Neue Anklagen in Frankreich im Fall eines entführten Schweizers
In Frankreich sind im Fall eines entführten Schweizers zwölf weitere Personen angeklagt worden. Drei von ihnen kamen in Untersuchungshaft, neun weitere wurden unter Justizaufsicht gestellt.
Wie die französische Gendarmerie am Dienstag mitteilte, erfolgten die Anklagen in Lyon in der vergangenen Woche.
Mit den neuen Anklagen erhöhte sich die Gesamtzahl der verdächtigen Personen in diesem Fall auf 19. Bereits im vergangenen Sommer waren sieben erste Verdächtige angeklagt und inhaftiert worden, darunter ein 17-jähriger Minderjähriger. Die Untersuchung führt die auf organisierte Kriminalität spezialisierte zwischenregionale Staatsanwaltschaft (JIRS) von Lyon. Sie eröffnete das Verfahren im August.
Entführung für Krypto-Lösegeld
Hintergrund der Ermittlungen ist die Entführung eines 22-jährigen Schweizers im vergangenen Sommer in Frankreich. Der Mann aus dem Kanton Waadt wurde vom 28. bis zum 31. August gefangen gehalten. Die genauen Umstände und der Ort der Entführung wurden nicht bekannt gegeben.
Die Entführer forderten die Zahlung eines Lösegelds in einer Kryptowährung. Laut einer Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen verfügte der Schweizer über entsprechende Vermögenswerte. Die Gendarmerie war darüber informiert worden, dass ein Schweizer Staatsbürger als Geisel gehalten wurde, um die Zahlung zu erpressen.
Während seiner Gefangenschaft wurde der junge Mann «ernsthaft misshandelt und verletzt», wie die Waadtländer Polizei damals erklärte. Eine Spezialeinheit der Gendarmerie (GIGN) befreite ihn schliesslich in der Nähe des Bahnhofs von Valence. Auch die Staatsanwaltschaft des Kantons Waadt eröffnete eine Untersuchung. (sda/afp)
