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A street performer dressed as the Statue of Liberty holds up a picture of U.S. President-elect Donald Trump in Hong Kong's downtown, Wednesday, Nov. 9, 2016.  Around the world, people reacted with fears and cheers to news of the election of Donald Trump.  (AP Photo/Kin Cheung)

Missbraucht der neue US-Präsident seine Macht, um sich an Gegnern zu rächen? Bild: Kin Cheung/AP/KEYSTONE

Kommentar

Trumps gefährlichste Waffe ist nicht die Atombombe

Auch wenn der neue US-Präsident ein rachsüchtiger Egomane ist, wird er nicht so wahnsinnig sein und den roten Knopf drücken. Muss er auch nicht. Für den Anfang genügen Apple, Google, Facebook und Co.



Wie bekämpft Donald Trump die globale Erwärmung?

Antwort: Mit einem nuklearen Winter.

Nachdem wir über solche Witze nicht mehr lachen können, ist es an der Zeit, über die gefährlichste Waffe des neuen US-Präsidenten zu reden. Ab dem 20. Januar gebietet Trump nicht nur über Atombomben, die alles Leben auf dem blauen Planeten auslöschen können. Er hat auch Zugriff auf den mächtigsten Überwachungsapparat der Welt. Oder wie es der Journalist Micah Lee von The Intercept ausdrückt:

«Nach 16 Jahren unerbittlicher und illegaler Erweiterung der Exekutivgewalt unter den Präsidenten Bush und Obama hat Trump mehr Überwachungs-Tools zur Hand, als jemals irgend ein Tyrann hatte. »

Folgt auf den totalen Krieg die totale Überwachung?

Trump wäre jedenfalls ein Dummkopf, wenn er die unter seinen Amtsvorgängern aufgebaute Überwachungs- und Spionage-Maschinerie nicht für eigene Zwecke nutzen würde.

Dass sich der 70-Jährige nur von hehren Zielen der guten Staatsführung leiten lässt, muss bezweifelt werden. Trump gilt als rachsüchtig. Im Wahlkampf hat er politischen Gegnerinnen und missliebigen Journalisten unverhohlen gedroht. Und er will erklärtermassen gegen Minderheiten vorgehen, die bei Teilen seiner Wählerschaft verhasst sind. Führt das FBI schon bald Gewissensprüfungen für moslemische Bürger durch?

Wir werden überwacht – und bezahlen dafür

Dank Edward Snowden wissen wir, dass die NSA auf Geheiss des US-Präsidenten weltweit Personen und Organisationen anzapft, um sensible Informationen zu beschaffen.

Eine besondere Rolle kommt den grossen Tech-Unternehmen zu, allen voran Apple, Google, Microsoft und Facebook. Sie betreiben die Internet-Plattformen, über die sich täglich Hunderte Millionen, ja, Milliarden User austauschen. Aber auch die Rechenzentren von Amazon sind im Visier.

Dank der integrierten Sensoren, kombiniert mit laschem Datenschutz, sind Smartphones, Tablets und Notebooks die perfekten Überwachungs-Tools. Und die Plattform-Betreiber haben ein ureigenes Interesse, möglichst viele Daten über die Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln und zwecks weiterer Auswertung zu speichern. Sei dies, um Kunden mit personalisierter Werbung zu «bedienen», oder auch nur, um die eigenen Dienste und Produkte zu «optimieren».

You name it!

Nicht auszumalen, was passiert, wenn die auf Firmen-Servern verarbeiteten und in den Rechenzentren gespeicherten Nutzerdaten in falsche Hände geraten.

Einer schlägt Alarm

Maciej Ceglowski, CEO von Pinboard (Werbeslogan: «Social Bookmarking»), ein kritischer Wirtschaftsvertreter aus dem Silicon Valley, sieht sich veranlasst, Alarm zu schlagen. Er appelliert an das Verantwortungsgefühl der Techies.

Es gelte nun die Menschen vor dem Überwachungs-Apparat zu schützen, den man um sie herum errichtet habe.

Die Verantwortlichen sollten besser einen Plan haben, um gewappnet zu sein für drohende Szenarien ...

Zu den gefährdeten Gruppierungen gehören Muslime, wie wir seit Trumps islamfeindlichen Äusserungen im Wahlkampf wissen. Zunächst forderte er ein totales Einreiseverbot und krebste zwar später zurück. Doch es bleiben Ängste, wonach die Menschen aufgrund von Rasse oder Religion benachteiligt werden.

Der Pinboard-CEO rät Internet-Unternehmen jedenfalls, sie sollten keine Standort-Daten von muslimischen Nutzern speichern, weil sie in falsche Hände fallen könnten.

Generell rät der Pinboard-CEO den Unternehmen, sie sollten möglichst wenig «verräterische» Nutzerdaten sammeln.

