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IBM brachte in den 80ern einen Konkurrenten zu den Apple-Computern auf den Markt. Seither hat sich das Verhältnis grundlegend geändert ...
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Bild: APPLE

Mac-User arbeiten besser als Windows-User? IBM legt Studie mit Zündstoff vor

Der «Blaue Riese» hat bei hunderttausenden Angestellten untersucht, wie sich das Arbeiten mit Mac oder PC auf die Firma auswirkt.
14.11.2019, 09:1714.11.2019, 09:34

IBM hat eine neue Untersuchung veröffentlicht, die sich auf den Unternehmens-Einsatz von Macs und PCs konzentriert. Demnach verursachen Mitarbeiter mit Apple-Computern weitaus niedrigere Supportkosten und seien zufriedener als Mitarbeiter, die einen Windows-PC verwenden. Und auch die Produktivität seiner Mac- und PC-User hat das amerikanische Unternehmen verglichen, wie wir gleich sehen.

Worauf arbeitest du: Mac oder PC?

Was hat IBM zu Mac vs. PC herausgefunden?

Der Chief Information Officer (CIO) von IBM präsentierte am Dienstag die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Für die technische Wartung von 200'000 Macs benötige IBM ein Team von sieben Ingenieuren, für die gleiche Anzahl Windows-PCs seien 20 Spezialisten erforderlich.
  • Der Migrationsprozess, also die Inbetriebnahme eines neuen Geräts, respektive das Einrichten eines neuen Systems, werde von 98 Prozent der Mac-User als «einfach» bezeichnet. Den Umstieg von Windows 7 auf Windows 10 empfänden hingegen nur 86 Prozent als einfach.
  • Windows-Anwender benötigten fünfmal so häufig Unterstützung vor Ort im Vergleich zu Mac-Usern.
  • In standardisierten Performance-Bewertungen der Mitarbeiter übertrafen 22 Prozent mehr Mac-User mit ihrer Leistung die Erwartungen als Windows-User.
  • Bezüglich Software-Angebot der Firma fragten nur 5 Prozent der Mac-User nach zusätzlicher Software, verglichen mit 11 Prozent der Windows-Anwender.
  • Bei den höchstwertigen Verkaufsabschlüssen erreichten Mac-User angeblich auch mehr als Windows-User. Die entsprechenden Deals seien 16 Prozent grösser.
  • Mac-User hätten auch einen höheren «Net Promoter Score» von 47,5 Prozent, im Vergleich zu Windows-Usern, wo die Unternehmens-Kennzahl 15 Prozent betrage. (Der Wert gibt Aufschluss über die Bereitschaft der Kunden, die Produkte des Unternehmens weiterzuempfehlen.)
  • Selbst zu Job-Wechseln gibt's eine Erhebung: Bei macOS-Nutzern sei es 17 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie IBM verliessen, als bei Windows-Usern.
  • Was die Gesamtbetriebskosten (ToC) betrifft, liessen sich mit Macs über vier Jahre hinweg im Vergleich zu PCs zwischen 273 und 543 US-Dollar pro Gerät einsparen.

Die Präsentation der Untersuchungsergebnisse erfolgte an der Jamf Nation User Conference (JNUC). Das ist ein jährlich abgehaltenes Fachtreffen, organisiert vom US-Unternehmen Jamf, das sich auf Mobile Device Management (MDM) für Apple-Geräte spezialisiert hat. IBM ist Jamf-Kunde.

Jamf bietet eine populäre Software zur automatisierten Verwaltung und Fernsteuerung von iPads, iPhones, Macs und der Set-Top-Box Apple TV für Schulen und Unternehmen. Apple selbst stellt Programmier-Schnittstellen (APIs) zur Verfügung, auf die MDM-Anbieter wie Jamf zugreifen können.

«Die Mac-Nutzung in Unternehmen nimmt rasant zu, auch wegen der Umstellung von Windows 7 auf Windows 10.»
Jamf-CEO Dean Hager
quelle: zdnet.com

Was bedeutet das?

Die Reaktionen auf die neue IBM-Studie fallen geteilt aus.

9to5Mac kommentiert, das Beispiel des IT-Riesen IBM zeige, dass alle Unternehmen in Betracht ziehen sollten, den Mitarbeitern die Wahl zu lassen zwischen Mac und PC. Ein Grossteil der heutigen Software funktioniere Web-basiert, so dass es für IT-Abteilungen einfacher sei, macOS direkt neben Windows laufen zu lassen.

Die IBM-Daten seien interessant, aber es stelle sich die Frage nach dem Kausalzusammenhang, gibt zdnet.com zu Bedenken: «Hat macOS wirklich die Leistung des Einzelnen beeinflusst oder gab es andere Faktoren?»

Es sei durchaus möglich, dass die von IBM festgestellten Unterschiede zwischen Mac- und PC-Usern auch auf andere Ursachen zurückzuführen seien, schreibt Computerworld. Bei Hunderttausenden IBM-Mitarbeitern in der Stichprobengruppe sei es allerdings schwer, den Einfluss, den die Wahl der Computerplattform habe, nicht zu sehen.

Dies seien wirklich beeindruckende Ergebnisse, die zeigten, dass Macs dank eines sicheren und stabilen Betriebssystems und zuverlässiger Hardware einen besseren «Return on Investment» bieten, konstatiert das Techportal wccftech.com. Es wäre interessant zu wissen, ob IBM-Mitarbeiter mit den MacBook-Pro-Tastaturen Probleme hatten oder nicht.

IBM und Apple – wie passt das zusammen?

Das IT-Grossunternehmen IBM beschäftigt weltweit über 350'000 Mitarbeiter. 2014 informierten die Verantwortlichen über eine «weltweite Partnerschaft» mit Apple. Ziel: die mobile Nutzung von Unternehmens-Anwendungen im Allgemeinen und iPhones und iPads im Speziellen zu fördern. Konkret ging es um das immer beliebtere BYOD (Bring Your Own Device), das Firmen vor neue Herausforderungen stellte.

Apple-Chef Tim Cook mit IBM-Präsidentin Ginni Rometty.
Apple-Chef Tim Cook mit IBM-Präsidentin Ginni Rometty.
archivBild: AP

Seit 2015 haben die IBM-Angestellten die Wahl, ob sie für ihre Arbeit statt eines Windows-PC einen Mac nutzen wollen. Die entsprechende Initiative wird Mac@IBM genannt und stiess bei den Angestellten auf reges Interesse.

Zu Beginn nahm IBM pro Woche 1900 Macs in Betrieb. 2016 wurden mehr als 90'000 Macs eingesetzt. 2018 verwaltete das Unternehmen bereits über 277'000 Apple-Geräte, für Support und Wartung waren 78 Mitarbeiter zuständig.

Seit 2018 stellt IBM die selbst entwickelte Software Mac@IBM als Open-Source-Tool zur Verfügung. Das Programm soll Admins die Bereitstellung von Macs in Unternehmen erleichtern, Mitarbeiter könnten so die Inbetriebnahme des Computers zu grossen Teilen selbst vornehmen, schreibt heise.de.

screenshot: github.com

Wie läuft's IBM?

IBM steckt schon länger in einem tiefgreifenden Konzernwandel. Dieser brachte bislang nicht die erhofften Erfolge, wie die Nachrichtenagentur SDA Mitte Oktober berichtete.

Das IT-Urgestein setze auf neue Geschäftsbereiche wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz und verbuche da teilweise auch starkes Wachstum. Das reiche jedoch nicht, um die Probleme in der klassischen Hardware-Sparte mit Servern und Grossrechnern zu kompensieren.

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