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Musk droht mit Starlink-Internet-Abschaltung in der Ukraine

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Elon Musks SpaceX will staatliche Gelder für sein Satelliteninternet in der Ukraine. Bild: Shutterstock/keystone/watson

Musk will der Ukraine Starlink abdrehen – nun sollen die USA einspringen

Der Betrieb seines Satelliteninternets in der Ukraine wird Tech-Milliardär Elon Musk offenbar zu teuer. Jetzt soll der Staat übernehmen.
14.10.2022, 10:5306.12.2022, 17:58
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Gleich zu Kriegsbeginn legte Russland die Kommunikationssysteme des ukrainischen Militärs weitgehend lahm. Elon Musks Satelliteninternet Starlink wurde in der Folge rasch zu einer wichtigen Kommunikationsquelle für die ukrainischen Truppen an der Front. Bislang wurden laut Musk über 20'000 Starlink-Satelliteneinheiten an die Ukraine gespendet.

Das habe seinem Weltraumunternehmen SpaceX laufende Kosten von 80 Millionen US-Dollar verursacht und bis Ende Jahr würden es über 100 Millionen sein, schrieb Tech-Milliardär Musk am Freitag auf Twitter.

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Doch damit könnte es bald vorbei sein. Dies zeigen vertrauliche Dokumente, die dem US-Sender CNN vorliegen. Demnach warnte SpaceX das Pentagon im September, dass es die Finanzierung des Internet-Dienstes in der Ukraine einstellen könnte, wenn das US-Militär nicht mehrere zehn Millionen Dollar pro Monat beisteuert.

«Wir sind nicht in der Lage, der Ukraine weitere Terminals zu spenden oder die bestehenden Terminals auf unbestimmte Zeit zu finanzieren», schrieb SpaceX dem Pentagon. Laut SpaceX koste der Betrieb des Satelliteninternets in den nächsten zwölf Monaten 400 Millionen US-Dollar.

Was hinter der Starlink-«Spende» steckt

Musk und SpaceX stellten die gelieferten Starlink-Satelliteneinheiten wiederholt als Spende dar und erhielten dafür viel Lob und Dank. Laut den Zahlen, die SpaceX dem Pentagon mitteilte, wurden aber etwa 85 Prozent der 20'000 gelieferten Terminals ganz oder teilweise von externen Quellen finanziert. Demnach berappte allein Polen 9000 Starlink-Einheiten. An den Kosten beteiligten sich auch die USA, Grossbritannien und NGOs.

Der weitaus teurere Teil ist jedoch die ständige Konnektivität, also der Datenverkehr über die Starlink-Satelliten. Laut CNN zeigen die Dokumente, dass Polen und andere Staaten bislang für etwa 30 Prozent der Internetkonnektivität aufkamen, die laut SpaceX mit 4500 Dollar pro Monat und Terminal zu Buche schlagen.

In einem Brief bat SpaceX das US-Verteidigungsministerium, weitere Starlink-Lieferungen sowie die laufenden Kosten in der Höhe von 124 Millionen Dollar für den Rest des Jahres 2022 zu übernehmen. Neue Lieferungen werden nötig, da im Krieg pro Monat rund 500 Starlink-Terminals zerstört werden.

Ukrainische Soldaten mit einer Starlink-Schüssel und -Router, auch Terminal genannt. Sie ermöglichen ukrainischen Truppen zu kommunizieren und werden beispielsweise auch für Drohnenangriffe genutzt.
Ukrainische Soldaten mit einer Starlink-Schüssel und -Router, auch Terminal genannt. Sie ermöglichen ukrainischen Truppen zu kommunizieren und werden beispielsweise auch für Drohnenangriffe genutzt. bild: twitter/@dim0kq

«Die Frechheit, wie ein Held dazustehen»

Die Forderung von SpaceX, dass das US-Militär und somit die Steuerzahler für die weiteren Kosten aufkommen sollen, kommt im Pentagon schlecht an. Ein hochrangiger Beamter des Verteidigungsministeriums erklärte gegenüber CNN, dass SpaceX «die Frechheit besitzt, wie ein Held dazustehen», während andere so viel bezahlen und ihnen nun eine Rechnung in zweistelliger Millionenhöhe pro Monat präsentiert wird.

Für die gelieferten Starlink-Geräte und die laufenden Kosten für die Internetverbindung wurden laut den Dokumenten weit höhere Preise veranschlagt als die offiziellen Preise auf der Starlink-Website. Dort kostet der Service in der Ukraine nur 60 Dollar pro Monat. «Das sind gerade einmal 1,3 Prozent des Preises, den das Pentagon laut SpaceX zahlen muss», schreibt CNN.

«Man könnte sagen, dass er versucht, Geld von der Regierung zu bekommen oder einfach zu sagen, dass er nicht mehr beteiligt sein will», zitiert CNN eine anonyme Quelle, die mit Musks Starlink-Lieferungen vertraut ist.

«Die Entscheidung, ob Starlink weiterläuft oder nicht, liegt allein in den Händen eines Mannes. Das ist Elon Musk. Er wurde nicht gewählt, niemand hat beschlossen, ihm diese Macht zu geben. Er hat sie aufgrund der Technologie und des Unternehmens, das er aufgebaut hat.»
Eine anonyme Quelle zu CNN.

Berichte über Starlink-Ausfälle

Die neuen Dokumente fallen inmitten der jüngsten Berichte über weitreichende Starlink-Ausfälle, seitdem die ukrainischen Truppen versuchen, das von Russland besetzte Gebiet im Osten und Süden des Landes zurückzuerobern. Musk bestritt die Ausfälle nicht und sagte, dass das, was auf dem Schlachtfeld geschehe, geheim sei.

Vor wenigen Tagen setzte sich Musk mit einem rudimentären Friedensplan in die Nesseln, der die Krim Russland zuschanzen würde und entsprechend für Entsetzen in der Ukraine sorgte. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland reagierte mit einem undiplomatischen «Fuck off» in Richtung Musk. Auf den SpaceX-Rückzieher angesprochen antwortet Musk lapidar: «Wir folgen nur seiner Empfehlung 🤷»

(oli)

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368 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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James McNew
14.10.2022 10:58registriert Februar 2014
Billionäre sind ein Problem, das weiss man eigentlich schon lange. Wenn sie kritische Infrastruktur stellen, sowieso. Wenn sie dünnhäutige Narzissten sind, erst recht. Die neuen Feudalherren, neu mit globaler Macht. Wir leben in einer Dystopie.
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Lowend
14.10.2022 11:05registriert Februar 2014
Wenn der das tut, dann ist dieser Mensch für mich tot und jeder, der diesem Freund des russischen Topterroristen etwas abkauft, kann nicht mehr mein Freund sein.

Im Grunde gehört Tesla von nun an auf die Sanktionsliste, weil er die Ukrainer, die sich auf ihn verliessen, direkt ins offene Messer rennen lässt und direkt den Staatsterror Russlands unterstützt.

Solche abgrundtief asoziale Typen wie Musk sind der Beweis, dass es keine einzelnen Menschen geben darf, die alleine über solche Macht verfügen.
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MingXenom
14.10.2022 11:03registriert Oktober 2020
von so Typen wie Musk sollte man sich nicht abhängig machen.
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