Gemäss seiner Einschätzung sind Google, Apple und Facebook nicht vorbereitet auf eine Serie von Bedrohungen ...

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Hier bleibt anzumerken, dass die Tech-Titanen nur zögerlich eine komplette Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen. Bei Google und Facebook hängt dies direkt mit dem Geschäftsmodell zusammen: Beide Unternehmen versuchen möglichst viele werberelevante Nutzerdaten zu sammeln. Aber auch Apple hat es bislang nicht geschafft, die NSA auszusperren. So sind etwa weiterhin Zugriffe auf die iCloud-Backup-Server möglich. Und schliesslich sind auch die Metadaten problematisch, weil solche Daten den Schnüfflern ebenfalls sehr viel preisgeben.

Sicher ist: Die Zeit wird knapp für die Tech-Unternehmen, um die eigenen Dienste für das aufziehende Trump-Zeitalter zu wappnen. Am 20. Januar ist Amtsübergabe.

Immerhin gibt es auch zuversichtliche Stimmen, die sagen, Apple und Co. würden es noch in nützlicher Frist schaffen. So zum Beispiel einer der Gründer des US-Portals Ars Technica.

«Ich glaube, dass die Ingenieure, die das Monster geschaffen haben, es auch zähmen können. Das schulden sie uns.»

Jon Stoke, Mitgründer von Ars Technica quelle: techcrunch

Fingerabdruck-Scanner sind riskant!

Gefordert sind aber auch erneut die Nutzerinnen und Nutzer. Besorgte Bürger, Menschenrechts-Aktivisten und andere Trump-Kritiker sollten die seit den Snowden-Enthüllungen bekannten Vorsichtsmassnahmen im Alltag beherzigen.

Micah Lee von The Intercept fasst zusammen:

Threema – der sichere Smartphone-Messenger aus der Schweiz 

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    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 15.11.2016 00:44
    Highlight Highlight Schau Dir mal die Doku: "Do not resist an", dort hat es einen Part zum gläsernen Bürger. Anhand von Daten wird bestimmt, wer potenziell zum Verbrecher wird (Natürlich vorläufig nur beim Kleinbürger). Die Trefferquote ist frappant, der Mensch ist zu grossen Teilen berechenbar. In ein paar Jahrzenten ist der Minority Report Tatsache!! Daten scheinen heute wertlos, bald ist das virtuelles Gold für jede Regierung!
  • Der Tom 14.11.2016 23:59
    Highlight Highlight Apple ist ja laut eben diesem Trump nicht kooperativ genug. Wieso sollten die das jetzt ändern?
    • @schurt3r 15.11.2016 07:24
      Highlight Highlight Apple ist auf gutem Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Siehe auch Metadaten, die der Konzern relativ bereitwillig ans FBI und Co. herausrückt
  • kiawase 14.11.2016 22:18
    Highlight Highlight es ist schon kaum zu fassen, was dem guten Donald da alles auf dem Silbertablett präsentiert wird. Dem einen oder anderen Ami-Fan geht wohl jetzt der vielzitierte Arsch auf Grundeis ...
  • Pasch 14.11.2016 21:33
    Highlight Highlight Schon interessant, der Typ ist gewählt und Syrien ist nur noch eine Randmeldung wert... who cares wer bei der Freakshow grad in der Manege steht?!
  • Roman Himmel (Frenetic) 14.11.2016 20:23
    Highlight Highlight Bin schon aufs "Silicon Valley" gespannt... The show must go on 😋
  • StefanZaugg 14.11.2016 19:34
    Highlight Highlight Frage an Watson: Ihr legt auf editorialer Seite (berechtigterweise) grossen Wert auf die Überwachungsthematik (Tracking, gläserner User etc.), was schon im Vorfeld der NDB-Abstimmung sehr auffällig war. Eure Website hingegen ist nicht mal SSL verschlüsselt und ein kurzer Blick auf den HTML-Source-Code offenbart, dass der Watson-Besuch von Google, Twitter, Facebook, Adition.com, Maxcdn.com getrackt wird.

