International
Afghanistan

Afghanische Armee tötet «IS»-Kommandanten im Norden mit Luftangriff

Afghanische Armee tötet «IS»-Kommandanten im Norden mit Luftangriff

07.04.2018, 11:5107.04.2018, 16:20
epa05950084 Afghan security officials take position during an operation against the so-called Islamic State (or IS or ISIS), in Chaparhar district, Nangarhar province, Afghanistan, 08 May 2017. The he ...
Bild: EPA/EPA

Die afghanische Armee hat mit einem Luftangriff im Norden des Landes nach eigenen Angaben einen Kommandanten der Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») getötet. Der Extremist Kari Hekmat sei am Donnerstag in der Provinz Dschowsdschan durch den Beschuss mit einer Drohne umgekommen.

Zum Nachfolger Hekmats an der Spitze des «IS» im Norden sei danach Maulawi Habib Ur Rahman ernannt worden, erklärte das Militär am Samstag. Die Miliz hatte vergangenes Jahr in Dschowsdschan Fuss gefasst, als Hekmat von den radikal-islamischen Taliban zu ihr überlief.

Der «IS» war vor drei Jahren erstmals in Afghanistan aufgetaucht. Als ihre Hochburg gilt die Provinz Nangarhar im Osten des Landes. Die «IS»-Kämpfer sind jedoch auch im Norden aktiv.

Die «IS»-Miliz hat sich zu mehreren Selbstmordanschlägen nahe schiitischen Moscheen in Herat und Kabul in den vergangenen Wochen bekannt. Sie und die Taliban bekämpfen sich auch gegenseitig.

Empörung nach Luftangriff

In der nördlichen Unruhe-Provinz Kundus sorgte die afghanische Armee Anfang April mit einem Luftangriff mit Dutzenden Toten im Distrikt Dascht-i Artschi für Empörung. Die Gegend wird von den Taliban kontrolliert.

Die Helikopter der Luftwaffe hätten ein religiöses Treffen beschossen, beklagten sich Dorfbewohner. Nach Angaben der Regierung zielte der Angriff dagegen auf eine Versammlung von Taliban-Anführern. Präsident Aschraf Ghani bedauerte später, dass bei dem Beschuss auch Zivilisten umgekommen seien.

Die Opferzahlen sind umstritten. Die afghanische Luftwaffe ist noch im Aufbau, gilt aber als eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen die Taliban, die ihr ohne Flugzeuge und Helikopter wenig entgegenzusetzen haben. (sda/reu)

Angriff auf das Büro von «Save the Children» in Afghanistan

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Mit 96 Jahren gestorben: Jürgen Habermas war der «Stuntman der Philosophie»
Jürgen Habermas war der «Verteidiger der Vernunft» – und der wichtigste noch lebende deutschsprachige Philosoph. Nun ist er im Alter von 96 Jahren gestorben.
In der Person von Jürgen Habermas verlieren wir einen Denker von Weltformat, sowohl als Wissenschafter wie auch als Intellektueller. Geboren 1929 und aufgewachsen in der Handballstadt Gummersbach hatte er den Nationalsozialismus noch in den Jugendorganisationen erlebt, an die Front musste er nicht mehr, offenbar hatte er sich versteckt.
Zur Story