Schweiz jagt mit Interpol nach Shahtoosh-Liebhabern
Ihr weiches und ultrafeines Fell ist ihr zum Verhängnis geworden: Die Tibetantilope ist vom Aussterben bedroht. Ihre Population wird noch auf einige zehntausend Tiere geschätzt. Für die Herstellung von Luxus-Schals werden die Antilopen auf den tibetischen Hochebenen von Wilderern brutal getötet. Für Shahtoosh, was auf Persisch so viel wie «Königswolle» heisst, dienen einzig die Haare von Bauch und Kinn als Material. Die Schals gelten als die wertvollsten und wärmsten der Welt. Schon Napoleons Joséphine soll einen getragen haben.
Seit 1979 ist der Besitz und Handel mit Shahtoosh gemäss dem Washingtoner Artenschutzabkommen streng verboten. Bei Verstössen verfolgt die Schweiz laut dem Bund eine «Null-Toleranz-Politik». Wer einen Shahtoosh-Schal einführt, muss hohe Bussen in Kauf nehmen. Allein im vergangenen Jahr wurden 62 Shatoosh-Schals in der Schweiz sichergestellt, wie das Bundesamt für Lebensmittel und Veterinärwesen (BLV) auf Anfrage bekannt gibt. Ein Grossteil der Fälle betrifft offiziellen Angaben zufolge Personen, die bei der Einreise kontrolliert werden und meist ihre Ferien in Nobelorten verbringen.
In den vergangenen sieben Jahren wurden schweizweit insgesamt 220 Schals sichergestellt. Für BLV-Sprecherin Nathalie Rochat ist klar: «Die Zahlen zeigen, dass es sich um ein anhaltendes Problem handelt, gegen das nach wie vor vorgegangen werden muss.» Deshalb arbeitet das BLV eng mit Interpol und weiteren betroffenen Ländern zusammen. Es sei wichtig, das Problem nicht isoliert anzupacken, sondern «gemeinsame Strategien zu entwickeln». (sva) (aargauerzeitung.ch)