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Kristen Leach votes with her six-month-old daughter, Nora, on election day in Atlanta, Tuesday, Nov. 6, 2018. (AP Photo/David Goldman)

Eine junge Mutter gibt in Atlanta ihre Stimme ab. Bild: AP/AP

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Die USA sind nach den Midterms noch tiefer gespalten als zuvor. Die Mitte gerät zunehmend unter Druck. In Europa ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Es sind beunruhigende Perspektiven für die Zukunft der Demokratie.



Kürzlich weilten Besucher aus Amerika in Zürich. Thomas und sein Freund Luis aus Atlanta (Georgia) hatten nach einer Italienreise vor ihrem Heimflug einen Abstecher in die Schweiz gemacht. Ich hatte vor zwei Jahren via Airbnb in der Wohnung von Thomas übernachtet. Wir trafen uns zu einem Drink und kamen unweigerlich auf das Thema Politik zu sprechen.

Thomas sagte, er gehöre der demokratischen Partei an. Vor zwei Jahren aber konnte er sich nicht dazu durchringen, Hillary Clinton zu wählen. Und den Anderen – dessen Namen er nicht in den Mund nahm, als handle es sich um Lord Voldemort aus «Harry Potter» – natürlich erst recht nicht. Seinen Frust drückte er aus mit dem Satz: «Wir brauchen eine dritte Partei.»

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Video: watson/nico franzoni

Man übersieht es oft, aber in den USA existiert eine moderate Mitte, die ein Unbehagen empfindet gegenüber der zunehmenden Polarisierung im Zweiparteiensystem. Die Midterms haben diese Tendenz verstärkt. Der Graben zwischen den politischen Lagern ist noch tiefer geworden.

Land vs. Agglo

Unter Barack Obama hatten die Demokraten das rurale, weisse Amerika weitgehend verloren. Nun erlebten die Republikaner mit Donald Trump eine ähnliche Entwicklung in den urbanen Gefilden. In den wohlhabenden Suburbs, die einst zu ihren Hochburgen gehörten, kamen ihre Sitze im Repräsentantenhaus gleich im Multipack abhanden.

Man kann diese Entwicklung auf die Unbeliebtheit des Präsidenten bei einer gut ausgebildeten und gut verdienenden Wählerschaft zurückführen. Aber das wäre zu kurz gedacht, denn der Trend setzte unter Obama ein, etwa im einst «roten» Virginia, das zunehmend zu einem «blauen» Staat mutiert. Vielmehr existieren zwei Lebenswelten, die sich immer mehr voneinander entfremden.

Das Amerika der Republikaner ist ländlich und weiss, gegenüber Minderheiten und Einwanderern skeptisch bis feindselig eingestellt. Bildungsgrad und Einkommen sind eher tief. Es ist in gewisser Weise das Amerika von gestern. Jenes von morgen, das junge, weibliche, multiethnische Amerika, konzentriert sich bei den Demokraten. Ihre «Neuen» im Kongress sind ein Abbild davon.

Midterms: Gewinner und Verlierer

Für die Arbeit im Parlament verheisst dies nichts Gutes. Mit den Verlusten in den Agglomerationen sind auch jene Republikaner weitgehend weg, die auf Distanz zu Trumps Lügen und Hetze bedacht waren. Die verbleibenden Abgeordneten kommen mehr denn je aus jenen Teilen des Landes, «in denen sein Stil und seine Botschaft populär sind», heisst es in einer CNN-Analyse.

Delegitimierte Demokratie

Statt konstruktiver Zusammenarbeit droht die totale Blockade und eine weitere Beschädigung des demokratischen Systems. Dazu trägt ein weiterer Aspekt bei. Die Demokraten hatten am Dienstag auf nationaler Ebene einen Vorsprung von mehr als sieben Prozent auf die Republikaner. Diese werden ihre Mehrheit im Senat wohl trotzdem ausbauen (drei Sitze sind noch offen).

Dafür sorgen ein System, das ländlich-konservative Regionen bevorzugt (ein Senator aus Wyoming vertritt 300'000 Menschen, einer aus Kalifornien 20 Millionen), sowie schikanöse Wahlkreis-Einteilungen und Wahlgesetze, die primär die Demokraten benachteiligen. Wenn sich die Macht einer Partei jedoch immer stärker auf solche Machenschaften abstützt, wird die Demokratie delegitimiert.

