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Cars line up at the border post check point in Seleki, Senegal, at the border with Gambia January 17, 2017. Picture taken January 17, 2017. REUTERS/Emma Farge     TPX IMAGES OF THE DAY

An der Grenze zum Senegal stauen sich die Autos. Bild: STAFF/REUTERS

Letzter Vermittlungsversuch: Militärintervention in Gambia unterbrochen



Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft hat ihre Militärintervention in Gambia für einen letzten Vermittlungsversuch vorerst unterbrochen. Der Präsident von Guinea, Alpha Condé, soll den abgewählten Präsidenten Yahya Jammeh zum Verlassen des Landes bewegen.

Für diesen letzten Vermittlungsversuch sei eine Frist bis Freitagmittag (Ortszeit) gesetzt worden, teilte die Ecowas-Kommissionspräsidentschaft am Donnerstagabend mit. Wenn Jammeh bis dann nicht das Land verlassen, werde die Militärintervention weitergeführt.

Senegalesische Truppen hatten am Donnerstag die Grenze zu Gambia überschritten, um Jammeh zur Machtübergabe an dessen gewählten Nachfolger Adama Barrow zu bewegen.

Kampfjets kreisen

Parallel zum Einmarsch Senegals hatte der UNO-Sicherheitsrat einstimmig grünes Licht für ein Eingreifen der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) gegeben. UNO-Generalsekretär António Guterres rief nach Angaben seines Sprechers am Abend den Wahlsieger Barrow an, um ihm die Unterstützung der UNO zuzusichern.

Adama Barrow, left, is sworn in as President of Gambia at Gambia's embassy in Dakar Senegal in this image taken from TV  Thursday, Jan 19, 2017.  A new Gambian president has been sworn into office in neighboring Senegal, while Gambia's defeated longtime ruler refuses to step down from power, deepening a political crisis in the tiny West African country.
(RTS via AP)

Barrow legt den Amtseid in Senegal ab. Bild: AP/RTS

An der Grenze Gambias, dessen Staatsgebiet bis auf die Küste komplett von Senegal umschlossen wird, hielten sich auch Soldaten aus Nigeria und Ghana für einen Einmarsch bereit. Die nigerianische Luftwaffe liess Kampfflugzeuge über Gambia kreisen.

Die senegalesischen Truppen hätten die Grenze an mehreren Stellen passiert, sagte Armeesprecher Abdoul Ndiaye am Abend in Dakar. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP an der gambischen Südgrenze berichtete, dass aus grenznahen Dörfern Kampflärm zu hören gewesen sei.

Amtseid in Senegal geleistet

Wenige Stunden vor dem Einmarsch der Senegalesen hatte Wahlsieger Barrow in der gambischen Botschaft in Senegals Hauptstadt Dakar seinen Amtseid als Präsident abgelegt. Er forderte die Streitkräfte seines Landes zur unbedingten «Loyalität» ihm gegenüber als neuem Oberbefehlshaber der Streitkräfte auf.

Gambias Armeechef Badjie folgte dieser Aufforderung offenbar. Er schloss sich in Banjul einer Kundgebung von Barrows Anhängern an, die den Einmarsch der Senegalesen feierten. Zuvor hatte Badjie angekündigt, seine Armee werde sich den afrikanischen Eingreiftruppen nicht entgegenstellen.

FILE - In this Thursday, Dec. 1, 2016 file photo, Gambia's President Yahya Jammeh shows his inked finger before voting in Banjul, Gambia. West African leaders will send troops into Gambia if its longtime ruler Yahya Jammeh who lost elections does not step down next month, the president of the Economic Community of West African States said Friday Dec. 23, 2016. (AP Photo/Jerome Delay, File)

Yahya Jammeh: Der abgewählte Präsident weigert sich, das Wahlresultat anzuerkennen. Bild: Jerome Delay/AP/KEYSTONE

Der mit harter Hand regierende Jammeh hatte seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember zunächst eingestanden. Eine Woche später verlangte er aber plötzlich eine Wiederholung und reichte beim Obersten Gericht eine Klage gegen das Ergebnis ein. Seitdem weigert er sich, seinen Posten zu räumen.

Chaotisches Hin- und Her

British and Dutch tourists check in at Banjul Airport, Gambia, Wednesday Jan. 18, 2017. Special flights were being organized Wednesday to evacuate British and other tourists from Gambia, where the threat of a regional military intervention loomed as President Yahya Jammeh's mandate expires on Thursday after he lost elections in December. On Tuesday, he declared a state of emergency before he is supposed to cede power to President-elect Adama Barrow. (AP Photo)

Touristen am Flughafen in Banjul verlassen Gambia frühzeitig. Bild: /AP/KEYSTONE

Am Mittwochabend verhängte Jammeh den Ausnahmezustand in Gambia. Das Parlament stimmte zu. Jammeh begründete die Massnahme im Staatsfernsehen mit einer «beispiellosen und aussergewöhnlichen ausländischen Einmischung» in die Präsidentschaftswahl.

Der gambische Generalstabschef Ousman Badjie erklärte unterdessen, er habe seinen Truppen keinen Befehl zur Gegenwehr gegeben, sollten afrikanische Nachbarländer eingreifen. «Das ist ein politischer Streit», betonte Badjie.

Auch der Polizeichef Ousman Sonko sagte, keine Befehle mehr von Jammeh annehmen zu wollen. Badjie und Sonko seien nur noch dem neuen Präsidenten verpflichtet, erklärte ein ranghoher Geheimdienstmitarbeiter am Donnerstag.

Touristen nehmen Reissaus

Die frühere britische Kolonie Gambia gehört einem UNO-Index zufolge zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Neben der Landwirtschaft ist in dem Staat mit etwa zwei Millionen Einwohnern der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige.

Europäische Reiseveranstalter begannen allerdings am Mittwoch, Feriengäste in ihre Heimatländer zurückzubringen. (kad/sda/afp/dpa)

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