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Frankreich nimmt im Sommer neues Atomkraftwerk in Betrieb

Frankreich nimmt im Sommer neues Atomkraftwerk in Betrieb

28.03.2024, 11:13
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Nach über 20 Jahren nimmt Frankreich in diesem Sommer erstmals wieder ein neues Atomkraftwerk in Betrieb. Wie der staatliche Energiekonzern EDF am Mittwochabend mitteilte, habe die Atomaufsicht die letzten vorbereitenden Schritte für den Start des neuen Atomreaktors in Flamanville am Ärmelkanal genehmigt.

epa11096142 The Golfech nuclear power plant during a protest of French farmers from the Occitanie region in Valence d'Agen, southern France, 22 January 2024. Their demonstration no longer allows  ...
Das Golfech Atomkraftwerk im Süden Frankreichs, welches bereits seit 1991 in Betrieb ist .Bild: keystone

Eine erste Beladung des Kraftwerks mit Kernbrennstoff könne nun in den nächsten Wochen ins Auge gefasst werden. Der Anschluss des Druckwasserreaktors (EPR) an das nationale Stromnetz sei für den Sommer geplant.

Der Bau des umstrittenen Reaktors wurde 2007 begonnen, statt der ursprünglich veranschlagten 3,3 Milliarden Euro Kosten wird inzwischen mit mehr als zwölf Milliarden Euro kalkuliert. Die Inbetriebnahme kommt nun zwölf Jahre später als ursprünglich einmal geplant. Zuletzt hatten undichte Schweissnähte in der Stahlhülle zu Verzögerungen geführt.

Frankreich setzt für seine Energieversorgung und das Erreichen von Klimaschutzzielen weiter auf den Ausbau der Atomkraft. Zwar wurde Frankreichs ältestes AKW in Fessenheim im Elsass 2020 abgeschaltet. Grundsätzlich aber wird der Bau von 14 oder möglicherweise noch mehr neuer Kraftwerke in Erwägung gezogen. Ausserdem soll die Laufzeit bestehender Kraftwerke von 40 auf 50 Jahre erhöht werden, wenn die Sicherheit dies zulässt. Bei 32 der 56 französischen AKW ist das geplant. Frankreich liegt hinter den USA immer noch auf Platz zwei der grössten Produzenten von Atomstrom weltweit.

Parallel möchte Frankreich ausserdem erneuerbare Energien ausbauen. Insbesondere geht es um Windkraftanlagen auf See. (saw/sda/dpa)

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130 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Voraus denken!
28.03.2024 12:25registriert März 2022
12 Milliarden Euro. Dafür kann man sehr viel Photovoltaik und Speicher bauen...

Und bei den 12 Milliarden ist nur der Bau eingerechnet. Nix von Betrieb und Entsorgung.

Man muss kein Genie sein um zu Erkennen, welcher Weg der bessere ist!
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scrum-half
28.03.2024 13:07registriert Oktober 2023
Neue Atomkraftwerke sind finanziell ein Fass ohne Boden: Die Kosten hier steigen von 3.3 Mia auf 12 Mia, mindestens. Hinkley Point C in England stieg von 22 Mia auf mindestens 50 Mia.
Dieser Strom wird viel zu teuer, und noch so lassen sich die Kosten niemals amortisieren. Ausbaden wird es der Mittelstand müssen, dem man den teuren Strom unterjubelt. Die Industrie kriegt wine Freundschaftspreis.
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RaWi - Wir sind mehr
28.03.2024 12:51registriert Februar 2014
17 Jahre nach dem Baustart noch nicht einmal am Netz und Kosten von 12 Milliarden. Und trotzdem gibt's bei uns irgendwelche Phantasten, die sich ebenfalls ein neues AKW wünschen...
Nur schön bis zum Baustart würde es bei uns nochmals min. 10 Jahre dauern. Somit frühestens in den 2050er Jahren ans Netz. Bis dann haben wir die Energiewende wohl auch ohne neue AKWs geschafft!
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