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Stress? Nicht im Balkan. Für eine Zigi hats noch immer gereicht. Auch an einer Tankstelle.

Stress? Nicht im Balkan. Für eine Zigi hat es noch immer gereicht. Auch an der Tankstelle. Bild: flickr.com/Elias Bizannes

Ludmila Balkanovic

Der Jugo und seine Arbeitsmoral – oder warum die EU Familien auseinanderreisst

In ihren letzten Ferien auf dem Balkan sprach Ludmila mit Arbeitern und dem Mann ihrer Cousine über die EU. Jetzt weiss sie, warum Serbien wohl weiterhin aussen vor bleibt – und warum das voll okay ist.



Wir sitzen am Arsch der Welt. Wir, das sind meine zwei Cousins, meine Schwester und ich. Wir sind in der Schweiz geboren, reisen aber alle paar Jahre zusammen nach Serbien. Einfach, weil wir schon als Kinder jeden Sommer in den Kuhkäffern jenseits von Belgrad miteinander verbrachten. Und weil wir uns im Alltag nur wenig sehen. Der Stress, die Arbeit, die Verpflichtungen.

Das letzte Mal waren wir 2015 in der Heimat unserer Eltern. An einem Nachmittag, unser Mietauto hatte gerade eine Panne, strandeten wir auf einer Überlandstrasse, wo es nichts gab ausser einem Schnellimbiss. Wir bestellten Cevapcici, drei Bier und für mich ein Wasser. Der Betreiber versuchte den Pannendienst zu erreichen. Ohne Erfolg.

Wir nahmen es locker. In den Tiefen des Balkans läuft alles etwas langsamer, entspannter, stressfreier.

Vor zwei Minuten waren sie Fremde, jetzt sind sie Familie

Wie wir so da sitzen, kommen zwei Männer rein. Sie tragen weisse Unterhemden und zerfetzte Schuhe. Sie bestellen Bier und Burger. Die Mittagssonne brennt, es ist drückend heiss.

Wir sprechen Deutsch. Die Männer wollen wissen, was wir Kurliges reden. Innert zwei Minuten mutieren wir von Fremden zu Familie. Die beiden wollen uns einen Drink ausgeben. Milan, der Jüngere, steht auf und holt drei Biere aus dem Kühlschrank.

Mein Saft fordert ihn heraus. «Saft? Der Alte weiss nicht einmal, wie Saft aussieht!», sagt der Ältere. Sowohl Milan als auch Zoran haben in den letzten 30 Jahren nichts Alkoholfreies getrunken. Ausser Kaffee. Meine Liebe für die beiden könnte grösser nicht sein.

Ludmila Balkanovic

Unsere Kolumnistin Ludmila wuchs zwischen Mani Matter, Kettenrauchern, harten Schweizer Schulregeln und einer «Fuck the System»-Kultur auf. Hier erzählt die Mittdreissigerin aus ihrem Leben zwischen Schweizer Bünzli- und dem Jugotum.

Sie sind Müllmänner. Ihre Arbeitszeiten sind nirgends in Stein gemeisselt. Sie arbeiten, bis die Strassen sauber sind. Einigermassen zumindest. «Wir wollen ja in die EU, dafür muss der Müll weg», sagen Zoran und Milan und lachen dieses wohlwissende Lachen, dass das mit dem Beitritt zur EU höchstwahrscheinlich noch lange nichts wird.

Die Herren verhocken. Vier Stunden sitzen wir da, essen, trinken, lachen. Auf die Frage, warum sie mitten im Tag so lange pausieren können, antwortet Milan: «Wir können alles. Nicht so wie du gebildete Schweizerin mit Arbeitszeiten, die dich vielleicht reich, aber nicht frei machen.»

«EU-Arbeitszeiten reissen Familien auseinander.»

Goran, Mann von Ludmilas Cousine 

Ins gleiche Horn stösst der Mann meiner Cousine. Er ist ein Klischee-Jugo. Fettfalte im Nacken, Glatze, Goldzahn. Er arbeitet irgendwas mit Sicherheitsdienst.

