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Waffenruhe im Iran-Krieg: Wie Donald Trump eingeknickt ist

President Donald Trump holds his ear to listen to the music before heading back to the Oval Office after participating in the White House Easter Egg Roll on the South Lawn of the White House, Monday,  ...
Seine engsten Mitarbeiter rieten ihm vom Krieg ab, doch Donald Trump hörte nicht auf sie.Bild: keystone
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TACO again: Wie Trump (erneut) eingeknickt ist

Donald Trump verkauft die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran als grossen Erfolg. Dabei kann sich vor allem das Regime in Teheran als Sieger fühlen. Es hat den Krieg nicht verloren.
08.04.2026, 14:5108.04.2026, 15:55

Das Akronym war rasch zur Stelle, als die zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg in der Nacht auf Mittwoch verkündet wurde: TACO again. Oder in vollem Wortlaut: Trump always chickens out. Erneut hat das Grossmaul im Weissen Haus den Schwanz eingezogen, bevor es zu einer Eskalation kam, lautete die Einschätzung vieler Beobachter und Medien.

Noch nie hat TACO so gut geschmeckt, könnte man salopp argumentieren. Denn noch am Dienstag hatte Donald Trump den Iranern quasi mit der Vernichtung gedroht. Ihre Zivilisation werde untergehen, postete er auf Truth Social. Selbst Papst Leo XIV. war geschockt: Die Drohungen gegen das gesamte Volk des Irans seien «wirklich nicht akzeptabel».

epa12874356 Iranians wave flags during a demonstration following the announcement of a two-week ceasefire at Enghelab Square in Tehran, Iran, 08 April 2026. Iran and the USA agreed to the two-week tru ...
Regimeanhänger feiern die Vereinbarung in der Nacht auf Mittwoch in Teheran.Bild: keystone

Einiges deutet darauf hin, dass es sich um eine Nebelpetarde gehandelt hat. Schon 15 Minuten nach dem «Völkermord-Post» hätten die US-Streitkräfte den Befehl erhalten, ihre Angriffsvorbereitungen zu stoppen, schreibt das gut informierte Newsportal Axios. Berichte, wonach Iran die Gespräche mit den USA abgebrochen habe, seien unzutreffend gewesen.

Einigung schon am Montag

Im Grundsatz hätten sich beide Seiten schon am Montagabend geeinigt, eine zweiwöchige Waffenruhe anzustreben, berichtet Axios. Im Laufe des Dienstags hätten die Gespräche unter Vermittlung der pakistanischen Regierung an Dynamik zugelegt. Trump sei darauf von Hardlinern unter seinen Alliierten und Vertrauten gedrängt worden, den Deal abzulehnen.

Der Druck dürfte nicht zuletzt von israelischer Seite gekommen sein. Darauf deutet ein Bericht über die Vorgeschichte des Kriegs hin, den die «New York Times» am Dienstag veröffentlichte. Es handelt sich um einen Auszug aus dem neuen Buch der Reporter Maggie Haberman und Jonathan Swan, das im Juni unter dem Titel «Regime Change» erscheint.

Netanjahus Versprechen

Gemeint ist nicht der Iran, sondern die USA. Im konkreten Fall aber soll Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei seinem Besuch in Washington am 11. Februar, etwas mehr als zwei Wochen vor Kriegsbeginn, Trump im Situation Room des Weissen Hauses einen «schnellen und entscheidenden Sieg» samt Regimewechsel in Aussicht gestellt haben.

(260211) -- JERUSALEM, Feb. 11, 2026 (Xinhua) -- U.S. President Donald Trump (R) welcomes Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu at the White House in Washington, D.C., the United States, Feb. 11,  ...
Donald Trump empfängt Benjamin Netanjahu am 11. Februar im Weissen Haus.Bild: keystone/XINHUA

Unterstützt wurde Netanjahu demnach von David Barnea, dem Chef des Geheimdienstes Mossad. Er behauptete, das iranische Volk werde erneut auf die Strasse gehen, und das nur wenige Wochen, nachdem die letzten Proteste brutal niedergeschlagen wurden. Eine intensive Bombardierung werde die Bedingungen für einen Sturz der Mullahs schaffen.

Skepsis bei Mitarbeitern

Tags darauf beriet Donald Trump das Szenario mit seinen engsten Mitarbeitern und stiess auf überschaubare Begeisterung. CIA-Direktor John Ratcliffe bezeichnete es als «lachhaft». Aussenminister Marco Rubio ergänzte, es sei «Bullshit». Und Generalstabschef Dan Caine meinte, der Plan der Israelis verspreche mehr, als er halten könne.

Vizepräsident JD Vance äusserte sich ebenfalls skeptisch zur Vorstellung, im Iran lasse sich ein Regimewechsel herbeibomben. Dennoch liess sich Donald Trump darauf ein, sei es aus Abscheu gegen den «Gottesstaat», die er schon in jungen Jahren geäussert hatte, oder aus seiner Überzeugung, dass man nur mit einem grossen Krieg ein grosser Präsident wird.

