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Waffenruhe im Iran-Krieg auf der Kippe – das Wichtigste in 6 Punkten

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Rettungskräfte suchen nach Vermissten unter den Trümmern eines Wohnhauses nach einem israelischen Luftangriff in Beirut, Libanon.Bild: keystone

Feuerpause im Iran-Krieg auf der Kippe – das Wichtigste in 6 Punkten

08.04.2026, 19:4008.04.2026, 19:43

Heftige Angriffe Israels im Libanon, neuer Beschuss aus dem Iran auf Länder in der Region und ein erneuter Stopp für die Schifffahrt in der Strasse von Hormus könnten die Waffenruhe im Iran-Krieg gefährden. Der Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, wegen der israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon aus der vereinbarten zweiwöchigen Feuerpause mit den USA auszusteigen.

Aus Protest gegen die Angriffe auf die verbündete Miliz stoppte der Iran den Angaben von Fars zufolge auch den Schiffsverkehr durch die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge wieder. Diese Blockade widerspricht der Vereinbarung mit den USA.

Israel: Grösster koordinierter Angriff gegen Hisbollah

Die israelische Armee griff den Libanon massiv an und sprach selbst vom «grössten koordinierten Angriff» gegen militärische Infrastruktur der Hisbollah seit dem Wiederaufflammen des Konflikts mit der Miliz Anfang März. Dabei seien mindestens 112 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt worden, sagte ein Sprecher des libanesischen Gesundheitsministeriums.

Aus Sicht der iranischen Führung verstösst Israel mit den Angriffen gegen die Vereinbarung. Pakistans Premier, Shehbaz Sharif, schrieb auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon.

Israels Premier Benjamin Netanjahu widersprach und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf den Einsatz gegen die Hisbollah. Israel wirft dem Iran vor, nach Inkrafttreten der Feuerpause seine Angriffe auf das Land fortgesetzt zu haben.

Erleichterung nach Ankündigung der Waffenruhe

Die internationale Gemeinschaft hatte mit grosser Erleichterung auf die Waffenruhe-Vereinbarung reagiert. Zugleich wurden die Kriegsparteien beschworen, den diplomatischen Erfolg abzusichern.

Auch mehrere arabische Staaten sehen die Entwicklung positiv. Es sei wichtig, Lösungen zu finden, die die Krise an der Wurzel packten, teilte das Aussenministerium des Oman mit. Die Golfstaaten waren in den vergangenen Wochen immer wieder unter Beschuss aus dem Iran geraten.

Die Börsen feierten die Waffenruhe mit einem deutlichen Anstieg der Kurse.

Iran: Passage der Strasse von Hormus erst nach Genehmigung

Insbesondere nach neuen Angaben aus dem Iran herrschte Unklarheit, ab wann und unter welchen Bedingungen die Strasse von Hormus wieder passierbar wird. Der Schiffsverkehr unterliege nach wie vor «technischen Beschränkungen und der Abstimmung mit den iranischen Streitkräften», hiess es aus Teheran. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Strasse von Hormus, bevor der Schiffsverkehr aus Protest wieder eingestellt wurde.

Zehn-Punkte-Plan soll Grundlage für weitere Gespräche sein

Kurz vor Ablauf des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump, der auf eine Öffnung der Meerenge gepocht und angedroht hatte, die iranische Zivilisation durch ein Bombardement der zivilen Infrastruktur auszulöschen, hatten sich die Kriegsparteien auf einen von Teheran vorgelegten Zehn-Punkte-Plan geeinigt. Der soll die Grundlage für Friedensverhandlungen ab Freitag in Pakistans Hauptstadt Islamabad sein.

Offiziell ist der Plan nicht öffentlich gemacht worden. Laut iranischen Medien soll die Strasse von Hormus zwar geöffnet werden, der Iran aber die Kontrolle über die Meerenge behalten sowie Uran anreichern dürfen. Auch die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmassnahmen des UN-Sicherheitsrats wird gefordert. Die Islamische Republik verpflichte sich ihrerseits, niemals Atomwaffen herzustellen. Die Urananreicherung solle nach Verhandlungen eingeschränkt werden.