Spaltung auch in Europa

Wen wundert es, dass Mitte-Wähler wie Thomas aus Atlanta zunehmend unglücklich sind und von einer Art Befreiungsschlag mit einer neuen, unbelasteten Partei träumen?

So emotional waren die Midterms

Das Problem ist nur, dass diese Entwicklung sich nicht auf die USA beschränkt. Auch in Europa, wo das Parteiensystem vielfältiger ist, verstärkt sich die Spaltung zwischen migrationskritischen Nationalisten und weltoffenen Globalisten. Besonders deutlich zeigte sich dies bei der Brexit-Abstimmung, als sich die Bewahrer des vermeintlich guten alten Britanniens knapp durchsetzten.

Mittelstand unter Druck

Auch auf dem «Kontinent» verschärfen sich die Gegensätze. Das zeigt der teilweise selbstverschuldete Zerfall der Volksparteien in Deutschland oder der Erfolg der Populisten in Italien. Und man stellt sich lieber nicht vor, was aus Frankreich – und der EU – wird, wenn Emmanuel Macron mit seiner liberalen Reformpolitik scheitern sollte.

Der zunehmende Druck auf die politische Mitte in den demokratisch verfassten Ländern hat nicht nur weltanschauliche Gründe. Und er ist nicht nur das Ergebnis einer (sozialen) Medienwelt, die schrille Töne gegenüber differenzierten Argumenten bevorzugt. Er hat auch eine ökonomische Komponente, die mit Blick auf die Zukunft der Demokratie beunruhigende Perspektiven eröffnet.

Die Umkrempelung der Arbeitswelt durch Automatisierung und Globalisierung betrifft in erster Linie den Mittelstand. Nach Ansicht der meisten Experten kommt es auch in diesem Bereich zu einer Polarisierung. Für Menschen mit hoher und niedriger Qualifikation wird es auch in Zukunft Jobs geben. Unter die Räder gerät das Mittelfeld. Politisch ist das brandgefährlich, denn eine stabile und funktionstüchtige Demokratie hängt ab von einem intakten Mittelstand.

Demokraten als Partei der Vernunft?

In den USA hat diese Entwicklung schon vor Jahren eingesetzt. Solide Mittelschichtjobs aus der Industrie sind verschwunden. Dafür wurden Stellen im Dienstleistungssektor geschaffen, mit tiefen Löhnen und oft schlechten Arbeitsbedingungen. Donald Trumps Erfolg und die zunehmende Dysfunktionalität des politischen Systems beruhen auch auf dem Frust über diese Entwicklung.

Reform Party Presidential candidate Ross Perot speaks at the National Press Club in Washington Thursday Oct. 24, 1996 where he called Republican Presidential candidate Bob Dole's effort to persuade him to quit the presidential race and endorse the Republican ticket

Ross Perot versuchte vergeblich, eine dritte Partei aufzubauen. Bild: AP

Kann eine dritte Partei Abhilfe schaffen? Zweifel sind angebracht. In der Vergangenheit gab es mehrfach Anläufe in diese Richtung, zuletzt in den 90er Jahren mit dem texanischen Milliardär Ross Perot. Anhaltender Erfolg war ihnen nie beschieden, die USA sind strukturell ein Zweiparteienstaat. Es braucht viel Zeit, Geld und Energie, um dieses System zu ändern.

Besser wäre vielleicht der Ratschlag des «Economist» an die Demokraten, auf Vergeltung für die Sabotagepolitik der Republikaner in der Ära Obama zu verzichten und sich stattdessen als Partei der Vernunft und des Kompromisses aufzustellen. Sie könnten mit der Zeit darauf hoffen, bei einer neuen Generation im ländlichen Amerika zu punkten, glaubt das britische Wirtschaftsmagazin.

Vielleicht funktioniert es. Die grundsätzliche Herausforderung für das demokratische System durch einen unter Druck geratenen Mittelstand aber wird sich so schnell nicht auflösen lassen. Es ist vielmehr zu befürchten, dass wir noch damit konfrontiert sind, wenn Lord Voldemort das Weisse Haus längst verlassen hat. In Atlanta, Berlin, Rom und Zürich.

