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Das sind Merkels mögliche Erben



Seit 13 Jahren ist Angela Merkel Kanzlerin, seit mehr als 18 Jahren CDU-Vorsitzende. Beim CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hamburg will die 64-Jährige nicht mehr erneut als Parteichefin antrete. Es mehrere mögliche Nachfolgekandidaten. Sie dürften unterschiedliche Chancen haben.

Friedrich Merz

epa07128789 (FILE) - Friedrich Merz, Chairman of BlackRock Germany, speaks at the 'Man meets Technology' Banking Summit in Frankfurt Main, Germany, 07 September 2017 (reissued 29 October 2018). According to media reports from 29 October 2018, former head of the Christian Democrats (CDU) Bundestag faction Merz will run for CDU party chairman following reports of Chancellor Merkel allegedly not running again for re-election as chairwoman at the next party convention.  EPA/ARMANDO BABANI

Bild: EPA/EPA

Merz hat sich am Montag unmittelbar nach Bekanntwerden des Verzichts Merkels auf den Parteivorsitz als Kandidat ins Spiel gebracht. Das hat einen gewissen Hintergrund. Merkel - damals Parteivorsitzende - hatte Merz 2002 von der Spitze der CDU/CSU-Fraktion verdrängt. Das hat bei Merz offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen. Merz, Finanzexperte und «Wertekonservativer», hatte damals eine Debatte über eine deutsche Leitkultur angeschoben. Dem 62-Jährigen wie auch anderen Vertretern des konservativen Parteiflügels dürfte die unterstellte «Sozialdemokratisierung» der CDU unter Merkel aufgestossen sein. Merz zog sich nach der Niederlage gegen Merkel aus dem Bundestag zurück.

Annegret Kramp-Karrenbauer

Christian Democratic party's, CDU, general secretary Annegret Kramp-Karrenbauer gives a statement in Berlin Sunday, Oct. 28, 2018. after her party lost in the election in the German state of Hesse. (Carsten Koall/dpa via AP)

Bild: AP/dpa

Der 56-jährigen CDU-Generalsekretärin geben viele in der Partei die besten Chancen, Merkel zumindest als Parteichefin zu beerben. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin gilt auch als Favoritin Merkels. Am Montag wurde bekannt, dass «AKK» als CDU-Vorsitzende kandidieren will. Die Saarländerin hatte Merkel beeindruckt, als sie im Frühjahr 2017 aus fast aussichtsloser Position die Landtagswahl an der Saar mit einem deutlichen Plus doch noch gewinnen konnte.

Die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern hat sich in den vergangenen Monaten bei einer sogenannten Zuhör-Tour viel Sympathie an der Parteibasis erworben. Zugleich grenzte sie sich mit mehreren Äusserungen auch von Merkel ab - beispielsweise als sie Anfang Oktober davon sprach, dass die Partei wieder mehr Feuer brauche, wenn sie auch jüngere Menschen ansprechen wolle.

Jens Spahn

epa07129182 German Health Minister Jens Spahn watches a press conference of German Chancellor Angela Merkel (not in picture) after the board meeting of Christian Democratic Union (CDU) party in Berlin, Germany, 29 October 2018. According to reports from 29 October 2018, Spahn said he would run as candidate for CDU chairwoman to succeed Chancellor Merkel in that office. According to reports, Merkel will not run for re-election as chairwoman of the CDU at the party convention on 07 December 2018.   EPA/CLEMENS BILAN

Bild: EPA/EPA

Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat am Montag seine Kandidatur als Nachfolger von CDU-Chefin Merkel angekündigt. Der ehrgeizige Gesundheitsminister aus dem westfälischen Ahaus hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als konservativer Kritiker der Kanzlerin und CDU-Chefin profiliert. Doch in der Partei heisst es, sollte er Merkel beim Wahlparteitag Anfang Dezember in einer Kampfkandidatur herausfordern, werde er kaum Chancen haben. Ihm wird parteiintern angekreidet, dass er mit Äusserungen etwa in der Flüchtlingspolitik zu stark polarisiert habe. Wer als Kandidat die Mehrheit eines Parteitages auf sich vereinen wolle, müsse alle Flügel integrieren.

Nachdem Merkel an Spahn bei der Bildung ihres vierten Kabinetts nicht mehr herumgekommen war, konzentriere sich der 38-Jährige vor allem auf die Sachpolitik - auch von seinen Kritikern wird seine inhaltliche Kompetenz anerkannt.

Armin Laschet

epa07093943 Armin Laschet (C), the Prime Minister of the German Federal state of North Rhine-Westphalia, speaks to the media as he arrives for a meeting of the Christian Democratic Union presidium at the CDU headquarters, the Konrad-Adenauer-Haus, in Berlin, Germany, 15 October 2018.  EPA/OMER MESSINGER

Bild: EPA/EPA

Als Vorsitzender des stärksten CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen könnte der Ministerpräsident schon qua Amt einen Anspruch auf den Vorsitz der Bundespartei anmelden - wenn er denn wollte. Der 57-Jährige Aachener gilt bisher als loyaler Stellvertreter Merkels in der Bundes-CDU.

