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epa06010488 An anti ISIS poster seen near Borough Market, in the aftermath of multiple 03 June attacks, London, Britain, 04 June 2017. At least seven members of the public were killed and dozens injured after three attackers on late 03 June plowed a van into pedestrians and later randomly stabbed people on London Bridge and nearby Borough Market. The three attackers wearing fake suicide vests were shot dead by police who are treating the attack as a 'terrorist incident.'  EPA/ANDY RAIN

Grossbritannien wurde seit März von drei Attentaten erschüttert, doch die Bevölkerung bleibt stark. Bild: ANDY RAIN/EPA/KEYSTONE

Die 5 drängendsten Fragen und Antworten nach den #LondonAttacks

Der Terror-Anschlag in London forderte am Samstag-Abend bisher sieben Menschenleben. Mehr als 50 Personen wurden verletzt. Welche Auswirkungen hat das jüngste Attentat auf die anstehenden Wahlen? Diese fünf Fragen beschäftigen uns nach der schrecklichen Tat am meisten.



Am Samstagabend fuhr ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Die Attentäter fuhren weiter bis ins Londoner Ausgehviertel Borough Market, wo sie wahllos auf Passanten einstachen. Acht Minuten, nachdem der erste Notruf bei der Polizei eintraf, waren die drei Attentäter tot – erschossen von der Polizei. 

Diese fünf Fragen beschäftigen uns nach dem dritten Attentat in London innert weniger Monate:

Warum London?

Im März rast ein mutmasslich islamistischer Attentäter auf der Westminster Bridge im Zentrum Londons mit seinem Auto in eine Gruppe von Passanten und tötet vier Menschen. Im Mai reisst ein Selbstmordattentäter am Ende eines Konzertes von US-Popstar Ariana Grande in Manchester 22 Menschen mit in den Tod. 

Der Anschlag am Samstag auf der London Bridge war damit der dritte Anschlag in Grossbritannien innert kürzester Zeit. Doch warum trifft es so oft London und Paris? Erstens haben Städte wie London, Paris und Istanbul viele neuralgische Punkte. Die Pubs im Borough Market sind rammelvoll an Wochenenden. «Wir leben in der Öffentlichkeit», schreibt Dan Stewart, Journalist der «Time» und selbst gebürtiger Londoner.

A woman walks through Borough Market in London in this December 9, 2011 file photo. Planning a spring fling in London? There's no better season to visit the British capital, when longer daylight hours and clement weather make for fun and easy frolics before the coach-loads descend in summer. What's more, London is so hot right now in the figurative sense, too. Strident confidence in its hotels and restaurants, as well as the resurgence of

Der Borough Market in London ist ein beliebtes Ziel an Wochenenden. Bild: keystone

Zweitens ist die Symbolkraft eines Attentats in einer europäischen Hauptstadt am grössten. Ähnlich verhält es sich mit Paris, der Stadt der Liebe. Diese Städte sind der Inbegriff des Lebensstils, den die Terroristen treffen möchten.

Welchen Einfluss haben die Attentate auf die Wahlen?

Ein Angriff kurz vor einer Wahl kann unvorhersehbare Konsequenzen haben, schreibt CNN-Sicherheitsanalyst Peter Bergen und nimmt damit Bezug auf den Anschlag in Madrid von 2004. Damals habe der Anschlag zu einem Regierungswechsel geführt. Die neue Administration zog sämtliche spanischen Truppen aus dem Irak zurück.

Robb Willer, Soziologieprofessor in Standford, sagte nach dem Angriff auf der Champs-Elysées in einem Artikel der Uni-Zeitung: «Im Allgemeinen hilft das Gespenst des Terrorismus den konservativen Parteien mehr als den liberalen.» Der Grund dafür sei schlicht, dass viele Wähler nach solchen Attacken eine «harte Hand» wollen – und konservative Regierungen sind eher für ihre Law-and-Order-Politik bekannt.

In Frankreich konnte sich Marine Le Pen trotz des Attentats nicht gegen Emmanuel Macron durchsetzen. Das Beispiel in Spanien zeigt jedoch Gegenteiliges. Wie stark diese Attentate die Wahlen in England beeinflussen werden, wird sich erst mit den Ergebnissen deutlich zeigen. Zuletzt konnte die linksliberale Labour-Partei gegenüber den Konservativen aber zulegen.

Steckt wirklich der «IS» hinter dem Anschlag?

epa05067791 One month after the Paris attacks, people continue to gather in front of the Bataclan Theater to pay tribute to the victims of the 13 November Paris attacks, in Paris, France, 13 December 2015. 130 people were killed and hundreds injured in the terror attacks which targeted the Bataclan concert hall, the Stade de France national sports stadium, and several restaurants and bars in the French capital on 13 November 2015.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON

Der Angriff auf das Bataclan in Paris von 2015 wurde von ausgebildeten «IS»-Kämpfern durchgeführt. Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON/EPA/KEYSTONE

Der «Islamische Staat» hat den Anschlag offiziell für sich reklamiert. In jüngster Zeit kamen aber Zweifel auf, ob alle Anschläge in Europa tatsächlich auf die Terrormiliz zurückführen. Es sei schwierig, die Radikalisierung einzelner Individuen zurückzuverfolgen. Die drei Attentäter von London könnten auch von Al-Kaida-Ideologien inspiriert worden sein, meint Berger.

