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Zürcher protestieren für eine bessere Klimapolitik am Samstag, 2. Februar 2019. Bild: KEYSTONE

Heute streikt die halbe Welt für das Klima – das musst du wissen

Über 1659 Events in 105 Ländern – die Jugend hat am heutigen weltweiten Klimastreik Grosses vor. Ein Überblick.

Publiziert: 15.03.19, 06:19 Aktualisiert: 15.03.19, 12:42

Warum zur Schule gehen, wenn es mit der Welt sowieso bachab geht – zu dieser Erkenntnis kommen derzeit junge Menschen rund um die Welt.

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Heute Freitag soll es deshalb zum bisher grössten Klimastreik kommen. In über 100 Ländern finden Klimaproteste nach dem Vorbild der schwedischen Aktivistin und Friedensnobelpreis-Nominierten Greta Thunberg statt. Gestreikt wird vom norwegischen Archipel Spitzbergen über Vietnam bis hin zur klitzekleinen Insel Efate des Pazifikstaates Vanuatu.

In über 100 Ländern wollen Schüler auf die Strasse gehen

bild: screenshot fridaysforfuture

Die Ersten, die streiken, sind die Neuseeländer. Bereits in der Nacht auf Freitag (Schweizer Zeit) haben dort die ersten Events gestartet.

In der Schweiz sind Kundgebungen in 25 Städten geplant, wie aus einer Liste des Netzwerks climatestrike.ch hervorgeht. Die ersten Demos starten um 10.30 Uhr in Aarau und Glarus.

Liste aller Demos in der Deutschschweiz

AARAU, BAHNHOFPLATZ, 10:30
BADEN, BAHNHOFPLATZ, 14:00
BASEL, MÜNSTERPLATZ, 13:00
BERN, WAISENHAUSPLATZ, 12:00
BIEL, PLACE DE L’ESPLANADE, 14:00
BRIG, SEBASTIANSPLATZ, 15:00
CHUR, ALEXANDERPLATZ, 18:30
FRAUENFELD, LINDENPARK, 13:00
FRIBOURG, PLACE GEORGES-PYTHON, 13:30
GLARUS, KANTONSSCHULE, 10:30
LUZERN, ROSENGART-PLATZ, 11:00
OLTEN, TROTTERMATTE (Martin Disteli-Strasse 27), 10:45
SCHAFFHAUSEN, 9:30
SOLOTHURN, MARKTPLATZ, 12:10
ST. GALLEN, VADIAN DENKMAL, 17:00
THUN, RATHAUSPLATZ, 13:00
ZUG, POSTPLATZ, 11:15
ZÜRICH, POLYTERRASSE ETH, 13:00

In Zürich und Lausanne werden laut den Zahlen der entsprechenden Facebook-Seiten die meisten Demonstrierenden erwartet. Die Facebook-Gruppe des Zürcher Streiks zählte am Donnerstag über 1'464 Zusagen, 5'351 Menschen gaben an, am Event interessiert zu sein. Die Lausanner Seite hatte 1'896 Zusagen, knapp 5'000 Personen sind interessiert.

Das Wetter

Das Wetter wird hierzulande laut meteonews.ch nicht wirklich demofreundlich. Mehrere Fronten mit viel Wind und teilweise kräftigem Niederschlag erreichen das Land. Die Temperaturen werden um die 10 Grad erreichen. Packt also eure Regenmäntel ein. Im Süden hingegen könne es einigermassen sonnig werden.

bild: screenshot meteonews.ch

Originell Streiken geht auch

  • In Chur ist für Freitagabend eine Velo-Demo geplant. Die Jugendlichen wollen damit auf die CO2-Emissionen der Autos aufmerksam machen und aufzeigen, dass das Velofahren eine gute Alternative für kürzere Distanzen ist.
  • Basel-Stadt hat Ende Februar als erster Kanton den Klimanotstand ausgerufen und folgte damit Städten wie London oder Vancouver. Die Basler lassen jetzt aber nicht locker. Sie protestieren nicht nur am Freitag, sondern planen ein ganzes Klimawochenende. Seit Donnerstagabend bis Samstag wird es laut den Organisatoren Konzerte, Workshops, Poetry Slams und veganes Essen geben.

Falls du hinter dem Mond lebst – um das geht es bei den Klimastreiks

Die Protestaktionen orientieren sich am Schulstreik von Greta Thunberg. Sie hatte im August 2018 damit begonnen, jeden Freitag vor dem Parlament in Stockholm für einen stärkeren Einsatz Schwedens gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Im Dezember hielt sie an der Klimakonferenz in Polen eine Rede, die weltweit für Schlagzeilen sorgte.

