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«Dieses Land ist beinahe am Ende»: Grossbritannien wählt – und ist zerrissen

Der hoch emotionale Streit um den Brexit hinterlässt tiefe Risse in der britischen Gesellschaft. Viele Menschen im Vereinigten Königreich haben jedes Vertrauen in die Politik verloren.

Stefan Rook, London / t-online



epa08040791 People stand in the street after Central Hall Westminster was evacuated in the early morning hours in London, Britain, 03 December 2019. The venue is set to host the NATO Summit on 03-04 December 2019. Central Hall Westminster was reopened after one hour.  EPA/OLIVIER HOSLET

Bild: EPA

Ein Artikel von

T-Online

Kurz vor der Wahl ist noch alles ruhig am Parlamentsgebäude in Westminster – das zudem gerade eingerüstet ist und renoviert wird. Demonstranten sind nicht da. Das wäre auch wenig sinnvoll, denn das Unterhaus oder «House of Commons», das am Donnerstag neu gewählt wird, ist so gut wie leer. Die Abgeordneten sind auf Stimmenfang in ihren Wahlkreisen. Dafür bauen Journalisten aus aller Welt auf dem «College Green», dem kleinen Platz gegenüber des Victoria Tower, ihre Zelte, mobilen Studios und Bühnen auf und bereiten sich auf die wichtigste Wahl in Grossbritannien seit Jahrzehnten vor.

Die äusserliche Ruhe trügt. Die Wahl und vor allem der Brexit beschäftigen – mal mehr, mal weniger offen – nahezu jeden, den man in der britischen Hauptstadt trifft. Was man zu hören bekommt, verdeutlicht, wie zerrissen das Land drei Jahre nach dem Brexit-Referendum ist. Und wie immens enttäuscht die Menschen von ihren Politikern sind.

«Weil ich für den Brexit bin, werde ich als Rassist beschimpft»

Da ist Barmann Matt in einem Pub in einer ruhigen Seitenstrasse im Herzen von London in Westminster. Er ist zunächst zurückhaltend und erklärt: «Die Politiker machen einfach nicht ihren Job. Sie sind unfähig, sie lügen». Etwas später gesteht der 49-Jährige: «Ich habe 30 Jahre lang nicht gewählt, doch dieses Mal werde ich es tun. Es geht einfach um zu viel.» Matt ist nach wenigen Minuten kaum noch zu bremsen. Er wird Boris Johnson wählen. Er habe einfach genug von den unfähigen EU-Bürokraten, sagt er, und glaubt, dass Grossbritannien nach dem Brexit viel bessere Handelsabkommen abschliessen könne.

epa08064677 A protestor in an

Bild: EPA

Matt ist kein Träumer. Er sagt voraus: «Es wird zunächst bergab gehen mit der britischen Wirtschaft. Das kann dauern, aber ich bin mir sicher, dass es uns danach besser gehen wird.» Und dann wird Matt wütend: «Weil ich für den Brexit bin, werde ich von den  Brexit -Gegnern als Rassist beschimpft. Ich bin alles andere als ein Rassist! Die Auseinandersetzung ist so aufgeheizt, dass man kaum noch normal miteinander reden kann.»

«Schlimmer als die Kriminellen sind die Politik-Profis»

Ebenfalls in Westminster berichtet Anton von ähnlichen Erfahrungen. Anton arbeitet für verschiedene Nachrichtensender, ist aber kein Journalist. Mehr möchte er öffentlich nicht preisgeben und fotografiert werden möchte er ebenfalls nicht. Anton kommt aus Nordirland und war viele Jahre in der Armee. Auch in Deutschland war er stationiert.

