlassenen Städte sind verfallen, das Gras hat die Bauernhöfe und Felder langsam zurückerobert (hellgrün) und die Wälder wurden auf Geheiss der Regierung gerodet und neu aufgeforstet.
Nach Ausbruch des somalischen Bürgerkrieges und einer damit verbundenen Hungersnot flüchteten in der ersten Hälfte der 1990er Jahre bis zu 400'000 Menschen aus Somalia nach Daaba in Kenia. Die Aufnahme links entstand 1986 vor der Flüchtlingswelle, das Bild rechts ist vom Dezember 2007.
Die Suche nach Öl und Gas hat die Landschaft in Texas geprägt. Zwischen 1986 (Bild links) und Mai 2014 (rechts) hat die Zahl der Öl-Türme stark zugenommen (weisse und schwarze Kreise). Zudem haben Dürre und Waldbrände die Region in Mitleidenschaft gezogen.
Wo im Jahr 2011 im US-Bundesstaat Kalifornien noch Landwirtschaft betrieben wird (links), ist 2015 die Topaz Solar Farm aus dem Boden geschossen. Ihre Panels bedecken 24,6 Quadratkilometer Fläche und liefern Strom für 160'000 Haushalte.
Las Vegas ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der USA. Zwischen 2000 und 2010 wuchs die Stadt um 42 Prozent. Die Zahl der Einwohner stieg von 1,3 Millionen auf fast zwei Millionen Einwohner. Die Bilder zeigen Las Vegas 1974 (links), 1992 (Mitte) und 2013.
Der Urmiasee im Iran war einst der grösste Salzwasser-See im Mittleren Osten. Dürre und die Landwirtschaft haben dem Gewässer jedoch arg zugesetzt: Im Juli 2014 (Bild rechts) hat der See gerade mal noch zehn Prozent der Wassermenge, die er in den 1970ern hatte. Auch im September 2000 war der See noch viel grösser (Bild links).
Die La-Escondida-Mine in Chile ist die grösste Kupfermine der Erde. Sie frisst sich auf einem riesigen Gebiet durch die Atacama-Wüste: links im Jahr 1975, rechts 2008.
Der Gletscher Qori Kalis in den peruanischen Anden liegt in einer Region, die aussergewöhnlich stark vom Klimawandel betroffen ist. Die Gletscherzunge reichte 1978 noch weit ins Tal hinunter – 2011 ist ein grosser Teil zu einem Gletschersee geschmolzen.
In den 1980ern lebten 12'000 Menschen in Hurghada (Bild links vom Januar 1985). Doch mit dem Aufstieg zum Touristen-Paradies wuchs auch der ägyptische Küstenort. 120'000 Einwohner und eine Million Touristen tummelten sich dort 2014 (Aufnahme rechts).
Incheon in Südkorea hat sich in den letzten 32 Jahren in enormem Ausmass verändert. Inseln wurden miteinander verbunden, gewaltige Wohn- und Geschäftshäuser hochgezogen und ein neuer Flughafen gebaut. Die Hafenstadt ist mittlerweile mit der Hauptstadt Seoul zusammengewachsen, ist aber immer noch eine eigenständige Stadt.
Der Aral-See war noch in den 1960er Jahren der viertgrösste See der Welt. Dann begann die damalige Sowjetunion, das Wasser für die Landwirtschaft abzuschöpfen. Wo 2000 (links) noch grünes Wasser zu erkennen ist, kann man nach einer Dürreperiode im Jahr 2014 trockenen Fusses spazieren gehen. Die schwarzen Umrisse links zeigen übrigens die ursprüngliche Grösse.
21 Millionen Menschen leben heute im Grossraum von Peking. Gemäss einer Studie hat sich Pekings Infrastruktur zwischen 2000 und 2009 vervierfacht. Die Strassen und Gebäude wärmen die Stadt im Winter um drei bis vier Grad Celsius auf und bremsen gleichzeitig den Wind, so dass die Abgase oft nicht mehr weggeblasen werden.
Nochmals Peking: Aufnahme links: 1977; Aufnahme rechts: 2011.
