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Bereits am 8. Juli führte die chinesische Flotte ein Manöver im Südchinesischen Meer durch.
Bereits am 8. Juli führte die chinesische Flotte ein Manöver im Südchinesischen Meer durch.
Bild: AP/Xinhua

China pfeift auf Gerichtsurteil – und startet neue Manöver im Südchinesischen Meer

China startet neue Militärmanöver im Südchinesischen Meer. Erst vor einer Woche hatte ein internationales Schiedsgericht geurteilt, dass die weit reichenden chinesischen Ansprüche in dem Seegebiet ohne rechtliche Grundlage seien.
19.07.2016, 07:45

Ab Dienstag werde ein Sektor östlich der Südspitze der Insel Hainan bis Donnerstag jeweils am Tage für die Schifffahrt gesperrt, teilte die chinesische Meeresverwaltung nun mit. Die Einfahrt sei während der genannten Zeit der Übungen «verboten», berichtete die staatliche Meeresverwaltung. Die Art und der Umfang der Manöver blieben unklar.

Die Ankündigung der Manöver erfolgte während des Besuches des Marinechefs der USA, John Richardson, in Peking. Sein chinesischer Konterpart Wu Shengli sagte dem US-Admiral, China werde «niemals seine Souveränität und Interessen im Südchinesischen Meer opfern». Chinas Marine fürchte keine «militärischen Provokationen» und sei dafür gut gerüstet.

Auch werde China den Bau von Einrichtungen auf den Spratly Inseln «niemals» mittendrin stoppen, betonte Chinas Marinechef. Die Zahl der Verteidigungsanlagen auf den Inseln werde durch das Ausmass der Bedrohung bestimmt. «Jeder Versuch, China durch militärische Muskelspiele zum Einlenken zu zwingen, wird nur gegenteilige Auswirkungen haben», warnte Wu Shengli seinen US-Konterpart.

«Echte Kampfübungen»

Richardson sprach von «freimütigen und bedeutsamen Gesprächen». Sein erster Besuch in China als Marinechef sei seit Monaten geplant gewesen, hob die US-Marine hervor. «Mein Ziel ist es, eine Beziehung zu schmieden, die auf Offenheit und Kooperation aufbaut», sagte der Admiral. «Angesichts der Verantwortung unserer Seestreitkräfte müssen wir zusammenarbeiten und freimütig miteinander sprechen – wenn wir übereinstimmen und genauso, wenn wir verschiedene Meinungen haben.»

Ein chinesischer H-6K-Bomber überfliegt ein Atoll im Südchinesischen Meer.
Ein chinesischer H-6K-Bomber überfliegt ein Atoll im Südchinesischen Meer.
Bild: AP/Xinhua

Während seiner Gespräche in Peking kündigte die chinesische Luftwaffe auch an, künftig «regelmässig» Patrouillen im Südchinesischen Meer zu fliegen. Ein Sprecher bestätigte, dass ein chinesischer Bomber vom Typ H-6K und andere Flugzeuge kürzlich Überwachungsflüge über Inseln und Felsen, darunter das mit den Philippinen umstrittene Scarborough Riff, in dem strategisch wichtigen Meeresgebiet unternommen hätten.

Die Luftwaffe wolle «echte Kampfübungen» vornehmen, um ihre Fähigkeit zu verbessern, «gegen verschiedene Sicherheitsbedrohungen» vorzugehen und Chinas Rechte und Interessen in den Meeresgebieten zu schützen, berichtete die Staatsagentur Xinhua. «Um ihre Aufgabe wirksam zu erfüllen, wird die Luftwaffe regelmässig Kampfpatrouillen im Südchinesischen Meer fliegen», sagte der Sprecher.

China erkennt Urteil nicht an

Schon vor dem Urteil des Schiedsgerichts hatte China vor gut einer Woche in der Nähe der mit Vietnam umstrittenen Paracel-Inseln und der südchinesischen Inselprovinz Hainan Manöver mit Schiessübungen abgehalten. Der Schiedshof in Den Haag hatte Chinas Hoheitsansprüche auf grosse Teile des Südchinesischen Meeres am vergangenen Dienstag als nicht gerechtfertigt abgelehnt, was die Spannungen in der Region verschärft hat. China erkennt das Urteil nicht an.

Peking beansprucht mehr als 80 Prozent des rohstoffreichen Gebietes, durch das wichtige Schifffahrtsstrassen gehen. Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft. (sda/dpa)

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