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Bild: AP/AP

Blutige Proteste in Haiti – Botschaften bringen Personal in Sicherheit

14.02.2019, 06:08

Bei Protesten in Haiti sind mindestens zwei weitere Menschen ums Leben gekommen. Mehrere diplomatische Vertretungen beschlossen laut Medienberichten, Familienangehörige von Botschaftsmitarbeitern in Sicherheit zu bringen.

Über die Todesopfer hinaus wurde ein Journalist von einem Schuss im Arm getroffen, wie die Nachrichtenagentur HPN am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Gut eine Woche nach Beginn der Proteste gingen erneut Tausende Menschen auf die Strassen, um für einen Rücktritt von Präsident Jovenel Moise zu demonstrieren. Seit Beginn der Proteste am vergangenen Donnerstag sind damit laut Medienberichten mindestens sieben Menschen getötet worden, eine offizielle Zahl gab es zunächst aber nicht.

Jovenel Moise
Jovenel MoiseBild: AP/AP

Mehrere diplomatische Vertretungen beschlossen nach HPN-Angaben, Familienangehörige von Botschaftsmitarbeitern in Sicherheit zu bringen. Das US-Aussenministerium habe die Ausreise von Kindern beantragt. Zudem habe sich die Vertretung der Europäischen Union in Port-au-Prince dazu entschieden, Familienangehörige in die Dominikanische Republik zu bringen.

Demonstranten errichteten erneut Strassensperren und warfen Steine auf Polizisten. Die Polizei drängte die Menschen mit Tränengas zurück. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (CIDH) drückte in einer Mitteilung Besorgnis über die Situation in Haiti aus. Die Organisation rief die Regierung des Staats auf, einen Dialog zu beginnen und die Menschenrechte zu achten, um eine friedliche Lösung zu finden. Die Fronten zwischen der Opposition und der Regierung unter Moise sind verhärtet. Bisher lehnte die Opposition Gespräche ab, bis der Präsident sein Amt verlässt.

Öffentliches Leben steht still

Das öffentliche Leben ist seit Beginn der heftigen Proteste weitgehend zum Stillstand gekommen. Schulen blieben geschlossen, der öffentliche Verkehr ist teilweise eingestellt. Manche Stadtteile in Port-au-Prince sind komplett gesperrt. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, Geld aus einem Hilfsfonds veruntreut zu haben, das eigentlich für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben 2010 verwendet werden sollte. Bei dem Beben kamen Hunderttausende Menschen ums Leben.

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Der Staat ist weitgehend von Hilfszahlungen aus dem Ausland abhängig, neben der grassierenden Korruption ist auch Gewaltkriminalität ein grosses Problem. Haiti liegt im Westen der Insel Hispaniola, auf der Osthälfte befindet sich die Dominikanischen Republik, die politisch stabiler ist. (sda/dpa)

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