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epa06260473 Chinese police officers arrive at the Phnom Penh International Airport, in Phnom Penh, Cambodia, 12 October 2017. Cambodian authorities deported 74 Chinese citizens back to China after they were accused of cybercrime.  EPA/KITH SEREY

Chinesische Polizistinnen und Polizisten an einem Flughafen. (Symbolbild) Bild: EPA/EPA

Wegen «kritischen Nachforschungen»: Deutscher Student aus China ausgewiesen

In der Volksrepublik ist es schlecht um die Pressefreiheit bestellt. David Missal begann trotzdem ein Journalismus-Studium in Peking – und musste das Land nun wegen zu kritischer Nachforschungen verlassen.



Ein deutscher Journalismus-Student ist aus China ausgewiesen worden, nachdem er dort über die Verfolgung von Menschenrechtsanwälten recherchiert hatte. Der 24-jährige David Missal bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er am Sonntag ausreisen musste. Seine Aufenthaltserlaubnis sei verkürzt und ein neues Visum für das nächste Semester verweigert worden. Er hatte zehn Tage Zeit, um das Land zu verlassen.

Die Behörden begründeten ihre Entscheidung demnach damit, dass seine Aktivitäten nicht von seinem Studentenvisum gedeckt waren. Auf Nachfrage, was damit gemeint sei, sollen die Beamten nur geantwortet haben: «Das weisst du schon selbst.»

Missal, der an der Pekinger Tsinghua Universität das erste Jahr eines Master-Studiengangs absolviert hat, geht davon aus, dass die Ausweisung mit seiner Arbeit über die Verfolgung von Menschenrechtsanwälten in China zusammenhängt.

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Video: srf

Seitdem die Sicherheitsbehörden vor drei Jahren zum Schlag gegen inzwischen mehr als 300 Bürgerrechtsanwälte, Mitarbeiter von Kanzleien und Aktivisten und deren Angehörige ausgeholt haben, sind viele von ihnen zu Bewährungs- und teilweise auch langen Haftstrafen verurteilt worden.

Missal filmte und interviewte Anwälte und Angehörige. Unter anderem begleitet er Li Wenzu, die Frau des inhaftierten Menschenrechtsanwalts Wang Quanzhang. Sie war im April zu einem 100-Kilometer-Marsch aufgebrochen, um auf das Schicksal ihres Mannes aufmerksam zu machen. Bald darauf wurde sie von Polizisten gestoppt und faktisch unter Hausarrest gestellt.

Missal berichtete, dass auch er im Rahmen seiner Recherchen festgehalten und verhört wurde. In der zentralchinesischen Stadt Wuhan, wo er mit dem Anwalt des bekannten Aktivisten Qin Yongmin sprach, nahmen ihn Polizisten mit auf die Wache und forderten ihn auf, zurück nach Peking zu fahren.

In China gibt es für ausländische Journalisten viele Vorgaben: Nur wer über ein Journalisten-Visum und Arbeitserlaubnis verfügt, darf berichten. Missal war nicht als Journalist registriert, habe aber die Erlaubnis seines Professors für das Projekt erhalten. Erst später habe die Universität Bedenken angemeldet. Die Hochschule war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Video: srf

Für den Osnabrücker, der schon einen Abschluss in China-Studien hat, war das Journalismus-Studium in Peking stets «auch ein Experiment». Er wusste, wie schlecht es um die Pressefreiheit in der Volksrepublik steht. «Es ist aber nochmal etwas anderes, wenn man es am eigenen Körper erlebt», sagte Missal: «Man hofft, dass es zumindest an den Universitäten mehr Freiheiten gibt. Dem ist aber nicht so.»

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), bei dem Missal Stipendiat ist, bedauerte in einer Mittelung die aktuellen Entwicklungen, sprach aber von einem Einzelfall.

China gehört der Organisation Reporter ohne Grenzen zufolge zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten und Bloggern. In der Rangliste zur globalen Pressefreiheit liegt das Land auf Platz 176. Jeden Tag werden Anweisungen an die staatlich kontrollierten Medien verschickt, über welche heiklen Themen nicht berichtet und wozu nur die offizielle Berichterstattung der Staatsagentur Xinhua benutzt werden darf. Zudem wird das Internet scharf zensiert.

Auch die Arbeitsbedingungen für ausländische Journalisten verschlechtern sich, wie Umfragen des Auslandskorrespondentenclubs (FCCC) ergaben. Vereinzelt kam es auch vor, dass ausländische Journalisten ausgewiesen wurden. Zuletzt musste 2015 die französische Journalistin Ursula Gauthier das Land verlassen. (sda/dpa/vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sapien 12.08.2018 12:39
    Highlight Highlight Wir sind Europäer. Wir leben den Traum in der Schweiz. Und ja es ist richtig man sollte auch hier kritisch Hinterfragen. Aber diejenigen, die ein solches Regime gutheissen. Bitte die Pforte steht euch offen, ihr dürft gerne nach China ausreise und die Freiheit geniessen die euch zusteht! Wenn ich hier einige Kommentare lese, krieg ich nen leichten Anfall.
  • Angelo C. 12.08.2018 12:16
    Highlight Highlight Fehlende Freiheiten in China sind uns Allen bekannt, eigene Intellektuelle werden an Verlautbarungen gehindert, an Recherchen sowieso.

    Wie also kann man sich als ein in China zugelassener ausländischer Student (vielleicht gar Stipendiat) bloss erblöden, dort Tätigkeiten ausüben zu wollen, die sich gegen die Regierung richten, tztz 🤔!

    Und sich auch noch darüber zu verwundern...
  • Madmessie 12.08.2018 11:39
    Highlight Highlight Wir sollten hier das gleiche tun. Diesem Imperium mit seinen Volkssoldaten muss entlich entschieden entgegengetreten werden.
  • Gender Bender 12.08.2018 10:47
    Highlight Highlight Wacht auf und bereitet euch vor. Wir ändern China nicht, sie werden uns ändern.
    • rodolofo 12.08.2018 15:14
      Highlight Highlight Johann Schneider Ammann hätte sehr gerne, wenn wir artig Chinesisches Lächeln lernen könnten.
      Er sagt dieser Selbstbeherrschung- und Verstellungskunst "Rire de Bon Coeur".
  • Ökonometriker 12.08.2018 10:37
    Highlight Highlight Nunja auch in der Schweiz ist es in manchen Kantonen untersagt, mit einem Studentenvisum einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. China ist es da egal, ob man in der westlichen Presse kritische Artikel schreibt oder einfach nur Englischlehrer ist - die Regierung möchte einfach einen Missbrauch von Visa verhindern. Wäre er korrekt mit einem Arbeitsvisum eingereist, hätte er mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Probleme bekommen.

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