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Klingt fast zu gut, um wahr zu sein? Die Erfinder von «DeepCovid» sind Forscher von der renommierten US-Universität Princeton. Und sie wollen schon bald «liefern». Bild: unsplash / Corinne Kutz

App soll schon bald Corona-Infektionen erkennen – das musst du wissen

Die US-Firma NeuTigers arbeitet an einem Corona-Echtzeit-Test, der auf handelsüblichen «Wearables» wie der Apple Watch funktioniere. Hier sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur «CovidDeep»-Technologie.



«Keine Drähte, keine Nadeln, keine Schmerzen.»

Versprechen der CovidDeep-Entwickler

Während eine Corona-Impfung auf sich warten lässt, gilt das häufige Testen als Schlüssel zur Eindämmung der Seuche und für eine weitergehende Öffnung der Wirtschaft.

Beim gegenwärtigen Prozedere sind die Gesundheitsbehörden allerdings vielerorts nicht in der Lage, mit den Ansprüchen bezüglich der Corona-Tests Schritt zu halten. Öfters lassen Resultate auf sich warten. Zudem sollten sich viel mehr Menschen testen lassen. Und dies immer wieder.

Hier könnte eine neuartige «Wearable»-Technologie helfen, die schon in wenigen Wochen marktreif sein soll. Das stellen die Entwickler von CovidDeep in Aussicht.

So viel scheint schon heute klar: Wenn die Technik wie versprochen funktioniert, hat sie das Potenzial, den Verlauf der Corona-Pandemie entscheidend zu beeinflussen.

Das Wichtigste in Kürze

Ausgangslage

In Grossbritannien zeigt sich dieser Tage ein Problem, das wegen der Corona-Pandemie vielen Ländern droht: Die Gesundheitsbehörden sind mit dem massenhaften Testen überfordert. Die Covid-19-Erkrankungen nehmen zu.

Experten warnen, die britische Regierung habe «die Kontrolle über das Virus verloren» und für die Bevölkerung sei es zunehmend schwierig oder unmöglich, sich schnell testen zu lassen. Es handle sich nicht mehr um kleine Ausbrüche, auf die man einwirken könne, zitiert der «Guardian» einen früheren Regionaldirektor des National Health Service (NHS).

Doch genau das wäre nötig, damit die Strategie zur Seuchenbekämpfung funktioniert: «Test, Trace and Isolate» (Testen, Nachverfolgen und Isolieren) setzt bislang voraus, dass Infektionen möglichst rasch erkannt und durch einen biologischen Test bestätigt werden. Erst dann können sich die Contact-Tracing-Teams an die Arbeit machen und möglicherweise infizierte Kontakte ausfindig machen. Und die mittlerweile in vielen Ländern verfügbaren Proximity-Tracing-Apps setzen zwingend ein positives Testresultat voraus, um Dritte mit einem Hinweis auf dem Smartphone anonym warnen zu können.

Hier will CovidDeep ansetzen. Es ist eine neuartige Technologie, entwickelt von US-amerikanischen Forschern, die viele herkömmliche Coronatests überflüssig machen würde. Das Konzept sieht vor, dass man nur eine App auf der Smartwatch installieren muss und in der Folge automatisch und rund um die Uhr die Gesundheit überwachen lassen kann.

Die Entwickler schreiben:

«CovidDeep erfordert keine Anwesenheit einer Krankenschwester oder eines Arztes während des Tests. Es verwendet physiologische Signale, die mit handelsüblichen Geräten extrahiert wurden, und erzielt eine hohe Testgenauigkeit. Als Ergebnis bietet es einen Testmechanismus, der genau und für die Öffentlichkeit leicht zugänglich ist. Darüber hinaus erfordert dieser Mechanismus nur wenige Minuten Datenerfassung von einer Person, um eine Schlussfolgerung zu ziehen.»

quelle: medienmitteilung

«CovidDeep bietet ein schnelles Echtzeit-Screening – so kann der Einzelne früher eine Selbstquarantäne durchführen, schneller eine Behandlung erhalten und die Welt kann wieder arbeiten und die Wirtschaft in Gang bringen.»

