Randale und Verletzte – in Berlin ist schon jetzt Silvester
Die Berliner Polizei steht nach Krawallen und Ausschreitungen beim vergangenen Jahreswechsel vor einem ihrer grössten Silvestereinsätze. 3'000 Polizistinnen und Polizisten aus der Hauptstadt und anderen Bundesländern sind nach Angaben von Polizeipräsidentin Barbara Slowik in der Nacht auf den Strassen. 1'000 weitere Beamte seien in Streifenwagen und Polizeiwachen im Einsatz. Dazu kämen 500 Bundespolizisten auf den Bahnhöfen. Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen wollen mit insgesamt mehr als 1'500 Einsatzkräften aktiv sein.
Gänzlich verhindern lassen werden sich Krawalle auch aus Sicht der Polizei nicht, eine Eskalation soll aber verhindert werden.
Erste Randale in Kreuzberg und Neukölln
Erste Randale und Angriffe auf Einsatzkräfte beschäftigen die Polizei bereits vor Silvester. So zündete am Freitagabend in Kreuzberg eine etwa 20-köpfige Gruppe unerlaubt Pyrotechnik und randalierte. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich um junge Menschen, die nahe des Mehringplatzes mehrfach Feuerwerkskörper abfeuerten.
Ein 14-Jähriger und weitere Personen aus der Gruppe hätten zudem zwei Mülltonnen und einen Einkaufswagen die Treppe zum U-Bahnhof «Hallesches Tor» heruntergeworfen. Abfall und eine weitere Mülltonne seien angezündet worden. Auf seiner Flucht habe der 14-Jährige einen Stuhl auf einen der Polizisten geworfen. Bei der späteren Festnahme habe eine Menschengruppe die Polizei bedrängt. Gegen die Gruppe werde nun wegen Landfriedensbruchs ermittelt, hiess es.
Weitere Vorfälle registrierten Zivilfahnder und Beamte in Uniform bei Kontrollen in Neukölln. So habe eine Personengruppe am Halleschen Ufer Passanten mit Pyrotechnik beworfen, teilte die Polizei auf der Onlineplattform X (vormals Twitter) mit. Insgesamt habe es 15 Anzeigen gegeben, 18 Mal sei Pyrotechnik beschlagnahmt worden.
Bereits am Donnerstagabend wurden Feuerwehrkräfte und andere Menschen laut Polizeiangaben mit Feuerwerkskörpern beschossen. Betroffen waren Einsatzkräfte, die eine brennende Feuerwerksbatterie am Mehringplatz in Kreuzberg löschen wollten. Am Oranienplatz sollen drei junge Männer einen Bus und Fahrgäste aus einem Auto heraus mit Pyrotechnik beschossen haben. Und in Charlottenburg zündeten laut Polizei Jugendliche Feuerwerkskörper und verprügelten Passanten die sie ermahnten, mit der Knallerei aufzuhören.
Bereits Verletzungen durch Böller
Auch im Unfallkrankenhaus gab es erste Vorboten des anstehenden Jahreswechsels. «Und so geht's denn auch schon los bevor es losgeht... », schrieb das Krankenhaus am Samstag auf X. Man habe bereits zwei Patienten mit schweren Böllerverletzungen versorgen müssen.
Die Klinik verstärkt in der Silvesternacht ihre OP-Kapazitäten deutlich, wie ein Sprecher mitteilte. «Wir gehen davon aus, dass in der Zeit von 3 Uhr morgens bis in den späten Neujahrsabend durchgehend operiert wird», hiess es im Vorfeld.
Verwendete Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa

