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Ein italienischer Rettungshelikopter befreit die gefangenen Gondel-Passagiere am Mont Blanc.  
Ein italienischer Rettungshelikopter befreit die gefangenen Gondel-Passagiere am Mont Blanc.  Bild: EPA/ANSA

«Um zwei und drei Uhr fing es an, richtig kalt zu werden» – Nacht der Angst am Mont Blanc

09.09.2016, 15:3409.09.2016, 17:49

Es sollte ein Ausflug in einer fantastischen Gebirgslandschaft werden. Doch für Touristen am Massiv des Mont Blanc an der Grenze zwischen Frankreich und Italien geriet die sommerliche Bergpartie zu einem Alptraum.

33 Fahrgäste einer Seilbahn waren bis zu 17 Stunden in ihren Kabinen blockiert. Sie verbrachten die Nacht auf einer Höhe von weit über 3000 Meter.

Als die Seilbahn am Freitag wieder fährt, schweben die Gondeln auf die jeweils nächst gelegene Station zu. Die lange Eingeschlossenen haben es eilig, wieder festen Boden unter die Füsse zu bekommen.

Manche lächeln erleichtert – und freuen sich über eine warme Tasse Kaffee. Sie tragen Jacken und Pullover, aber keiner ist richtig eingepackt.

Kälte und Angst

«Um zwei und drei Uhr fing es an, richtig kalt zu werden», erzählt Clément dem französischen Nachrichtensender BFMTV. «Gegen vier bis fünf Uhr wurde es dann schwierig. Wir hatten von den Rettungskräften zwar Decken, aber die haben überhaupt nicht geholfen.» Der junge Mann fügt müde hinzu: «Wir haben nicht geschlafen.»

Die Panne der fünf Kilometer langen Seilbahn zwischen der Aiguille de Midi (3842 Meter) und der Pointe Helbronner (3462 Meter) war am Donnerstagnachmittag aufgetreten. Kabel hatten sich verheddert. Die Strecke führt durch eine wilde Gebirgslandschaft mit einem Gletscher.

«Wir sind mindestens zehn Stunden in diesen Kabinen gewesen», erzählt die aus den USA stammende Kathy Cook dem Sender. «Es war eine anstrengende Erfahrung.»

Nebel und Dunkelheit

Ein Tourist aus Korea ergänzt: «Wir hatten grosse Angst und haben wirklich eine schwierige Nacht verbracht. Ich will nicht mehr daran denken.» Unter den Mitfahrern waren laut Medienberichten auch drei Kinder.

Gerettete Passagiere verlassen die Bahnstation. 
Gerettete Passagiere verlassen die Bahnstation. Bild: AP/Local Team

77 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden, meist mit Helikoptern, bevor die Dunkelheit ein Fortsetzen der Rettungsarbeiten verhinderte. Nebel habe es auch gegeben, berichtet der italienische Retter Mario Mochetor. Bis dahin sei alles gut gelaufen.

Fünf Retter verbrachten die Nacht mit den Gestrandeten in der Luft. Es ist wohl auch den professionell arbeitenden Rettern aus Frankreich und Italien zu verdanken, dass Menschen bei diesem sehr ungewöhnlichen Notfall nicht gravierend zu Schaden kamen.

Die Gondeln stecken am Aiguille du Midi fest

Einige hätten Angst- und Stress-Symptome gezeigt, berichtet Florence Macian, Sprecherin der Präfektur des Départements Haute-Savoie. Laut Nachrichtenagentur AFP musste aber ein Mann wegen Unterkühlung ärztlich behandelt werden. (sda/dpa)

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5 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ohmann94
09.09.2016 16:06registriert November 2015
Euer verdammter ernst?! "Nacht der Angst am Mont Blanc"... Bitte geht mit so reisserischen Titeln zu 20Minuten, Blick oder dem SVP-Wahlkampfblatt
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