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juliet evancho

Bild: instagram/ juliet evancho

Jackie Evancho singt für Trump und bricht ihrer Schwester Juliet fast das Herz



Jackie Evancho ist 16, sieht aus wie wie eine Teen-Ivanka, und singt, was Andrea Bocelli so singt: Klassik und Pop gemischt. Aber im Gegensatz zu Andrea Bocelli wird sie an Trumps Vereidigung singen. Sie will sogar dort singen. Und nicht irgendwas, sondern die Nationalhymne.

Als 10-Jährige trat sie an der Weihnachtsfeier der Obamas vor dem Weissen Haus auf. Damals hatte sie gerade die Castingshow «America's Got Talent» gewonnen. «Ich brauchte das wieder», sagt sie. Ihre Familie würde gerne mitkommen, aber sie hat bis heute keinen Bescheid gekriegt, ob das möglich ist.

Jackie vor dem Weissen Haus, 2010

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Video: YouTube/jimjosh64

Nur eine bleibt traurig zuhause. Jackies 18-jährige Schwester Juliet. Denn Juliet hiess bis zu ihrem 17. Geburtstag Jacob. Jackie und Jacob traten oft zusammen auf und sangen schöne Duette. Jacob wusste schon mit 11, dass er ein Mädchen sein möchte. Es folgten Depressionen und Therapien, zuhause war Jacob Juliet, in der Schule und auf der Bühne versteckte sich Juliet hinter Jacob – einem Jungen mit exzentrisch langem Haar.

Jackie und Jacob Evancho singen «Let It Be», 2012

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Video: YouTube/Christopher Borowski

Jackies Prominenz habe «die ganze Familie unter ein Mikroskop gestellt», sagt Juliet. Deshalb hat sie sich für die Offensive entschieden, hat Auftritte absolviert und Essays geschrieben. Dafür wird sie gehatet. Es dürften sich unter ihren Hatern viele Trump-Wähler finden. Juliet hat deshalb gar nie in Betracht gezogen, am 20. Januar nach Washington zu reisen. 

Jackie wird jetzt von der Gegenseite gehatet. Trump-Nichtwähler wünschen sich, dass Trump sie während der Vereidigung begrapscht. Trump selbst hat Anfang Januar in seinem bekannten Übertreibungsmodus über Jackie getwittert: «Jackie Evanchos Albumverkauf ist in den Himmel geschossen nach der Ankündigung ihres Auftritts an der Vereidigung. Manche Leute verstehen die ‹Bewegung› einfach nicht.»

Umgehend wurde er von der Journalistin Parker Molloy darauf hingewiesen, dass Jackies Album keineswegs in den Himmel geschossen, sondern in den Billboard Charts um 41 Plätze nach hinten gefallen sei.

Die beiden Schwestern, die jetzt von einander entgegen liegenden Lagern aus beschossen werden, versuchen, sich gegenseitig zu schützen und zu stützen. An ihren Absichten ändert dies allerdings nichts. Juliet will nach der Schule für die Rechte transidenter Menschen arbeiten, Jackie will Karriere machen.

Ihre Eltern sagen nicht, wem sie ihre Stimme gegeben haben, und setzen sich gerade dafür ein, dass Juliet in ihrer Schule die Mädchen-Toilette benutzen darf. Die Identität ihrer Tochter ist eines. Das politische Amerika ein anderes. Trumps Vizepräsident Mike Pence hat längst klar gemacht, dass Trump nicht der Präsident der LGBT-Community sein werde. Juliets Eltern ignorieren dies. Jackies Karriere ist ihnen genauso wichtig wie Juliets Glück.

Bild

Jackie träumt. Immer vom Allergrössten. bild: instagram/jackie evancho

«Es ist eine Ehre, für den Präsidenten zu singen. Ich denke, ich mache das für mein Land. Wenn mich Leute dafür hassen, dann aus den falschen Gründen», sagt Jackie. Der Präsident ist nur der Präsident. Amerika steht über ihm. So kann man das natürlich auch sehen.

Noch mehr über Jackie und Juliet gibt es in dieser lesenswerten Reportage aus der «New York Times».

(sme)

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