Regime bleibt am Drücker

Trotz der Bedenken aus seinem Umfeld gab Trump den Befehl zum Angriff. Die Skeptiker aber behielten recht. Zwar gelang es, Revolutionsführer Ali Chamenei mit der ersten Angriffswelle zu töten. Das Regime aber erwies sich als widerstandsfähig. Es mag militärisch geschwächt sein, doch politisch behält es die Kontrolle über das Land.

epa12845141 Gas prices at a Chevron gas station rise to over 8.00 US dollars a gallon in Los Angeles, California, USA, 23 March 2026. Prices have risen amid global oil supply disruptions, constrained  ...
Selbst im Ölland USA stiegen die Benzinpreise wegen des Kriegs. Besonders hoch sind sie in Kalifornien. Bild: keystone

Der von den Israelis heraufbeschworene Volksaufstand blieb aus. Ihre Behauptung, das Regime werde durch die Luftangriffe zu stark geschwächt sein, um die Strasse von Hormus zu schliessen, bewahrheitete sich ebenfalls nicht. Das Versprechen der Iraner, sie wieder für den Handel zu öffnen, dürfte der Hauptgrund für Trumps Bereitschaft zur Waffenruhe sein.

Grünes Licht von Chamenei?

Eine anhaltende Sperre hätte gravierende Folgen für die Treibstoffversorgung und die globale Lebensmittelproduktion gehabt. Steigende Preise an Tankstellen und in Supermärkten aber sind das Letzte, was Donald Trump brauchen kann. Er wurde 2024 mit dem Versprechen gewählt, sie zu senken. Er hatte keine Wahl, als in letzter Minute einzuknicken.

Nun versucht er, sich als Sieger zu inszenieren, indem er dem Mittleren Osten ein «goldenes Zeitalter» verheisst. Natürlich mussten auch die Iraner nachgeben. Der neue Oberste Führer Modschtaba Chamenei – von dem es am Dienstag hiess, er liege im Koma – soll gemäss Axios persönlich grünes Licht für den Waffenstillstand gegeben haben, auch auf Anraten Chinas.

Verhandlungen ab Freitag

Die Feuerpause begann holprig, und eine erneute Eskalation ist möglich. Derzeit aber überwiegt die Erleichterung, auch unter den arabischen Nachbarn. Während Israel blamiert wirkt. Benjamin Netanjahu habe «politisch versagt, strategisch versagt und kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte», meinte Oppositionsführer Jair Lapid.

Die Zeichen jedenfalls stehen vorerst auf Deeskalation. Am Freitag sollen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eigentliche Friedensverhandlungen beginnen, bei denen sich beide Seiten erstmals direkt gegenübersitzen werden. Die US-Delegation soll gemäss einem Axios-Bericht vom Kriegsskeptiker JD Vance angeführt werden.

Es sind schwierige Gespräche absehbar, vor allem über die wichtigsten Streitpunkte: das iranische Raketen- und Atomprogramm sowie die Unterstützung von Milizen wie der Hisbollah im Libanon. Ein Durchbruch in zwei Wochen ist kaum denkbar, doch die unmittelbare Kriegsgefahr scheint gebannt, weil Donald Trump eingeknickt ist. TACO sei Dank.

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Menschen heben bei einer Demonstration in Tel Aviv die Hände, um ein Ende des Krieges zu fordern.

quelle: keystone / maya levin
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Trump droht Journalist nach Pilotenrettung mit Haft
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154 Kommentare
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Pointless Piraña
08.04.2026 14:56registriert Dezember 2019
Trump ist nicht nur eingeknickt, er hat die Situation wie immer extrem verschlechtert.
Aber klar, ein paar Nasen haben wiederum Millionen abgezockt.

Wir müssen uns im Klaren sein: Gier kennt weder Grenzen noch Moral. Ultrareiche werden die Erde ohne zu zögern in die Luft jagen, um Geld zu machen. Wir sollten endlich unsere Schlüsse daraus ziehen.
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Der Micha
08.04.2026 15:09registriert Februar 2021
Man muss auch erwähnen, dass Trump die iranische Bevölkerung regelrecht gedemütigt und belogen hat. Es ging ihm nie um die Befreiung der Bevölkerung und das wurde auch dem iranischen Volk ganz schnell klar.
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Lohner
08.04.2026 15:00registriert August 2025
Trump sieht sich IMMER als Sieger. Dabei ist er in diesem Krieg der grösste Loser

PS: vor ein paar Minuten habe ich die Pressekonferenz von Whiskey Pete gesehen und fast 🤮. Die Ami Armee wurde über den Klee gerühmt und sie hätten KEINE Verluste erlitten. Der Folgeredner sagte dann, die 13 gefallenen Soldaten seien Helden und es würde immer an sie gedacht.
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