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Iran

Iran-Krieg: An der Strasse von Hormus geht noch gar nichts

epa12194518 A ship sails in the Strait of Hormuz as seen from Khasab, Musandam Governorate, Oman, 24 June 2025. The Iranian parliament approved a measure to close the Strait of Hormuz following US str ...
Ein Schiff in der Strasse von Hormus. (Symbolbild)Bild: keystone

Auch mehr als 24 Stunden nach Waffenruhe: An der Strasse von Hormus geht noch gar nichts

Die Märkte reagierten euphorisch auf die Waffenruhe im Iran-Krieg, der Ölpreis brach unmittelbar ein. Doch auch mehr als 24 Stunden später zeigt sich: An der Strasse von Hormus, die eine entscheidende Rolle für die Weltwirtschaft spielt, tut sich noch fast gar nichts.
09.04.2026, 07:5409.04.2026, 08:03

Die durch die iranische Hormus-Blockade verursachte Ressourcenknappheit hält die Welt in Schach und sie sorgte für grössere Turbulenzen an der Börse. Der Ölpreis explodierte innert kurzer Zeit, viele Staaten mussten strategische Reserven aktivieren oder – vor allem im asiatischen Raum – gar Sparmassnahmen verordnen.

Am Mittwoch haben die Kriegsparteien sich nun auf eine zweiwöchige Waffenruhe verständigt. Eine Bedingung für diese umfasst die temporäre Öffnung der Strasse von Hormus. Rund einen Tag später zeigt sich aber: Es passiert bisher kaum etwas rund um das so wichtige Öl-Nadelöhr.

Der Iran hat am Mittwochabend (Schweizer Zeit) denn auch erneut erklärt, dass Schiffe derzeit die Strasse nicht passieren sollen, sofern dies nicht mit den iranischen Machthabern ausdrücklich abgesprochen wurde. Die meisten Reedereien nehmen die implizite Drohung ernst. Gemäss der iranischen Nachrichtenagentur Fars haben seit Beginn der Waffenruhe erst zwei Schiffe die Hormus-Strasse passiert.

Auch die New York Times berichtete in der Nacht auf Donnerstag (Schweizer Zeit) unter Berufung auf die Analysefirma Kpler, die unter anderem den weltweiten Schiffverkehr trackt, dass insgesamt erst vier Schiffe seit Beginn der Waffenruhe die Hormus-Strasse durchquert haben. Demzufolge war keines davon ein Öl- oder Gastanker, sondern alle sogenannte Massengutfrachter. Das sind Schiffe, die Trockengüter wie Kohle, Zement oder Getreide transportieren.

Ein Chefberater des US-amerikanischen Ölkonzerns Gulf Oil bestätigte gegenüber CNN, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gebe, dass bald mehr Rohöl die Strasse verlasse.

«Ich möchte betonen, dass es im Moment wirklich nur sehr zaghafte Schritte sind. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die Meerenge wieder geöffnet wird, und es scheint sich um einen brüchigen Waffenstillstand zu handeln, um es mal ganz deutlich zu sagen.»

Aufgrund der höchst fragilen Waffenruhe seien Reedereien und ihre Versicherer derzeit «sehr zurückhaltend» bezüglich möglichen Hormus-Durchfahrten. Er sieht in der nahen Zukunft auch keine signifikante Verbesserung der Situation eintreten:

«Es sieht so aus, als ob wir noch Wochen davon entfernt wären, auch nur 50 oder 70 Prozent des Schiffsverkehrs in der Strasse von Hormus, auf den wir angewiesen sind, wiederherstellen zu können.»

Iranische Staatsmedien berichteten zuvor, dass mehrere Tanker, die zur Durchfahrt bereit gewesen wären, im Verlaufe des Mittwochs abgewiesen worden sind. Auch sie nannten die Fragilität der Waffenruhe als Grund für die andauernde Blockade. Während der Iran geltend macht, dass diese auch für den Libanon gelten muss, haben die USA und Israel erklärt, dass dieser Konflikt nicht Teil der Waffenruhe sei.

Israel hatte ausgerechnet am Mittwoch, nach der Ankündigung der Waffenruhe, verheerende Luftangriffe auf den Libanon geflogen. Mindestens 182 Menschen, darunter laut Berichten auch zahlreiche Zivilisten, kamen ums Leben. Seit diesem Angriff hat laut «Kpler» kein Schiff mehr die Hormus-Strasse passiert.

Widersprüchliche Aussagen auf US-Seite

Von US-Seite gab es widersprüchliche Aussagen zur Sperrung der Hormus-Strasse. Die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, bezeichnete am Mittwoch an einer Medienkonferenz Berichte über eine andauernde Sperrung der Strasse als falsch. In der gleichen Medienkonferenz forderte sie aber die erneute Öffnung der Meerenge. Rückfragen von Journalisten, wer derzeit die Hormus-Strasse kontrolliere, beantwortete sie nicht.

epa12875858 White House Press Secretary Karoline Leavitt delivers remarks to the news media during a press briefing at the White House in Washington, DC, USA, 08 April 2026. Leavitt responded to quest ...
Widerspricht sich in einer Medienkonferenz selbst: Karoline Leavitt.Bild: keystone

Das ist aber auch nicht nötig: Offensichtlich vermögen die Iraner weiterhin zu beeinflussen, wer die Strasse passieren kann und wer nicht. Schon unmittelbar nach der Verkündung der Waffenruhe zeichnete sich ab, dass der Iran diese «Trumpfkarte» weiterhin in den Händen hält.

US-Präsident Donald Trump sah sich mutmasslich aufgrund dieser Tatsache bereits in der Nacht auf Donnerstag genötigt, dem Iran wieder mit einer neuen militärischen Eskalation zu drohen. Sollte der Iran das «erzielte wirkliche Abkommen» nicht vollständig einhalten, werde man den bereits geschwächten Gegner vernichten, so Trump. Die US-Truppen in der Region würden deshalb weiterhin ihre Stellungen halten.

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44 Kommentare
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Typ
09.04.2026 08:09registriert Dezember 2017
Ich kann immer noch nicht glauben, dass ein FIFA-Friedenspreisträger diesen Konflikt so planlos begonnen hat.
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Roboter
09.04.2026 08:18registriert Januar 2014
Die Spekulanten an der Börse machten Gestern ja den grossen Reibach. Somit ist für die Freunde des Grosskapitals alles in Butter. Die Realität, offenbar zweitrangig.
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Interessierter
09.04.2026 08:12registriert Juni 2016
Was versteht Trump und Vance nicht, wenn im Plan steht: „ Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten“ was explizit den Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon einschliesst.
Ist eigentlich niemand bereit den beiden zu sagen, dass sie den Krieg verloren haben?
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