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    Alle Leser-Kommentare
  • B-Arche 11.11.2018 14:34
    Highlight Highlight Auch ich muss hier zugestehen dass die Schweiz einen grossen Vorteil hier hat:
    Dadurch dass durch die Konkordanz alle in der Regierung sitzen ist die Suche nach dem Kompromiss Teil des Staatsverständnisses.
    Auch wenn Akteure von SVP rechts oder Ecopop national-links (als Beispiel) versuchen das aufs Spiel zu setzen um kurzfristig mehr Einfluss zu bekommen.
    6 0 Melden
  • Schlingel 11.11.2018 13:49
    Highlight Highlight Ouh mann... Das republikanische Amerika ist also weiss, männlich, etwas dümmer, arm und fremdenfeindlich. Das demokratische Amerika hingegen weiblich, multiethisch und natürlich viel besser und erfolgreicher als das "alte Amerika". Klischees und Schubladendenken par exellence. Bravo. Immer noch nicht damit abgefunden, dass es eine Diversität bei den Republikanern, sowohl auch den Demokraten gibt und nicht alle Republikaner böse, fremdenfeindliche klischee Texaner sind?
    9 4 Melden
  • Rolf Stühlinger 11.11.2018 11:06
    Highlight Highlight Was fehlt ist der hinweis das milliarden an us dollar nötig sind um überhaupt die möglichkeit zu haben ev präsisent zu werden .
    Bernie sanders hatte dies nicht. Was er hatte wahren lösungen zu echten problemen . Aber das wollen die us amerikaner nicht . Ihnen ist show und polemik langsam wichtiger als vernunft und sie hören lieber lügen und puren hass auf menschen , die nichts weiteres machen als ihre vorfahren . Einreisen nähmlich .
    Die usa besteht eigentlich aus den nachkommen von wirtschaftsflüchtlingen , kriminellen und sklaven .
    Trumps grossvater wahr ein solcher flüchtling .
    9 1 Melden
  • Spooky 10.11.2018 21:25
    Highlight Highlight In den Staaten gibt es nicht nur Demokraten und Republikaner.

    Hier der Beweis:
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    1 1 Melden
  • Cédric Wermutstropfen 10.11.2018 19:14
    Highlight Highlight In der Schweiz und Deutschland verorte ich das Problem vor allem bei den Linken. Die alten Arbeiterparteien gibt es längst nicht mehr, das waren Parteien, welche unsere heutige Gesellschaft massgeblich positiv geprägt haben. Die heutigen grossen linken Parteien scheuen sich vor vielen dringenden Problemen und liefern selbst keine guten Inputs mehr. Die SP ist zu einer Anti-SVP Partei verkommen, sie ist keine Aktions-, sondern nur noch eine Reaktionspartei. Schade eigentlich, denn so lassen sich nur noch schwer Kompromisse finden.
    55 23 Melden
    • swisskiss 11.11.2018 07:28
      Highlight Highlight Cédric Wermutstropfen: Da haben wir in der Schweiz eine Regierungspartei, die durch Blocher von der bürgerlichen Bauern und Gewerbepartei BGB, zur fundamental-oppositionellen Rechtspartei mutierte, die eigene Bundesräte als" nur halbe BR" bezeichnete, gegen den Willen des Parlaments Blocher ins Amt drückte und entsetzt aufschrie, als dieser sich als untauglich erwies und nicht mehr gewählt wurde. Seit bald 30 Jahren macht die SVP Oppositionspolitik und ist das eigentliche Problem bei der mangelnden Kompromisbereitschaft.