Er kommt aus einem typischen Labour-Haushalt, doch auch er wird für Johnson stimmen. «Kommunismus hat nicht funktioniert, Sozialismus hat nicht funktioniert, doch genau das will Jeremy Corbyn . Ich kann nicht für ihn stimmen», stellt er klar. Auch Anton hält nicht viel von den britischen Politikern – von Politikern allgemein: «Schlimmer als die Kriminellen sind die Politik-Profis. Sie begehen schlimmere Verbrechen, kommen aber immer ohne ernsthafte Konsequenzen davon. Keiner von denen geht ins Gefängnis.» Dann erzählt Anton, dass auch er, weil er für Johnson und den Brexit ist, als Rassist beschimpft wird. Und das regt ihn richtig auf: «Ich habe in so vielen Ländern auf der Welt gelebt, ich bin mit einer farbigen, arabischen Frau zusammen. Wie kann ich ein Rassist sein?»

Tiefe Enttäuschung über die britischen Politiker

Szenenwechsel: Die Edgware Road im Nord-Westen, eines der multikulturellen Zentren Londons. Die Strasse wird auch Londons «Klein-Kairo», «Klein-Beirut» oder «Klein-Arabien» genannt. Auf dem wuseligen Abschnitt zwischen Chapel Street und Marble Arch reiht sich ein Geschäft an das andere. An nahezu jedem Shop sind die Schilder in Englisch und Arabisch.

Britain's Prime Minister and Conservative Party leader Boris Johnson holds his dog Dilyn as he leaves after voting in the general election at Methodist Central Hall, Westminster, London, Thursday, Dec. 12, 2019. The general election in Britain on Thursday will bring a new Parliament to power and may lead to a change at the top if Prime Minister Boris Johnson's Conservative Party doesn't fare well with voters. Johnson called the early election in hopes of gaining lawmakers to support his Brexit policy. (AP Photo/Frank Augstein)

Premier Johnson mit Hund Bild: AP

Es gibt Dutzende Schawarma-Läden, libanesische, persische, pakistanische, marokkanische, türkische Restaurants, vor denen ausgiebig Shisha geraucht wird, Wechselstuben, Barbiere, diverse Bäckereien mit Baklava – süssem Gebäck – und Shops, in denen es vom Pappteller bis zum Kühlschrank nahezu alles zu geben scheint. Das Sprachengewirr und die Gerüche sind beeindruckend. 

«Was soll's. Es wird sich nichts gross ändern»

Die Menschen sind zunächst eher verschlossen. Über die Wahl sprechen sie nur ungern. Ihren Namen oder gar ein Foto von sich wollen sie auf keinen Fall in der Presse sehen. Fragt man etwas intensiver nach, erfährt man: Auch hier sind viele zutiefst enttäuscht von den britischen Politikern.

Ein Verkäufer in einem Geschäft, das im vorderen Teil ein Handy-Shop, im hinteren Teil ein Kosmetik-Studio ist, erklärt eher mürrisch: «Was soll's. Es wird sich nichts gross ändern, egal, wer der nächste Premierminister ist.» Er glaubt auch nicht, dass der Brexit grosse Veränderungen mit sich bringen wird: «Der Handel wird ganz normal weitergehen. Keiner der grossen Konzerne wird auf Profit verzichten.» Wählen gehen wird er allerdings nicht. Er kam aus einem anderen europäischen Land nach Grossbritannien und ist nicht wahlberechtigt.

epa08064651 Britain's opposition Labour Party Leader Jeremy Corbyn poses as he votes at a polling station during the general elections in London, Britain, 12 December 2019. Britons go to the polls on 12 December 2019 in a general election to vote for a new parliament.  EPA/NEIL HALL

Herausforderer Corbyn Bild: EPA

In einem Geschäft, das von aussen gesehen ausschliesslich Koffer und Taschen zu verkaufen scheint, sich im Inneren aber zu mindestens einem Drittel in einem Shop mit Smartphone-Zubehör verwandelt, läuft das Gespräch ebenfalls mühsam an. Der Verkäufer ist ungefähr Mitte 30 und hat pakistanische Wurzeln. In seinem Geschäft ist es nicht nur warm, sondern brüllend heiss.

