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People attend a silent march to honor an 85-year-old woman who escaped the Nazis 76 years ago but was stabbed to death last week in her Paris apartment, apparently targeted because she was Jewish, and to denounce racism, in Paris, France, Wednesday, March 28, 2018. (AP Photo/Thibault Camus)

Bild: AP/AP

Tausende trauern in Paris um ermordete Holocaust-Überlebende

Tausende Menschen haben in Paris mit einem Marsch der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll gedacht. Sie wurde vergangene Woche in ihrer Wohnung getötet.



Der gewaltsame Tod der 85-jährigen Jüdin Mireille Knoll hatte Frankreich erschüttert und weltweit Aufsehen erregt. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Die Frau war am Freitag tot in ihrer ausgebrannten Wohnung in Paris aufgefunden worden.

epa06631673 A handout photo made available by the 'Union des Etudiants Juifs de France' (Union of French Jewish students, UEJF) on 27 March 2018 shows Holocaust survivor, Mireille Knoll, 85. Knoll was found dead on 23 March 2018 after a fire broke out in her apartment in Paris. The autopsy revealed the Jewish woman had been stabbed several times before the fire. Two suspects have been put in custody and may face possible charges for premeditated murder of a vulnerable person for anti-Semitic motives.  EPA/UEJF / HO HANDOUT  EDITORIAL USE ONLY / NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Mireille Knoll. Bild: EPA/UEJF

Tausende haben in Paris mit einem Marsch der getöteten Holocaust-Überlebenden gedacht und gegen Antisemitismus demonstriert. Unter ihnen waren mehrere Minister der Mitte-Regierung, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und weitere Politiker.

Teilnehmer hielten weisse Rosen in den Händen. Zur der Kundgebung hatte der Dachverband der jüdischen Institutionen in Frankreich (Crif) aufgerufen. Die Polizei nahm auf Anfrage zur Teilnehmerzahl keine Stellung. Auch in Marseille, Lyon oder Strasburg gab es laut Nachrichtensender Franceinfo Kundgebungen.

Le Pen aus dem Gedenkmarsch geworfen

Wie der Fernseh-Nachrichtensender BFMTV und andere Medien am Mittwochabend berichteten, wurden die Rechtspopulistin Marine Le Pen und der Linksaussenpolitiker Jean-Luc Mélenchon zum Auftakt an der Place de la Nation im Osten der Hauptstadt mit Buhrufen empfangen. Beide Spitzenpolitiker hätten schliesslich den Gedenkmarsch verlassen.

epa06634742 'Front National' (FN) party president Marine Le Pen (C) attends a silent march of a huge crowd in Paris, France, 28 March 2018, in commemoration of Mireille Knoll, an 85-year-old Jewish woman who was murdered in her home in what police believe was an anti-Semitic attack. The autopsy reportedly revealed that the Holocaust-survivor had been stabbed several times before a fire was set to her apartment. Two suspects have been put in custody and may face possible charges for premeditated murder of a vulnerable person for anti-Semitic motives.  EPA/YOAN VALAT

Marine Le Pen wurde mit Buhrufen empfangen. Bild: EPA/EPA

Augenzeugen sahen Le Pen jedoch beim Ende des Veranstaltung vor dem zehnstöckigen Wohnhaus des Opfers im elften Pariser Stadtbezirk. Crif-Chef Francis Kalifat erklärte vor dem Marsch, weder Le Pen noch Mélenchon seien willkommen. Er begründete dies im Radiosender RTL mit einer «starken Vertretung von Antisemiten sowohl bei der extremen Linken wie bei der extremen Rechten». Der Sohn der getöteten Frau, Daniel Knoll, hatte hingegen gesagt, es könnten alle kommen.

Der gewaltsame Tod der 85-jährigen Jüdin erschüttert Frankreich und erregt weltweit Aufsehen. Bei der Trauerfeier für den bei einem islamistischen Terroranschlag getöteten Gendarmen Arnaud Beltrame sagte Staatspräsident Emmanuel Macron, Mireille Knoll sei getötet worden, «weil sie Jüdin war». Er besuchte auch die Beerdigung in einem Pariser Vorort. (sda/dpa/afp)

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