Während wir zu zehnt in seinem verrauchten Wohnzimmer sitzen, kommt erneut das Thema EU auf. Goran, so der Name des Mannes meiner Cousine, ist gegen den Beitritt. «Führt Serbien EU-Arbeitszeit ein, die maximal 48 Stunden pro Woche beträgt, werden Familien auseinandergerissen.»

Qualitytime mit der Familie statt Arbeit. In Sachen Prioritätensetzung lässt sich der Serbe nicht lumpen.

Qualitytime mit der Familie statt Arbeit. In Sachen Prioritätensetzung lässt sich der Serbe nicht lumpen. Bild: flickr.com/garagin milkojovich

Goran holt aus. Wenn man so viel Zeit mit Arbeiten verbringt, würde die Qualitytime daheim sehr leiden. So dass es zum Bruch käme. Er würde nie mit uns Schweizern und unserem Arbeitspensum tauschen wollen. Wir lachen.

Sind wir Idioten?

Später sitzen wir Schweizer in einer Kneipe und lassen Gorans Worte und die der Strassenarbeiter auf uns wirken. Wir fragen uns, ob wir die Idioten sind, die zu viel arbeiten und zu wenig leben. Eine finale Antwort haben wir nicht.

Einig sind wir uns darin, dass des Serben Arbeitsmoral gesünder für Geist und Seele ist. Und lustiger. Und dass all das am Ende vielleicht doch wichtiger ist als der Kontostand. Oder eine Mitgliedschaft in der EU.

Solange das Land in anderen, wichtigen Punkten Fortschritte macht, ist wohl alles bestens so, wie es ist. Und Fortschritte macht es. Erst letzte Woche wurde bekannt, dass Ana Brnabic Regierungschefin wird. Obwohl sie lesbisch ist. Und Homosexualität ausserhalb von Belgrad leider immer noch gesellschaftlich nicht anerkannt ist.

Mit Brnabics Ernennung sind wir aber schon mal auf dem richtigen Weg. Ob dieser irgendwann doch noch in die EU führt oder, ganz nach dem Lieblingsmotto des Serben «fuck the boring system», in einer hippieähnlichen Revolution endet, wird sich zeigen. Ich persönlich fände zweiteres geiler. Hajde!

