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Eine Cablecom Buchse in einem Wohnzimmer am Freitag, 11. April 2014, in Zuerich. Der Kabelnetzbetreiber UPC Cablecom stellt 2015 das analoge Senderangebot definitiv ein. Bereits im Juni werden weitere acht analoge TV-Sender abgeschaltet und das digitale Angebot ausgebaut. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Diese Buchse wird teurer und teurer: Der Kabelanschluss von UPC kostet neu 478.80 Franken pro Jahr. Bild: KEYSTONE

Reine Geldmacherei? Darum kostet der UPC-Anschluss ab April mehr als die Billag-Gebühren

Ab April 2018 verlangt UPC für den Kabelanschluss 39.90 Franken im Monat. Viele Mieter bezahlen diese Gebühr für das TV- und Internet-Grundangebot, ohne dass sie es wissen – manche sogar doppelt. So lässt sich dies vermeiden.



Die Gebühren für den Kabelanschluss steigen bei UPC so regelmässig wie die jährliche Prämienerhöhung der Krankenkasse ins Haus flattert. Noch 2013 verlangte UPC (ehemals Cablecom) monatlich 24.10 Franken für das Grundangebot, das aktuell 80 TV-Sender, einen Festnetz-Anschluss und eine sehr langsame Internetverbindung mit 2 Mbit/Sekunde umfasst. Ab April sind es 39.90 Franken pro Monat. «Das ist eine Preiserhöhung von rund 66 Prozent während der letzten fünf Jahre», sagt Telekomexperte Ralf Beyeler vom Preisvergleichsdienst Moneyland.

Seit 2012 hat UPC die Gebühren für das Grundangebot bzw. für den Kabelanschluss kontinuierlich erhöht, wie die folgende Grafik zeigt

Gebühren für Kabelanschluss bei UPC (in Franken pro Monat)
Infogram

Neu werden für Verwaltungen bzw. Liegenschaftsbesitzer 39.90 Fr./Monat bzw. 478.80 Fr./Jahr für den Kabelanschluss fällig. In der Gebühr für den Kabelanschluss bzw. das Grundangebot sind 80 TV-Sender und auf Wunsch ein Festnetz- sowie langsamer Internetanschluss mit 2 Mbit/Sekunde enthalten. grafik: watson / quelle: srf

UPC betont, dass es sich um «keine grundsätzliche Preiserhöhung des Kabelanschlusses» handelt. Die Erhöhung betreffe ausschliesslich Verwaltungen bzw. Liegenschaftsbesitzer. «Kein Endkunde erhält eine Preiserhöhung von UPC», sagt Mediensprecher Bernard Strapp. Was verwirrend klingt, ist eigentlich einfach: Wer ein Abo wie «Connect» oder «Connect & Play» hat oder den Kabelanschluss direkt an UPC bezahlt, ist von der Gebührenerhöhung nicht betroffen, wer die Gebühr als Mieter über seinen Vermieter begleicht, zahlt ab April mehr.

Telekomexperte Ralf Beyeler kommentiert den erneuten Preisaufschlag so:

Das Problem:

Anscheinend informieren viele Vermieter ihre Mieter nicht über die regelmässigen Aufschläge beim Kabelanschluss, berichtet das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». UPC-Sprecher Strapp widerspricht dieser Darstellung: Die Informationen würden in den meisten Fällen «1:1 weitergegeben», sagte er «Espresso».

Fakt ist: Den Mietern selbst fällt oft nichts auf, da die gestiegenen Gebühren in den Mietnebenkosten versteckt sind und UPC die Aufschläge in Salamitaktik gut zu verschleiern weiss. Die Kabelnetzbetreiberin kann folglich ihre Gebühren heben, ohne gross Gefahr zu laufen, dadurch viele Kunden zu verlieren.

«Viele Mieter bezahlen diese Gebühr, ohne dass sie es wissen. Der Grund: Viele Vermieter verrechnen die Kosten für den Kabelanschluss über die Nebenkosten-Abrechnung.»

Ralf Beyeler

Die Kosten für den UPC-Anschluss können sich in den Nebenkosten der Wohnung oder gar in der Nettomiete verbergen. Viele Mieter sind sich daher nach wie vor nicht bewusst, dass sie zusätzlich zu ihrem UPC-Abo auch noch monatliche Gebühren in der Höhe von fast 40 Franken für den Kabelanschluss bzw. das Grundangebot über die Miete bezahlen. Bei vielen Kunden kommen so zu den direkten Kosten für das UPC-Abo jährlich 478.80 Franken «verdeckte Kosten» hinzu, sprich mehr als die Billag-Gebühren.