«Nichts funktioniert mehr richtig»

Einige Minuten bleibt er vage, erklärt, die Wahlen würden ihn und seine Familie und Freunde nicht so interessieren. Doch dann wird auch er deutlich: «Dieses Land ist beinahe am Ende. Nichts funktioniert mehr richtig. Brauche ich einen dringenden Arzttermin, wird mir gesagt, ich müsse monatelang warten. In einer Woche wurden hier in der Strasse drei Läden überfallen. Vor drei Tagen wurde das Geschäft neben mir in der Nacht komplett ausgeräumt. Und was macht die Polizei? Schaut kurz vorbei, nimmt ein paar Fingerabdrücke und das war's.»

Auch er ist desillusioniert von den Politikern: «Sie werden sowieso nach der Wahl nicht das tun, was sie vor der Wahl versprochen haben.» Es ist herauszuhören, dass er Sympathien für und Hoffnungen auf Veränderung durch die Labour-Partei hat. Er will in jedem Fall wählen gehen, aber nicht offen sagen, wen. Leicht resigniert fügt er hinzu: «Ich hoffe auf das Beste, bereite mich aber auf das Schlimmste vor.»

Wie auch immer die Wahl am Donnerstag ausgeht: Auf den Gewinner warten gewaltige Aufgaben. Es geht nicht nur um den Brexit, es geht um das Fortbestehen des Vereinigten Königreichs, darum, dass die Briten sich wieder als Vereinigte und nicht als Gegner wahrnehmen. Und es geht vor allem darum, das verlorene Vertrauen in die politische Elite wiederherzustellen.

Ob dafür eine Renovierung wie am Parlamentsgebäude in London ausreicht oder ob es nicht doch eine Grundsanierung sein muss, hängt massgeblich vom Verhalten des nächsten Premierministers und seiner Regierung ab.

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68
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68Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waldorf 12.12.2019 17:16
    Highlight Highlight Teile und herrsche
  • Banausin 12.12.2019 15:34
    Highlight Highlight 2/2 Warum gelingt das den etablierten Parteien nicht? Ich glaube nicht das Politiker so schlecht sind wie ihr Ruf und würde mir von der Bevölkerung die Bereitschaft wünschen, zu versuchen, die Motive, Beweggründe hinter politischen Manövern zu verstehen. Leider lassen sich Inhalte weder in einem Instagramm post noch in einem Tweet zusammenfassen, man sollte schon die Bereitschaft haben auch längere Texte zu lesen. Grundsätzlich ist schlussendlich auch der Bürger in der Pflicht. Und als letztes, grade in der CH ist es jedem frei gestellt selbst für ein politisches Amt zu kandidieren!
  • Banausin 12.12.2019 15:29
    Highlight Highlight 1/1
    Mich stört diese Agressivität im Wahlkampf, egal von welcher Seite. Meiner Meinung nach kann keine Politik schwarz/weiss oder in welchen Farben auch immer gemacht werden. Politik muss konsensorientiert geführt werden. Ich glaube, das "Volk" versteht komplexe politische Zusammenhänge nicht, bzw. will sie nicht verstehen. Offensichtlich sehnt sich ein Grossteil der Bevölkerung nach vereinfachten Prozessen und Strukturen. Populistische Parteien erfüllen diese Bedürfnisse vordergründig.
  • Dominik Treier 12.12.2019 15:10
    Highlight Highlight Kommunismus hat nicht funktioniert... Toll...
    Ja, weil er ein diktatorisches Regime einer Einheitspartei war!