Bis in die frühen 1950er Jahre war Cancún eine von der Zivilisation weitgehend unberührte Halbinsel mit einigen wenigen Fischerdörfern und Ruinen der Maya. Dann entschloss sich die mexikanische Regierung 1969, den Ort zum Ferienparadies zu wandeln. Heute leben über 700'000 Menschen in Cancún. Aufnahme links: Februar 1979; Aufnahme rechts: Januar 2009.
Von seiner Entdeckung im Jahr 1794 bis in die 1980er (Bild links vom Juli 1986) blieb der Columbia-Gletscher stabil. Doch seither schmilzt das Eis in rasantem Tempo. Bis ins Jahr 2014 (Bild rechts) zog sich der Gletscher um mehr als 20 Kilometer zurück, zugleich nahm seine Dicke deutlich ab. Rund die Hälfte seines Gesamtvolumens ist in den letzten 25 Jahren verschwunden.
Die Luftfahrt hat an Bedeutung gewonnen. 1974 wurde der Flughafen von Dallas eröffnet (Bild links). Bis im August 2013 ist er zum zweitgrössten in den USA ausgebaut worden.
Im Mai 2014 wüteten um San Diego in Kalifornien heftige Waldbrände. Das Ausmass ist auf den NASA-Aufnahmen (links 9. Mai, rechts 17. Mai 2014) deutlich zu sehen.
Die Region Rondônia im Nordwesten von Brasilien ist von einer halben Million Einwohnern im Jahr 1980 auf 1,5 Millionen im Jahr 2009 angewachsen. Der Amazonas-Regenwald (links eine Aufnahme vom Juni 1975) wurde hier dramatisch abgeholzt (rechts die Aufnahme vom August 2009).
Kalifornien leidet seit Jahren unter einer starken Dürre. Nicht nur ausbleibender Regen macht dem Staat zu schaffen. Auch die fehlende Schneedecke in der Sierra Nevada kann den Wassermangel nicht lindern (Bild links: 23. Februar 2011, Mitte: 12. Februar 2013, rechts: 23. Februar 2014).
Dubai, einst Beduinen-Nest am Persischen Golf, ist heute eine Boomtown mit ehrgeiziger Wolkenkratzer-Architektur und Multikulti-Atmosphäre. Wo sich vor zwei Jahrzehnten noch unberührte Strände an der Küste hingezogen hatten, stampften Tausende von Bauarbeitern aus Pakistan und Indien, von den Philippinen und Malaysia künstliche Inseln aus dem Meer. Aufnahme links: 27. November 2001; Aufnahme rechts: 12. November 2012.
Der Gran Chaco ist eine Region mit Trockenwäldern und Dornbuschsavannen im Inneren Südamerikas. Er umfasst den Norden von Argentinien, den westlichen Teil von Paraguay und den Südosten von Bolivien. Die Landwirtschaft hat sich in dieser Region stark ausgebreitet, wie der Bildervergleich vom März 1977 und April 2008 zeigt.
Im Oktober 2013 zog Taifun Nari über Kambodscha. Die Folgen sind unübersehbar: Über eine halbe Million Menschen waren von den Überschwemmungen betroffen, 300'000 Hektaren (Reis-) Felder wurden zerstört.
Der Mirani-Staudamm in Pakistan wurde 2006 fertig. Er bringt der Region Trinkwasser, dient der Bewässerung von Feldern und erzeugt Strom. Doch er birgt auch Gefahren: 2007 führten starke Regenfälle zur Überschwemmung, 15'000 Menschen mussten evakuiert werden.
Noch ein Beispiel dafür, wie der Mensch die Landfläche künstlich vergrösserte und zur Wachstumsexplosion beitrug: links eine Aufnahme von Singapur im Oktober 1973, rechts im Februar 2009. Künstliche Inseln sind entstanden, und die Stadt ist auf fünf Millionen Menschen gewachsen.
Der Bundesstaat Rio Grande do Sul ist der südlichste von Brasilien – und der grösste Reisproduzent des Landes. Seit 1975 haben zahlreiche Familienbetriebe Reisfelder angelegt und so 200'000 Jobs geschaffen. Probleme bereiten die Abgase der Dieselmotoren. Zudem ist die Region durch den Reisanbau für 20 Prozent von Brasiliens Methangas-Ausstoss verantwortlich.

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Video: SRF / SDA SRF