Wer nicht aufpasst, zahlt doppelt für den UPC-Anschluss

Mieter können die seit Jahren steigenden Gebühren für den Kabelanschluss mit dem richtigen Abo reduzieren. Seit Ende 2016 bietet UPC TV- und Internet-Abos an, welche die Gebühr für den Kabelanschluss bereits enthalten. Kunden, die über die neuen Abos «Connect» oder «Connect & Play» verfügen oder den Kabelanschluss direkt an UPC bezahlen, sind daher von der Gebührenerhöhung nicht betroffen. Sie müssen die Grundgebühr nicht mehr über die Mietnebenkosten bezahlen, sofern sie dem Vermieter gemeldet haben, dass sie die Gebühr via Aborechnung direkt an UPC zahlen. Wer dies dem Vermieter nicht schriftlich mitteilt, zahlt die Gebühren doppelt, einmal im Abo und zusätzlich via Vermieter. Es lohnt sich daher dem Vermieter mitzuteilen, dass man die Gebühr direkt zahlt und sie folglich nicht mehr über die Mietnebenkosten erhoben werden darf. Der Vermieter muss dem Mieter darauf bestätigen, dass er künftig nicht (mehr) doppelt für den UPC-Anschluss bezahlt.

In der Schweiz hat zudem jeder Mieter das Recht, den Kabelanschluss zu kündigen. Mit den jährlichen Gebührenerhöhungen lohnt sich dieser Schritt immer mehr, denn fernsehen und telefonieren kann man genau so gut ohne teuren Kabelanschluss.

Gut zu wissen: Für TV und Festnetz braucht man keinen Kabelanschluss, sofern man ein genügend schnelles Internetabo (ca. 20 bis 40 Mbit/s) eines beliebigen Internetproviders hat. Das Live-TV-Programm von SRF, ARD etc. kann genau so wie Netflix auf das TV-Gerät gestreamt werden. Das geht am einfachsten mit einer TV-App von Zattoo, Wilmaa, Teleboy oder anderen Anbietern.

Reine Geldmacherei?

UPC hat die steigenden Kabelanschlussgebühren in den letzten Jahren mit dem Ausbau des TV-Angebots und den Kosten für die Netzinfrastruktur begründet. Für Telekomexperte Oliver Zadori vom Vergleichsdienst Dschungelkompass sind die jährlichen Gebührenerhöhungen reine Geldmacherei: «Andere Anbieter lancieren zwar auch teurere Angebote, aber wenn, dann mit mehr Leistung. Bei der UPC kam es in den letzten Jahren oft vor, dass sie bestehende Angebote einfach teurer machten», sagt er zum SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

UPCs Lockangebot für Mieter

Im künftig monatlich fast 40 Franken teuren Grundangebot sind 80 TV-Sender, ein Festnetzanschluss sowie ein sehr langsamer Internetanschluss mit 2 Mbit pro Sekunde inbegriffen. Wer nichts unternimmt, bekommt weiterhin genau das. Neu erhöht UPC die Leistung hingegen auf nach wie vor bescheidene 10 Mbit/s für all jene, die von der Abrechnung über den Vermieter direkt zu UPC wechseln, schreibt SRF. Wer als Mieter vom besseren Grundangebot profitieren möchte, meldet sich am besten direkt bei UPC.

Mit jeder Gebührenerhöhung macht UPC die Abrechnung der Anschlussgebühr über den Vermieter unattraktiver. Finanziell lohnt es sich in den meisten Fällen, die Gebühr via Aborechnung direkt zu zahlen. Offenbar will der Konzern die Mieter so als direkte Kunden gewinnen, sprich enger an sich binden.

Weg von UPC? Die Alternativen

Wer die jährlichen Gebührenerhöhungen nicht mehr mitmachen will, hat sowohl als Mieter als auch als Eigenheimbesitzer mehrere Alternativen.

In Städten und Agglomerationen gibt es diverse kleine Internetprovider, die über das schnelle Glasfasernetz Internet mit oder ohne Zusatzdienste wie Digital-TV und Telefon anbieten. Wer lediglich einen Internetanschluss braucht, da er Fernsehen und Telefon über das Internet nutzt, fährt so deutlich günstiger. Die Abopreise der reinen Internetanbieter starten meist bei rund 30 Franken pro Monat.

Wer auf dem Land wohnt und keinen Glasfaseranschluss hat, kann sich schnelles Internet allenfalls via 4G/LTE-Router in die Wohnung holen. Sunrise, Salt und Yallo bieten schnelles Internet für zu Hau­se zu attraktiven Preisen via Mobilfunknetz an. Einen aktuellen Preisvergleich gibt es in diesem Artikel.

So funktioniert Social Networking in der Realität

Video: watson/Lya Saxer, Knackeboul

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