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Trotz vielen verabreichten Impfdosen: Israel tritt erneut auf die Bremse und schliesst den Flughafen Tel Aviv.
Trotz vielen verabreichten Impfdosen: Israel tritt erneut auf die Bremse und schliesst den Flughafen Tel Aviv. Bild: keystone

4 Erkenntnisse von Israels Impfmarathon – und warum jetzt Jugendliche geimpft werden

Israel hat schon über einen Viertel der Bevölkerung geimpft, einen beachtlichen Teil davon sogar bereits doppelt. Damit ist das Land noch immer weltweiter Spitzenreiter. Aus Israels Erfahrungen kann auch die Schweiz lernen.
25.01.2021, 15:1609.03.2021, 10:34
Lea Senn
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Seit zwei Monaten wird in Israel im Schnellzugtempo gegen Covid-19 geimpft. Möglich gemacht hat dies wohl insbesondere eine Abmachung mit dem Impfstoffhersteller Pfizer, dem Israel detaillierte Datenanalysen über die Wirksamkeit der Impfung zur Verfügung stellt.

Nach diesen zwei Monaten haben sich mehrere Erkenntnisse herauskristallisiert, die der Schweiz und anderen Ländern einen Blick in die nahe Zukunft gewähren.

Impfschutz nach erster Dosis weniger hoch als erwartet

Bei einer vorläufigen Analyse wurden 200'000 Geimpfte über 60 Jahren mit einer Kontrollgruppe von ebenfalls 200'000 Personen im gleichen Alter verglichen. Die Forscher stellten fest, dass die Geimpften zwei Wochen nach der ersten Impfdosis ein 33 Prozent kleineres Risiko hatten, positiv auf das Coronavirus getestet zu werden.

Auch wenn damit bereits ein beachtlicher Schutz vorhanden ist, fällt trotzdem ein Unterschied zu den Resultaten in den klinischen Studien auf, wo von mindestens 52 Prozent berichtet wurde. Allerdings beschränkte sich die Studie wie gesagt auf Personen über 60 Jahren, während der höhere Wert der klinischen Studie auch jüngere Personen berücksichtigte. Die Resultate beziehen sich jeweils auf den 14. Tag nach der ersten Impfung.

Endgültige Resultate zur Wirksamkeit im Schutz gegen Covid-19 erwartet man für einige Wochen nach der zweiten Impfdosis. In den klinischen Studien resultierte ein über 90-prozentiger Schutz durch die Impfung.

Fallzahlen sinken nur langsam

Obwohl Israel seit zwei Monaten impft und sich seit mehreren Wochen in einem Lockdown befindet, bewegen sich die Fallzahlen noch immer auf sehr hohem Niveau.

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Seit einigen Tagen ist erstmals eine Trendwende in Sicht – doch für Gesundheitsminister Juli Edelstein sinken die Neuansteckungen zu wenig schnell. Auch erwartet man in den kommenden Tagen noch immer sehr viele Hospitalisierungen.

Ob die rückläufigen Zahlen wirklich auf die durchgeführten Impfungen zurückzuführen sind oder doch eher mit dem Lockdown zusammen hängen, ist schwierig zu beurteilen.

Indirekte Effekte

Geimpfte Personen werden direkt durch die Impfung geschützt. Gibt es genug geimpfte Personen in einer Bevölkerung, tritt aber zusätzlich auch ein indirekter Schutz für nicht geimpfte Personen auf – denn die Chance sich anzustecken, ist bei einer Bevölkerung mit hoher Impfquote unwahrscheinlicher.

Ein solcher indirekter Effekt konnte in Israel mit der aktuellen Impfquote von rund einem Viertel der Bevölkerung noch nicht im grossen Stil nachgewiesen werden. Nur an vereinzelten Orten seien erste Anzeichen eines indirekten Schutzes zu erkennen – so beispielsweise in Altersheimen oder in Spitälern.

Massnahmen können (noch) nicht gelockert werden

Trotz vorläufigem Abwärtstrend zieht Israel die Schraube nochmals an – denn die Regierung fürchtet sich vor dem mutierten Coronavirus, das sich schneller unter der Bevölkerung verbreitet.

Laut Ministerpräsident Benjamin Netanyahu werden daher ab Montagabend praktisch alle Flüge von und nach Tel Aviv gestrichen – ausgenommen sind Frachtflüge und medizinische Notfalltransporte.

Geplant ist eine mindestens einwöchige Flugsperre. Damit ist Israel praktisch abgeschottet, denn fast alle Ein- und Ausreisen erfolgen über den betroffenen Flughafen «Ben Gurion» bei Tel Aviv.

Israels internationaler Flughafen bei Tel Aviv wird praktisch stillgelegt.
Israels internationaler Flughafen bei Tel Aviv wird praktisch stillgelegt.Bild: keystone

Jugendliche werden geimpft

In den meisten Ländern – darunter auch in der Schweiz – werden die Impfdosen zurzeit nur an Erwachsene über 18 Jahre vergeben. Grund dafür ist, dass noch kaum Studien zur Wirksamkeit bei Minderjährigen durchgeführt wurden. Doch Israel lässt seit Samstag auch Jugendliche gegen Covid-19 impfen, denn diese sollen so bald wie möglich wieder zur Schule gehen können.

Betroffen sind Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahre, die kurz vor dem Schulabschluss stehen – etwas ältere Israelis, wie zum Beispiel Studierende, müssen also noch warten. So will Israel eine Rückkehr zum Präsenzunterricht in den Oberstufen und einen «halbwegs normalen» Abschluss ermöglichen. Zuvor hatte sich das Virus an den Oberstufen sehr stark ausgebreitet.

Die Erkenntnisse zu der Immunreaktion der Jugendlichen dürften für andere Länder wie die Schweiz von hohem Interesse sein. Um geimpft werden zu können, brauchen die Jugendlichen eine Genehmigung ihrer Eltern.

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So wird in Luzern geimpft

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So wird in Luzern geimpft
quelle: keystone / urs flueeler
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27 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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maddiepilz
25.01.2021 16:03registriert Mai 2015
Mehrere Impfdosen, aber eine Impfdosis - nicht Dose ;)
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PlayaGua
25.01.2021 15:38registriert August 2019
Was kann die Schweiz davon lernen? Nichts. Erstens haben wir aktuell gar nicht so viel Impfstoff wie Israel, zweitens besteht Grenze bei uns nicht aus einem Flughafen und drittens haben wir keine grosse religiöse Minderheit, die sich um jegliche Regeln foutiert.
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stadtzuercher
25.01.2021 18:01registriert Dezember 2014
„Zuvor hatte sich das Virus an den Oberstufen sehr stark ausgebreitet“

lernen von israel hiesse auch diese erkenntnisse berücksichtigen. leider noch ein tabu bei politik und bildungszuständigen.
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