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Ein physischer Bitcoin – ist natürlich Quatsch.
Ein physischer Bitcoin – ist natürlich Quatsch.Bild: KEYSTONE
Krypto-Blog

Bitcoin bald bei 100'000 Dollar? 17 Fragen und Antworten zum Bitcoin-Halving

08.05.2020, 06:3112.05.2020, 09:03

Bitcoin-Halving hier, Bitcoin-Halving dort. Mittlerweile kommen auch Laien nicht mehr am Gerede des anstehenden Super-Events vorbei. Doch worum geht es dabei? Wir beantworten die drängendsten Fragen so, dass auch komplette Kryptobeginner verstehen, worum es geht. Zum Beispiel, weshalb Bitcoin-Fans bereits von einem sechsstelligen Bitcoin-Betrag träumen.

Deklaration der Interessenbindung
Der Autor dieses Artikels besitzt mehrere Kryptowährungen, darunter auch Bitcoins.

«Was ist das Halving?»

Das Bitcoin-Halving oder auf gut Deutsch die «Bitcoin-Halbierung» bedeutet, dass die Bitcoin-Miner in Zukunft mit nur noch der Hälfte der Bitcoins belohnt werden, wenn sie die richtige Nonce erraten.

«Miner, Nonce - du hast doch gesagt auch Laien ...»

Halt, halt. Wir erklären es dir – und zwar ganz einfach:

Die Bitcoin-Blockchain ist eine Art Kassenbuch. Über jede Transaktion wird Buch geführt. Statt Seiten gibt es Blöcke, statt einem Buch gibt es eine Kette. Und statt nur einem Buchhalter überwachen möglichst viele Buchhalter die Einträge. Je mehr, desto sicherer. Diese Art Buchhalter nennt man im Bitcoin- und auch in anderen Blockchainsystemen «Miner». Um möglichst viele Miner anzulocken, verspricht ihnen das System eine Vergütung: Bitcoins. Allerdings erhalten nicht alle Miner einfach so Bitcoins. Nur der Miner, der in einer Art Ratespiel die richtige Nonce (Number only used once) errät, kriegt die Bitcoins. Im Moment beträgt der Lohn für eine korrekte Nonce noch 12,5. Diese Anzahl wird sich in wenigen Tagen auf 6,25 halbieren.

So werden Krypts gemint. In Tat und Wahrheit nimmt jeder dieser Miner an einem «Ratespiel» teil.
So werden Krypts gemint. In Tat und Wahrheit nimmt jeder dieser Miner an einem «Ratespiel» teil.Bild: EPA

«Wieso?»

Bitcoins maximale Anzahl wurde auf 21 Millionen limitiert. In den letzten 11 Jahren wurden 18,19 Millionen davon den Minern überwiesen. Damit die 21 Millionen nicht überschritten werden, muss die Neuschöpfung langsam versiegen. Und das geschieht in Raten – mit jedem Halving, ungefähr alle vier Jahre.

«Dann gab es bereits Halvings?»

Ja. Bis jetzt gab es zwei: Im November 2012 und im Juli 2016.

«Und was passierte da?»

2012 wurde die Belohnung von 50 Bitcoins auf 25 reduziert. 2016 von 25 auf 12,5.

«Ich rede vom Wert für einen Bitcoin»

Der Preis veränderte sich an diesen Tagen nicht dramatisch.

«Aber wieso dann der Hype und das Geschwafel von 100'000 Franken pro Bitcoin?»

Die Auswirkungen waren langfristig und der Preis stieg tatsächlich an. Aber nicht explosionsartig an einem Tag. Die beiden Halvings standen ziemlich genau in der Mitte eines Bullruns, der in beiden Fällen ungefähr zwei Jahre dauerte.

«Was ist ein Bullrun?»

Ein Bullrun ist eine Phase, in der der Wert eines Vermögenswertes immer weiter zunimmt.

«In dem Fall werden wir also in einem Jahr ein Bitcoin mit dem Wert von 100'000 sehen?»

Das steht in den Sternen – und Menschen, die jetzt schon «wissen», wie viel ein Bitcoin in einem Jahr Wert hat, würde ich nicht als Finanzberater einstellen. «Wissen» tut niemand. Es ist reine Spekulation aufgrund früherer Ereignissen.

«Was passierte bei den letzten Halvings genau?»

Nach dem ersten Halving 2012 stieg der Preis innerhalb eines Jahres von 12.56 auf 1151 Dollar. Das ist eine Steigerung um 9064 Prozent. Danach verlor der Bitcoin innerhalb der nächsten Monate rund 80% seines Werts.

Nach dem zweiten Halving 2016 stieg der Preis innerhalb von 17 Monaten von 652 auf 19'499 Dollar. Das ist eine Steigerung um 2891 Prozent. Auch beim zweiten Halving sackte der Preis nach diesem Bullrun um 80 Prozent ab.

«Aller guten Dinge sind drei!»

Wenn jemand heute von einem Bitcoin von 100'000 Franken schwärmt, nimmt er an, dass sich die Geschichte der ersten beiden Halvings wiederholt.

Für einen Bitcoin von 100'000 Franken müsste sich der Preis in den nächsten Monaten um ziemlich genau 1000 Prozent steigern. Diese Schwärmer verschweigen aber oft, dass die Konsequenz dieser Denkweise ist, dass auch beim dritten Halving der Preis wieder um 80% absacken wird. Den perfekten Zeitpunkt für den Absprung schaffen nur die Wenigsten.

«Was spricht dafür, dass sich die Geschichte wiederholt?»

Bis jetzt verhält sich der Preis eines Bitcoins tatsächlich recht «Halving»-typisch. Wie erwähnt stieg der Preis bei den ersten Halvings bereits in den Monaten zuvor. Das ist auch jetzt der Fall. Von 3225 Dollar auf momentane 9300 Dollar.

Wann genau ereignet sich denn jetzt dieses Halving?

Das erste Halving war bei Block 210'000, das zweite bei 420'000, das dritte wird sich nach Adam Ries somit bei Block 630'000 ereignen. Im Moment (Stand 7.5.2020, 10:28) umfasst die Bitcoin-Blockchain 629'319 Blöcke. Es fehlen also nur noch 681. Ungefähr alle 10 Minuten wird ein neuer Block erstellt – es dauert also noch ca. 6810 Minuten und damit ca. 4,7 Tage. Am 12. Mai könnte es soweit sein.

«Der beste Zeitpunkt, Bitcoins zu kaufen, ist in dem Fall aber schon vorbei.»

Ja.

«Aber es lohnt sich noch immer?»

Keine Ahnung. Siehe Punkt 9.

«Gibt es sonst noch was zu wissen?»

Mit dem dritten Halving wird Bitcoin zum ersten Mal die Inflationsrate von zwei Prozent unterschreiten. Zwei Prozent sind deshalb interessant, weil die meisten Zentralbanken eine Inflation von ungefähr diesem Wert anstreben. Es wird interessant zu sehen sein, was das mit der Mutter aller Kryptowährungen macht.

«Komm schon, das geht aber noch ein bisschen reisserischer.»

Okay. Nimm das:

  • Ein Dollar aus dem Jahr 2010 hatte 2019 eine Kaufkraft von 0,85 Dollar.
  • Ein Euro aus dem Jahr 2010 hatte 2019 eine Kaufkraft von 0,89 Euro.
  • Ein britisches Pfund aus dem Jahre 2010 hatte 2019 eine Kaufkraft von 0,79 Pfund.

Was die Billionen, die im Moment von der US-Notenbank gedruckt werden, weltweit für Auswirkungen haben, wissen wir noch nicht. Was die enorme Verschuldung für Auswirkungen haben wird, wissen wir nicht. Es ist aber kaum anzunehmen, dass sie den oben aufgezeigten Trend umkehren werden. Bitcoin hat in derselben Zeit seine Kaufkraft von 0,30 Dollar auf 6'123 Dollar gesteigert und trägt nicht nur aus Zufall den Namen «Digitales Gold».

Selbstverständich aber könnte der Bitcoinkurs bereits in den nächsten Tagen komplett abstürzen.

Die reichsten acht Männer besitzen soviel wie die halbe Welt

Video: watson/Lya Saxer
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73 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Tatwort
08.05.2020 07:24registriert Mai 2015
Dass Bitcoin bei den Massen angekommen ist, zeigen verschiedene Erlebnisse: Vor acht Jahren mit einem Bitcoin-T-Shirt rumgelaufen, und die Leute meinten, ich sei in Thailand gewesen (wegen dem Baht-Währungszeichen). Heute rufen mir fremde Menschen auf der Strasse "Hodl" nach.
Und genauso spriesst die Zahl jener, die sich von Betrügern reinlegen lassen und ihr Gespartes bei windigen Firmen investieren, hinterher dann zu mir kommen und wissen wollen, wie sie ihr verlorenes Geld wieder "aus der Blockchain abziehen" können.
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ELMatador
08.05.2020 07:46registriert Februar 2020
Bitcoin verhält sich nicht direkt Proportional zur wirtschaft, dass hat man ja im Jahr 2016 gesehen. Es ist sehr schwer menschliche Gefühle und Rekreationen vorauszusehen und zu eruieren. Dies bedeutet dass es ziemlich schwer ist Voraussagen bezüglich Bitcoin-Kurs zu treffen.
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Sarkasmusdetektor
08.05.2020 08:16registriert September 2017
Nicht vergessen: Von einem Bitcoin-Kurs von 100‘000$ wurde bereits beim letzten Coin-Hype geträumt. Passiert ist es bisher nicht. Vielleicht dieses Mal? Auf jeden Fall bleibt es ein höchst spekulatives Investment.
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