Wolfgang Schäuble

FILE - In this Nov. 5, 2014 file picture German Finance Minister Wolfgang Schaeuble gestures during a cabinet meeting  in Berlin. s German Finance Minister Wolfgang Schaeuble on Sunday March 1, 2015  told German newspaper Bild am Sonntag he trusts Greece’s current government to fulfill the conditions for the bailout deal, but also made clear the country would not receive any further money if it didn’t.  (AP Photo/Michael Sohn,file)

Bild: AP/AP

Für den früheren Bundesinnen- und Bundesfinanzminister wäre es die Krönung seiner langen politischen Laufbahn, könnte er Merkel zum Ende seiner Karriere als Bundeskanzler ablösen - wenn auch wohl nur als Übergangslösung. Das wäre dann wohl auch eine späte Genugtuung, nachdem der damalige Kanzler und CDU-Chef Helmut Kohl Schäuble zwar zunächst Hoffnung auf die Nachfolge als Regierungschef gemacht hatte, daraus aber dann doch nichts wurde. Schäuble wurde nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 Parteichef, musste aber im Zuge der CDU-Spendenaffäre im Jahr 2000 seine Ämter als Partei- und Fraktionschef niederlegen. Merkel wurde seine Nachfolgerin im Parteiamt.

Daniel Günther

epa07103903 Prime Minister of Schleswig-Holstein, Daniel Guenther, at the German Bundesrat (Federal Council) in Berlin, Germany, 19 October 2018.  Prime Minister of Schleswig-Holstein, Daniel Guenther, was elected as the new president of the Federal Council, he will take office on 1 November, replacing the Mayor of Berlin, Michael Mueller, who served in the position in the passing year.  EPA/OMER MESSINGER

Bild: EPA/EPA

Der 45 Jahre alte Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein gilt vor allem für CDU-Anhänger, die sich eher in der politischen Mitte oder sogar eher links einordnen, als Hoffnungsträger. Diese Einordnung dürfte es dem Chef einer recht geräuschlos arbeitenden Jamaika-Koalition in Kiel allerdings recht schwer machen, von einer breiten Mehrheit zum Bundesvorsitzenden der CDU gewählt zu werden. Günther selbst sagt von sich, er wolle zunächst erfolgreiche Politik im Land machen und als Regierungschef wiedergewählt werden. Was danach noch kommen könnte, lässt er offen. (aeg/sda/dpa)

Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin, das ist ihr Werdegang

Video: srf

Angela Merkel in der Frittenbude

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sebastian Wendelspiess 29.10.2018 22:38
    Highlight Highlight Der Transatlantiker und US-Troll Merz? Viel Spass Deutschland.
  • rundumeli 29.10.2018 19:11
    Highlight Highlight also , wenn jetzt die krampige annegret als sidekick der ich-mach-jetzt-ne-agenda-nahles das rennen macht ... ja, dann kann ich schon verstehen, dass die jungen nimmer wählen gehen.



    Benutzer Bild
  • Korrekt 29.10.2018 17:33
    Highlight Highlight Eine nochmehr mittige oder sogar linke Ausrichtung sollte die CDU definitiv nicht anstreben. Die CDU muss wieder eine gesunde bürgerliche Partei werden um der AfD die Leute abgraben zu können. Es mag vielleicht nicht im Sinne aller sein, wenn jemand bürgerliche Politik wählt aber es ist sicherlich im Sinne der meisten, wenn dies zugunsten der CDU als der AfD geschieht. Getreu dem Motto Franz-Josef Strauß': „Rechts neben uns ist nur noch die Wand.“
    • Herr Ole 29.10.2018 17:40
      Highlight Highlight So wie die CSU in Bayern? Hat ja super geklappt...
    • Korrekt 29.10.2018 18:02
      Highlight Highlight Wer soll denn ihrer Meinung nach den Karren aus dem Dreck ziehen? Die Linke bzw. die SPD?
    • FrancoL 29.10.2018 19:02
      Highlight Highlight Bürgerliche Politik ist nicht mein Ding, aber sie muss Platz haben, ob dann unter Bürgerlich auch wieder der grosse Teil der AfD eingefangen wird, das ist eine andere Sache. Zu stark haben in der AfD sich viele die das rechte Extrem gefallen lassen und wohl auch Freude daran gehabt, sonst hätte die AfD sich nicht so extrem positionieren können.
      Ich hätte kein grosses Vertrauen in diese Rückkehrer.
  • k~m 29.10.2018 16:50
    Highlight Highlight #SahraWagenknecht4Bundeskanzlerin
    • neoliberaler Raubtierkapitalist 29.10.2018 17:48
      Highlight Highlight Das wäre der reinste Horror! Venezuela nördlich der Schweiz?
    • Platon 29.10.2018 23:01
      Highlight Highlight @neoliberaler
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