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In Rumänien wollten sie gegen die Ehe für alle abstimmen – aber keiner ging hin



Na gut, fast keiner: Nur 20.41 Prozent der mehr als 18 Millionen Wahlberechtigten gaben am Samstag und am Sonntag nach Angaben des Zentralen Wahlbüros ihre Stimmen ab.

Für die Gültigkeit der Volksbefragung wäre eine Beteiligung von mindestens 30 Prozent notwendig gewesen. Angaben zum Abstimmungsergebnis wurden am Montag erwartet.

epa07076993 Volunteers are waiting for voters while sitting at their desks inside an empty polling station during the second day of the family re-definition referendum at a polling station in Branesti village, Romania, 07 October 2018. Romanians are going to polls on 06 and 07 October to vote on proposed constitutional changes, with Romania not currently recognizing same-sex couples.  EPA/ROBERT GHEMENT

So sah das dann aus bei der Abstimmung: Helfer warten in einem Wahllokal auf Menschen, die ihre Stimme abgeben.  Bild: EPA/EPA

Mann und Frau statt Ehegatten

Die Rumänen waren aufgerufen, darüber abzustimmen, ob das bereits bestehende Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Verfassung verankert wird. Derzeit definiert Rumäniens Verfassung die Ehe geschlechtsneutral als Bund zwischen «Ehegatten».

Die religiös motivierten Initiatoren der Volksbefragung wollten erreichen, dass der Begriff «Ehegatten» im Grundgesetz durch «Mann und Frau» ersetzt wird.

Die «Koalition für die Familie» hatte für die Verfassungsänderung fast drei Millionen Unterschriften gesammelt. Sie hat Anhänger in allen politischen Lagern. Kritiker hatten der sozialliberalen Regierung vorgeworfen, mit dieser Abstimmung vom Streit um geplante Strafrechtsänderungen ablenken zu wollen, die korruptionsverdächtigen Politikern zugutekommen würden.

Die «Koalition für die Familie» kritisierte, dass dieser «falsche» Vorwurf jetzt Regierungskritiker von der Teilnahme am Urnengang abgehalten habe. (sda/dpa)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bro heng mal :) 08.10.2018 14:20
    Highlight Highlight Rumänien ist betreffend diesem Thema also vor der Schweiz. bravo Rumänien!! Die Schweiz kann von diesem Land noch etwas lernen.
  • wydy 08.10.2018 12:11
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig. Die Leute sind also anstatt für "Nein" zu stimmen, lieber nicht zur Wahl angetreten um ein Zeichen zu setzen? Ganz nach dem Motto wir zeigen unsere Ablehnung indem wir nichts tun? Wäre also eine Wahlbeteiligung von 30% zustande gekommen, würde höchstwahrscheinlich jetzt "Mann und Frau" in der Verfassung stehen...
    • Dominik Treier (1) 08.10.2018 13:09
      Highlight Highlight Ich denke die meisten wollten damit wohl leider weniger ihre Ablehnung der Vorlage an sich, als viemehr des korrupten Staatsapparates kundtun, welchem man mit seinen Manövern und Korruptionsskandalen ohnehin nicht mehr traut, egal worum es geht...
    • scientist 08.10.2018 13:22
      Highlight Highlight Mindestquoren sind dämlich und undemokratisch. Weil ich als Gegner am einfachsten der Wahl Fernbleibe, und falls das Quorum erreicht wird, sind die Befürworter bei 95%+. Totale Verzerrung des Volkswillen.
    • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 08.10.2018 13:49
      Highlight Highlight Die Wahrscheinlichkeit dass das Gesetz mit einer Wahlbeteiligung über 30% zustande gekommen wäre war höher. Stattdessen hat man sich entschieden möglichst viele davon zu überzeugen nicht zu Wählen um ganz gezielt davon auszugehen dass die Wahl danach als ungültig erklärt wird. Hier gibts einen ausführlicheren Artikel :
      https://www.queer.de/detail.php?article_id=32083
    Weitere Antworten anzeigen
  • Roman Hoffmann 08.10.2018 11:08
    Highlight Highlight Gleiches Recht für alle sollte in einer modernen Demokratie selbstverständlich sein.
    Aber die Schweiz hat ja auch eine Eheverbot für Homosexuelle.
    So viel Unterschied gibt es zwischen Schweiz und Rumänien also nicht.
    Ein Vorbild ist damit die direkte Demokratie der Schweiz nicht, wenn Minderheiten diskriminiert werden
  • Schreimschrum 08.10.2018 10:58
    Highlight Highlight Ein klares Nein wäre besser gewesen, aber wenigstens wurde sie nicht angenommen. Leute es ist 2018, kommt mal klar und kümmert euch um euren eigenen Kram...
    • no-Name 09.10.2018 11:22
      Highlight Highlight Na, ich finde eine Nichtbeteiligung unterstreicht die absolute Sinnlosigkeit dieser Abstimmung noch deutlicher als ein Nein!

      Eigentlich ist es die konsequente praktische Umsetzung dessen, was du in deinem letzten Satz schreibst.

      👍🏽😁
  • no-Name 08.10.2018 10:48
    Highlight Highlight Manchmal ist « nichtstimmen » doch eine Strategie. Als punktueller Nichtstimmer (auch keine leeren Zettel) signalisiere ich mein Desinteresse für gewisse Themen...

    In der Schweiz sonst SEHR verwerflich. Und hier auf einmal gefeiert... 🤷🏽‍♂️
    • Juliet Bravo 09.10.2018 15:13
      Highlight Highlight Mit dem Unterschied, dass der Boykott ein kollektives und vor allem politisches Zeichen war und nicht die Faust im Sack eines einzelnen.

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