Beide Seiten wollen Sieger sein

Beide Seiten erklärten sich angesichts der Feuerpause zu Siegern. Viele regierungstreue Anhänger feierten in Teheran. Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders SNN TV, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht.

Experten meinten, die USA hätten wenige ihrer Forderungen durchsetzen können. «Das, was jetzt erreicht worden ist, sieht eher nach einer strategischen Niederlage der Vereinigten Staaten von Amerika aus», sagte der Sicherheitsexperte Carlo Masala im Deutschlandfunk. In dem Zehn-Punkte-Plan «ist ja wenig iranisches Entgegenkommen gegenüber den amerikanischen Forderungen von Beginn an drin».

Um eine Wiederbewaffnung des Irans zu erschweren, kündigte Trump Strafzölle von 50 Prozent für Staaten an, die Teheran mit Waffen belieferten.

President Donald Trump speaks with reporters during the White House Easter Egg Roll on the South Lawn of the White House, Monday, April 6, 2026, in Washington. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson)
Trump
Donald Trump will der Sieger sein.Bild: keystone

Wie geht es jetzt weiter?

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif lud Delegationen der USA und des Iran für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad ein. Pakistanischen Quellen zufolge könnten auch Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Ägypten an den Gesprächen teilnehmen.

Israel war an den Verhandlungen nicht beteiligt, unterstützt Trumps Entscheidung für die Feuerpause nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aber. Voraussetzung sei, dass der Iran die Strasse von Hormus öffne und seine Angriffe ebenfalls aussetze. Israel pocht demnach weiterhin darauf, dass der Iran mit seinem Atom- und Raketenprogramm keine Bedrohung mehr für die USA, Israel und die arabischen Nachbarn Teherans darstellen darf. (hkl/sda/dpa)

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Gurgelhals
08.04.2026 19:51registriert Mai 2015
Also eigentlich die gleiche Nummer wie schon beim sogenannten "Gaza Waffenstillstand". Dieser "existiert" ja auch nur insofern, als dass Politik und Medien im Westen kollektiv beschlossen haben, dass man einfach so tut als würde dieser halten und dabei beflissentlich ignoriert, dass das Netanyahu-Regime davon völlig unbeirrt munter weiter "militärische Spezialoperationen" fährt.

Nur blöd, dass diese Strategie in diesem Fall nicht funktionieren wird, weil die globalen Folgen von einer blockierten Strasse von Hormus halt ungleich grösser sind und sich nicht so bequem verdrängen lassen.
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The Rogue
08.04.2026 19:55registriert April 2020
Man kanns drehen und wenden wie mans will, das Hauptproblem ist im Endeffekt Israel...
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Grüner Kobold
08.04.2026 20:01registriert Oktober 2018
Israel wird wohl beweise für Trumps Eppstein Kontakte haben. Hat jetzt schön das stöckchen von nethanjau geholt, für den libanon gelte es nicht.

Hlauben kann man hier nur Pakistan, doe sagt Libanon war Teil der Verinbarung
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Waffenruhe statt Eskalation – 5 Punkte zu Trumps Einigung mit dem Iran
Scheinbar auf den letzten Drücker wurde die totale Eskalation im Iran-Krieg abgewendet: Die Parteien verkündeten in der Nacht eine zweiwöchige Waffenruhe und die temporäre Öffnung der Strasse von Hormus.
Doch keine totale Eskalation im Iran-Krieg: Die USA und der Iran haben sich kurz vor Ablauf einer von Donald Trump gesetzten Frist auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Beide Seiten haben bestätigt, dass die Angriffe ausgesetzt werden, der Iran ist zudem willens für die Zeit der Waffenruhe die Hormus-Strasse für Schiffe zu öffnen. Dennoch sind viele Fragen offen.
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