    Die Bürger müssen sich endlich von dieser dämlichen Kaltkriegsrethorik gegen den roten Feind, die ihnen Jahrzehnte eingetrichtert wurde lösen, denn Sozialismus, den es so nie gab und auch das zugegebenermassen miese Prinzip des Kommunismus, der die Macht einfach von einzelnen reichen Monopolisten an eine korrupte Staatsführung abgab, haben beide diese Probleme nicht verursacht, sondern die Geissel des Neoliberalismus, mit der wir seit dem Zerfall der UDSSR zu kämpfen haben!
    • opwulf 12.12.2019 16:46
      Highlight Highlight Gilt dies denn auch für den Kapitalismus? Bis jetzt gab es die reine Form (austrian school of economics, Friedman, etc sprich der freie Markt spielt, ohne Einmischung von Politik & anderen Seilschaften) noch gar nicht! Nur die div. Formen bis hin zum Neokapitalismus, welcher heute leider jedwelche Grenzen überschreitet! Ich hab kein Problem mit eurer Sichtweise, aber nur dann wenn ihr diese auch für euch weniger genehme Strukturen gelten lasst. Das Problem ist die Umsetzung dieser reinen Formen! Wie wollt ihr die Menschen dazu bringen ohne dass es wieder in diese alten Macht-Muster verfällt?
  • Miikee 12.12.2019 14:43
    Highlight Highlight Irgendwie auch beängstigend, wenn du aus der EU austreten willst wird dein Land zerstört und tief gespalten sein.

    In der EU bleiben und was verändern?
    Ist aber auch nicht möglich, da es mittlerweile ein riesen Staatsmoloch ist. Die EU müsste nicht nur an ihrem Image arbeiten, sie müssten sich komplett neu erfinden.

    Und es gibt echt Leute in der CH die dort noch rein möchten🤦🏽‍♂️
    • DemonCore 12.12.2019 16:52
      Highlight Highlight Dass die Briten aus Brexit den grösstmöglichen Schlamassel machen ist auch der EU ihre Schuld. Hab ich's mir gedacht.

      Hat sicher nicht mit dem Zynismus der Tories zu tun, nichts mit 40 Jahre Hasspropaganda gegen Resteuropa in der brit. Boulevardpresse, nichts mit dem Empire-Komplex, nichts mit einem anachronistischen Majorz-Wahlsystem und nichts mit dem Richtungskampf innerhalb der Tories.
    • MAOAM 12.12.2019 17:21
      Highlight Highlight Ich empfehle dir dringendst dich mit der Entstehung der EU zu beschäftigen. Ich bin davon überzeugt, dann kannst du deine Meinung revidieren. Ich gebe dir recht, dass der Apparat etwas gross geworden ist, aber hast du je einen Krieg erlebt in Europa? Hast du Angst vor einem Krieg innerhalb von Europa? Auch wir in der Schweiz profitieren von dieser Institution. Ansonsten mach deine Augen mal auf.
  • Locutus70 12.12.2019 14:27
    Highlight Highlight Tja in Europa gibt es wohl wenig Länder, die nicht gespalten sind.
    Edmund Stoiber hat es vor vielen Jahren schon gesagt: "Je mehr wir in Brüssel zentralisieren, desto stärker werden die Zentrifugalkräfte in den Mitgliedsländern"
    • Dominik Treier 12.12.2019 15:14
      Highlight Highlight Das stimmt so nur bedingt... Eine einfache Zentralisierung wird in der Tat nur Unfrieden stiften, besonders wenn sie so undemokratisch vonstatten geht wie in der EU.
      Die EU ist immer noch viel zu stark auf die Wirtschaft ausgerichtet, was man schon in ihrer Führungsstruktur sieht. Am meisten Macht hat nach wie vor keine vom Volk gewählte Instanz, sondern die einzelnen Landesregierungen und die arbeiten oft gegeneinander. In dieser Mentalität kann nichts Positives enstehen...
    • Magnum 12.12.2019 15:41
      Highlight Highlight Der Rechtspopulismus, der mit In- und Outgroups operiert, erstere immer zu Opfern und zweitere zu Tätern macht, allen anderen die Schuld gibt, wohlfeile Sündenböcke liefert und zudem anfällig für autoritäre Anwandlungen und Personenkult ist, ist genau jene Zentrifugalkraft. Und die ist keine Reaktion auf die EU - nein, eher ist es eine Altlast des Europas, das vor den Zeiten der EU fast im eigenen Blut ersoffen wäre.
      Dein Kronzeuge Stoiber ist übrigens selbst ein Rechtspopulist und somit Teil vom Problem. Die pathologische Abneigung gegen die EU in UK: von rechten Schundblättern gezüchtet.
    • Froggr 12.12.2019 15:52
      Highlight Highlight Das muss mir niemand sagen. Das ist völlig logisch. Aber die werdens erst verstehen wenns zu spät ist.
    Weitere Antworten anzeigen
  • sslider 12.12.2019 14:24
    Highlight Highlight Es ist traurig zu sehen was aus GB geworden ist.Von einer stolzen Nation hinab in die Gosse.Ich wünsche dort allen alles gute auf dem Weg nach oben.
    • Thomas G. 13.12.2019 08:01
      Highlight Highlight Wir stellen fest: Du hast leider nichts verstanden.
  • Booker 12.12.2019 14:16
    Highlight Highlight Der Ausstieg wird nicht einfach und GB stehen frostige Monate bevor, aber in einigen Jahren wird man stolz zurückblicken können. Denn GB wird es besser gehen wirtschaftlich und gesellschaftlich. Zieht es jetzt durch!
    • DemonCore 12.12.2019 17:01
      Highlight Highlight Hahaha, Brexit wird die Politik und die öffentliche Debatte in GB noch Jahrzehnte prägen. Wir sind erst am Anfang. Alles was bis jetzt passiert ist, ist dass die Briten sich entschieden haben zur Tür zu gehen. Sie haben sie noch nicht mal geöffnet.

