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Hält das Produkt, was die Verpackung verspricht? Wir werden sehen ...
Hält das Produkt, was die Verpackung verspricht? Wir werden sehen ...Bild: watson
Review

«Revolutionär einfach» – was das neue WLAN-Wunderding von Devolo wirklich taugt

Es hat einen schlimmen Namen, kann aber die (privaten) Internet-Sorgen lösen: Der watson-Redaktor hat das «Multiroom WiFi Kit» von Devolo getestet.
12.02.2018, 20:0221.02.2018, 17:25

«Revolutionär einfach», steht auf der Verpackung. Na, wenn das kein Versprechen ist. Also ran ans Werk ...

Ob ich wohl auch gleich so viel Spass habe wie die netten Menschen auf dem Pressebild? (Spoiler: 😱)

Bild: zvg

Bekanntlich gibt es zwei Typen Menschen, was das Einrichten und die «Inbetriebnahme» neuer Geräte betrifft:

  • Da sind die Lesefaulen Waghalsigen («Ach, was weiss schon der Hersteller, ich lege spontan los!»)
  • und die Vorsichtigen («Ich studiere immer zuerst das Manual, selbst wenn es in Sanskrit verfasst ist»).

Ja, ich gehöre zur vorsichtigen Truppe. Was mich schon einige Lebensjahre gekostet – und viel Ärger erspart hat.

Wobei: Bei den meisten Manuals, die mir in die Hände fielen, kam ich ins Grübeln. Manche liessen mich an der Menschheit zweifeln. Andere waren so unverständlich formuliert und schrecklich gestaltet, dass ich deswegen Albträume hatte:

Falls es eine Hölle für Journalisten gibt, dann müssen sie dort auf immer und ewig Bedienungsanleitungen für Tech-Zeugs verfassen.

Aber es geht auch anders ...

Devolo erfindet das «Handbuch» neu

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Devolo erfindet das «Handbuch» neu (und macht's idiotensicher)
quelle: watson / daniel schurter
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Wofür ist das neue «Multiroom WiFi Kit» von Devolo gut?

Ja, zugegeben, es ist ein schlimmer Produktename. Aber er bringt in drei Worten auf den Punkt, was in anständigem Deutsch einen schwer verdaulichen Schachtelsatz erfordert: Es ist eine praktische und einfache Ausrüstung, um schnelles kabelloses Internet flächendeckend in dein Zuhause zu bringen.

Vorher und Nachher

image after
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Ohne oder doch mit Kabel?

Wenn das WLAN-Signal des Routers zu schwach ist, um abgelegene Zimmer mit schnellem Internet zu versorgen. Das merkt man, wenn man beim Surfen ausgebremst wird oder Netflix beim Streamen der Lieblingsserie unerklärlich stockt.

Die Adapter zum Multiroom WiFi Kit bringen aber nicht nur schnelles WLAN, sondern haben auch zwei Ethernet-Anschlüsse (Gigabit): Man kann also die Spielkonsole und/oder weitere Geräte anhängen, um die maximal verfügbare Geschwindigkeit der Internet-Verbindung in jedem Raum zu nutzen. Voraussetzung ist natürlich mindestens eine Steckdose vor Ort.

Mögliche Szenarien:

  • Dein WLAN ist deutlich langsamer, als du es angesichts des (teuren) Internet-Abos erwarten würdest.
  • Du lebst im Keller, der WLAN-Router nicht.
  • Du wohnst in einem Bunker, respektive einer Wohnung oder einem Haus mit undurchlässigen Stahlbetonwänden.
  • Du wohnst in einer Villa mit 30 Räumen. Oder in einer Wohnung, die sich über mehrere Stockwerke erstreckt.
  • Du willst zuhause flächendeckend das schnellstmögliche Internet, aber eine fixe Verkabelung kommt nicht infrage.
Transparenzbox
Devolo stellt dem Redaktor ein Multiroom WiFi Kit zu Testzwecken zur Verfügung. Die Leihgabe ist an keine Verpflichtungen bezüglich redaktioneller Berichterstattung geknüpft.

Diese Fachbegriffe musst du nicht unbedingt kennen, es schadet aber auch nicht 😉

  • DLAN-Adapter: Steckt man in die Steckdose, verbindet sich über die Stromleitung mit einer DLAN-Basisstation, die per Netzwerkkabel an den Internet-Router angeschlossen ist.
  • Powerline: Internet aus der Steckdose. Wird von Devolo als DLAN («Direct Local Area Network») bezeichnet. Die Technik, die statt Ethernet-Kabeln die Stromleitung verwendet, um Daten im Haus oder der Wohnung zu transportieren.
  • WiFi (Wi-Fi): Englisch für WLAN. Damit ist die kabellose Datenübertragung in einem lokalen Netzwerk gemeint.
  • WLAN Repeater: Das ist ein Gerät, das ein vorhandenes WLAN-Signal (vom Router) weiterverbreitet. Nicht zu verwechseln mit dem DLAN-Adapter, der sicherer ist, weil die Verbindung Punkt-zu-Punkt verschlüsselt werden kann.
  • «WiFi Clone»: Eine von Devolo entwickelte Technologie, die es den Devolo-Adaptern ermöglicht, automatisch die Einstellungen des WLAN-Routers zu übernehmen. Alles Wichtige gibt‘s in diesem YouTube-Video. Siehe auch WPS.
  • «WiFi Move»: So nennt Devolo seine Technologie, die es Smartphones und anderen Mobilgeräten ermöglicht, sich immer mit dem nächstgelegenen WLAN-Adapter zu verbinden. Man hat also immer die beste (kabellose) Verbindung, wenn man sich durch verschiedene Räume bewegt.
  • «WLAN AC»: Das ist nichts anderes als ein heute gebräuchlicher WLAN-Standard, der eine besonders schnelle Datenübertragung (bis zu 1300 MBit/s) ermöglichen soll.
  • WPS: Das Kürzel steht für WiFi Protected Setup und meint, dass man per Knopfdruck eine bestehende WLAN-Verbindung vom WLAN-Router auf andere Geräte kopieren bzw. klonen kann. In diesem Fall auf DLAN-Adapter von Devolo.
  • «Range+»: Devolos neuste Powerline-Adapter sind mit dieser patentierten Technologie ausgestattet, die schnellere und zuverlässige Datenübertragung gewährleisten soll.

