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Der US-Konzern hat aktive Mitglieder verloren in Europa, doch das Geschäft läuft nicht schlecht. Und Mark Zuckerberg hat einen Plan.



Im letzten Quartal sank die Zahl monatlich aktiver Facebook-Mitglieder in Europa von 376 auf 375 Millionen, wie das US-Unternehmen am Dienstag mitteilte. Konzernchef Mark Zuckerberg kündigte «bedeutende Investitionen» für 2019 an.

Schon im Vierteljahr davor hatte Facebook eine Million Nutzer in Europa eingebüsst. Das Unternehmen hatte auch schon davor gewarnt, dass die Regelungen der seit Ende Mai greifenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) das Geschäft in Europa erschweren werden.

Facebook wächst in weniger lukrativen Regionen

Weltweit gesehen geht das Wachstum des Online-Netzwerks weiter. Die Zahl monatlich aktiver Facebook-Nutzer legte binnen drei Monaten von 2,23 auf 2,27 Milliarden zu.

Und auch die Werbeeinnahmen wuchsen noch deutlich: Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um rund ein Drittel auf 13,7 Milliarden Dollar. Das ist allerdings das kleinste Plus seit rund sechs Jahren. Der Gewinn kletterte um neun Prozent auf knapp 1.34 Milliarden Dollar.

Doch ein genauerer Blick in die Facebook-Zahlen zeigt, dass das Wachstum vor allem aus Regionen kommt, die für das Online-Netzwerk bisher weniger lukrativ sind.

So viel verdient Facebook pro Nutzer

In den USA und Kanada kommt Facebook nun auf 242 Millionen monatlich aktive Nutzer – eine Million mehr als vor drei Monaten. Es ist der mit Abstand lukrativste Markt für das Online-Netzwerk: Hier machte Facebook im vergangenen Quartal einen Umsatz von 27.61 Dollar pro Nutzer. In Europa sind es 8.82 Dollar pro Nutzer und weltweit 6.09 Dollar.

«Es war ein ziemlich gutes Quartal, obwohl alle mit einem Desaster gerechnet hatten.»

Das sagte Analyst Ivan Feinseth von Finanzdienstleister Tigress Financial Partners. Für den Markt sei die Bilanz eine «Erleichterung», sagte sein Kollege James Cordwell von Atlantic Equities.

Die Facebook-Aktie legte nachbörslich zwei Prozent zu.

Zuckerberg sagt, er wolle 2019 in Sicherheit investieren

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kündigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten an, dass 2019 «ein weiteres Jahr bedeutender Investitionen» sein werde.

Zugleich dürften die Ausgaben in diesem Jahr um über 50 Prozent steigen und 2019 um weitere 40 bis 50 Prozent. Das sei unter anderem für die Sicherheit und den Kampf gegen Hass und Hetze nötig, sagte Zuckerberg.

Unter anderem stellt Facebook mehr Mitarbeiter für seine Löschzentren ein, die verbotene Inhalte entfernen. Die Zahl der Beschäftigten stieg binnen eines Jahres um 45 Prozent auf gut 33'600. Er verliere aber das Gleichgewicht von Kosten und Einnahmen nicht aus den Augen, versicherte Zuckerberg vor Analysten.

epa07101877 Facebook employees in the war room at Facebook in Menlo Park, California, USA, 17 October 2018 (issued 18 October 2018). Employees monitor election related content on the Facebook platform from the War room.  EPA/MONICA DAVEY

Blick in Facebooks «War Room», in dem in der Firmenzentrale die Vorgänge während Wahlen überwacht werden. Bild: EPA

YouTube liegt bei Videos vor Facebook

Zuckerberg, der sonst Wettbewerber selten erwähnt, räumte ein, dass Facebook bei Video hinter Googles Plattform YouTube zurückliege. Das Online-Netzwerk habe aber bisher die Zeit, die Nutzer mit dem Ansehen von Videos verbringen können, bewusst reduziert. Facebook stecke in einem Dilemma: «Die Leute wollen sich Videos anschauen», sagte Zuckerberg. Zugleich erwarteten sie von Facebook aber auch soziale Kontakte mit Freunden und Familie. Deswegen habe Facebook die Ausbreitung sogenannter «viraler» Unterhaltungsvideos gebremst.

Dem Werbegeschäft steht ein Umbruch bevor

Dem Werbegeschäft von Facebook steht ein Umbruch bevor, der die jahrelang auf Hochtouren laufende Geldmaschine des Online-Netzwerks abbremsen wird. Die Mitglieder teilten ihre Beiträge verstärkt im kleineren Freundeskreis statt im Newsfeed, der bisher das Herzstück der Facebook-Nutzung war, wie Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag erläuterte.

Facebook muss deswegen sein Geschäft umbauen. Der Newsfeed bietet viel Platz für Anzeigen – und das Online-Netzwerk macht damit Milliardengewinne. Bei Werbung in den neuen Formaten steht Facebook aber erst am Anfang und muss sich unter anderem bei den Anzeigenpreisen noch durchtasten. «Das ist eine Reise, die Jahre und nicht Quartale dauern wird», sagte Finanzchef Dave Wehner.

