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Sie überlebte zehn Stunden im Meer – doch nun bestehen starke Zweifel an ihrer Erzählung



Es sei ihr Yoga-Training gewesen, das sie am Leben erhalten habe, erzählte Kay Longstaff nachdem sie von der kroatischen Küstenwache aufgegriffen wurde. Sie habe sich auf den Rücken gedreht, sich treiben lassen und gesungen. 

Vergangene Woche sorgte die 46-jährige Britin für weltweite Schlagzeilen. Geschlagene zehn Stunden überlebte sie im Mittelmeer, nachdem sie von Bord des Kreuzfahrtschiffes «Norwegian Star» fiel.

Bereitwillig gab sie nach ihrer Rettung den kroatischen Medien Auskunft: «Ich bin vom Bug der Norwegian Star gefallen und ich war für rund zehn Stunden im Wasser. Diese wunderbaren Herren haben mich gefunden.» 

epa06960647 A handout photo made available by the Croatian Coast Guard on 20 August 2018 shows a British woman (C) after being rescued by the coastguard patrol boat the Cavtat at sea in the Adriatic, off the coast of Croatia, 19 August 2018. British woman Kay Longstaff, 46, was rescued by coast guard officials after falling from a cruise ship and spending 10 hours into the Adriatic Sea, some 60 miles off the Croatian coast. She was then taken to hospital in Pula.  EPA/CROATIAN COAST GUARD HANDOUT -- BEST QUALITY AVAILABLE -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Kay Longstaff und ihre Retter der kroatischen Küstenwache. Bild: EPA/CROATIAN COAST GUARD

Doch nun bestehen starke Zweifel an der Version der Geretteten. Zwar dürfte sie tatsächlich zehn Stunden im Wasser überlebt haben, aber ist sie wirklich von Bord gefallen?

FILE - May 19, 2016 file photo of the cruise ship

Auf diesem Schiff ereignete sich der Vorfall: Die «Norwegian Star» (Archivbild). Bild: AP/NTB

Nach dem Vorfall wurden sowohl in Italien als auch in Kroatien polizeiliche Untersuchungen eingeleitet. Und beide kommen zum Schluss, dass Longstaff nicht von Bord gefallen, sondern von Bord gesprungen sei, dies berichtet The Mail on Sunday.

Die Zeitung zitiert einen Ermittler: 

«Die Bilder der Überwachungskameras zeigen, dass sie auf dem siebten Deck der Norwegian Star war, als sie ihre Tasche mit ihren Sachen auf einen Tisch stellte. Sie fing an, sich auszuziehen. Sie schien nicht nervös zu sein, es sah eher nach Routine aus. Sie blieb für einige Augenblicke stehen und sprang dann sehr zielstrebig – um zu verhindern, dass sie das Schiff trifft oder von einem Motor angesaugt wird.»

Der Sprung ins Wasser ereignete sich gemäss den Überwachungskameras eine Viertelstunde vor Mitternacht. Wann genau Longstaff als vermisst gemeldet wurde, ist unklar. Die offizielle Suchoperation wurde um 2.17 Uhr am Morgen eingeleitet, nachdem der Captain des Schiffes die Behörden informierte.

Das Kreuzfahrtschiff wendete und wurde von der kroatischen Küstenwache bei der Suche unterstützt. Um 9.40 Uhr folgte die Erleichterung: Etwa eine Meile von dort, wo die Frau verschwand, konnte sie durch die Küstenwache aufgegriffen werden. 

Longstaff überlebte die zehn Stunden im Wasser ohne grössere gesundheitliche Schäden. Zugute kam ihr, dass das Wasser relativ ruhig und warm war.

epa06960646 A handout photo made available by the Croatian Coast Guard on 20 August 2018 shows a British woman being rescued by the coastguard patrol boat the Cavtat at sea in the Adriatic, off the coast of Croatia, 19 August 2018. British woman Kay Longstaff, 46, was rescued by coast guard officials after falling from a cruise ship and spending 10 hours into the Adriatic Sea, some 60 miles off the Croatian coast. She was then taken to hospital in Pula.  EPA/CROATIAN COAST GUARD HANDOUT -- BEST QUALITY AVAILABLE -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES/NO ARCHIVES

Nach zehn Stunden im Wasser besteigt Longstaff das Schiff der kroatischen Küstenwache. Bild: EPA/CROATIAN COAST GUARD

«Als Erstes trank sei ein wenig Wasser, dann ass sie eine Suppe», erzählt Lovro Oreskovic, der Captain des Bootes, das sie aufgriff. «Wir gaben ihr zusätzlich ein isotonisches Getränk und einen Pudding, dann schlief sie ein.» Lange hätte sie aber nicht mehr durchgehalten, erzählte sie den Rettern.