Wo gibt’s das Multiroom-Kit und was kostet es?

Ab sofort im Handel. Ab ca. 340 Franken.

Ist das neu?

Jein. WLAN-Powerline-Adapter gibt’s schon länger von Devolo. Die 500er- und 550er-Modelle sind seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt. Aber damit kommt man nicht auf die Maximalgeschwindigkeit. Praktisch: Alte und neue Adapter lassen sich laut Devolo-PR-Mann «ohne Leistungseinbusse» kombinieren.

Das «Devolo dLAN 1200+ WiFi Kit» gibt‘s seit Herbst 2017.

Du willst kein WLAN, sondern «Kabel only»?

Auch dafür hat Devolo eine (aus meiner Sicht) überzeugende Lösung, die auf der Powerline-Technologie aufbaut.

Bild: watson

Die LAN-Adapter sind praktisch gleich gross wie die WLAN-Dinger und bieten (auf der Vorderseite) ebenfalls eine dreipolige Steckdose, um die besetzte Steckdose zu ersetzen.

Der schwarze Punkt ist kein Fliegendreck, sondern die Öffnung, aus der ein LED-Lämpchen leuchtet.
Der schwarze Punkt ist kein Fliegendreck, sondern die Öffnung, aus der ein LED-Lämpchen leuchtet.Bild: watson

Unten kann man bis zu drei Geräte via Ethernet-Kabel anschliessen. Dies kann zum Beispiel für die TV-Ecke sinnvoll sein, wo neben dem Smart-TV und der Stereoanlage vielleicht eine Spielkonsole steht. Oder dann ist man im privaten Büro über die Kabelverbindungen froh, um den Drucker anzuschliessen.

Bild: watson

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit sind Smart-Home-Geräte. Wenn man zum Beispiel die «Bridge» zur Steuerung eines Hue-Beleuchtungssystems über Kabel verbinden möchte.

Fabrizieren lässt Devolo seine Produkte in China, wie praktisch alle Konkurrenten. Die Qualität vermag zu überzeugen. Die Kunststoffgehäuse sind sauber verarbeitet, es gibt keine losen Teile oder störende Geräusche im Alltagsbetrieb.

Powerline ist nicht gleich Powerline
In der Vergangenheit gab es immer wieder Berichte über schlecht funktionierende Powerline-Verbindungen, respektive über Störungen durch andere Kabel, respektive Geräte, wie etwa Swisscom TV. Devolo versichert auf seiner Website, dass die eigenen DLAN-Adapter im gesamten Stromnetz des Hauses beziehungsweise der Wohnung funktionierten, egal ob Alt- oder Neubau. Dabei müsse es sich um ein zusammenhängendes Leitungsnetz handeln, zudem sei zu beachten, dass Leitungslängen von 300 Metern nicht überschritten werden. Stromzähler stellten zwar eine grosse Dämpfung für das Signal dar, blockierten es jedoch nicht in jedem Fall.

Jetzt müssen wir über die Software reden

Was das Hardware-Design betrifft, kann mich Devolo überzeugen: Mir gefällt die schlichte Linienführung, die glänzend weissen Kunststoffgehäuse fügen sich gut ins Zuhause ein und wirken trotz ihrer Grösse nicht störend bei den Steckdosen.

Bei der Software gibt‘s sicher Verbesserungspotenzial. Die grafische Benutzeroberfläche der «My Devolo»-App, wie auch des Cockpit-Programmes erinnert an die Vorkriegszeit.

screenshot: watson

Zur Ehrenrettung der deutschen Ingenieure und Entwickler muss man sagen, dass sie sich wohl auf wichtigere Bestandteile konzentrieren und die Programme ihren Zweck erfüllen: Man kann damit einfach Firmware-Updates einspielen und herausfinden, wo Verbindungsprobleme oder Engpässe bestehen.

PS: Dass Devolo die eigene Software benutzerfreundlich gestalten und modern verpacken kann, stellt die Firma aus dem westdeutschen Aachen, nahe der belgischen Grenze gelegen, mit der Home-Control-App unter Beweis. Es dauert hoffentlich nicht mehr lang, bis auch My Devolo und Cockpit erneuert werden.

Sonst noch was?

Nicht jeder WLAN-Router hat einen WPS-Knopf.

Eine Anleitung für Router von TP-Link gibt’s hier (PDF).

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