      Du verortest das Problem am falschen Ende des politischen Spektrums.
      13 6 Melden
    • rodolofo 11.11.2018 10:15
      Highlight Highlight Die grossen Volksparteien wurden "Opfer ihres eigenen Erfolgs"!
      Während sich die SPD auf ihrer Suche nach zusätzlichen WählerInnenstimmen nach rechts bewegen musste, bewegte sich die CDU auf der Suche nach zusätzlichen Wählerstimmen nach links.
      Plötzlich propagierte Angela Merkel ur-sozialdemokratische Anliegen, wie den Ausstieg aus der Kernenergie, den Mindestlohn, die Homosexuellen-Ehe und eine "Willkommenskultur".
      Merkels Slogan "Wir schaffen das!" ist das Europäische Pendant zu Barak Obamas "Yes, you can!"
      Heute sind die grossen Volksparteien so unterschiedlich, wie Migros und Coop...
      5 1 Melden
    • P. Silie 12.11.2018 07:47
      Highlight Highlight @ Swisskiss: Das mit den halben Bundesräten würde ich gerne hören, wenn man Mario Fehr oder Daniel Jositsch im Bundesrat hätte 😎.
      0 0 Melden
  • kuwi 10.11.2018 19:02
    Highlight Highlight Jede parlamentarische Demokratie ist irgendwie heikel, aber in den USA geht es nur um 2 Parteien, die sich ständig blockieren oder verunglimpfen. Mit einem Präsidenten wie Trump ist es dann nicht mehr weit bis zu einer Diktatur. Glücklicherweise haben die Demokraten jetzt wieder eine Mehrheit im Repräsentantenhaus. Das ist für mich eine der wenigen guten Meldungen aus den USA.
    18 18 Melden
  • poga 10.11.2018 19:01
    Highlight Highlight Die Mitte ist zu faul geworden. Sie versteht nicht mal warum sie die Mitte ist. Darum wird sie gespalten.....
    17 13 Melden
    • rodolofo 11.11.2018 10:08
      Highlight Highlight "Die Mitte" leidet an ihrer Unentschlossenheit.
      Sie wäre auch gerne mal so richtig heldenhaft dumm!
      Aber bereits im Ansatz von Draufgängertum meldet sich bei "Mittleren" die Vernunft: "Sicherheit geht vor!" sagen sie sich dann.
      2 0 Melden
  • Gurgelhals 10.11.2018 17:59
    Highlight Highlight Ich kann der Schlussfolgerung des Economists nicht zustimmen. Die Republikaner handeln ja nach der folgenden Logik: Der demographische und kulturelle Wandel führt dazu, dass im aktuellen politischen System die Stimmen von anderen Gruppen als die der weissen, reichen, christlichen Männern zunehmendes Gewicht haben werden. Für die Republikaner ist das inakzeptabel. Daher sabotieren sie das System, um diese schwindende Vormachtstellung in quasi-oligarchischen Strukturen künstlich zu erhalten.

    Mit einer solchen Partei kann man keine Kompromisse machen. Obama hat's ja vergeblich versucht.
    48 22 Melden
    • Threadripper 11.11.2018 13:18
      Highlight Highlight Die Kernaussage deines Kommentars ist also: Alle Republikaner sind sexistische, rassistische, homophobe, weisse, reiche, christliche Männer. "Der demographische und kulturelle Wandel führt dazu, dass im aktuellen politischen System die Stimmen von anderen Gruppen als die der weissen, reichen, christlichen Männern zunehmendes Gewicht haben werden." Ignorieren wir einfach mal Obama und Clinton, die fast Präsidentin geworden wäre. Es gibt in den USA keine Vormachtsstelung.
      2 3 Melden
    • B-Arche 11.11.2018 14:39
      Highlight Highlight Diese Stimmen die die Macht der weissen heterosexuellen Christen auf ewig zementieren will gibt's in Europa genauso. Man lese nur in Foren von 20 Minuten und Blick wie man die Apartheid in Südafrika für gut findet und dann immer Zimbabwe als additional example bringt um zu zeigen "dass die Weissen die Macht erhalten müssten egal was es koste dann ansonsten ginge das Land den Bach herunter".