Wie funktioniert es?

Die Entwickler schreiben:

«Unsere Lösung, CovidDeep genannt, ist ein KI-gestütztes Monitoring- und Screening-Tool, das die verschiedenen Phasen der Covid-19-Infektion erkennen kann, von gesund (Covid negativ) über asymptomatisch (Covid positiv, kann zu Hause bleiben) bis symptomatisch (Covid positiv, muss ins Krankenhaus eingewiesen werden).»

Zunächst mussten die Forscher Daten von Corona-Patienten beschaffen, um darauf basierend ihr Software-Modell für die Covid-19-Erkennung zu perfektionieren. Es ging um eine Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI), oder etwas genauer, um ein künstliches neuronales Netzwerk.

Vom Gehirn inspiriert

Der Technische Leiter von NeuTigers, Vishu Ghanakota, erklärte gegenüber dem «Observer», dass die Forscher einen Algorithmus entwickelt hätten, der von der Funktionsweise des menschlichen Gehirns inspiriert sei.

«Wenn wir Kleinkinder sind, haben wir einen ganzen Haufen von Neuronen. Tatsächlich haben wir mehr Neuronen, wenn wir klein sind, als wenn wir alt sind. Wenn wir uns mit der Welt auseinandersetzen, wenn wir neue Dinge erleben, werden die Verbindungen hergestellt. Und alles andere, die Neuronen, die keine Verbindungen bilden konnten, werden weggeschnitten», erklärte Ghanakota.

in den herkömmlichen Modellen des maschinellen Lernens fänden die Verbindungen zwischen den einzelnen Schichten statt; es gehe von einer Schicht zu einer anderen Schicht und so weiter. Und es habe sich traditionell erwiesen, dass mehr Schichten zu einer besseren Genauigkeit führen, weil jede Schicht Nuancen in dem, was man zu erkennen versuche, aufnehme.

Das Forschungsteam in Princeton habe diese althergebrachte Auffassung umgedreht und sich gesagt, dass das menschliche Gehirn nicht so funktioniere. «Das menschliche Gehirn hat nur sechs oder sieben Schichten, und es ist immer noch bemerkenswert genau bei verschiedenen Aufgaben», erklärte Ghanakota. Das menschliche Gehirn sei in der Lage, sich über verschiedene Schichten hinweg zu verbinden, und genau dies hätten die Forscher versucht, umzusetzen: «Sie entwickelten einen Algorithmus, um die menschliche Gehirnfunktion im Wesentlichen zu digitalisieren. Sie verfügen über mehrere Algorithmen, die nicht nur die Grösse der neuronalen Netzwerke reduzieren können, sondern die auch bemerkenswert genau sind.»

Dann ging es daran, die Algorithmen zu trainieren.

Der Technische Leiter erklärt:

«Das erste, was in das maschinelle Lernen einfliesst, sind die Daten. Deshalb haben wir Ärzte im Krankenhaus diese Patienten testen lassen, sie auf ihre Symptome hin untersucht und ihren Covid-Status gekennzeichnet. Und dann sammelten wir auch die Sensordaten von ihnen. Und so haben wir sie zusammengefügt und in ein neuronales Netz verwandelt.»

Die Daten stammen aus einem Epizentrum der Corona-Krise vom Frühjahr – der italienischen Region Lombardei. Gemessen und erhoben wurden die Daten mit einer für medizinische Zwecke geeigneten Smartwatch vom Typ «Empatica E4» sowie einem Samsung-Smartphone, dem Galaxy S8.

«Die Smartwatch hat Sensoren für die galvanische Hautreaktion (GSR). Sie hat Sensoren für die Hauttemperatur. Sie verfügt über Sensoren zur Messung der Herzfrequenz. Und obendrein haben wir auch noch einen Blutdruck- und Pulsoxymeter zur Messung der Sauerstoffsättigung hinzugefügt.»

Die Wissenschaftler konnten physiologische Daten von 87 Personen aus vier Kohorten sammeln, darunter gesunde, asymptomatische (aber SARS-CoV-2-positive) sowie mässig und schwer symptomatische Covid-19-Patienten.