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    Alle Leser-Kommentare
  • djangobits 03.07.2017 13:16
    Highlight Highlight Es gibt auf dem Balkan (konkret in Serbien) Leute, die zu fixen Arbeitszeiten (oder auch mal etwas länger arbeiten, dazu ohne Pensionskasse (nur mit 3-monatigen, aber endlos erneuernden Verträgen) und das für unter 300 € im Monat (Während viele Güter, ausser Lebensmittel, etwa gleich viel kosten wie bei uns). Dass so beschissene Bedingungen der Arbeitsmoral nicht grade zuträglich sind, versteht sich von selbst...
  • Chili5000 30.06.2017 22:22
    Highlight Highlight Daj neseri...
  • arijen 30.06.2017 14:21
    Highlight Highlight perfekter song zum artikel:
    Play Icon
  • Duscholux 30.06.2017 13:25
    Highlight Highlight Sind wir die Dummen mit den langen Arbeitszeiten? Ja, ja sind wir. 100%.
  • bilbo 30.06.2017 11:17
    Highlight Highlight Liebe Ludmila, ich mag deine Blogs! Ich habe nur 1 Problem: ich kann dir auf Watson nicht folgen! (IT?)
  • D(r)ummer 30.06.2017 09:19
    Highlight Highlight Guter Artikel. Liest sich wie VICE.
    Gefällt mir. :)
    • Dingsda 30.06.2017 13:37
      Highlight Highlight Ein Paradebeispiel wie man ein beleidigendes Kompliment macht.
    • ludmila 30.06.2017 21:15
      Highlight Highlight Lieber Dingsda, das sehe ich als Vice-Fan lockerer und sage DANKE, D(r)ummer.
    • Dingsda 30.06.2017 22:59
      Highlight Highlight Du bist besser als "Vice", liebe Ludmila. Lockerheit hin oder her.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dracului 30.06.2017 08:28
    Highlight Highlight Das Leben scheint auf dem Balkan entspannter, lustiger und stressfreier zu sein und doch, oder gerade deswegen, greift man zum Alkohol, ungesunden Lebensweisen und wird zum Kettenraucher und der Kontostand zweitrangig? Die Balkanromatik löst in mir eine unvereinbaren Dualität aus, wie Arbeiten und Leben. Mach deine Leidenschaft zum Beruf und du musst nie arbeiten gehen? Aber vielleicht ist Alkohol keine Brücke und doch ein Weg diese Dualität zu ertragen. Vermutlich gibt es deshalb auch nirgens mehr Herzschmerz in der Volksmusik, als auf dem Balkan?
    • allesklar 30.06.2017 11:28
      Highlight Highlight na, der konsum legaler drogen ist in der schweiz auch nicht zu verachten, oder?
  • rodolofo 30.06.2017 07:54
    Highlight Highlight Solche Fragen beschäftigen mich auch immer wieder:
    Was bedeutet Lebensqualität?
    Ist das etwas Materielles, das aus lauter erstklassigen Produkten und aus zuverlässigen Dienstleistungen und pünktlichen Verkehrsmitteln besteht?
    Oder ist das etwas Intellektuelles, mit anregenden und informativen Gesprächen und Diskussionen?
    Oder ist Lebensqualität in der Seele zu finden, in den tief empfundenen Gefühlen und in der Musik, im Leben und Leben lassen?
    Alle diese Qualitäten sind wichtig, aber jeder Mensch wird einen anderen Schwerpunkt in seinem Leben setzen.
    Mich persönlich zieht es "in den Süden".
    • Chili5000 30.06.2017 22:21
      Highlight Highlight Es ist viel einfacher rodolfo. Es ist das was dich im tiefsten Inneren glücklich macht. Ob das nun Zeit mit deiner Familie oder dein Hobby oder sogar dein Job ist spielt dabei keine Rolle.
  • RacKu 30.06.2017 06:13
    Highlight Highlight 😂✌️ Serben und LGBT sind wie Saudis und Bikinis! Oder sucht doch mal Pride Belgrade auf Youtube.
  • Randy Orton 30.06.2017 02:15
    Highlight Highlight Ich lese deine Geschichten immer sehr gerne.
    Ein solches Arbeitspensum mag verlockend wirken, es spiegelt aber meiner Meinung nach eher die wirtschaftliche Schieflage als dass es Ausdruck für eine gemütlichere Lebensweise ist. Auf der anderen Seite hast du in Serbien viele arbeitslose und schlecht ausgebildete Jugendliche (ausser in den Grossstädten). Dazu noch die sozialen Konflikte, zwischen den einzelnen Ethnien aber vor allem auch zwischen Stadt und Land (wie du es ja auch schön beschreibst). Ich hoffe, Serbien kommt weiterhin so gut voran wie in den letzten 10 Jahren.
  • DonPedro 30.06.2017 01:40
    Highlight Highlight Heute fehlt mir in Deinem Blog ein bisschen der typische Ludmilahumor, was ich in Anbetracht der EU Beitrittsdiskussion in Serbien verstehen kann. Diese ist nicht so lustig!
    Oder hast Du den Blog nach einer 48 Stunden Woche geschrieben?
    • ludmila 30.06.2017 21:20
      Highlight Highlight Lieber DonPedro, keine 48-Stunden-Woche. Ich glaube, ich würde aggro werden, würde ich so viel chrampfen. Da bin ich wohl ganz Jugo. Lg, L.
  • Angelo C. 30.06.2017 01:25
    Highlight Highlight Zitat aus dem Artikel :

    "Einig sind wir uns darin, dass des Serben Arbeitsmoral gesünder für Geist und Seele ist. Und lustiger."

    Hoffentlich bleibt sie auch gesünder für die Physis, denn wenn ich mir das Bild mit dem rauchenden Chauffeur beim vertrauensvollen Betanken des Lastwagens betrachte, dann bin ich geneigt, auch dem "lustig" zuzustimmen 😉.