Zu den neuen Formaten gehören zum Beispiel die sogenannten «Stories», bei denen Nutzer ihre Fotos und Videos typischerweise für einen Tag für ausgewählte Freunde veröffentlichen. «In nicht allzu ferner Zukunft werden die Leute mehr in Stories als in Feeds teilen», prognostizierte Zuckerberg.

epa07101874 Lexi Sturdy (L), War Room Lead, and Charlie (an employee who elected not to give out his last name) (R) in the war room at Facebook in Menlo Park, California, USA, 17 October 2018 (issued 18 October 2018). Employees monitor election related content on the Facebook platform from the War room.  EPA/MONICA DAVEY

Bild: EPA/EPA

Fake News im Fokus

Facebook steht derzeit wegen diverser Skandale unter Druck. im Frühjahr war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und von ihr unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden waren.

Der Ruf des Konzerns litt auch infolge des Missbrauchs seiner Plattform durch mutmassliche russische Akteure im US-Wahlkampf 2016. Ende September teilte Facebook dann auch noch mit, dass das Onlinenetzwerk zur Zielscheibe einer grossangelegten Hackerattacke geworden sei. Die Täter erlangten dabei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Nutzern.

Fürs laufende Quartal dürfte es besonders wichtig sein, wie gut Facebook Fake News oder falsche Konten – auch im Zusammenhang mit den US-Kongresswahlen – aufspürt. Zuckerberg versprach, Facebook werde beim Thema Sicherheit Ende 2019 da sein, wo es sein müsse.

Zuletzt sorgte ein Hacker-Angriff, von dem rund 30 Millionen Nutzer betroffen waren, für neue Negativ-Schlagzeilen. Diese Turbulenzen scheinen das Geschäft des Online-Netzwerks jedoch bisher kaum beeinflusst zu haben.

(dsc/sda/dpa/afp/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • jjjj 31.10.2018 09:11
    Highlight Highlight Warum müssen bei jedem Facebook Artikel mindestens 5 Personen schreiben, wie lange sie schon nicht mehr auf FB sind?

    Würde es gerne wissen...
    • Der Tom 31.10.2018 09:54
      Highlight Highlight Weil sie das toll finden aber keine andere Möglichkeit mehr haben ein like zu erhalten 🤪
    • Imnon 31.10.2018 10:40
      Highlight Highlight Musste grad laut loslachen. Danke jjjj und Der Tom :-)))))
  • Gipfeligeist 31.10.2018 08:45
    Highlight Highlight Fake News wurden letztes Jahr erfunden, und nächstes Jahr bekämpft?
    Zeigt doch nur, dass sich FB keinen Deut um seine Auswirkungen schert solange sie nur genug 💸 machen können! In meinen Augen eines der schlechtesten Unternehmen
  • Der Rückbauer 31.10.2018 08:34
    Highlight Highlight Lieber Migros Cumulus: Hier verkauftst Du Deine Daten für 1% Rabatt auf die Einkäufe. Und Facebook? Da kriegst Du ausser Haarausfall und Blabla nichts.
  • Röleböle 31.10.2018 08:24
    Highlight Highlight unsere ganz persönlichen daten, die wir, mehr oder weniger, freimütig an fb abgeben, sind uns also knapp 10 chf wert...
    • Flötist 31.10.2018 08:34
      Highlight Highlight Nein den Werbekunden sind sie soviel wert. Wir erhalten, die 10 Franken ja nicht...
    • Zerschmetterling 31.10.2018 08:45
      Highlight Highlight Nein, uns sind die persönlichen Daten nichts wert, da niemand auch nur 1.- dafür bekommt. Wir schenken sie freizügig dem Herrn Zuckerberg.
    • Imnon 31.10.2018 10:41
      Highlight Highlight Es ist kein Geschenk sondern ein Tauschgeschäft. Du hast dafür Zugriff auf Inhalt und Funktionen von FB.
  • N. Y. P. 31.10.2018 07:58
    Highlight Highlight Tschuligom, Mark.

    Wegen mir entgehen Dir dieses Jahr exakt 105,84 US Dollar. Du hättest satte 8.82 Dollar pro Monat mit mir verdient, wäre ich bei Facebook dabei.

    Nichts für ungut, gäll.
    • chnobli1896 31.10.2018 08:16
      Highlight Highlight Das ist "nur" pro Quartal. Du kostest ihn also "nur" USD 35.28 im Jahr ;-)
    • N. Y. P. 31.10.2018 08:26
      Highlight Highlight Stimmt, @chnobli1896.

      Asche über mein Haupt.

      Zur Strafe muss ich einen Facebook - Account einrichten, der mich mit Fake - News zumüllt.
    • Zerschmetterling 31.10.2018 08:47
      Highlight Highlight Ich wäre dafür dass alle nicht FB Nutzer dem Herrn Zuckerberg die 35.28 direkt überweisen. Der arme Kerl verhungert ja sonst
  • wuschel1984 31.10.2018 07:32
    Highlight Highlight Ich bin seit Mai, nicht mehr dabei 😊💪🏻
    • RAZZORBACK 31.10.2018 07:47
      Highlight Highlight Gratuliere, ich seit 2014
    • AskMe 31.10.2018 08:55
      Highlight Highlight Leider verdient er mit euren Daten dennoch nach wie vor Geld. Einmal preis gegeben, immer online.

Viraler Post: Nein, du siehst auf Facebook nicht nur 25 Freunde

Hast du diese Nachricht auch schon gesehen? Immer wieder taucht in unseren Tagen auf Facebook ein Kettenbrief auf, der zu schön klingt, um wahr zu sein. 

Nichts daran stimmt. Facebook hat bereits im Februar auf Anfrage der Washington Post klargestellt, dass der Newsfeed zwar in der Tat angepasst wurde (und ständig wird), es aber keine Beschränkung auf 25 Freunde gibt. (Washington Post)

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