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Facebook hat ein Problem: Auch seine Fakten-Checker sind voreingenommen

Dominique Zeier
Dominique Zeier



Facebook führt seit Ende März regelmässig Fakten-Checks durch, um die Verbreitung von Fake-News in seinem Netzwerk zu minimieren. Dabei geht es nicht nur um Artikel und Texte, sondern auch um manipulierte Bilder und Videos. Nebst Facebook hat auch Google hat damit begonnen, Fakten-Checks in der Suche hervorzuheben. Allerdings zeigt sich nun, dass auch Fakten-Checks nicht einfach unvoreingenommen vertraut werden sollte.

In den letzten Monaten wurde die Frage nach der Unabhängigkeit verschiedener Fakten-Checker immer lauter. Dies war auch an der fünften internationalen Fakten-Check-Konferenz im Rom, die vergangene Woche stattfand, ein grosses Thema. Diese wird jährlich vom International Fact-Checking-Network (IFCN) organisiert.

«Eine dunkle Wolke hängt über uns»

Vor Ort waren Fakten-Checker aus 50 verschiedenen Nationen. Facebook alleine verfügt über 24 Fakten-Check-Organsationen in 14 verschiedenen Ländern. Aber auch Fakten-Checker die von den Regierungen in Brasilien, Spanien, Italien und der EU gestellt werden, waren zugegen.

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In der Krise: Fakten-Checker stehen immer mehr unter Verdacht, voreingenommen zu sein. bild: shutterstock

Dass es bei den Fakten-Checkern krieselt, zeigt nicht zuletzt die Rede von Alexios Mantzarlis, dem Direktor des IFCN. «Eine dunkle Wolke hängt über uns», begann er. Die Unzufriedenheit und das Missvertrauen, die bisher die Mainstream-Medien geplagt hätten, seien nun auf die Fakten-Checker übergesprungen.  

Was er damit konkret meint: Fakten-Checker stehen unter dem Verdacht des «Selection Bias», also der Voreingenommenheit im Treffen ihrer Auswahl. Es steht dem Fakten-Checker stets frei, zu entscheiden, welche Fakten er überhaupt überprüfen möchte und welche nicht.

Technologische Entwicklungen

Besonders brisant sei das Thema laut der Washington Post in einer Zeit, in welcher ein Präsident selbst konstant Falschmeldungen verbreitet. Das Resultat sei, dass die Aussagen von Politikern der demokratischen Partei in den USA viel weniger oft überprüft werden als jene der Republikaner. Diese Entwicklung sei besorgniserregend.

Was die technologische Seite des Ganzen angeht, sind aber grosse Fortschritte zu verzeichnen. So werden immer mehr und bessere Suchmaschinen entwickelt, die Texte automatisch scannen und mit anderen Texten abgleichen. An der Konferenz wurde auch ein sprachgesteuertes Tool vorgestellt, dass Sätze sofort mit Informationen des UK Office for National Statistics abgleicht. Mithilfe solcher Systeme soll es Journalisten leichter gemacht werden, Politiker unmittelbar mit den Fakten zu konfrontieren.

Was hat der Fakten-Check bisher geleistet?

Trotz aller Kritik können Fakten-Checks immer wieder verzerrte Tatsachen ans Licht bringen. So wie diese, welche von der Webseite factcheck.org in Zusammenhang mit Trumps Immigrationspolitik aufgedeckt wurden:

Noch ein Faktencheck:

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • marcog 26.06.2018 08:44
    Highlight Highlight Trump lässt so viel Stuss raus, dass man bei den Faktencheckern auch die Beweislage umdrehen könnte: sofern es keine Beweise gibt, dass er die Wahrheit sagt, wird einfach mal zensiert.
  • Ökonometriker 26.06.2018 01:50
    Highlight Highlight Auch in Qualitätsmedien und selbst vom Bund werden manchmal falsche Infos verbreitet. Meist unabsichtlich.
    Faktenchecks sollten nicht darin bestehen, über wahr und falsch zu urteilen. Sie sollten bei unbelegten Aussagen viel mehr nach Quellen fragen und Transparenz fordern. Mündige Bürger können dann über wahr oder falsch urteilen.

    Trump gibt oft keine Quellen an - so sind seine 'Fakten' nichts mehr als Behauptungen.
  • Phrosch 25.06.2018 19:21
    Highlight Highlight Darf ich darauf hinweisen, dass „kriseln“ von Krise kommt und darum nicht so geschrieben wird: „krieselt“. Das lässt eher an Chriesi denken, die jetzt reif sind 🍒

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