      Auch wenn wir es nicht hören wollen - Europa wird sich genauso auf "White Christians First!" zubewegen und aktiv reinweisse kulturreine Ehen propagieren.
      2 2 Melden
  • rodolofo 10.11.2018 17:57
    Highlight Highlight Gute Analyse!
    Nun frage ich mich aber, ob die Polarisierung ein Problem ist, oder eine Lösung.
    In der Natur kommt es immer wieder zu polaren Gegensätzen!
    Anschaulichste Beispiele dafür sind Stürme und Gewitter im Wettersystem, die aufgebaute Spannungen abbauen und entladen.
    Dass sich die ländliche USA sehr stark von der grossstädtischen USA unterscheiden, liegt doch in der Natur der Sache!
    Vielleicht sollten einfach die Grossstädter die vom Land mehr machen lassen, und die vom Land sollten die Grossstädter mehr machen lassen!
    Das gegenseitige "einander umerziehen wollen" ist das Problem!
    23 15 Melden
    • Cerulean 11.11.2018 04:27
      Highlight Highlight Dein Vergleich hinkt. Staaten und Gesellschaften sind nicht natürlich sondern künstliche Gebilde. Das mal vorneweg.

      Dein Argument klingt zwar ganz nett, aber:
      Wie stellst du das dir denn vor? Auf dem Land werden nach Lust und Laune Minderheiten diskriminiert, keine Steuern bezahlt und keine Krankenkassen gehabt; in den Städten dann das Gegenteil? Ein Staat kann nun mal nur funktionieren, wenn für alle die selben Regeln gelten.
      5 0 Melden
  • Hiker 10.11.2018 17:57
    Highlight Highlight Wenn diese Entwicklung so weitergeht werden die USA in einem Bürgerkrieg enden. Ich verstehe einfach nicht wem das nützlich sein soll. Aber nicht nur die USA haben dieses Problem. Tendenzen sieht man überall. Vielleicht hatten wir schon zu lange keine Kriege mehr. Das Elend das in solchen Konflikten heraufbeschworen wird ist aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen in unseren bisher gut funktionierenden Demokratien verschwunden. Stück für Stück wird der Sozialstaat und die Demokratie demontiert. Geopfert auf dem Altar des Kapitalismus und des Profits einer kleinen Oberschicht.
    40 13 Melden
  • Momou 10.11.2018 17:32
    Highlight Highlight Zum Glück erfahren wir, dass sich etliche US-Amerikaner auf politischer Ebene nicht, respektive schlecht repräsentiert fühlen. Hoffen wir, dass diese Gruppe stets wächst und womöglich die momentane Schwächen der Dichotomie zu ihren Gunsten nutzt. Eine valable Alternative zu Pest und Cholera wäre willkommen, nicht?
    17 5 Melden
  • Ataraksia Eudaimonia 10.11.2018 17:27
    Highlight Highlight >Es ist was faul im Staate Dänemark <, wohl...und zwar in der alten wie in der neuen (beide nur noch quasi demokratischen) Welt/en.
    Für mich ist es 'nur' ein Altersgebrechen einer Zivilisation der die Luft permanent ausgeht...und man weigert sich das zu gestehen, sich damit zu konfrontieren.
    10 6 Melden
  • W wie Wambo 10.11.2018 17:19
    Highlight Highlight Clinton wurde nicht gewählt, weil sie den Status-quo und die politische Elite perfekt verkörperte. Unter der Politik der neoliberalen Demokraten (ergo die Mitte) und denn Republikanern sind die Reallöhne in der produzierenden Industrie seit ca. 1975 nicht mehr gestiegen, bei gleichzeitiger Verdoppelung der Produktivität.
    Das Problem ist nicht die Zerstörung der polit. Mitte, sondern dass keine Linke existiert in den USA. Viele Bürger erkennen, dass sie von der Mitte immer nur verkauft wurden, darum ist Sanders auch seit fast 2 Jahren der beliebteste Politiker der USA.
    User Image
    56 3 Melden
    • Doeme 11.11.2018 10:52
      Highlight Highlight @Wambo wo hast du diese Grafik her? Sieht interessant aus, dieser Entwicklung war ich mir gar nicht bewusst...
      2 0 Melden
    • W wie Wambo 12.11.2018 12:46
      Highlight Highlight Die Grafik stammt aus einem Artikel von Stan Sorscher. Die verlinkte Website enthält weitere Informationen und eine interaktive, fortgeführte Datenreihe. Wenn dich die Thematik näher interessiert, findest du (auf Englisch) problemlos viele weitere wissenschaftliche Abhandlungen.

      http://www.opportunityinstitute.org/blog/post/x-marks-the-spot-where-inequality-took-root-dig-here/