      Die wichtigen Verhandlungen mit der EU (und wegen Nordirland mit den USA) gehen erst los. Wirtschaftlich und sicherheitspolitisch warten da noch einige gordische Knoten auf eine Lösung. Von den internen Problemen (Nordirlands Aussonderung aus dem britischen Zollgebiet, schottische Unabhängigkeit) haben wir noch gar nicht geredet.
    • dmark 13.12.2019 10:25
      Highlight Highlight Jetzt macht mal nicht so, als wäre dies das Ende Englands, nur weil sie aus dem "Grosseuropäischen-Reich" (EU) austreten.
  • Andre Buchheim 12.12.2019 14:09
    Highlight Highlight Einen Vorteil hatte die Existenz des Kommunismus und Sozialismus: Es zwang aus Konkurrenzangst dem Westen die soziale Marktwirtschaft auf. Seit das "andere" System verschwunden ist, hat der siegreiche Wolf den Schafspelz nicht mehr nötig und zeigt die wahre Fratze der Ausbeuter- und Raubtiermentalität.
    Diese ist es, die uns und die Welt zerstört. Und diese leben die meisten Menschen aus. Das System, die Gesellschaft, hält uns nur den Spiegel vor. Sie sind logische Folge unseres kollektiven Fehlverhaltens, die Krise Folge unseres kollektiven Versagens, einfach gute Menschen zu sein.
  • Trompete 12.12.2019 14:06
    Highlight Highlight Ich freue mich auf das Wahlergebnis, da man aus diesem den Willen der Bevölkerung betreffend Austritts spüren wird, respektive den Nichtwillen.

    Bisher sieht es gemäss Umfrage eher nach einem Austrittswillen aus.

    Exemplarisch hierzu eine Quellenempfehlung: 10vor10, ausgestrahlt am 06.12.19.