Das von den Forschern entwickelte Modell zur Covid-19-Erkennung genügte nicht: Da die gängigen Smartwatch-Modelle – allen voran Marktführer Apple mit seiner Apple Watch – nicht über die oben erwähnten Spezialsensoren verfügen, mussten die Forscher ihre Software anpassen.

Der Technische Leiter sagte, das Forschungsteam habe im Wesentlichen 10 verschiedene Kombinationen von Modellen mit verschiedenen Genauigkeitsgraden von über 90 Prozent entwickelt. «Wenn Sie also keinen GSR-Sensor mit galvanischer Hautreaktion haben, wenn Sie nur eine typische Smartwatch mit Hauttemperatur- oder Herzfrequenzmonitor haben, können wir das Modell trotzdem einsetzen.»

«Sie tragen die Uhr, starten die App auf dem Mobilgerät, und dann können wir die Daten erfassen. Es dauert nur etwa 15 bis 20 Sekunden der Datenerfassung, bis die Modelle Ihren Status vorhersagen können.»

Vishu Ghanakota, CTO

Die Ursprünge des Projekts lagen in der Entwicklung eines Modells zur Diagnose von psychischen Erkrankungen und Diabetes, wie der technische Leiter weiter erklärte. Die Forscher verfügten noch immer über diese Modelle und könnten damit «Validierungsstudien» einleiten. «Tatsächlich waren wir dazu in der Lage, bevor der Ausbruch des Virus begann.»

Für Patienten mit psychischer Erkrankung werde dies wahrscheinlich noch viel wichtiger werden. Die Pandemie betreffe viele Menschen auf unterschiedliche Weise.

Ist das zuverlässig?

Der Technische Leiter:

«Wir sind in der Lage, zu unterscheiden zwischen einer gesunden Person, jemandem, der scheinbar gesund ist, aber asymptomatisch und noch in der Lage ist, das Virus zu tragen, und jemandem, der tatsächlich offensichtliche Symptome des Virus hat.

Und wir können feststellen, dass es sich speziell um Covid-19 handelt. Es stellt sich heraus, dass das Virus eine einzigartige Signatur hat in der Art und Weise, wie es auf den Körper einwirkt, und die Sensoren sind in der Lage, auch diese Daten zu erfassen.»

Vishu Ghanakota, CTO

Ghanakota betonte gegenüber dem «Observer», dass Validierungsstudien gestartet wurden: «Wir haben eine in Paris, eine in der Nähe von Genf, eine in Nordafrika, eine weitere in Japan und noch eine weitere in Indien.» Es gehe darum, wissenschaftlich sicherzustellen, dass die gleiche Datengenauigkeit (wie in Italien) auch für Menschen mit unterschiedlichen ethnischen und finanziellen Hintergründen etc. gelte.

Und der Schutz der persönlichen Daten?

Der Datenschutz sei gewährleistet, versichern die CovidDeep-Entwickler. Und dies im Sinne der relativ strengen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Der Technische Leiter betont zudem, dass ein Ethikausschuss die Forschungsarbeiten genehmigt habe:

«Wir sammeln keine persönlichen Informationen über den Patienten, sie sind für das Modell nicht wirklich relevant. Wir drängen uns nicht auf, wir stecken keine Nadeln in die Patienten und sammeln keine Blutproben, da dies für das Modell nicht relevant ist. Dann haben wir zwei Monate damit verbracht, die Daten von etwa 100 Patienten an verschiedenen Orten zu sammeln und dann eine Analyse durchgeführt, um zu diesem Modell zu kommen.»

Vishu Ghanakota, CTO

Das zunehmende diagnostische Potenzial von Smartwatches werde Fragen des Schutzes der Privatsphäre am Arbeitsplatz in den Vordergrund rücken, prognostizierte «Business Insider» nach einem Interview mit dem NeuTigers-Co-Gründer Adel Laoui. «Denn ohne Leitplanken könnten Unternehmen schon bald einen beispiellosen Einblick in den physischen und psychischen Zustand ihrer Mitarbeiter erhalten.»