Die Bewegung wird seither von Jugendlichen organisiert und hat sich inzwischen global verbreitet. In der Schweiz gingen nur eine Woche nach Thunbergs Rede in Zürich die ersten Schüler auf die Strasse. Auch an den folgenden Wochenenden kam es zu Demonstrationen und an Freitagen jeweils zu Streiks. Die bisher grösste Demonstration war jene vom 2. Februar. Gemäss Schätzungen der Organisatoren sind bis zu 65'000 Personen in verschiedenen Schweizer Städten auf die Strasse gegangen. Die Jugendlichen organisieren sich mehrheitlich über WhatsApp.

Sie fordern Massnahmen für den Klimaschutz, wie beispielsweise, dass die Schweiz den Klimanotstand ausruft. Ausserdem solle unser Land bis im Jahr 2030 im Inland keine Treibhausgase mehr ausstossen.

3 häufige Argumente der Klimawandelskeptiker im Faktencheck

Video: srf

Greta Thunberg: Das furchtlose Mädchen von Davos

Sitzstreik für das Klima: Greta Thunberg am 25. Januar 2019 am WEF in Davos. AP/AP / Markus Schreiber
KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
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Greta Thunberg mit François Villeroy de Galhau, Chef der französischen Nationalbank (links), und John J. Haley, CEO Willis Tower Watson, während einer Podiumsdiskussion am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Klimademonstration der Schülerinnen in Davos am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Greta Thunberg ist zum heimlichen Star am WEF in Davos geworden. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Fast immer mit dabei: das Plakat mit dem Aufruf zum Klimastreik der Schüler. EPA/KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Greta Thunberg in Davos. AP/AP / Markus Schreiber
Greta im Kongressgebäude am 25. Januar 2019. EPA/KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Fürs Klima vom Flugzeug auf den Zug umsteigen – und das viele, viele Stunden lang: Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den langen Weg nach Davos mit der Bahn auf sich genommen. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Schon am frühen Dienstagmorgen trat die 16-Jährige in Schweden ihre erste Etappe auf der Reise an – «Morgenzug zum Weltwirtschaftsforum in Davos», schrieb sie dazu auf Twitter. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Am Mittwochmittag traf sie in Davos ein. Die 16-Jährige schläft am WEF übrigens im Zelt. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Fahrtdauer hin und zurück: etwa 65 Stunden. Im Gepäck: ein Rucksack, ein kleiner roter Koffer und ein Demonstrationsschild mit der Aufschrift «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima). KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Weil Flugreisen viel CO2 ausstossen und damit klimaschädlich sind, entschied sie sich für die Anreise per Zug. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Greta Thunberg trifft auf IWF-Chefin Christine Lagarde. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Am Mittwoch um ca. 11.50 Uhr traf Thunberg in Davos ein, wo sie sofort von nationalen und internationalen Medien belagert wurde. EPA/KEYSTONE / ENNIO LEANZA
«Ich weiss, was ich will. Und ich weiss, was richtig ist», sagte sie nach der Ankunft zu den Medien. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Sie wolle den Mächtigen in Davos sagen, dass sie versagt hätten. EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Vom Weltwirtschaftsforum erwartet sie jedoch «nichts». EPA/KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Greta Thunberg kündigte an, bis Freitag beim WEF dabei zu sein. Sie setzt sich an vorderster Front für ein stärkeres Klimabewusstsein ein. AP/Keystone / Valentin Flauraud
Sie fordert, dass mehr gehandelt und weniger bloss über den Klimawandel geredet wird. KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Im Rahmen ihrer Protestaktion «Schulstreik fürs Klima» demonstriert sie jeden Freitag vor dem Reichstag in Stockholm. Die Aktion fand bereits Nachahmer in aller Welt, auch in der Schweiz. KEYSTONE / ENNIO LEANZA
Auf der Uno-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hatte sie im Dezember gesagt: «Wir müssen verstehen, was für ein Chaos die älteren Generationen angerichtet haben, das wir nun aufräumen und mit dem wir leben müssen.» KEYSTONE / VALENTIN FLAURAUD
Ankunft im Kongressgebäude. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Greta hält vor dem Arctic Basecamp in Davos eine Rede. KEYSTONE / ENNIO LEANZA

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