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Fussball-App spioniert User aus – sucht nach illegalem TV-Streaming

Die offizielle App zu Spaniens Profi-Liga verwandelt Handys in Wanzen. So könne man Bars mit illegalem Pay-TV-Angebot aufspüren.



Spätestens seit den Enthüllungen von NSA-Whistleblower Edward Snowden wissen wir, dass moderne Smartphones perfekte Wanzen sind. Wer die nötigen Zugriffsrechte erlangt, kann aus der Ferne das Mikrofon aktivieren und lauschen.

Die offizielle App für die Primera División – Spaniens oberste Fussball-Liga – geht einen Schritt weiter: Sie nutzt die Smartphone-Mikrofone mit dem Einverständnis der User, um nicht lizenzierte TV-Übertragungen aufzuspüren.

Auf der La-Liga-Website wird bestätigt, dass die App während Live-Spielen das Mikro aktiviert, um herauszufinden, ob in der Umgebung eine illegale Pay-TV-Übertragung läuft.

Fussballfans sollen quasi als Denunzianten gewonnen werden, um Betrügern auf die Schliche zu kommen.

Wie das spanische Medium El Diario enthüllt hat, kam die fragwürdige Praxis erst mit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ans Licht. Seit dem 25. Mai sind Unternehmen in Europa verpflichtet, ihren Kunden in verständlichen Worten zu erklären, welche Daten erhoben werden.

Die kostenlos verfügbare App heisst La Liga und ist auf über 10 Millionen Android-Smartphones installiert.

In welchem Ausmass auch User der iPhone-Version der «La Liga»-App betroffen sind, ist nicht bekannt.

Nicht gegen privates Streaming?

Betroffen sind angeblich ausschliesslich spanische Smartphone-User und es gehe den App-Anbietern nur darum, die Pay-TV-Piraterie in öffentlichen Lokalen zu bekämpfen.

Weil viele Betreiber zwar Messi, Ronaldo und Co. auf ihren Bildschirmen zeigen, aber nicht dafür bezahlen, entsteht der Liga und damit den Vereinen angeblich ein jährlicher Schaden in der Höhe von 150 Millionen Euro.

Wie zu erwarten fallen die Proteste in den sozialen Netzwerken heftig aus. Manche Fans sehen sich getäuscht.

Die Verantwortlichen versichern, durch die «La Liga»-App würden lediglich Tonfragmente aufgezeichnet und noch auf dem Handy in einen Binärcode umgewandelt. Dieser Code könne nicht dekodiert werden und es liessen sich daraus keine anderweitig verwertbaren Informationen gewinnen.

Über die Ortungsfunktionen werde festgestellt, wo der Smartphone-User ein Spiel verfolge. Wenn die Geodaten mit einem öffentlichen Lokal übereinstimmen, nehme man einen Abgleich mit den Kundendaten vor. So finde man heraus, ob der Lokalbetreiber als zahlender Pay-TV-Abonnent registriert sei.

Betroffene User können in den Einstellungen ihres Smartphones den Apps jederzeit die Zugriffsrechte entziehen. Die Zustimmung werde auch bei jedem Update erneut eingeholt.

Dass Apps auf das Mikrofon zugreifen, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich, wie die Welt festhält. Beim ersten Öffnen kann standardmässig nach einem solchen Zugriffsrecht gefragt werden. Dies sollte man immer kritisch hinterfragen.

(dsc)

Neue Regierung in Spanien – Frauen an der Macht

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Video: srf

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Digichr 12.06.2018 08:05
    Highlight Highlight Sky in England löst das so. Wer ein Abo für Pubs hat, bekommt von der Box ein Bierglas als Logo angezeigt. Sky schickt dann Kontrolleure in die Pubs die schauen, ob das Bierglas da ist. Nutzt einer die private Box im Pub gibt es Ärger...
  • Hardy18 12.06.2018 06:04
    Highlight Highlight Der Artikel klingt so negativ. Ihr Schweizer steht doch auf Überwachung 😂
  • ChiliForever 12.06.2018 00:57
    Highlight Highlight Zu viele Apps fragen nach zu vielen Zugriffsrechten wie der Standortbestimmung ohne dass die Notwendigkeit für die App erkennbar ist.

    Trotzdem finde ich es erschreckend, wie hier der Nutzer so mal eben zum Spitzel gemacht wird bzw. das Spitzel-sein vielen einfach untergeschoben wurde ... 🤤
  • Hugeyun 12.06.2018 00:36
    Highlight Highlight Naja, «angeblich ein [...] Schaden» entsteht hier nicht, die La Liga macht nur angeblich 150 Millionen Euro weniger Gewinn, in die Verlustzone rutschen werden sie noch lange nicht
    • Pitlane 12.06.2018 07:11
      Highlight Highlight Versteh mich nicht falsch, seine User und deren Geräte so zu missbrauchen finde ich verwerflich. Aber auch ein Gewinnausfall - wenn diese Summe dann stimmt - ist bereits ein Schaden.
  • Joe Smith 11.06.2018 23:14
    Highlight Highlight Ehrlicherweise sollte im Artikel aber aber auch erwähnt werden, dass neben dem Ankreuzfeld ganz offen und ehrlich geschrieben steht, was die Liga mit diesen Informationen dann macht. Da passiert – im Gegensatz zu anderen Anwendungen – also garnix hinter dem Rücken des Anwenders.
    • @schurt3r 12.06.2018 06:36
      Highlight Highlight Im Text steht ganz weit oben, dass es nur «mit dem Einverständnis der User» geht. ;-)
  • hifish 11.06.2018 21:39
    Highlight Highlight „...würden lediglich Tonfragmente aufgezeichnet und noch auf dem Handy in einen Binärcode umgewandelt...“
    Ja, ist klar dass die Tonsignale digitalisiert und auf dem Flashmemory des Smartphones gespeichert werden. Die analogen, und somit nicht binären, Speichermöglichkeiten des Smartphones sind stark begrenzt. 😂

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