Es sei jedoch sehr unwahrscheinlich, dass die drei Männer vom «IS» ausgebildet wurden. Die Art und Weise des Anschlages – drei mit Messern Bewaffnete, die mit einem grösseren Auto in eine Menschenmasse fahren – spreche dagegen. Es ist also wahrscheinlicher, dass die Angreifer auf dem Internet durch «IS»- oder Al-Kaida-Propaganda zum Angriff angestiftet wurden, als dass sie in einem Terror-Camp spezifisch dafür ausgebildet wurden.

Wie konnte die Polizei so schnell reagieren?

Mounted police ride by newly installed barriers on Westminster Bridge in London, Monday, June 5, 2017. Police arrested several people and are widening their investigation after a series of attacks described as terrorism killed several people and injured more than 40 others in the heart of London on Saturday. (AP Photo/Tim Ireland)

In nur acht Minuten neutralisierte die Polizei in London die drei Attentäter. Bild: Tim Ireland/AP/KEYSTONE

Die Polizei hatte die drei Attentäter acht Minuten, nachdem der erste Notruf eingetroffen war, unschädlich gemacht. Einigen Schätzungen nach gibt es alleine in London eine halbe Million Sicherheitskameras. So kann die Polizei potenzielle Angreifer sehr schnell lokalisieren und eingreifen. 

Weiter fand der Angriff im Zentrum von London statt. Hier sind die meisten Streifenpolizisten stationiert. So reichten die Einheiten vor Ort vermutlich bereits aus, um die Täter zu neutralisieren.

Was passiert jetzt?

Die britische Premierministerin Theresa May hat ihren Ton nach dem jüngsten Angriff in London verschärft. Am Sonntagmorgen präsentierte sie einen Vier-Punkte-Plan zur Bekämpfung des Terrorismus. Der «IS» müsse auch in den Gedanken potenzieller Attentäter besiegt werden und nicht nur auf militärische Art und Weise.

Britain's Prime Minister Theresa May makes a speech at the Royal United Services Institute for Defence and Security Studies in central London  while on the General Election campaign trail. Monday June 5, 2017. The British electorate will vote in a general election on Thursday. (Andrew Matthews/PA via AP)

Theresa May sprach am Montag vor dem Institut für Sicherheit und Verteidigung in London. Bild: AP/PA

Dafür soll der Cyber-Kampf gegen Radikalisierung im Internet verschärft werden. Das Internet biete bisher zu viele «Rückzugsorte» für die Islamisten. Die Militäreinsätze in Syrien werden weitergeführt und das Sicherheitskonzept in Grossbritannien selber ausgebaut. Sprich: Mehr Kompetenzen für Polizei und Geheimdienst.

Wie diese aber konkret aussehen, dazu äusserte sich May vorerst nicht. (leo)

Ariana Grande gab in Manchester ein Benefiz-Konzert:

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    Alle Leser-Kommentare
  • Saraina 05.06.2017 23:24
    Highlight Highlight Frage Nummer 6: wieso ist vorher nichts passiert? Immerhin haben mehrere Nachbarn den einen Täter schon 2015 den Sicherheitsbehörden gemeldet, und in einer Moschee in East London hatte er Hausverbot.

    Quelle: https://www.theguardian.com/uk-news/2017/jun/05/london-bridge-attacker-named-as-khuram-butt
  • Stojan 05.06.2017 23:22
    Highlight Highlight Meine Frage wäre: Gäbe es diese Anschläge, wenn in Europa keine Muslime leben würden?
  • Alnothur 05.06.2017 17:36
    Highlight Highlight Eure Antwort zum Punkt 1 ist ziemlich enttäuschend. Dabei ist es doch naheliegend: schaut euch doch mal all die übelst radikalisierten Vorortghettos auf der "Achse" Paris - Brüssel - London - Manchester an!
  • Sophia 05.06.2017 17:08
    Highlight Highlight Ob vom IS ausgebildet oder nur "inspiriert" spielt doch keine Rolle. Verrückte kann man nicht mit logischen Ellen messen, da kann es alles geben: Überzeugungstäter, Nachahmer und Trittbrettfahrer, oder auch einfache Geistesgestörte. Jeder kann mit einem Auto jederzeit und überall Unheil stiften, jeder kann mit einem Messer loslaufen und Menschen verletzen oder töten. Was man dagegen tun kann? Ich weiss es nicht! Es gibt kein gefährlicheres Tier als der Mensch und alle einsperren geht nicht. Neu haben wir sogar Verrückte an den Hebeln der Macht, die sind viel gefährlicher als die Attentäter!

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