    Da wird auf der Redaktion schon ein bisschen viel Wein getrunken, beim Wasser predigen.
    • phreko 14.11.2016 19:44
      Highlight Highlight Der Journalist ist ja auch nicht der Verleger...
    • @schurt3r 14.11.2016 20:08
      Highlight Highlight Hallo Stefan
      Habe deine berechtigte Frage/Kritik intern weitergeleitet. Antwort folgt.
      Es grüsst der Prediger :)
    • DerGrund 14.11.2016 20:44
      Highlight Highlight Bin an der Antwort auch interessiert...
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrmikech 14.11.2016 19:01
    Highlight Highlight Nicht viel wird sich ändern. Alles von jeder wird schon gespeichert. Finden wir aber kein Problem sonst wäre nicht jeder auf Whatsapp und Facebook et al. Überwachung finden wir OK, oder? Viel gefährlicher ist das Ändern von Daten. Zum Beispiel Journalisten oder Politikern etwas Illegales aufs Handy oder den Laptop einspielen, und dann verhaften lassen. Aber auch das Abstimmverhalten von Bürgern beeinflussen mit Fake News etc. Passiert alles schon... Trump ist unwichtig, die Maschine dahinter aber, das soll Watson untersuchen, solange es noch geht...
    • The Destiny // Team Telegram 15.11.2016 06:04
      Highlight Highlight Gebe dir recht, aber bitte hör auf so verallgemeinernd zu schreiben.
  • Posersalami 14.11.2016 18:55
    Highlight Highlight Gibts denn nichts mehr über Putin zu berichten? Ist also Trump jetzt der neue Todfeind des Abendlandes? Fragen über Fragen.
    • Firefly 14.11.2016 19:56
      Highlight Highlight Ja, das hat Putin gut eingefädelt! ;)
    • sambeat 14.11.2016 20:40
      Highlight Highlight Ich denke, von Anfang an richtig eingefädelt hat das alles Chuck Norris. Der wartet nur auf den richtigen Moment, dann räumt er auf! ;)

    • Triumvir 15.11.2016 08:26
      Highlight Highlight Putin hat Schritt drei seines diabolischen Plans zur Erlangung der teilweisen Weltherrschaft per Trumps Wahlhilfe in die Realität umgesetzt...Er und Trump haben die Welt wohl schon heimlich schön hälftig aufgeteilt. Fragt sich nur, zu welchem Teil wir gehören werden...
  • Don Alejandro 14.11.2016 18:51
    Highlight Highlight Keyword: Digitalisierung. Nehmen wirs doch gemütlicher und kehren wo notwendig in die analoge Welt zurück.
  • glass9876 14.11.2016 18:33
    Highlight Highlight Kann mir dann jemand sagen, wieso Snowden durch die Veröffentlichung der Clinton-Emails aktiv zum Wahlsieg Trumps beigetragen hat? Wurde ihm vielleicht Straffreiheit versprochen?
    • Madison Pierce 14.11.2016 18:47
      Highlight Highlight Wikileaks ist von Assange, nicht Snowden. Der kann zwei Gründe gehabt haben, einen ideellen und einen persönlichen:

      - Assange sagt, Wikileaks veröffentliche, was sie angeboten bekommen. Entweder er hat nichts zu Trump bekommen oder er lügt.
      - Clinton wollte Assange per Drohne ermorden lassen, deshalb hasst er sie. Sein Motiv war also gegen Clinton, nicht für Trump.
    • Ecoliat 14.11.2016 18:51
      Highlight Highlight O-ooo!
      Du meinst Julian Assange, den WikiLeaks-Gründer.
      Edward Snowden ist jemand anders, bitte informieren.
    • Winston Smith 14.11.2016 19:05
      Highlight Highlight Wirklich bemerkenswert, wie viele Leute Snowden mit Assange verwechseln plötzlich ... Wo wart ihr die letzten drei Jahre?!
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 14.11.2016 18:12
    Highlight Highlight Die Geister, die wir rufen...

    Isch schon so: wir sind sehr gläsern geworden. Und haben das neue Nachrichtengesetz angenommen.

    George Orwell lässt grüssen. Aktueller denn je.
  • Str ant (Darkling) 14.11.2016 18:10
    Highlight Highlight Wie gut das die Schweizer dem NDG zugestimmt haben
  • Raphael Stein 14.11.2016 18:05
    Highlight Highlight Wunderbar.
    "Trump wäre jedenfalls ein Dummkopf, wenn er die unter seinen Amtsvorgängern aufgebaute Überwachungs- und Spionage-Maschinerie nicht für eigene Zwecke nutzen würde. "

    Zu diesem Tool haben wir lustigen Schweizer doch gerade den Zettel mit JA ICH WILL, in die Urne reingesteckt.
    • kiawase 14.11.2016 22:17
      Highlight Highlight ja , da kommen wohl jetzt dem einen oder anderen NDB Leute das grosse Grauen ... ich finde das extrem lusting wie plötzlich alles ändert nur weil dieser Mensch jetzt der neue US Präsident ist. Wir leben in interessanten Zeiten und ich finde es ganz interessant.
    • Henzo 15.11.2016 02:35
      Highlight Highlight Ich hab ja gestimmt und bereue das überhaupt nicht.
    • Raphael Stein 15.11.2016 12:18
      Highlight Highlight Das musst du selber wissen, wie du abstimmst, aber immerhin, die Angstmacherei wirkt offenbar.
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