Als Reaktion auf die Corona-Krise habe Fitbit beispielsweise eine «Ready for Work»-Plattform eingeführt, die mit Hilfe von Smartwatches die Wahrscheinlichkeit bewerte, dass ein Mitarbeiter infiziert sei. Und leite diese Informationen über ein Monitoring-Softwaretool an den Arbeitgeber weiter.

Brauchts zwingend eine Smartwatch?

Der NeuTigers-Technikchef verneint.

«Die meisten Menschen haben Zugang zu einer Art Blutdruckmessgerät – Sie können zum Beispiel zu Ihrer örtlichen Apotheke gehen und sich den Blutdruck messen lassen. Und dann ein Finger-Pulsoxymeter, etwas, das Sie bei Amazon für 20 Dollar bekommen können. Und allein die Kombination dieser beiden Geräte und ein kurzer Fragebogen zu Ihren Symptomen kann uns eine Genauigkeit von 95 Prozent bringen.»

Vishu Ghanakota, CTO

Macht das die SwissCovid-App überflüssig?

Nein, definitiv nicht. Wie die Corona-Warn-App muss auch der Corona-Echtzeit-Test für die Smartwatch als ein technisches Hilfsmittel verstanden werden im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Sofern CovidDeep tatsächlich wie geplant in den kommenden Monaten lanciert werden kann.

Und jetzt du!

Was hältst du von einer solchen Screening-App?

Würdest du eine solche Corona-Test-App nutzen?

Quellen

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gubbe 08.09.2020 16:22
    Highlight Highlight Vor Op's wird dem zu operierenden Blut abgenommen und analysiert. Denn 'Eine normale Sauerstoffsättigung ist keine Garantie für eine ungestörte Ventilation. Die direkte Bestimmung der O2-Sättigung im Blut kann nur mit einer Blutgasanalyse aus einer Blutprobe erfolgen'. Diese Fingerklammer kann verfälscht werden durch schlechte Durchblutung der Extremitäten, selbst Reflexionen können das Resultat verändern. So wird der Pulsoximeter nur für die nachträgliche Überwachung eingesetzt. Ich begrüsse jeden Fortschritt, dieses Gerät wurde aber nicht gegen Covid-19 entwickelt.
  • Tomtom64 08.09.2020 16:10
    Highlight Highlight Will sich da womöglich ein zwei Jahre altes Tech-Startup für ein paar hundert Millionen übernehmen lassen? Oder zumindest Geld für eine neue Finanzierungsrunde sammeln? Genau danach sieht das für mich aus. Glaube nicht, dass seriöse Forschende/Entwickelnde nach Tests mit 87 Probanden so grosse Töne spucken würden.

    Sorry Schurti, da bin ich zu lange an den Finanzmärkten tätig um nur das Positive zu sehen. Vorerst vertrau ich da lieber unserer Covid-App, respektive den bekannten Tests.
  • Posersalami 08.09.2020 15:07
    Highlight Highlight Mir ist nicht ganz klar, wieso das mit dem Testen ein so grosses Problem ist in den angeblich entwickelten westlichen Ländern.

    Südkorea oder Taiwan bekommen es ja auch locker hin!

    Vielleicht einfach mal dort anrufen und nachfragen, wie man sowas organisiert?
  • Chalbsbratwurst 08.09.2020 14:43
    Highlight Highlight Ich bin aktuell bei mehreren Punkten noch etwas skeptisch:
    1. Der Datenschutz weil hier doch ziemlich viele Daten gesammelt werden, die keinesfalls in falsche Hände geraten sollten (auch nicht in die Hände von Hackern).
    2. Die Zuverlässigkeit: Kann diese Software wirklich zwischen einer grippelen Erkältung und Covid-19 unterscheiden? Oder ist es nur eine Vermutung?
    3. Die Akzeptanz dieser App in der Bevölkerung wegen Punkt 1 und 2.

