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«Gegen 2:30 Uhr am Morgen hörte ich Menschen ‹Flut› schreien ... Ich weckte meine Frau und Kinder, und wir eilten aus der Tür. Von jetzt auf gleich stand mir das Wasser bis zur Hüfte», erzählte Zhang Erqiang, ein Bewohner Xingtais.<br data-editable="remove">
«Gegen 2:30 Uhr am Morgen hörte ich Menschen ‹Flut› schreien ... Ich weckte meine Frau und Kinder, und wir eilten aus der Tür. Von jetzt auf gleich stand mir das Wasser bis zur Hüfte», erzählte Zhang Erqiang, ein Bewohner Xingtais.
Bild: CHINA DAILY/REUTERS

Mehr als 100 Tote durch Unwetter in China, mindesten so viele werden noch vermisst

24.07.2016, 15:21

Bei schweren Unwettern und Überschwemmungen in der nordchinesischen Provinz Hebei sind mindestens 114 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen gelten weiter als vermisst, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende berichtete.

Die Schäden in der Provinz wurden auf 14,6 Milliarden Yuan, (2,2 Milliarden Franken), geschätzt. Nach offiziellen Angaben beschädigten Hochwasser und Erdrutsche mehr als 200'000 Häuser.

In der Stadt Xingtai kam es am Freitag zu Protesten von Tausenden aufgebrachter Bewohner, die zu späte Warnungen der Behörden und unzureichende Hilfseinsätze beklagten. Hunderte Polizisten stellten sich ihnen in den Weg, wie auf Videos im Internet zu sehen war.

Bewohner kritisierten in sozialen Medien, Dutzende Kinder und ältere Menschen seien ums Leben gekommen. Den Behörden wurde vorgeworfen, die Menschen unterhalb des Reservoirs von Xingtai nicht rechtzeitig über das Ablassen von Wasser informiert zu haben. Xinghua zufolge brachten die Behörden knapp 310'000 Menschen aus der Gegend in Sicherheit.

Bild: CHINA STRINGER NETWORK/REUTERS

In einer Mitteilung der Polizei der Gemeinde Nanhe vom Dienstag hiess es, dass das Reservoir am Mittwoch um 3 Uhr morgens geöffnet werde. Die Polizei und die Dorffunktionäre sollten die Umsiedlungsarbeit bis Mitternacht abschliessen, damit das Leben der Menschen nicht in Gefahr gerate, hiess es weiter.

Unklarheit über Geschehnisse

«Gegen 2.30 Uhr am Morgen hörte ich Menschen ‹Flut› schreien ... Ich weckte meine Frau und Kinder, und wir eilten aus der Tür. Von jetzt auf gleich stand mir das Wasser bis zur Hüfte», erzählte Zhang Erqiang, ein Bewohner Xingtais.

Seine Frau und er hätten sich auf einen Baum retten können, doch ihre beiden Kinder seien vom Wasser mitgerissen worden. «Ihre Leichen wurden gerade gefunden», sagte er unter Tränen.

Chinas Staatsmedien gingen auf die Vorgänge nicht ein. Kritische Stimmen oder Fotos und Videos von den Protesten in sozialen Medien wurden von der Zensur gelöscht.

Bild: CHINA STRINGER NETWORK/REUTERS

Was in Xingtai wirklich passiert ist, war somit unklar. Die Regierung sandte Hilfsteams, Schnellboote sowie 300 Soldaten, um Schäden zu beheben, eingeschlossene Anwohner zu befreien und dem Ausbruch von Epidemien im Überschwemmungsgebiet vorzubeugen. Rund 1200 Bürger halfen laut Behörden beim Rettungseinsatz.

Bereits über 300 Tote

Chinas Vizepremier Wang Yang hielt am Samstag ein Treffen zur Hochwasserschutz und Katastrophenhilfe ab. Er rief die lokalen Regierungen auf, die Sicherheit der Bevölkerung an oberste Stelle zu setzen und die Hochwasserschutzmassnahmen zu verstärken.

Überschwemmungen und Tote wurden auch aus den Provinzen Henan, Shanxi und Hubei berichtet. Seit Beginn der sommerlichen Unwetter und Überschwemmungen in China sind mit den neuen Opferzahlen nach offiziellen Angaben schon mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. (sda/dpa)

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