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Merkel rechtfertigt Russland-Politik: «Für Putin zählt nur Power»

Merkel rechtfertigt Russland-Politik: «Für Putin zählt nur Power»

Die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Machtlosigkeit gegenüber Putin als damalige scheidende Kanzlerin eingeräumt. Kurz vor Amtsende war sie noch einmal nach Russland gereist.
24.11.2022, 13:51
epa09422165 German Chancellor Angela Merkel (L) and Russian President Vladimir Putin (R) arrive for a joint news conference following their talks in the Kremlin in Moscow, Russia, 20 August 2021. Germ ...
Merkel und Putin 2021 in Moskau.Bild: keystone

Die deutsche Altbundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Politik gegenüber Russland und der Ukraine verteidigt. Sie habe sich zwar eine friedlichere Zeit nach ihrem Abschied gewünscht, «weil ich mich ja viel mit der Ukraine beschäftigt habe». Aber der russische Angriff sei nicht überraschend erfolgt, sagte die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin «Spiegel».

«Das Abkommen von Minsk war ausgehöhlt. Im Sommer 2021, nachdem sich die Präsidenten Biden und Putin getroffen hatten, wollte ich mit Emmanuel Macron im EU-Rat noch mal ein eigenständiges europäisches Gesprächsformat mit Putin herstellen», erklärte Merkel. «Aber ich hatte nicht mehr die Kraft, mich durchzusetzen, weil ja alle wussten: Die ist im Herbst weg.»

Das sind die witzigsten Merkel-Momente

Video: watson/leb

Merkel war im Dezember 2021 offiziell aus ihrem Amt ausgeschieden. «Spiegel»-Reporter Alexander Osang begleitete die Altbundeskanzlerin in ihrem ersten Jahr im Ruhestand. Wenige Monate vor dem Ende ihrer Amtszeit, im August, war Merkel noch zu Russlands Machthaber Wladimir Putin zu einem Abschiedsbesuch nach Moskau gereist. «Das Gefühl war ganz klar: ‹Machtpolitisch bist du durch.› Für Putin zählt nur Power», sagte die Altbundeskanzlerin dem Nachrichtenmagazin.

«Es war Zeit für einen neuen Ansatz»

Merkel betonte, sie bereue es nicht, dass sie nicht noch einmal als Kanzlerkandidatin angetreten war. «Da musste mal jemand Neues ran.» Aussenpolitisch sei sie zum Ende ihrer Amtszeit bei vielem, was ihre Regierung wieder und wieder versucht habe, keinen Millimeter mehr weitergekommen. «Nicht nur, was die Ukraine angeht. Transnistrien und Moldau, Georgien und Abchasien, Syrien und Libyen. Es war Zeit für einen neuen Ansatz.»

Derzeit schreibt Merkel zusammen mit ihrer langjährigen Büroleiterin Beate Baumann ein Buch über ihre 16 Jahre im Kanzleramt. Dem «Spiegel» erzählte sie, dass sie in ihrer freien Zeit auch Gelegenheit findet, Serien wie «The Crown» und «Babylon Berlin» zu schauen, oder Filme wie «München» über die Rolle des früheren britischen Premierministers Neville Chamberlain vor dem Zweiten Weltkrieg.

(t-online, lw)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pmm8
24.11.2022 14:13registriert März 2022
Starke Leistung Frau Merkel, hat es kommen sehen, trotzdem 50-60% Abhängigkeiten schaffen mit Russland.
Von Selbstkritik keine Spur. Ein Politiker/in mehr, welche in einer Blase lebt..
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Neruda
24.11.2022 14:48registriert September 2016
Merkel war zwar von ihrem, dem Populismus ganz gegensätzlichen, Stil eine angenehme Erscheinung. Aber seien wir mal ehrlich. 16 Jahre an der Macht und wie sieht Deutschland heute aus? Eine marode Infrastruktur, von Internet über Strassen und Schiene alles nicht mehr konkurrenzfähig. Autobahnbrücken die gesperrt werden müssen, Schulhäuser mit undichten Dächern, geschweige denn Warmwasser.

Sie hat Deutschland verlottern lassen und daran werden sie noch arg zu beissen haben. Sparpolitik funktioniert halt nur, wenn man nicht am Rückgrat der Wirtschaft spart.
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Ilovepies
24.11.2022 14:20registriert Februar 2015
Ja. Der Abgang verlief deutlich zu spät. Das waren verschenkte Jahre ohne Mut und Wirken. Ich mochte Frau Merkel stets aber in den letzten 2-3 Jahren merkte man deutlich, wie die Luft schlicht raus ist. Da ging nix mehr. Aber sie hätte deutlich klarer auf die Problematik Russland aufmerksam machen können/müssen. Dieses Thema wurde schlicht gemieden.
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