    Statt es Blitze regnen zu lassen, bin ich offen für andere Interpretationen des (baldigen) Wahlergebnisses.
    • Dominik Treier 12.12.2019 15:19
      Highlight Highlight Sollte der Austritt gewinnen, ist es ein einfaches Phänomen. Frustration!
      Man ist frustriert über das eigene System und sucht einen einfachen Schuldigen und jemanden der alles anders macht, dass derjenige den man dann wählt alles verändern wird, jeden menschlichen Anstand und Kooperation zu kippen gedenkt, die Wurzel des Problems, den Neoliberalen Egoismus aber seinlassen will, sehen diese Leute nicht. Hauptsache Veränderung und am besten nicht dort wo man sie selbst spürt, auch wenn man selbst ein Teil des Problems ist...
    • Trompete 12.12.2019 15:52
      Highlight Highlight Ja, auch Frust hat sicher dazu beigetragen, wobei ich viel lieber von einem Ohnmachtsgefühl spreche. Brüssel erhielt immer mehr Kompetenzen, GB aber war nur schon geographisch sehr weit vom Machtzentrum Brüssel entfernt und auch sonst nahmen Deutschland und Frankreich immer mehr Einfluss innerhalb der EU.

      Nach dem Nichtumsetzen der Referendumsabstimmung zudem auch der Bürger, welcher das Gefühl bekam, kaum politische Mitsprache zu haben und dem Gutdünken der Politiker ausgeliefert zu sein.

      Ich kann dir besagte 10v10 Sendung wirklich nur empfehlen.
    • DemonCore 12.12.2019 17:02
      Highlight Highlight Nenne ein Gesetz dass das britische Parlament einführen wollte, aber nicht durfte wegen der EU. Nur eins.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andre Buchheim 12.12.2019 14:04
    Highlight Highlight "Kommunismus hat nicht funktioniert, Sozialismus hat nicht funktioniert, doch genau das will Jeremy Corbyn"

    Egoismus als Gesellschaftsgrundlage hat versagt. Das, was hier gemeint ist, der sog. "real existierende" Komm./Soz. hatte mit der Marxschen Vision nichts zu tun. Ehrlich: Wir hatten noch keinen Komm. oder Soz.
    Beide Systeme bauen auf egoistischer Macht auf, das eine rein nach Geld, das andere nach Parteibuch. Beide Systeme haben ihre Krisen. Wir müssten gemeinsam erst den Egoismus überwinden, eh eine neue Gesellschaft kommt.
    • Dominik Treier 12.12.2019 15:24
      Highlight Highlight Danke! Jedes System, dass auf der Macht einer Gruppe, sei dies nun eine Arbeiterpartei oder eine Wirtschaftselite, über die andere, aufbaut. Wir langfristig genauso untergehen.

      Die Menschen müssen endlich begreifen, dass der Kommunismus zwar schlecht war, desswegen aber die Eigenschaften, wie Nächstenliebe, sozialer Gedanke, Teilen etc., mit denen er sich zu unrecht brüstete nichts Schlechtes waren.
      Es gab nie einen Sozialismus, nur Diktaturen von wechselnden Seiten.
      Der Staat braucht eine neue Aufgabe, statt Macht auszuüben, die Menschen zu fördern und Macht und Geld auf alle zu verteilen.
    • Fandall 12.12.2019 16:55
      Highlight Highlight Es heisst soziale Marktwirtschaft. Wurde leider noch nie umgesetzt.
  • Kiro Striked 12.12.2019 13:54
    Highlight Highlight Das Problem was er Anspricht: «Sie werden sowieso nach der Wahl nicht das tun, was sie vor der Wahl versprochen haben.» Ist leider unser grösstes Problem in der Demokratie. Es wird Dunkelblau versprochen, Nach der wahl hat man ein hellgrün und 4 Jahre später dann ein leichtes hellblau wenn man Glück hat.

