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Microsoft löscht Twitter von seiner Werbeplattform

Microsoft verbannt Twitter von seiner Werbeplattform – Musk droht mit Klage

Elon Musks Twitter hat ein neues Problem: Eine Plattform von Microsoft, über die Anzeigenkunden ihre Aktivitäten bei Online-Diensten verwalten können, wird keine Twitter-Accounts mehr unterstützen.
20.04.2023, 06:3220.04.2023, 08:58
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Microsoft nannte keine Begründung für den Schritt. Er kommt aber kurz vor Inkrafttreten einer Änderung des Twitter-Preismodells für den Schnittstellen-Zugang. Unternehmens-Kunden sollen dafür mindestens 42'000 Dollar im Monat bezahlen. Das ist vielen kleineren Entwicklern zu teuer.

Der Techblog Mashable kommentiert:

«Seit Twitter seine exorbitant hohen Preise für den API-Zugriff angekündigt hat, mussten viele unabhängige Entwickler ihre Twitter-basierten Anwendungen schliessen. Genau wie Microsoft haben sich jedoch auch andere grössere Unternehmen und Organisationen entschieden, auf die Bezahlung von Twitter zu verzichten.»
quelle: mashable.com

Musk erhebt Vorwürfe

Ohne einen Zugang zu Twitter-Schnittstellen kann Software anderer Anbieter zum Beispiel keine Tweets auf der Plattform veröffentlichen. Bei dem Microsoft-Dienst können die Nutzerinnen und Nutzer Beiträge verfassen und veröffentlichen sowie sehen, wie populär sie waren. Bei Facebook, Instagram und dem Karriere-Netzwerk Linkedin sollen die Funktionen wie bisher zur Verfügung stehen.

Der Hinweis auf die Entfernung von Twitter von der Microsoft-Website.
Der Hinweis auf die Entfernung von Twitter auf der Microsoft-Website.Screenshot: mashable.com

Twitter-Besitzer Elon Musk behauptete daraufhin, Microsoft habe «illegal» auf Daten des Online-Dienstes zum Training von Software zugegriffen. «Zeit für eine Klage», twitterte er.

Der Tech-Milliardär konkretisierte den Vorwurf nicht und lieferte keine weiteren Details oder Beweise, um seine Behauptung zu stützen.

Microsoft ist einen milliardenschweren Pakt mit dem Start-up OpenAI eingegangen, bei dem unter anderem der populäre Chatbot ChatGPT entwickelt wurde. Und Musk hat vor, eine eigene generative KI namens TruthGPT zu lancieren.

Verifikations-Häkchen nur noch für zahlende Kundschaft

Bei Twitter brachten Werbeeinnahmen traditionell den Grossteil des Geschäfts ein. Nach der Übernahme durch Musk gab es eine Abwanderung von Anzeigenkunden. Er hofft nun stärker auf Abo-Erlöse von Usern und Unternehmen.

Teil des Plans dafür ist, dass es das früher kostenlos an prominente Nutzer vergebene Verifikations-Symbol mit einem weissen Häkchen auf blauem Hintergrund nur noch für zahlende Abo-Kunden geben soll. Twitter bekräftigte am Mittwoch, dass zuvor vergebene Gratis-Häkchen am Donnerstag entfernt werden sollen. Zuvor hatte Musk das bereits für den 1. April angekündigt.

Bei den alten Häkchen wurde tatsächlich die Identität der Person hinter dem Account überprüft. Bei dem neuen Modell gilt das nur für Unternehmen, die für ihr goldgelbes Häkchen aber auch deutlich mehr Geld zahlen sollen: Rund 950 Franken pro Monat statt 10 Franken für einzelne User.

Quellen

(dsc/sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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_kokolorix
20.04.2023 08:25registriert Januar 2015
Leute, vergesst Twitter. Die Plattform ist tot. Und Tote sollte man einäschern und betrauern. Aber man sollte nicht so tun, als ob sie noch leben würden, dann beginnen sie nämlich zu riechen. Und Twitter stinkt schon ganz kräftig.
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MORGLUM
20.04.2023 07:24registriert Februar 2020
Aber Elon, hat dir niemand erklärt, das niemand ein Vermögen ausgiebt um auf toxischen platformen werbung zu schalten? Wenn das Produkt dem Kunden nicht passt, zahlt er auch nichts, wenns geht. Und es gibt genug Twitter alternativen da draussen.
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Sw!ss
20.04.2023 08:18registriert April 2022
Twitter wird auch immer schlechter, Microsoft kann die Millionen wo anders besser einsetzen :)
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