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Hybrid-, Elektro-, Gas- und Brennstoffzellen-Antriebe erreichten im August einen Marktanteil von 29 Prozent in der Schweiz.
Hybrid-, Elektro-, Gas- und Brennstoffzellen-Antriebe erreichten im August einen Marktanteil von 29 Prozent in der Schweiz.Bild: DPA

E-Autos boomen in der Corona-Krise und erreichen erstmals zweistelligen Marktanteil

Die Autoindustrie leidet weiter unter der Corona-Pandemie. Elektroautos legen im einbrechenden Gesamtmarkt aber weiter zu. Im August erreichten reine E-Autos und Plug-in-Hybride mit rund 16 Prozent den bislang höchsten monatlichen Marktanteil in der Schweiz.
03.09.2020, 19:5703.09.2020, 21:44

Autoverkäufer haben bislang ein rabenschwarzes Jahr: Im August wurden mit 16'260 Inverkehrsetzungen 16.3 Prozent weniger Personenwagen immatrikuliert. Der abgelaufene Kalendermonat sei somit der drittschlechteste des laufenden Jahres, heisst in einer Mitteilung des Verbands Auto Schweiz. Noch weniger Neuzulassungen gab es lediglich in den Monaten April und Mai.

«Noch in der Coronastarre»

Auf das bisher vergangene Jahr hin gesehen kumuliert sich das Minus an neu zugelassenen Autos damit auf 29.7 Prozent. Insgesamt fehle es bereits an 59'989 Neuimmatrikulationen, so Auto Schweiz. «Der Markt befindet sich noch immer in der Coronastarre», fasste Verbandssprecher Christoph Wolnik die Situation zusammen.

Viele potenzielle Autokäufer seien angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung nach wie vor zurückhaltend. Dies gelte sowohl für Privatpersonen wie auch für Unternehmen. Immerhin: Wer sich noch ein Auto leisten will und kann, entscheidet sich vermehrt für umweltfreundlichere Vehikel.

E-Autos werden trotzdem gekauft

Denn erstmals hätten am Stromnetz aufladbare Modelle einen kumulierten Marktanteil an den neu verkauften Autos von mehr als zehn Prozent erreicht. Seit Anfang des Jahres seien 8'300 reinelektrische Autos und 6'567 Plug-in-Hybride auf die Strasse gekommen. Damit kommen die «Stecker-Fahrzeuge» von Januar bis August auf einen Anteil von 10.5 Prozent an den neu zugelassenen Personenwagen. Im August schnellte der Wert auf 15.7 Prozent hoch. Zum Vergleich: Anfang 2018 lag ihr Marktanteil noch bei 2,7 Prozent.

«Trotz oder gerade wegen dieser trüben Gesamtlage eilen die alternativen Antriebe von Erfolg zu Erfolg. Mit 29 Prozent Marktanteil verfügt im August mehr als jeder vierte neue Personenwagen über eine Hybrid-, Elektro-, Gas- oder Brennstoffzellen-Motorisierung. Davon machen die am Stromnetz aufladbaren Modelle mit 15,7 Prozent mehr als die Hälfte aus, der bislang höchste monatliche Marktanteil der Steckerfahrzeuge.»
Auto Schweiz

Seit Jahresbeginn konnten reinelektrische Fahrzeuge in absoluten Zahlen um 13,7 Prozent zum Vorjahr zulegen, die neuen Plug-in-Hybride haben sich mit einem Plus von 221,3 Prozent mehr als verdreifacht.

Die Coronakrise ist für die Elektromobilität Fluch und Segen zugleich: «Im Vergleich zum Gesamtmarkt schlagen sich E-Autos auch aufgrund vieler neuer Modelle sehr gut. Doch ohne den Lockdown und die Schliessung unzähliger Produktionswerke wäre bei den Stückzahlen noch mehr möglich», sagt Wolnik. Für diverse reine E-Autos gibt es nun lange Lieferzeiten.

Fast alle grossen Autohersteller pushen seit Anfang Jahr ihre E-Modelle, um den neuen, tieferen CO2-Grenzwert einhalten zu können. Gelingt ihnen dies nicht, drohen jährlich hohe Bussen.

Einen weiteren Schub für die Elektromobilität dürfte ab diesem Monat der I.D.3 von Volkswagen bringen. Der «Golf für das Elektrozeitalter» soll Elektrautos mit einem relativ günstigen Preis (ab rund 32'000 Franken) und Reichweiten von je nach Modell über 300 bzw. über 500 Kilometern endgültig massentauglich machen.

(oli/sda/awp)

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VW bringt den Golf für das Elektrozeitalter – den ID.3

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VW ID.3: Der Golf für das Elektrozeitalter
quelle: vw
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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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DerHans
03.09.2020 22:31registriert Februar 2016
Der VW ID.3 wird dem Ganzen noch einmal einen Schub verleihen. (Falls er dann geliefert wird) Die Leute merken langsam, dass E-Autos mehr Vor- als Nachteile haben.
Ausser natürlich der Durchschnitts-Pendler welcher täglich 1200km Weg zur Arbeit hat und diesen mit 180kmh und Pferdeanhänger über 4 Alpenpässe absolvieren muss. Der muss natürlich bei einem Diesel bleiben, weil bei ihm der Strom nicht zur Steckdose raus kommt.
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The_Doctor
03.09.2020 22:42registriert März 2015
Das ist keine „Coronastarre“, sondern der Osborne-Effekt, welcher durch Corona begünstigt etwas früher ausgelöst wurde, als erwartet. Sobald mehr BEV lieferbar sind, wird die S-Kurve gnadenlos zuschlagen.
Wer kauft sich denn zum jetzigen Zeitpunkt ohne Not noch einen reinen Verbrenner als Neuwagen? Der hat ja in ein paar Jahren als Occasion kaum noch einen Wiederverkaufswert.
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no-way
03.09.2020 20:56registriert November 2016
und noch besser: endlich würde das unseriös Studein 2017 dementiert. Elektroautos erzeugen deutlich weniger als Verbrenner Emissionen schon heute, von MaterialErstellung, Produktion, Betrieb und Recycle. Hier einen Tweet mit dem Studienauthor und einiges Links:
https://twitter.com/AukeHoekstra/status/1300352148463648769
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