    Zudem trage ich z.Bsp. nie etwas am Handgelenk, weil das die Unfallgefahr in meinem Job erhöht und ich es auch in der Freizeit störend finde.
  • Maya Eldorado 08.09.2020 12:33
    Highlight Highlight Da war doch mal ein Mann Namens Orwell. Der hat ein Buch geschrieben "1984".
    Er prognostizierte darin den zukünftigen vollkommenen Ueberwachungsstaat. Nur findet das ganze nun viel subtiler statt.
    Ich habe gar nichts gegen die Verfolgung der Daten wegen Covid. Aber was da noch ganz geheim im Hintergrund läuft haben wir keine Ahnung.
    Augen offen halten und nicht alles wie kleine Kinder schlucken.
    In einigen Jahren werden wir dann genauer wissen was wirklich los war.
    Das ist ja nicht das erste Mal, dass geheim ungerechtfertigt Daten gesammelt wurden.
    Und jetzt: "Blitze!"
    • Chalbsbratwurst 08.09.2020 16:26
      Highlight Highlight @Maya Eldorado: Ok ich habe geblitz weil du darum gebeten hast, aber eigentlich finde ich deinen Kommentar gut ;-)
    • Autokorrektur 08.09.2020 17:11
      Highlight Highlight Ach, komm, es sollte doch längst bekannt sein, dass die Fichenaffäre nie beendet wurde. Allein schon die Tatsache, dass private Unternehmen über die Solvenz und damit Existenz privater Personen nach Gutdünken und intransparenten Methoden entscheiden (Multicheck, moneyhouse, Intrum Justitia, Bonitätsprüfungen durch Firmen), sagt einiges darüber aus, wrlche Daten schon im Umlauf sind. Meine Adresse inkl. Telefonnummer wurde mal vom Meldeamt weiterverkauft...! Das war vor zehn Jahren schon so.
  • Lupo Lupus 08.09.2020 12:30
    Highlight Highlight Ähhhh...Nein.

    Da werden die Dauerbesorgten nicht mitmachen, weil sie ja vielfach schon Angst vor der Covid-App haben. Das wäre für die ja der Daten-Super-GAU.

    Auf der anderen Seite sind dann die Covid-Hysteriker, sie werden fordern, dass es für die App mit Smartwatch eine Pflicht braucht, zusammen mit einem Covid-App und Maskenzwang in Privaträumen.

    Cool was technisch alles geht, aber ich lasse da die Hände weg. Privat brauche ich den Schnickschnack nicht und vor Covid hab ich auch keine Angst.
    • Autokorrektur 08.09.2020 17:12
      Highlight Highlight Deine Abenteuer kenn ich – ging jeweils nicht so gut für dich aus, wenn du "keine Angst" hattest, oder? 😉😂
  • Pisti 08.09.2020 12:30
    Highlight Highlight Wenn die APP so zuverlässig ist wie der PCR-Test wird es ja ein voller Erfolg.....nicht!
  • Nevermind 08.09.2020 11:11
    Highlight Highlight Ist das sowas wie die Bluttests von Theranos? Wo darf ich investieren?
    • King Ricky Bobby 09.09.2020 06:45
      Highlight Highlight Der war gut ;)
  • nichtMc 08.09.2020 10:53
    Highlight Highlight Das Versprechen COVID-19 zu erkennen, werden sie wohl nicht einhalten können. Vorallem nicht mit ihrer Datenlage.

    Vorstellen kann ich mir aber, dass sie Atemwegserkrankungen allgemeiner Art erkennen können.
  • müüüsli 08.09.2020 09:47
    Highlight Highlight Ich benutze ein Whoop Band als Fitnesstracker. Bereits im Frühling wurde die Funktion der Atemfrequenzmessung ergänzt, interne Studien haben hezeigt, dass eine höhere Atemfrequenz auf eine Covidinfektion hindeutet und die App einen so vorwarnen kann.
    Zum Glück wurde ich bisher nicht infiziert, wenn es aber so weit kommt, bin ich gespannt ob die Daten mich vorwarnen werden.

    https://www.whoop.com/how-whoop-is-fighting-covid-19/
    • dmark 08.09.2020 11:24
      Highlight Highlight Diese Art und Weise wird auch schon von anderen Apps, bzw. Wearables verwendet. Sie weisen allerdings darauf hin, dass der alleinige Anstieg des Pulses/Atemfrequenz noch kein wirklicher Indikator für Covid, sondern auch für andere Virusinfektionen sein könnten.
      Sagen wir mal so - diese Art der Überwachung ist mal nicht schlecht - ersetzt aber keinen Test.
  • chrissy_dieb 08.09.2020 09:42
    Highlight Highlight Das Ganze ist in unterschiedlichster Hinsicht unseriös:

    1. 87 Probanden - ungenügend für dieses Model und Validierung
    2. p-Hacking lässt grüssen.
    3. Nur unterteilt in gesund, asymptomatisch krank und symptomatisch krank. Mit diesen einfachen Input-Grössen wird man nie eine Covid19 Infektion, eine Grippe Infektion, ein Herzproblem oder das Sporttreiben unterscheiden können.

    Aber immerhin wird es schön zeigen, dass wearables & machine learning komplett überbewertet sind für die Lösung echter Probleme.
    • SoullessStone 08.09.2020 10:06
      Highlight Highlight Bin im Grossen und Ganzen deiner Meinung.
      Doch Machine Learning wird zur Lösung von vielen echten Problemen bereits verwendet.
      Einige Beispiele:
      * Bildererkennung (reale Anwendung z. B. bei selbstfahrenden Fahrzeugen, Überwachung usw.)
      * Mustererkennung (Kreditkartenmissbrauch, Internetsicherheit)
      * Datenanalyse (Auswertung von Satelitenbilder für die Voraussage von Landslides, Marketing, Filialenmanagement etc)
      Hatte durch mein Studium viel damit zu tun und nun auch beruflich Kontakt und das Thema entwickelt sich stetig weiter. Konkrete Lösungen sind keine Zukunftsmusik!
    • chrissy_dieb 08.09.2020 10:25
      Highlight Highlight @SoullessStone
      Ja, ich möchte machine-learning nicht schlecht reden. Sicherlich hat es seine aktuellen und zukünftigen Anwendungen. Ich kritisiere im Wesentlichen nur:

      1 Bleiben wir bei realistischen Anwendungen und überverkaufen die Technologie nicht (wie hier)
      2 Sein wir uns bewusst, das schlechte oder ungenügende Daten mit machine learning nicht korrigiert werden können (wie hier)
      3 ANNs gibt es seit den 40ern - es ist nicht die Revolution. Neu ist, dass es auf einem smartphone läuft
      4 Solange es Taxis und Ampeln im Webformular nicht erkennt, kann es auch kein Covid19 diagnostizieren
    • @schurt3r 08.09.2020 10:36
      Highlight Highlight Danke, werde deine Meinung gleich an die Princeton-Forscher weiterleiten, damit sie das Vorhaben sofort stoppen. * Ironie off *
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hans Jürg 08.09.2020 09:37
    Highlight Highlight Warten wir mal ab, ob das in der Realität wirklich einigermassen zuverlässig funktioniert. Irgendwie tönt das für mich alles nach Hokuspokus.

    Es wäre sehr erstaunlich, wenn es gelänge, in so kurzer Zeit eine Methode zur zuverlässige Echtzeit-Erkennung einer Infektion exakt eines speziellen Virus zu erkennen.