      Kurz gesagt: Verantwortlich dafür ist die Wende von 'labour' zu 'capital' in den USA und kulturelle Veränderungen hin zu einem 'gierigeren' Kapitalismus.
      1 0 Melden
  • Platon 10.11.2018 17:02
    Highlight Highlight Ich finde es falsch von Polarisierung zu reden, nur weil die GOP keine Grenzen mehr kennt und offensichtlich immer rassistischer und autoritärer wird. Es ist ja nicht so, dass man bei den jetzt Demokraten von Sozialdemokraten reden kann. Die Demokraten sind schon die Mittepartei, der GOP gelingt es einfach anhand einer zermürbenden Faktenresistenz zu behaupten, es seien böse Sozialisten. Die US-Politik fand schon immer rechts der Mitte statt.
    51 8 Melden
  • Bibilieli 10.11.2018 16:39
    Highlight Highlight "Mit den Verlusten in den Agglomerationen sind auch jene Republikaner weitgehend weg, die auf Distanz zu Trumps Lügen und Hetze bedacht waren." Von dieser angeblichen "Distanz" hat man in den Abstimmungen im Repräsentantenhaus wenig gesehen. Wie die Chronik zeigt, stimmen die meisten Parlamentarier entlang der Parteigrenze. https://www.c-span.org/congress/votes/
    19 0 Melden
  • Smeyers 10.11.2018 16:14
    Highlight Highlight Die Mitte ist für viele zu umständlich. Man muss beide Seiten anhören und analysieren und sich danach eine Meinung bilden. Die meisten möchten jedoch schwarz weiss Antworten, vor allem um jemanden die Schuld zu geben. Ein Ausdruck unserer Zeit. Darum sind auch die Mitte Parteien in Europa unter Druck. Wobei man in den USA sowieso nur die Wahl hat zwischen zwei „echten“ Parteien.
    36 5 Melden
  • Maya Eldorado 10.11.2018 15:42
    Highlight Highlight Wer weiss vielleicht macht die polarisierende Politik die Welt noch schneller kapput als der Klimawandel.
    47 15 Melden
  • gupa 10.11.2018 15:29
    Highlight Highlight Hillary Clinton wurde ja wohl kaum nicht gewählt weil sie zu links ist, wo wäre dann diese dritte Partei?
    121 6 Melden
    • cheeky Badger 10.11.2018 16:43
      Highlight Highlight Genau. Die demolratische Partei, würde es sie denn hierzulande geben, wäre sowiso nicht im linken Spektrum angesiedelt. Wohl eher in der Mitte zwischen CVP und FDP.

      Natürlich gibt es linke Ausreisser wie Bernie Sanders.

      Zumindest ist das mein Eindruck.
      36 4 Melden
    • redeye70 10.11.2018 17:35
      Highlight Highlight Hillary wurde wegen ihrer Persönlichkeit nicht gewählt. Sie fiel auch bei den demokratischen Wählern massiv durch. Sie ins Rennen zu schicken war der grösste Fehler dieser Partei.
      47 3 Melden
    • Holden Caulfield 10.11.2018 18:15
      Highlight Highlight Bernie Sanders ^^
      7 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 10.11.2018 15:17
    Highlight Highlight Die Reduktion auf die Zuwanderung greift hier zu kurz. Die Vermögensungleichheit ist zu extrem, die soziale Mobilität zu tief geworden und unser System hat keine Antwort darauf. Wenn dann die Armen relativ gesehen ärmer werden, schiebt man es eben auf die Zuwanderung oder die Chinesen.
    Auch in Europa kämpfen linke Parteien primär für Einkommens- , nicht Vermögensgleichheit und erhöhen derweil indirekt die Preise für zahlreiche Güter (Umweltschutz, Menschenrechten, Immobilien usw.), sodass der untere Mittelstand sie auch fast nicht wählen kann und am Hochkommen gehindert wird.
    99 29 Melden
    • Shlomo 10.11.2018 15:34
      Highlight Highlight Momen moment, die Initiative zur Erbschaftsteuer wäre der erste Schritt gewesen zu einer besseren Vermögensgleichheit. Aber in der Schweiz meint auch der ärmste Schlucker er habe noch irgendwo einen reichen Erbonkel.
      82 22 Melden
    • Gummibär 10.11.2018 16:51
      Highlight Highlight @ Shlomo . Vielleicht meint der ärmste Schlucker ganz einfach, dass bereits einmal besteuertes Einkommen vom Staat nicht ein zweites Mal geschröpft werden soll.


