
In Laos diskutiert aktuell der südostasiatische Staatenbund (ASEAN), wie es in Myanmar weitergehen soll.Bild: keystone
Landminen können auch Jahre nach Konflikten noch ausgelöst werden. Oft geschieht dies durch Zivilisten. Und besonders oft zuletzt in Myanmar. Das sind die aktuellsten Daten.
Mindestens 5757 Menschen wurden 2023 Opfer von Landminen oder explosiven Kriegsrückstände. Das zeigen die Zahlen des kürzlich erschienenen Landminen Monitors 2024. Die Opfer verteilen sich auf diese 53 Länder.
Auch wenn der Landminen Monitor in den letzten Jahren eher immer weniger Opfer erfasste, nahmen die Meldungen 2023 wieder zu.
Beklagte in den drei Jahren davor Syrien am meisten gemeldete Landminen-Opfer, hat 2023 Myanmar diese unrühmliche Spitzenposition übernommen. Dies dürfte gemäss der Studie mit dem Militärcoup in Myanmar 2021 zusammenhängen. In der Folge bewaffneten sich Zivilisten und versuchten, die Demokratie wieder herzustellen. Die Landminen werden gemäss dem Monitor von beiden Seiten als Waffen eingesetzt.
84 Prozent Zivilisten – es könnten noch viele mehr sein
Von den 2023 insgesamt 5757 Toten oder Verletzten durch Landminen waren 84 Prozent Zivilisten. Mindestens 1498-mal traf es ein Kind, 470 Zwischenfälle endeten dabei tödlich. Oft sei es gemäss dem Report so, dass Soldaten Zivilisten als «menschliche Schilder» nehmen und diese in gefährdeten Zonen vor sich her treiben, um nicht selbst auf Landminen zu treten.
Bei den Zahlen ist eine gewisse Vorsicht geboten. Es handelt sich nur um die gemeldeten Vorfälle. Yeshua Moser-Puangsuwan, der beim Monitor mitarbeitete, sagt: «Könnten es doppelt so viele sein? Ja. Könnten es gar dreimal so viele sein? Durchaus möglich.»

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