Weshalb die Frau von Bord gesprungen ist, bleibt derweil unklar. Passagiere der «Norwegian Star» berichten gemäss englischen Medien, dass sie sich den ganzen Tag mit ihrem Partner gestritten habe. Auch sei Alkohol geflossen. (cma)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sinthobob 27.08.2018 19:44
    Highlight Highlight Hehe.. Und meinem ersten Kommentat beim letzten Artikel wurde nicht aufgeschaltet, wo ich mich gefragt hab, wie sie das geschafft hat. Nehm euch das nicht böse..
    .
    .
    .
    Nur ein wenig ;-)
    • Mia_san_mia 28.08.2018 05:55
      Highlight Highlight 😂👍🏻
  • Elfranone 27.08.2018 19:35
    Highlight Highlight kleine frage am rande:
    wo springt man bei einem fahrenden schiff ins wasser ohne grosses risiko eingehen zu müssen angesaugt zu werden?
    • Snowy 27.08.2018 20:02
      Highlight Highlight Im vorderen Drittel.
    • Saasi 28.08.2018 09:24
      Highlight Highlight Vorderes Drittel. Wollte auch mal. Aber ein Loch im Kopf ist mir definitiv zu viel.
  • Phrosch 27.08.2018 17:21
    Highlight Highlight Habe mich schon bei den ersten Berichten gefragt, wie man von einem Kreuzfahrtschiff fallen kann. Ausser da waren Substanzen im Spiel. Obwohl, auch dann...?
  • ubu 27.08.2018 15:32
    Highlight Highlight Und das einzige Medium in der Schweiz, das die Geschichte von Anfang an mit einem grossen Fragezeichen versehen hat, war die gebührenfinanzierte SRG. Die braucht weniger Klicks und darum weniger Sensationen.

    https://www.srf.ch/news/panorama/kroatische-adria-touristin-ueberlebt-angeblich-zehn-stunden-im-meer
    • leverage 27.08.2018 17:32
      Highlight Highlight Naja, SRF bezweifelt eher die 10h als das sie gefallen ist. Die 10h scheinen ja aber zu stimmen ;)
      Trotzdem ist der SRF Artikel gut geschrieben.
    • Snowy 27.08.2018 18:17
      Highlight Highlight Danke für diesen Hinweis.

      Übrigens nicht zum ersten Mal.
  • anonymer analphabet 27.08.2018 13:35
    Highlight Highlight ok sie ist zuerst gesprungen und dann gefallen... scheinbar hat sie den Teil mit dem abspringen weggelassen oder verdrängt... :-/
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 27.08.2018 11:54
    Highlight Highlight Beim nächsten Meerurlaub übe ich das auch.. ich lege mich flach ins Wasser und singe Heimweh von Plüsch.
    • Sherlock_Holmes 27.08.2018 13:15
      Highlight Highlight Auch wenn ich schmunzeln musste – ich schätze Humor und platziere gerne einen lockeren Spruch – so ist ein Suizid immer äusserst tragisch.

      Kay Longstaff dürfte – wie die überwiegende Mehrheit der Überlebenden – dankbar sein.

      Suizid ist nie die Lösung! Es gibt immer eine Alternative, auch wenn alles zusammen zu stürzen scheint.
      Es ist absolut überlebenswichtig, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
      Der Weg zurück ins Leben isthäufig kein einfacher Prozess.
      Er braucht Geduld und kompetente Unterstützung.
      Aber ich weiss aus eigener Erfahrung, dass er sich lohnt.

      Ich wünsche Kay von Herzen alles Gute!
    • Sanduuh 27.08.2018 13:32
      Highlight Highlight Keine Ahnung was du gelesen hast, aber ich kann im Artikel nichts von einem Suizidversuch lesen.
    • äti 27.08.2018 13:33
      Highlight Highlight Suizid ? Wie kommt Sherlock auf das ? Kombiniert?
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