    Wenn man aber genauer hinschaut, macht es keinen Unterschied welche Farbe man wählt. Es gucken in erster Linie alle für sich selbst. Ob das nun die sozialen oder Bürgerlichen sind oder sonst was. Die "me first" Mentalität in der Demokratie muss endlich sterben.
  • Biker Girl 12.12.2019 13:51
    Highlight Highlight Mein geliebtes Britannien... Corbyn oder Boris ist wie Pest oder Cholera.
  • Sandro Lightwood 12.12.2019 13:36
    Highlight Highlight Was auffällt, überall wo rechtskonservative Populisten an die Macht kommen, ist nach 1-2 Jahren das Volk tiefe gespalten. Wem bringt das was, ausser diesen paar Clowns? Vorher ging es ja auch, verschiedene Meinungen zu haben, ohne einander zu hassen.
    • Froggr 12.12.2019 15:15
      Highlight Highlight Ja weil der Hass auch von den Linken kommt. Wenn diese an der Macht sind, herrscht weniger Hass. Also sind die Rechten tatsächlich toleranter, als die ach so toleranten Linken.
    • Fandall 12.12.2019 16:52
      Highlight Highlight Mich dünkt Ursache und Wirkung gerade umgekehrt. Weil das Volk gespalten ist/wird, erhalten populistische Ideologien Zulauf (z.B. Einkommensschere und Gelbwesten; unkontrollierte Migration und AfD; usw...)
  • rodolofo 12.12.2019 13:18
    Highlight Highlight Wenn "alle Politiker" Halunken sein sollen, warum wählen sie dann ausgerechnet den offensichtlich grössten Gauner?!
    DAS verstehe ich ebenso wenig, wie wenn Leute, die über die "Main Stream-Lügenpresse" schimpfen irgendwelche schlecht und plump gemachte Meinungsmanipulation von irgendwelchen Privatleuten SOFORT glauben!
    Entweder man ist misstrauisch, aber dann gleich richtig!
    Oder man ist eben eine Dumpfbacke, die leicht über den Tisch gezogen werden kann...
  • Nils Rohner 12.12.2019 13:11
    Highlight Highlight Eines ist klar, die Conservative mit Johnson werden nichts ändern, es benötigt eine Labour regierung um diese probleme zu stemmen.
  • Platon 12.12.2019 12:59
    Highlight Highlight „ Matt ist kein Träumer.“ Nein gar nicht! GB wird nach dem Brexit so richtig am A**** sein, da es wohl dasjenige Land ist mit der tiefsten Verhandlungsmacht von allen ist bei Handelsverträgen. Die EU ist auf GB nicht angewiesen, genauso wenig die USA. Die werden also fette Konzessionen von denen abringen können.
    • Skeptischer Optimist 12.12.2019 14:09
      Highlight Highlight "„ Matt ist kein Träumer.“ Nein gar nicht!"

      Er ist ein Idiot.
  • mrmikech 12.12.2019 12:55
    Highlight Highlight War grad noch in manchester. Dieses land ist kaputt. Überall obdachlosen, manche sogar in die kälte ohne schuhe, oder mit blutende füsse oder beine. Gebäude sind kaputt, schon seit ewig nicht renoviert. ÖV ist katastrophe. Armut pur.
    • Dominik Treier 12.12.2019 15:31
      Highlight Highlight Nur hat dieses Land noch immer nicht begriffen, was es in diese Lage gebracht hat... Nicht Kooperation, nicht die Politik nicht die EU, keine Immigranten oder Schmarotzer und auch keine Verbrecher, sondern das asoziale System des neoliberaöen Kapitalismus, dass all diesen Dingen und vor allem den Menschen eben keine Priorität zuspricht, sondern nur der Erlangung von möglichst viel persönlichem Gewinn. Diese Mentalität zerstört langfristig die grösste Ressource die wir haben, den Menschen! Sie zermürbt die Vielfalt, weil sie als Risiko gesehen wird und beraubt uns gewaltiger Möglichkeiten!
  • Billy the Kid 12.12.2019 12:38
    Highlight Highlight Man kann ja über die bösen Politiker so viel schimpfen wie man will.
    Trotzdem glaube ich kaum, dass wenn Barman "Matt" oder Verkäufer "XY" an den Schalthebeln der Macht sitzen würden - irgendwas "besser" funktionierte.
    Falls die Wählerschaft tatsächlich nur auf so einem oberflächlichen Niveau reflektieren kann - ist fast jedes Grossmaul mit Stammtischrezepten zum Politiker berufen.
  • dä dingsbums 12.12.2019 12:19
    Highlight Highlight Ich kann ja gut verstehen, dass man von der Politik enttäuscht ist in GB.