  • Alf 29.06.2017 22:59
    Highlight Highlight «Sowohl Milan als auch Zoran haben in den letzten 30 Jahren nichts Alkoholfreies getrunken. Ausser Kaffee. Meine Liebe für die beide könnte grösser nicht sein.»
    Ludmila <3 <3 <3 ok ok, ich hab eine leichte Schwäche für Alk, aber eine noch grössere für Ludmila und ihre Stories :D!
    • ludmila 30.06.2017 21:22
      Highlight Highlight Und ich war schon im zarten Alter von 10 Alf-Fan, lieber Alf. <3 Gruss, L.
  • Asparaguss 29.06.2017 19:51
    Highlight Highlight 2 Jahre in Zentralserbien gelebt. Das schönste: Vor dem Baba Laden auf der leeren Harasse sitzend Bier trinken mit dem halben Dorf, nach 4 Stunden mähen mit der Sense.. Ja, da arbeiten die Bauern noch von Hand! Und wenns perfekt kommt gibts pecenje. Als CH-Buchhalter war dies eine traumhafte Abwechslung. Nur die Gefahr Ernsthaft Alkoholsüchtig zu werden ist gross. Aber: Das waren fantastische Jahre.
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 20:13
      Highlight Highlight Slawische Länder werden die Rettung sein in den kommenden Jahrzehnten.
      Dort wo auch noch der Kommunismus war hatten die Leute keinen Luxus nicht den wir hier seit Jahrzehnten haben und der uns verweichlicht und zu Pussies machte.
    • Asparaguss 29.06.2017 20:25
      Highlight Highlight Stand-Up Paddlers....
    • Firefly 29.06.2017 21:58
      Highlight Highlight Berufsalkoholiker als Retter der Menschheit... selten so gelacht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Mesuax 29.06.2017 17:26
    Highlight Highlight iergendwie bekomme ich langsam bock auf einen kleinen Ausflug ;)
  • der_senf_istda 29.06.2017 16:55
    Highlight Highlight ich kenne sehr pflichtbewusste und fleissige Serben, hier werden Klischees gepflegt. Vielleicht sollten wir Europa in ein fleissiges/reiches und in ein armes/lebenslustiges aufteilen. Dann kann jede selber entscheiden wo sie leben möchte.
    • Grabeskaelte 29.06.2017 19:30
      Highlight Highlight Arm und lebenslustig ohne dafür verurteilt zu werden und trotzdem reichts für Essen, saufen, rauchen und wohnen? Bin dabei und pfeif auf unsere wirtschaftshörige, degenerierte Gesellschaft!
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 20:15
      Highlight Highlight Serbien wurde von der NATO zerbombt weil die stolzen Slawen sich nicht unterkriegen liessen von den Amis.
    • Naughtious Maximus 29.06.2017 22:11
      Highlight Highlight @axantas nach dem 2. WK wo Eisenhower die deutschen Kriegsgefangenen zu Hunderttausenden verrecken liess hat's auch keinen gejuckt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • qumquatsch 29.06.2017 16:43
    Highlight Highlight uuuuh die philosophische Grundfrage unserer Zeit, so würde ich meinen xD

    etwas weniger witzig als sonst aber trotzdem sehr schön geschrieben, Ludmilla. Ich hoffe hier entbrennt jetzt nicht ein grosser Kampf der persönlichen Philosophien.

    Ich persönlich bin froh hier zu leben, da ich wohl durchdrehen würde bei der Arbeitsmoral dort. Weiss aber sehr wohl, dass viele davon wenig halten und lieber etwas gemächlicher den Alltag gestalten würden mit dem Trade-off des "Luxus" von hier
    • kupus@kombajn 30.06.2017 08:18
      Highlight Highlight Ich könnte dort auch nicht leben. Die lockere Arbeitsmoral ist gut für jene, welche sie gerade ausüben. Für die Anderen ist es mühsam. Das habe ich selber zu oft erlebt.

