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Uno fordert EU zur Fortsetzung von Afghanistan-Hilfe auf

A 9-year-old girl works in a brick factory on the outskirts of Kabul, Afghanistan, on Aug. 20, 2022. Aid agencies say the number of children working in Afghanistan is growing ever since the economy co ...
Eine 9-Jährige arbeitet in einer Kohle-Fabrik.Bild: keystone

UNO fordert EU zur Fortsetzung von Afghanistan-Hilfe auf

25.01.2023, 08:0225.01.2023, 12:42
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Die stellvertretende UNO-Generalsekretärin, Amina Mohammed, hat die EU-Staaten davor gewarnt, wegen der frauenfeindlichen Politik der Taliban in Afghanistan humanitäre Hilfslieferungen zu stoppen. Regierungen müssten den Steuerzahlern erklären, warum man einem Land Geld gebe, das Frauen so diskriminiere, sagte Mohammed der Deutschen Presse-Agentur und anderen internationalen Medien in Brüssel. Die unangenehme Wahrheit sei aber, dass Frauen und Kinder in Afghanistan ohne Hilfe aus dem Ausland sterben würden.

«Es gibt Temperaturen von minus 30 Grad», sagte die Vize-Generalsekretärin. «Und es gibt Menschen, die nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen.» Ziel der internationalen Gemeinschaft müsse sein, die militant-islamistischen Taliban über Druck in anderen Bereichen zur Rücknahme von diskriminierenden Entscheidungen gegen Frauen oder zumindest zu mehr Ausnahmeregelungen zu bewegen. Als Beispiel nannte sie die weitgehenden Beschäftigungs- und Ausbildungsverbote für Frauen, die auch Tätigkeiten für Hilfsorganisationen einschliessen.

In Afghanistan sind die Taliban nach dem Abzug der internationalen Truppen seit Sommer 2021 wieder an der Macht. In der EU wird diskutiert, ob weiter Entwicklungshilfe geleistet werden kann. Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock hatte am Montag bei einem EU-Treffen eine harte deutsche Position angekündigt.

Baerbock: Nicht «Handlanger der Taliban» werden

«Wenn Frauen für internationale Organisationen nicht mehr arbeiten können, dann kommt die Hilfe nicht mehr an. Und wir können uns als internationale Gemeinschaft nicht zum Handlanger der Taliban machen mit Blick auf das Arbeitsverbot von Frauen», sagte die Grünen-Politikerin. «Das bedeutet: Wo Frauen nicht mehr arbeiten dürfen, können auch deutsche Hilfsgüter nicht mehr ankommen.» Die Taliban nähmen die gesamte afghanische Bevölkerung «in Geiselhaft».

Die Taliban stehen international massiv in der Kritik – vorwiegend wegen einer massiven Beschneidung von Frauen- und Menschenrechten. So sind Mädchenschulen ab der siebten Klasse in weiten Teilen des Landes geschlossen. Der Besuch von Universitäten ist seit Dezember für Frauen ebenfalls tabu. Im November mussten Parks und Fitnessstudios ihre Pforten für Frauen schliessen. Ende Dezember wurde Frauen verboten, für Nichtregierungsorganisationen zu arbeiten.

(yam/sda/dpa)

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6 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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RuZzophob
25.01.2023 08:38registriert Oktober 2022
Unterstütztung nach Afghanistan schicken heisst die Taliban stärken. Das Land gehört isoliert und vom Export ausgeschlossen.
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