    Boris Johnson ist aber der, der mit dem Lügen-Bus durchs Land gezogen ist und ziemlich direkt am Schlamassel verantwortlich ist. Nicht zu vergessen sein kleiner Manöver um ohne das Parlament den Brexit durchzudrücken.

    Ich verstehe nicht, wie man jetzt diesem Mann die Stimme geben kann.
    • sslider 12.12.2019 14:31
      Highlight Highlight Ein Schaumschläger,der immer bleiben wird
  • Anton31 12.12.2019 12:07
    Highlight Highlight Ich hätte auch das Vertrauen in die Politik verloren. Demokratisch wurde für den Brexit gestimmt, jedoch weigern sich die Politiker diesem Entscheid nachzukommen. Als Entschuldigung dient dann natürlich, dass das Volk "angelogen" wurde, wir brauchen einen "Deal mit der EU" oder auch, das Volk war sich "dessen Auswirkungen" nicht bewusst, es muss nochmals abgestimmt werden. Das Spiel endet erst, wenn es den Politikern passt, nicht dem Volk!
    • sslider 12.12.2019 14:33
      Highlight Highlight Brexit,mit Lügen erkauft
    • Fandall 12.12.2019 16:47
      Highlight Highlight Kennt man ja auch in der Schweiz, dass Volksentscheide bis zur Unkenntlichkeit verwässert werden und damit zur Makulatur werden.
  • Gipfeligeist 12.12.2019 12:06
    Highlight Highlight "Kommunismus hat nicht funktioniert, Sozialismus hat nicht funktioniert, doch genau das will Jeremy Corbyn"

    Aber stattdessen auf eine kurzsichtige, weltverschlossene Brexit-Strategie zu setzten, wird kaum die Lösung sein.
    Die Verhärtung der Fronten bedrückt mich sehr, denn in jeden Wahlkampf wird der Gegner beschimpft und als Wurzel des Bösen angeprangert. Dazu eine Prise Hass und Falschinformationen und der brave Wähler ist auf der richtigen Seite.
    Egal wie die Wahl ausgeht, diese Mentalität muss abgelegt werden
    • Thomas G. 12.12.2019 12:32
      Highlight Highlight Der Brexit ist im Gegenteil eine weltoffene, weitsichtige und vor allem globale Startegie. Es geht darum ohne den Bleifuss EU das beste für UK zu machen.
    • mrmikech 12.12.2019 12:57
      Highlight Highlight Zu spät, schau wie es in mittlerer osten zugeht. Wann diese art von einander hassen etabliert ist kommt man fast nicht mehr raus.
    • The_real_Zippy 12.12.2019 13:46
      Highlight Highlight Vor allem die Argumente der Brexit-Befürworter betreffend besseren Handelsverträgen nach einem Brexit.. Die denken wohl immer noch sie wären ein Empire..
    Weitere Antworten anzeigen
  • T13 12.12.2019 12:05
    Highlight Highlight «Ich habe in so vielen Ländern auf der Welt gelebt, ich bin mit einer farbigen, arabischen Frau zusammen. Wie kann ich ein Rassist sein?»

    Das eine schliesst das andere aber nicht aus mein freund.
    • Locutus70 12.12.2019 14:36
      Highlight Highlight @T13 - bei linksextremen Menschen reicht es schon nicht deren Meinung zu 100 % zu teilen und schon ist man ein Rassist oder ähnliches ^^
    • MAOAM 12.12.2019 17:51
      Highlight Highlight @Locutus70: und bei Rechtsextremen ist das anders? 🧐

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