    Seit 30 Jahren wird daran geforscht, den Blutzuckerwert mittels Sensoren, die nicht in die Haut eindringen, zu messen. Jedes Mal, wenn "der Durchbruch" da war und so eine Zuckeruhr kurz vor der Markteinführung stand, zogen die Firmen diese zurück und man hörte nie mehr etwas davon.
    • bernd 08.09.2020 11:45
      Highlight Highlight Das stimmt nicht. Theranos hat nicht vor der Markteinführung zurückgezogen. Sie haben nicht funktionierende Produkte auf den Markt geworfen :)
    • Autokorrektur 08.09.2020 11:53
      Highlight Highlight Und du denkst wirklich, das hängt mit der Untauglichkeit der Produkte zusammen? 😏 Das gleiche geschah mit Elektromotoren, mit div. erneuerbaren Energien und Technologien.
    • Hans Jürg 08.09.2020 13:03
      Highlight Highlight @bernd: So viel ich weiss, hat Theranos auch Bluttropfen für ihre Diagnosegeräte benötigt. Klar haben die betrogen. Aber m.W. hatten die keine "blutlose" Zuckeruhr auf dem Markt.
  • Masus 08.09.2020 09:34
    Highlight Highlight Das ist wie wenn man aus der Wassertiefe des Thunersees versuchen würde herauszufinden, wie viele Leute reingespuckt haben. Es gibt einen Zusammenhang, aber er ist so klein, dass man beinahe unmöglich Rückschlüsse darauf machen kann.
    • @schurt3r 08.09.2020 10:35
      Highlight Highlight Die Menschen, die die Welt (technisch) weitergebracht haben, waren schon immer die, die von Anfang sagten: «Das geht eh nicht!» 🙈
    • Tom79 08.09.2020 13:18
      Highlight Highlight Wer aber was von Technik versteht würde trotzdem die Finger davon lassen. A man weiss noch zu wenig über Covid um Fehler zu erkennen. B genügend Datensätze welche auch verifiziert sind gibt es erst in Monaten. Zu viele Ungewissheiten und Fehlermöglichkeiten. Als Warnsystem und vorsorgeTool okey kann in 3 Monaten soweit sein. Einen echden Test ersetzen kann er noch nicht, das brauch mehr Zeit mehr Wissen mehr Reverenzdaten. Aber man kann damit bestimmt bei gewissen Stellen Fördergelder abgreifen.
    • Masus 08.09.2020 13:31
      Highlight Highlight Ach lieber Schurter, ich kenne dich nicht, also urteile ich auch nicht über dich. Lass mich dir stattdessen etwas über mich erzählen: ich bin IT-Spezialist und habe einen Schweizer Hochschulabschluss mit Spezialisierung auf Machine Learning. Dieses Thema ist also ziemlich genau meine Expertise. Ausserdem arbeite ich tagtäglich an technisch fortschrittlichen Projekten. Leider muss ich aber als Fachmann feststellen, dass jedes Produkt, das den Begriff Machine Learning verwendet automatisch als Magie behandelt wird, was es leider nicht ist. Die Mathematik gibt auch hier gewisse Regeln vor.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Masus 08.09.2020 09:33
    Highlight Highlight Genau was wir brauchen, noch mehr unzuverlässig Tests und Quarantänen!

    Beim Vergleich zweier verschiedener Uhren kann der gemessene Puls schon mal 20% auseinander gehen. Basierend auf diesem schlechten Signal wollen sie nun einen komplett unzusammenhängenden Wert klassifizieren (Civid/NoCovid)!?

    Selbst mit einem guten Signal dürfte dies sozusagen unmöglich sein, da es für eine Veränderung im Puls unzählige möglichen Ursachen geben kann.
    • @schurt3r 08.09.2020 14:32
      Highlight Highlight Die Forscher schreiben ja selbst:

      «Since data were collected from only 87 individuals, despite being augmented with synthetic training data drawn from the real training data probability distribution, more work is needed for validating the various DNN models in the field, especially
      since the data were obtained from a single location in Italy. This process has begun across various continents.»

      Ich finde, wir sollten auf vorschnelle Urteile verzichten und schauen, was noch kommt.
  • PlayaGua 08.09.2020 09:29
    Highlight Highlight Sehr spannend, auch wenn ich als Laie nicht nachvollziehen kann, wie das funktionieren soll.

    Kommen wir zum praktischen Problem: Der Grossteil installiert nicht mal die Tracing App, da wird sich auch eine dauerüberwachende Uhr nicht durchsetzen.
    • ursus3000 08.09.2020 10:03
      Highlight Highlight Niemand kann sich vorstellen, was eine Künstliche Intelligenz macht, sonst wäre es ja eine normale.
    • Amboss 08.09.2020 10:13
      Highlight Highlight Die Uhr muss einfach in der Lage sein, Facebook und Whatsapp anzuzeigen, dann wird die Uhr schon benutzt.

      Dies im Gegensatz zur Tracing App, welche aus Datenschutzgründen viele nicht installieren möchten...
    • Masus 08.09.2020 13:33
      Highlight Highlight Etwas zum technischen Hintergrund in meinen zwei Kommentaren weiter oben.
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