      Auch meine Mutter hat irgendwann festgestellt, dass sie nie zurück will. Sie liebt ihre Heimat, aber es sei und bleibe halt eine Bananenrepublik, EU hin oder her (oder seit dem Beitritt vielleicht sogar noch mehr). Sie sagt, die Schweiz sei das beste Land der Welt, und ich habe ihr nicht widersprochen.
  • Dingsda 29.06.2017 16:26
    Highlight Highlight Ich denke das es die Menschen in der Schweiz je länger je mehr verstehen dass man die Prioritäten bei der Work/Life-Balance eher richtung Life verschieben sollte (wenn möglich). Einige meiner Freunde und deren Umfeld verzichten lieber auf Geld und Arbeiten z.B. nur 80% - jeder von denen ist mit dieser Entscheidung glücklicher geworden.
    Ich bin z.B als Freelancer im Film/Medienbereich und kann mir mittlerweile sogar aussuchen für wen ich Arbeite. Für mich wäre es der Horror jeden Wochentag die selbe Zeit immer und immer wieder abzuarbeiten und dabei jedes mal dieselben Fressen sehen zu müssen.
    • ludmila 29.06.2017 17:37
      Highlight Highlight Ich unterschreibe die maximal 80% zu 100%, liebe(r) Dingsda. Und alles andere auch. Alles Liebe, L.
    • Barracuda 29.06.2017 18:21
      Highlight Highlight Was Sie hier beschreiben ist der gesunde Mittelweg. Was im Beitrag beschrieben wurde, hat jedoch wenig damit zu tun. Das ist nämlich (im Vergleich zur Schweiz) das andere Extrem - und wahrscheinlich auch mit ein Grund, weshalb diese Länder nicht vom Fleck kommen.
    • Grabeskaelte 29.06.2017 19:32
      Highlight Highlight @Barracuda: Was heisst denn für Sie vom Fleck kommen? Unseren Luxus erreichen aber nichts davon haben weil man 10h pro Tag arbeiten muss? Are you serious?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 29.06.2017 15:51
    Highlight Highlight Und wiedereinmal wurde das Verhalten "einfacher Leute" auf eine ganze Nation gespiegelt.
    Die zu 1000en in den Büros sitzenden, die weltweiten Studierenden, undundund.
    • ludmila 29.06.2017 17:35
      Highlight Highlight Pardon falls das schlimm ist für dich, liebe(r) Pasch.
    • Pasch 29.06.2017 19:40
      Highlight Highlight (R) Ich mein ja nur, deutliches Markenzeichen im Namen machts nicht unbedingt einfacher, spielt für manche (zum Glück wenige) dann nichtmal ne Rolle das man besser Mundart spricht wie was anderes.
      Ich weis was du meinst, aber es gibt auch gegensätzliches, zum Beispiel als Bekannte zu Besuch waren und man zur Tankstelle fährt, kam gleich die Frage, ja wo ist denn der Tankwart? Nee hier macht man das noch selbst.
      Für die war das a Schock, aber nur so kleine Szenen reichen für Vorurteile was aber mit dem grossen Ganzen nix zutun hat... Grade wenns um Arbeit find ich so einen Artikel nicht so toll
    • Pasch 29.06.2017 19:53
      Highlight Highlight Dazu kommt wenn unten mal wieder so richtig der Sommer knallt dann ists unmöglich brav bis 12 zu arbeiten und um 1 wieder ran (für solche die draussen arbeiten)zwischen 11 und vor halb 3 / 3 geht gar nix, dafür dann bis 7 oder 8 uhr abends... (und da sind die "einfacheren Leute" auch anzutreffen...) Die die im Büro sitzen, arbeiten nach uns bekannten Standards....
  • a-n-n-a 29.06.2017 15:44
    Highlight Highlight Ah Ludmilla, volim te und deine Beträge!

    Grüsse eines Undercover-Jugo 😉
    • ludmila 29.06.2017 17:34
      Highlight Highlight I ja tebe volim, Undercover-Anna. Ljubim te. L.

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