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Ob du Greta liebst oder hasst: Trenn dich von deinem alten Handy!

Ein Lastwagen liefert ca. 8 Tonnen Elektroschrott an zum Event und Medienfruehstueck des Wirtschaftsverbands Swico Recycling, fotografiert am Donnerstag, 3. Oktober 2019, in Zuerich. (KEYSTONE/Aladin  ...
Am 14. Oktober ist internationaler E-Waste Day. Und ja, das geht uns alle an ...Bild: KEYSTONE-SDA

Darum solltest du dich JETZT von deinen alten Handys trennen

Die Aktion #recyclelikethis ruft in Erinnerung, warum sich das Smartphone-Recycling für Mensch und Umwelt lohnt.
08.10.2019, 08:57

Bevor wir mit den harten News beginnen, eine Frage zum Aufwärmen:

Wie viel Gold lässt sich aus einer Tonne Smartphones gewinnen?

Gewusst? Am 14. Oktober 2019 ist internationaler E-Waste Day.

Ob Greta-Jüngerin oder Klimawandel-Leugner: Das Recycling von alten Smartphones betrifft uns alle. Und wir alle (oder fast alle) machen schlicht und ergreifend eine traurige Figur.

Zwar sammeln wir Glas, Blech, PET-Flaschen und weitere Stoffe und geben sie mehr oder weniger zuverlässig an den offiziellen Sammelstellen zurück. Mag lästig sein, aber irgendwie scheint es zu klappen. Mehr oder weniger.

Nicht so bei der Hardware, die uns am liebsten ist. Und die ein Grossteil der Bevölkerung für unverzichtbar hält.

Schätzungen zufolge lagern über zehn Millionen alte Geräte in den Haushalten.

Ganz egal aus welchem Grund wir die nicht mehr gebrauchten Handys zurückbehalten, und sie in einer Schublade oder auf einem Gestell verstauben lassen: Es ist dumm! Denn mit Recycling lässt sich der Klimawandel aktiv bekämpfen.

Die Swico schreibt:

«In 10 Jahren konnten dank der Rückgewinnung der Wertstoffe 38 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Davon fallen 80 Prozent alleine auf das Gold-Recycling aus. Zum Vergleich betrug der CO2-Ausstoss für den gesamten Flugverkehr der Schweiz im Jahr 2015 5 Millionen Tonnen.»
quelle: swico.ch

Aus einer Tonne Smartphones können tatsächlich 200 Gramm Gold gewonnen werden. Zum Vergleich: In einer Tonne Erz, aus der das Edelmetall aufwändig geschürft werden muss, stecken gerade einmal 4 Gramm Gold.

Bild
screenshot: swico.ch

Auch die grössten Kupfervorkommen befinden sich heute laut Swico im urbanen Gebiet, «nämlich in den grossen Mengen des anfallenden Elektroschrotts». So gewinne man zum Beispiel aus 20 Tonnen Elektroschrott eine Tonne Kupfer. Wolle man gleich viel Kupfer aus natürlichen Ressourcen schöpfen, müssten dafür 170 Tonnen Erz abgebaut werden.

Und jetzt zu dir!

Wie viele alte Handys liegen bei dir (ungebraucht) herum?

Zweiter Versuch, und jetzt ganz ehrlich!

Wie viele alte Handys führst du am 14. Oktober dem Recycling zu?

Wo zurückgeben?

Handys und andere Mobilgeräte können überall zurückgegeben werden, wo diese verkauft werden. Und zwar kostenlos – auch ohne dass man gleichzeitig etwas kauft. Zudem existieren verschiedenste Abgabestellen in Gemeinden und Städten sowie ergänzende Swico- und SENS-Sammelstellen.

Wer bezahlt das?

Ist bereits bezahlt. Durch uns. Die Konsumenten.

Seit 1994 wird in der Schweiz auf neue elektronische und elektrische Geräte eine vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) erhoben. Das Geld wird für das spätere «umweltgerechte Recycling der Geräte, die Wiederverwertung der Materialien und die saubere Entsorgung von nicht wiederverwertbaren Materialien und Schadstoffen verwendet», wie es heisst.

Die Hersteller machen freiwillig mit. Die meisten jedenfalls. Wobei dies wegen des grenzüberschreitenden Online-Handels je länger desto umstrittener ist. Die Politik denkt laut über ein Obligatorium nach. Zur Debatte steht auch eine Organisation, wie sie bei der Akku-Rückgabe bereits existiert.

Es gibt zwei Rücknahmesysteme, Swico und SENS. Die Migros-Tochter Digitec Galaxus ist Mitglied bei SENS, wie auch die Migros, Coop und weitere Schweizer Unternehmen.

Bei Swico Recycling sind fast alle bekannten Hersteller dabei*, gemäss Swico-Mitgliederverzeichnis:

  • Apple
  • Google
  • Huawei
  • Microsoft
  • Nokia
  • Samsung
  • etc.

* Bis auf wenige Ausnahmen, wie etwa die chinesischen Hersteller Xiaomi und Oppo.

Werden alte Geräte in Afrika entsorgt?

Nein. Jedenfalls nicht im grossen Stil.

Auch wenn man dies immer wieder hört: Korrekt entsorgte Geräte landen nicht in Afrika. Das sei wegen der strengen Kontrollen und drohenden Strafen ausgeschlossen, betonte die Swico letztes Jahr in einer Stellungnahme.

Auslöser war der österreichische Dokumentarfilm «Welcome to Sodom», der sich um die berüchtigte Müllhalde Agbogbloshie am Rand der ghanesischen Hauptstadt Accra dreht. Dort landeten alte Handys und Elektroschrott aus Europa.

«Elektroschrott nach Afrika zu exportieren ist illegal und wird entsprechend streng bestraft.»
Swico

Die Swico betont, dass die Schweiz mit den Recyclingsystemen Swico Recycling und SENS über ein weltweit einmalig funktionierendes Rücknahmesystem verfüge, das erst noch auf freiwilliger und privatrechtlicher Basis organisiert sei.

Der gesamte Recyclingprozess unterliege strengsten Kontrollen: Sammelstellen, Recyclingbetriebe, Zerlegebetriebe und auch die nachfolgenden Verarbeiter von kritischen Fraktionen würden in regelmässigen Abständen streng überprüft. Hauptverantwortlich dafür sei die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA.

«Welcome to Sodom» – illegale Handy-Entsorgung in Afrika

1 / 21
«Welcome to Sodom» – dein altes Handy ist bereits hier
quelle: zvg / camino-film.com
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Du willst mehr wissen?

Alle Infos gibts bei swissrecycling.ch.

(dsc)

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quelle: epa / christos bletsos
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Dein Abfall ist Gold wert

Video: srf

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Papedipupi
08.10.2019 09:06registriert Oktober 2014
"Denn mit Recycling lässt sich der Klimawandel aktiv bekämpfen."

Geil, ich kaufe mir ein paar Billighandys und recycle sie. JedeR muss seinen Beitrag leisten!
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AfterEightUmViertelVorAchtEsser___________________
08.10.2019 09:23registriert August 2017
Niemand kriegt mein Nokia 3310!!!
My preciousssss!!!
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leu84
08.10.2019 09:18registriert Januar 2014
Wenn dieser Elektroschrott nicht heimlich exportiert wird. Leider wird es immer noch gemacht. Man steckt den Schrott zwischen "halbfunktionierende" Geräte. Europa (auch die Schweiz) ist da keine Ausnahme.
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