CNN: Eine Mehrheit der US-Stützpunkte im Nahen Osten durch Iran beschädigt
Trotz massiv zerstörter und dezimierter Militärkraft hat der Iran dem US-Militär offenbar mehr Schaden zugefügt, als bisher bekannt war. Sein Militär hat im Rahmen seiner Vergeltungsschläge gegen US- und israelische Angriffe auf seine eigenen militärischen Einrichtungen mindestens 16 amerikanische Einrichtungen in acht Ländern getroffen. Das berichtete der amerikanische Sender CNN am Freitag in einer TV-Reportage.
A CNN investigation reveals a majority of U.S. military sites in the Middle East are damaged by Iranian strikes. @tamaraqiblawi’s report: pic.twitter.com/vGTaONyZEv
— Erin Burnett OutFront (@OutFrontCNN) May 2, 2026
Das Ausmass der Schäden sei beispiellos, sagte eine mit der Lage vertraute US-Quelle gegenüber CNN: «So etwas habe ich noch nie gesehen. Es handelt sich um schnelle, gezielte Angriffe unter Einsatz [modernster] Technologie», so die Quelle.
Hauptziele waren gemäss CNN Flugzeuge im Wert von mehreren Millionen US-Dollar. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan in Saudi-Arabien wurde beispielsweise ein Flugzeug vom Typ Boeing E-3 Sentry zerstört, das dem US-Militär Überwachungs-, Führungs-, Kontroll- und Kommunikationsdienste bereitstellt. Alleine dieses Flugzeug soll einen Wert von fast einer halben Milliarde Dollar haben und wird derzeit nicht mehr hergestellt.
Aber auch kritische Kommunikationssysteme der Amerikaner wurden ins Visier genommen. Im Camp Arifjan in Kuwait zeigten Satellitenfotos, dass der Iran bis auf eine Ausnahme alle sogenannten Ray-Domes zerstört hatte. Damit sind Strukturen gemeint, die dem Schutz von Satellitenschüsseln dienen.
«Unsere Radarsysteme sind unsere teuerste und zugleich knappste Ressource in der Region», erklärte eine mit den Schadensbewertungen vertraute beratende Person des Kongresses gegenüber CNN. Die Radarsysteme seien daher auch am schwersten zu ersetzen.
Aus früheren Berichten war bekannt, dass 13 US-Stützpunkte im Nahen Osten praktisch «unbewohnbar» geworden seien. Das hat gemäss «New York Times» US-Soldaten dazu gezwungen, von Hotels und Büroräumen aus im Homeoffice zu arbeiten. Innerhalb der ersten zwei Wochen des Krieges verursachten die iranischen Angriffe auf US-Militärstützpunkte laut eines Berichts des Center for Strategic and International Studies und einer Analyse der BBC Schäden in Höhe von schätzungsweise 800 Millionen Dollar.
Pentagon: Iran-Krieg kostete bislang 25 Milliarden Dollar
Am Mittwoch gab das US-Verteidigungsministerium erstmals bekannt, wie viel Geld der Krieg im Iran das Land bislang gekostet hat: nach Angaben eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters bislang circa 25 Milliarden US-Dollar. Dies seien schätzungsweise alle Ausgaben, die seit Beginn der «Operation Epic Fury» angefallen seien, sagte Jules Hurst bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Der grösste Teil des Geldes sei für Munition aufgewendet worden.
Hurst hatte dabei angekündigt, dass das Pentagon über das Weisse Haus einen Nachtragshaushalt beantragen werde, «sobald uns eine vollständige Einschätzung der Kosten des Konflikts vorliegt». Dem Nachrichtenportal «Politico» zufolge hatte Hurst zuvor gesagt, dass die erste Woche des Iran-Krieges elf Milliarden Dollar an Kosten verursacht habe.
(lak, mit Material der Nachrichtenagenturen Keystone-SDA/DPA)
