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Ein italienischer Rettungshelikopter befreit die gefangenen Gondel-Passagiere am Mont Blanc.  
Ein italienischer Rettungshelikopter befreit die gefangenen Gondel-Passagiere am Mont Blanc.  Bild: EPA/ANSA

Mont Blanc: 33 Personen verbrachten die Nacht in der Gondel – jetzt sind alle wieder am Boden

08.09.2016, 19:5309.09.2016, 10:18

Wegen eines Defekts sind am Donnerstagabend 110 Menschen auf rund 3800 Metern Höhe in einer Panoramaseilbahn am Mont-Blanc-Massiv steckengeblieben. 65 Touristen konnten am Abend mit Helikoptern in Sicherheit gebracht werden. Einige Gondeln schwebten 400 Meter über dem Boden. Zwölf weitere Personen konnten sich am späten Abend mithilfe italienischer Rettungskräfte abseilen.

Die restlichen 33 verbrachten die Nacht in den Gondeln auf einer Höhe von rund 3000 Metern über Meer. Die Arbeiten zur Rettung der übrigen Gäste konnten am Freitagmorgen um 6.55 Uhr wieder aufgenommen werden.

Gwenaël Windrestin, ein Journalist vom Sender BFMTV, meldetete um kurz vor 8 Uhr via Twitter, dass die 33 noch gefangenen Personen auf «normalen» Weg wieder nach unten kommen würden. Das heisst, dass die Gondeln offenbar wieder fahren können. Ursache scheinen verhedderte Kabel gewesen zu sein – ein Problem, das inzwischen behoben werden konnte.

Auch zahlreiche andere Medien meldeten, dass die restlichen Gondel-Passagiere wieder auf dem Weg nach unten seien.

Schliesslich bestätigte der Chef der Betreiberfirma, Mathieu Dechavanne, der Nachrichtenagentur AFP, dass die Seilbahn ihren Betrieb am Freitagmorgen wieder aufgenommen hat. Die 33 Menschen, die noch in den Seilbahnkabinen festsassen, könnten nun an Bord der Gondeln den Boden erreichen.

Eingeschlossene wurden mit Decken und Lebensmitteln versorgt

Die sehr aufwendige Bergungsaktion per Helikopter hatten aus Sicherheitsgründen in den Nachtstunden unterbrochen werden müssen. «Wir haben alles getan, was uns möglich ist», sagte der Präfekt des Départements Haute-Savoie, Georges François Leclerc, am Donnerstagabend auf einer Pressekonferenz.

Gerettete Passagiere verlassen die Bahnstation. 
Gerettete Passagiere verlassen die Bahnstation. Bild: AP/Local Team

Den Eingeschlossenen wurden Decken, Wasser und Energienahrung zur Verfügung gestellt. In einer der festsitzenden Kabinen war nach Behördenangaben ein zehnjähriges Kind; ein Polizist stieg in die Kapsel, um dort mit der Familie die Nachtstunden zu verbringen.

An der Rettungsaktion in den französischen Alpen seien Schweizer, französische und italienische Rettungseinheiten beteiligt. Die Geretteten wurden auf die italienische Seite gebracht, wie Roberto Francesconi, Geschäftsführer der italienischen Mont-Blanc-Seilbahn Skyway erklärte. Von dort aus seien sie mit Bussen weitergefahren worden. Die betroffenen Touristen – hauptsächlich französische, italienische und amerikanische Staatsbürger – seien wohlauf.

Die Gondeln stecken am Aiguille du Midi fest

Gemäss der Polizei vor Ort kamen die Rettungskräfte sehr langsam vorwärts. Pro Helikopterflug können maximal zwei Personen evakuiert werden.

«Ich hatte meine Augen die meiste Zeit geschlossen»

Einer der evakuierten Passagiere spricht vor laufender Kamera von seinen Erfahrungen. «Wir wurden informiert, dass ungefähr drei Gondeln feststeckten und sich nicht mehr bewegen können», so Frédéric. Die Gondel-Passagiere wurden daraufhin über die Rettung per Helikopter informiert.

Auf die Frage, was man sich bei einer solchen Rettungsaktion denkt, antwortet Frédéric: «Ich habe möglichst versucht, an etwas anderes zu denken, und hatte meine Augen die meiste Zeit geschlossen». An Bord der Kabine hatte sich zuvor zunehmend Ungeduld breit gemacht. «Die letzte Stunde war sehr, sehr lang.»

Die Seilbahn verbindet im Mont-Blanc-Massiv die Aiguille du Midi mit der Pointe Helbronner. Die Überfahrt über einen Gletscher dauert 35 Minuten. Verhedderte Kabel der Seilbahn waren laut der Nachrichtenagentur AFP der Grund für den Ausfall der Bahn ab etwa 16 Uhr. Wie es dazu kommen konnte, blieb zunächst offen. Es soll starke Windböen gegeben haben. Der Mont Blanc in Frankreich an der Grenze zu Italien ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen. (trs/viw/sda/apa/afp/dpa)

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20 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pingu80
08.09.2016 23:57registriert März 2016
Wäre interessant zu wissen, wie viele Helis eingesetzt werden. Wurden auch Rettungskräfte aus der Schweiz wie Air Zermatt, Air Glacier, Rega resp. Italien zur Unterstützung aufgeboten? In solchen Ausnahmesituationen sollte Grenzübergreiffend kooperiert werden.
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