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Brazil's President Michel Temer closes his eyes during a event at the Brazilian Institute of Research in Brasilia, Brazil, Monday, May 8, 2017. Temer promised to unify a fractured society, pull the economy from recession and create jobs. Now, Temer is very unpopular, unemployment is up and his reform agenda is very much in doubt. (AP Photo/Eraldo Peres)

Die neuesten Enthüllungen könnten Temer den Kragen kosten.  Bild: Eraldo Peres/AP/KEYSTONE

Über Brasilien ist gerade eine politische «Atombombe» explodiert

18.05.17, 05:36 18.05.17, 06:13


Brasiliens Präsident Michel Temer soll dabei geholfen haben, einen Mitwisser in einem Korruptionsskandal mit Hilfe von Geldzahlungen zum Schweigen zu bringen. In Brasilia war nach dem Auftauchen von angeblich belastenden Tonaufnahmen von einer «Bombe» die Rede.

Dem Portal «O Globo» zufolge geht es um ein Treffen zwischen Temer und Unternehmern, gegen deren Konzern ermittelt wird. Temer soll dabei grünes Licht gegeben haben, den inhaftierten früheren Parlamentspräsidenten Eduardo Cunha mit einer Geldzahlung zum Schweigen zu bringen.

Temers Präsidialkanzlei teilte mit, dass Temer niemals Zahlungen für das Schweigen Cunhas vorgeschlagen habe. Das Treffen an sich wurde bestätigt, es fand Anfang März statt.

Sitzung sofort abgebrochen

Die linke Arbeiterpartei (PT) forderte Temers sofortigen Rücktritt und Neuwahlen. Eine Kongresssitzung wurde nach Bekanntwerden der Nachricht am Mittwochabend in der Hauptstadt Brasilia abgebrochen.

Demonstrators shout slogans against Brazil's President Michel Temer during a May Day rally in Sao Paulo, Brazil, Monday, May 1, 2017. (AP Photo/Andre Penner)

Demonstranten fordern die Absetzung Temers. Bild: Andre Penner/AP/KEYSTONE

Der bestens vernetzte Cunha war früher ein Verbündeter Temers und droht, auszupacken. Er soll umfangreiche Details zu dem Skandal um Schmiergeldzahlungen an führende Politiker des Landes haben. Laut «O Globo» soll der Abgeordnete Rodrigo Rocha Loures von Temers Partei der demokratischen Bewegung (PMDB) dabei gefilmt worden sein, wie er einen Geldkoffer mit 500'000 Reais (rund 150'000 Franken) entgegennahm – das Geld soll von dem an dem Gespräch mit Temer beteiligten Unternehmer Joesley Batista stammen, hiess es. Auch Cunha ist Mitglied der PMDB.

Richter nun am Zug

Batista soll das Gespräch mit Temer aufgezeichnet haben – Temers Schicksal hängt nun von dem Richter am Obersten Gerichtshof, Edson Fachin, ab. Ihm gegenüber machten Joesley Batista und sein Bruder Wesley die brisanten Aussagen und händigten ihm das Beweismaterial aus. Die beiden sind die Chefs des Konzerns JBS – des grössten Fleischproduzenten der Welt. Unklar war, warum sie sich an die Justiz wandten.

Medien sprachen von einer «Atombombe, die über dem Land explodiert». Mit Blick auf die Turbulenzen um US-Präsident Donald Trump war zudem die Rede davon, dass sich zeitgleich zwei grosse Demokratien in tiefen Krisen befänden. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • My Senf 18.05.2017 08:33
    Highlight Ist doch klar wieso sie sich andie Justiz wandten! Bei der Anzahl wechselnder Presidenten sind sie es einfach satt alle paar Monate geldkoffer an Politiker zu übergeben um ruhig arbeiten zu können kaum haben Sie einen Erpresser ruhig gestellt kommt schon der nächste der die hohle Hand macht! Das muss mal ein Ende haben!
    15 0 Melden
  • Beobachter24 18.05.2017 08:19
    Highlight Wieder mal viel Konjuktiv.
    Aber es ist eine "Atombombe".
    ... ts ts ts
    10 3 Melden
  • Baba 18.05.2017 07:24
    Highlight Brasilien kommt auch nicht zur Ruhe...
    6 1 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 18.05.2017 07:14
    Highlight Brasilien und Demokratie im selben Satz...
    7 12 Melden
  • pamayer 18.05.2017 07:10
    Highlight Korruption legalisieren?!
    Du legst offen, wofür du wie viel bezahlst und damit dein Gegenüber ganz Neoliberalismus 'übernommen' hast.
    9 1 Melden
  • Majoras Maske 18.05.2017 06:43
    Highlight Dass Temer auch in solche Dinge verwickelt ist, wusste man ja schon, als die letzte Präsidentin abgesetzt wurde. Immerhin ging es damals auch gegen die Verfolgung der Korruption.
    15 0 Melden

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