      29 45 Melden
    • trio 10.11.2018 17:13
      Highlight Highlight @Gummibär
      So ein blödsinn! Jedes Geld wurde irgendwo schonmal besteuert. Es geht doch darum, das eine Person das Geld versteuern, welches sie bekommen, oder verdienen, oder was auch immer.
      Ohne Erbschaftssteuer häuft sich der Reichtum noch mehr bei den sowieso schon Reichen an.
      36 6 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Oh Dae-su 10.11.2018 15:15
    Highlight Highlight Eine dritte Partei kann in den USA schon wegen dem First Past the Post Wahlsystem gar nicht erfolgreich sein. Die US Demokratie bräuchte also zuerst eine fundamentale Änderung des Wahlsystems.
    Schön erklärt auch in diesem Video:

    Play Icon
    24 3 Melden
  • Wilhelm Dingo 10.11.2018 15:09
    Highlight Highlight Kurz gesagt: die Mitte blutet aus, die Gewinne steigen und wandern in die Taschen der Oberschicht. Eine Umverteilung von der Mitte nach oben. Die Unterschicht ist für die Oberschicht zwecks Wahlen wichtig, darum werden diese mit pupulistischen Parolen bei Laune gehalten.
    267 27 Melden
    • DerTaran 10.11.2018 16:38
      Highlight Highlight Oh jeh, Populisten vereinfachen, egal ob sie links oder rechts sind.
      17 8 Melden
    • what's on? 10.11.2018 18:04
      Highlight Highlight Erinnert mich an die Schweiz
      7 3 Melden
    • skofmel79 11.11.2018 10:04
      Highlight Highlight Siehe auch unser parlament
      1 0 Melden
  • Richu 10.11.2018 15:07
    Highlight Highlight Bin überrascht, dass dem Journalist dieses Artikels nicht bekannt ist, dass sich die Lohnsituation in den USA in vielen Bereichen in den letzten 2 Jahren wesentlich verbessert hat. So entschied beispielsweise Amazon USA kürzlich, den Mindestlohn für Festangestellte und Zeitarbeiter ab sofort von USD 7.25 pro Std. auf USD 15 pro Std. zu erhöhen (Amazon beschäftigt in den USA 250'000 Festangestellte und 100'000 Zeitarbeiter).
    18 47 Melden
    • Hierundjetzt 10.11.2018 16:23
      Highlight Highlight Welche „Situation“ hat sich wo geändert? Der Mindestlohn ist immer noch 7,25 (in der CH 20.-). Im Süden wird durchschnittlich 5,30 / h für Erntearbeiter und Tieflöhner bezahlt (meist Mexikaner).

      Die USA haben +/- 320 Mio Einwohner und Du erzählst voller Stolz, das 1 Firma endlich 15.- bezahlt (aber nur wenn man gefühlt 1‘000 Kriterien erfüllt).

      Nein, Amazon bezahlt das nicht für alle. Geht gar nicht, Amazon würde sich ja so komplet vom Markt nehmen.

      Lies nochmals ganz genau Deinen Artikel...
      44 6 Melden
    • _kokolorix 10.11.2018 16:24
      Highlight Highlight Hast du schon mal nachgeschaut was für Gehaltserhöhungen sich die Teppichetagen gegönnt haben? Der Mindestlohn betrifft nur ein paar wenige, der Mittelstand hat von dieser Erhöhung rein gar nichts. Das ist Augenwischerei, wie die berühmte Tellerwäscher-Karriere, welche suggerieren soll das alles in bester Ordnung ist, während sich das reichste Perzentil auf Kosten der Allgemeinheit immens bereichert
      38 5 Melden
    • Froggr 10.11.2018 17:45
      Highlight Highlight Ich denke ihr könnt Trumps erfolg nicht ganz verkraften;)
      14 39 Melden
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