DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: AP/AP

Mexikos Horror in Zahlen: 2371 Morde in einem Monat

Allein im Oktober sind in Mexiko 2764 Menschen ermordet worden – ein trauriger Rekord. Sicherheitsbehörden und Regierung sind mit der Situation überfordert.
22.11.2017, 13:3122.11.2017, 15:36

Angesichts interner Verteilungskämpfe zwischen den Drogenkartellen eskaliert die Gewalt in Mexiko. Seit Jahresbeginn wurden in dem lateinamerikanischen Land 23'968 Personen getötet, wie das Innenministerium am Dienstag mitteilte. Somit ist 2017 schon jetzt das blutigste Jahr in der jüngeren Geschichte – und in der Statistik fehlen noch zwei Monate.

Rekordmonat Oktober

Allein im Oktober wurden 2764 Menschen getötet, so viel wie noch nie in einem Monat seit Beginn der systematischen Erhebung vor 20 Jahren. Dies ergibt für Oktober im Durchschnitt 89 Tote jeden Tag.

Die Zahlen übersteigen sogar jene der blutigsten Periode im Drogenkrieg während der Amtszeit von Präsident Felipe Calderón (2006-2012), der Tausende Soldaten und Polizisten in den Kampf gegen die Verbrechersyndikate schickte. Das bislang gewalttätigste Jahr war 2011 mit 22'852 Tötungsdelikten.

Felipe Calderón.
Felipe Calderón.Bild: EPA/EFE/COP20

Auslöser

Zahlreiche Festnahmen und Tötungen mächtiger Kartellbosse hatten zuletzt Machtkämpfe innerhalb der Verbrechersyndikate entfacht. Ausserdem konkurrieren zunehmend auch kleinere Banden um Geschäftsanteile und Einflusszonen. Neben dem Drogenhandel sind die Kartelle auch in Schutzgelderpressung, Menschenhandel und Benzindiebstahl verwickelt. 

Wie weiter?

Für den aktuellen Präsidenten Enrique Peña Nieto hatte der Kampf gegen das organisierte Verbrechen und die Verbesserung der Sicherheitslage nie oberste Priorität. Vielmehr wollte er als grosser Wirtschaftsankurbler in die Geschichte Mexikos eingehen. Dies hat nun zur Folge, dass Nieto das blutigste Jahr der jüngeren Geschichte zu verantworten hat.

Enrique Peña Nieto

1 / 8
Enrique Peña Nieto
quelle: epa/mexico presidency/efe / mexico presidency / handout
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

In einem halben Jahr wird in Mexiko gewählt, die ersten Präsidentschaftskandidaten bringen sich schon in Stellung.

(nfr/sda/dpa)

Kolumbien: Kampf dem Drogenkrieg - mit Kaffee gegen Koka

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
m:k:
22.11.2017 13:42registriert Mai 2014
Der Krieg gegen die Drogen ist längst verloren. Wahrscheinlich führt schlussendlich nichts an einer Legalisierung vorbei um dieses schreckliche Leid zu verhindern oder zumindest einzudämmen.
414
Melden
Zum Kommentar
avatar
Basswow
22.11.2017 13:46registriert März 2014
Drogen legalisieren.
399
Melden
Zum Kommentar
avatar
Toerpe Zwerg
22.11.2017 13:42registriert Februar 2014
Als Besucher in diesem grossartigen Land bekommt man von dieser Gewalt nichts mit. Auch die normale Bevölkerung bleibt weitgehend verschont.

Mexico ist für Reisende ein sicheres Land und kann auch individuell ohne besondere Risiken bereist werden. Der Drogenkrieg spielt sich unter den Banden ab.

Es gibt nur eine Lösung: Legalisierung der Rauschmittel weltweit und besonders in den USA. Diese Entwicklung ist im Gange. Die Kartelle werden dadurch nicht verschwinden, aber das Geschäft mit den grössten Margen würde wegbrechen und ihre Macht entsprechend schrumpfen.
3916
Melden
Zum Kommentar
5
Von 4.60 Franken auf einen Stutz – darum ist das britische Pfund im freien Fall

Der Euro-Franken-Kurs befindet sich nach einem kurzen Zwischenhoch aufgrund der Leitzinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wieder auf Tauchfahrt. In der Nacht auf Montag sackte die europäische Gemeinschaftswährung erneut kräftig ab und fiel auf einen 20-jährigen Tiefstand. 0.9405 Franken war der Euro noch wert.

Zur Story